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Tauchen weltweit: Belize
von Monty Halls
Belize kann auf das längste Barrier-Riff der nördlichen Hemisphere
und drei von vier karibischen Atollen stolz sein. Sowohl sanftes tauchen
entlang der Küste als auch wildere Meeresspots bieten dem Taucher eine
berauschende Mischung zwischen Riffen, Wänden, Höhlen und Koralleninseln.
In Belize verspürt man immer noch dieses Seeräuber-Feeling
- ein Vermächtnis aus längst vergangenen Tagen, als die Piraterie
florierte und Piraten die spanischen Schiffe von Amerika aus angriffen.
Belize ist vollkommen karibisch und noch nicht für den Tourismus zurechtgebogen.
Eine Mischung der Kulturen und Gefühle: von den Küstenmangroven
bis zum Gebirge im Inland. Dieses Wechselbad von Eindrücken findet
vor der Küste seinen charakteristischen Ausdruck im Barrier-Riff von
Belize mit seinen Schluchten und Höhlen, starken Strömungen und
abgelegenen Inseln.
Geographische Daten
Das winzige Belize liegt an der karibischen Küste von Zentralamerika.
Es ist nur 22.954 km2 groß. Mit seinen nur knapp 200.000 Einwohnern
und seinen Naturreservaten, die mehr als 40 Prozent des Landes ausmachen,
ist Belize ein wahres ökologisches Juwel.
Die Attraktionen auf dem Festland von Belize sind allein schon Grund
genug, das Land zu besuchen. Doch schon ein flüchtiger Blick auf die
verschlungenen Riffe und Inseln, die sich an der Küste entlangschlängeln,
zeigt unmittelbar, warum Belize die Taucher aus aller Welt so anzieht. Das
Barrier-Riff ist das längste auf der Nordhalbkugel. Es bietet eine
Fülle von Tauchmöglichkeiten, bei denen jeder Taucher auf seine
Kosten kommt – vom vorsichtigen Anfänger bis hin zum erfahrenen Experten.
Monty Halls / www.ultimate-sports.net
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Das Riff selbst ist
ungefähr 280 Kilometer lang und erstreckt sich von der Küste der
Halbinsel Yucatan im Norden bis nach Honduras im Süden. Es formt ein
etwa 15 bis 30 Kilometer von der Küste entfernt liegendes Band und
bildet so eine natürliche Barriere zwischen dem Ozean und der Küste.
Entlang des Riffs liegen die Koralleninseln wie Punkte im Wasser -
in diesem Teil der Erde sind sie als Cays oder Cayes bekannt. Da die Entfernung
zwischen Küste und Riff sehr groß ist, haben sich die meisten
Tauchunternehmen auf diesen Cays angesiedelt, insbesondere auf Ambergris
Cay und auf Caye Caulker.
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Weiter im Südosten, abseits der beliebtesten Tauchzentren, haben
sich auf Grund einer starken Depression im Boden des karibischen Meers
drei Atolle gebildet: das Glovers-Atoll, das Turneffe-Atoll und das Lighthouse-Atoll.
Die belizischen Atolle befinden sich – anders als die im Pazifik gelegenen,
die auf Vulkanen ruhen - oberhalb von zwei unter Wasser liegenden Hügelketten.
Sie liegen so dicht unter der Wasseroberfläche, dass gewaltige Korallen-
und Schwammformationen wachsen können. Außerdem gibt es faszinierende
Riffkomplexe rund um die im Barrier-Riff gelegenen Pelican Cays.
Nicht weniger faszinierend ist das Riff in Belize - es wurde zum Weltnaturerbe
erklärt. Das Riff wird durch die Unterstützung freiwilliger Organisationen,
wie der britischen Coral Cay Conservation intensiv geschützt und erforscht.
Maritimes Leben
Die Korallenriffe im Karibischen Meer haben ihren ganz eigenen Charakter.
Sie beherbergen nicht so viele verschiedene Arten wie die Riffe im Indischen
und Pazifischen Ozean. Dafür findet man hier aber spektakuläre
Einzelkorallen und einige der Atemberaubendsten Schwämme der ganzen
Erde. Manche Vasenschwämme sind mehr als 100 Jahre alt und bis zu zwei
Meter breit. Die Vielfalt an Meeresbewohnern, die man an den verschiedenen
Stellen entlang des Riffs beobachten kann, macht Belize für Taucher besonders
attraktiv. Das reicht von der hektischen Korallenbank in flachen, sandigen
Hängen bis hin zu pelagischen Arten, die die steil abfallenden Hänge
patrouillieren.
Die Riffe in Küstennähe werden von kleineren Korallenbänken
bestimmt die vielen der 500 verschiedenen Fischarten dieser Region Nahrung
bieten - darunter allein fünf verschiedenen Schmetterlingsfischarten.
Schnapper, Zackenbarsche und Barrakudas durchqueren die Riffe und auch größeren
Tieren wie Seekühen begegnet man hier. Besonders zahlreich sind sie
in der Lagune bei Gales Point anzutreffen. Sowohl im Barrier-Riff als auch
auf den Atollen können Taucher die größeren Riffbewohner
sichten. Unter den Tieren befinden sich bis zu 1,5 Meter lange Judenfische,
Wahoos, Teufelsrochen und einige Haiarten, darunter Walhaie.
Ausgewählte Tauchspots - Belize
Tauchgänge in unmittelbarer Nähe der Küste - zum Beispiel
bei Ambergris Cay - bestehen normalerweise aus sanftem Driften entlang der
langsam abfallenden Riffe und über schneeweißen Sand. Bessere
Tauchgänge sind vor allem am Südende der Koralleninsel möglich.
Dort liegt auch die berühmte Shark Ray Alley, einer der spektakulärsten
Drei-Meter-Tauchspots der Erde.
Erst weiter draußen fallen die Drop-Offs steiler ab und das Riff
nimmt eine klassische Formation mit Felsvorsprüngen und Furchen an,
wodurch Überhänge und Höhlen entstehen, die zu einem interessanten
Tauchgang führen. Einige Wände sind wahrlich spektakulär,
etwa die bekannte Half Moon Caye Wall, die von 1000 Meter Tiefe
bis auf 10 Meter unter die Wasseroberfläche aufsteigt.
Das Blue Hole ist für Abenteuertaucher wohl einer der magischsten
Anziehungspunkte von Belize. Die riesige runde Höhle im Riff liegt
etwa 80 Kilometer östlich der Küste inmitten des Lighthouse Atolls.
Sie ist ein absolutes Muss unter den weltweiten Zielen für Taucher. Es
war der berühmte französische Taucher und Filmemacher Jacques Cousteau,
der im Jahr 1972 dem Blue Hole internationale Aufmerksamkeit verschaffte.
Er erforschte das Meeresbett in einem Mini-U-Boot. Das Foto seines Unterwasserfahrzeugs
Calypso direkt in der Mitte
der Höhle hat heute Kultcharakter. Es gibt unzählige Geschichten
über die Täuschungsmanöver, die notwendig waren, um das Boot
in die richtige Position zu bringen!
DAS BLUE HOLE
• 40 m
• Fortgeschrittene
Das Blue Hole ist ein fast perfekter Kreis mit einem Durchmesser von
274 und einer Tiefe von 125 Meter. Der sichtbare Teil ist etwas kleiner
als der Hauptkörper, sodass es aussieht, als stünde eine riesige
Glocke auf dem Meeresboden. Als das Blue Hole vor ungefähr 15.000 Jahren
geformt wurde, lag es noch über Wasser. Ein Beleg dafür sind
die wunderschönen Stalaktiten, die von der Decke der Glocke herunterhängen.
Der Tauchgang in die Höhle ist ernst zu nehmen und sollte nicht
unüberlegt unternommen werden. Die Attraktionen des Blue Hole liegen
tief unter den Überhängen inmitten von Stalaktiten, wobei der Taucher
in beachtlicher Tiefe über einem Blue Water Drop Off „von einigen Metern“
verweilen muss: definitiv kein Tauchgang für jemanden, der leicht in
Ohnmacht fällt!
Das weltbekannte Blue-Hole ( Bild: Naturalight Productions
)
Der Tauchgang beginnt an einem leicht abfallenden sandigen Hang, der
zum Rand der Höhle führt. Die meisten Tauchführer fragen
an dieser Stelle, in einer Tiefe von ungefähr zwölf Meter, die
Mitglieder der Gruppe, ob sie weitertauchen möchten. Sie wollen sicher
gehen, dass alle einverstanden sind. Von hier aus fällt die Wand steil
ins Herz des Blue Hole hinab, dann beginnt sie sich zu biegen und formt einen
gewaltigen Überhang. Folgt man ihm, entdeckt man bald darauf die ersten
Stalaktiten, von denen einige bis zu drei Meter lang und in den schönsten
Formen gebogen sind. Schaut man von hier aus hinunter, sieht man deutlich
den Rand der nächsten Stufe der Höhle, wo die Ausbuchtungen der
Glocke mehrere hundert Fuß tief hinunter zum Meeresboden abfallen.
Mit etwas Glück werden die Taucher während des Tauchgangs
von den Bewohnern des Blue Hole unter die Lupe genommen - den Bullenhaien.
In den letzten Jahren ist es in Mode gekommen, diese charismatischen Tiere
zu füttern. Dies ist nicht nur umstritten, weil die meisten Taucher
nicht direkt unter der Aufsicht eines Tauchführers stehen, der das
Futter verteilt, sondern auch wegen der außergewöhnlichen Beschaffenheit
dieses Ortes selbst.
Taucht man die Wand wieder hinauf, findet man interessante Peitschenkorallen
und Röhrenschwämme an den leicht ansteigenden Hängen, die
zurück an die Oberfläche führen. Ein sanftes Ende eines atemberaubenden
Tauchgangs.
DAS ELBOW-RIFF
• 10 bis 40 m
• Fortgeschrittene Anfänger
Am äußersten Südzipfel des Turneffe-Atolls liegt das
Elbow-Riff, das viele Experten als besten eigenständigen Tauchspot
in Belize ansehen. Dieser Wall-Dive mit 900 Meter Gefälle und einem
aktiven Drift entlang eines wunderschönen Korallenhangs ist eine besonders
aufregende Methode, das äußere Riff zu erkunden.
Die Korallen in diesem Gebiet werden reichhaltig von Nährstoffen
und aufgetriebenem Tiefenwasser umspült und beherbergen zahlreiche
Tiere. Ganz in der Nähe der Wand halten sich tausende Hunde-Schnapper,
Großaugen-Stachelmakrelen und Bermuda-Ruderfische auf. Einige Haiarten
werden von der großen Menge Fische angezogen: vor allem Schwarzspitzenhaie,
Graue Riffhaie und ab und zu auch einmal ein Bullenhai oder ein Schwärm
großer Hammerhaie. Eine weitere Sehenswürdigkeit sind die Seekühe,
die man mitunter dabei beobachten kann, wie sie auf die flache Ebene des
Atolls schauen.
SHARK RAY ALLEY
• 3 m
• Schnorcheln
Shark Ray Alley befindet
sich südöstlich von Ambergris Caye und ist eine der Stellen in
Belize, wo man vielen Meeresbewohnern begegnet, die man so schnell nicht
vergessen wird. Über viele Jahre haben die einheimischen Fischer hier
ihren Fang gereinigt und damit zahlreiche Amerikanische Stechrochen und
Ammenhaie angelockt. Gleich nachdem Tauchführer davon Wind bekommen
hatten, besuchten sie diesen Spot und erschlossen ihn. Heute hört man
häufig begeisterte Berichte von Tauchern, die am Ende eines Tauchtags
zurückkehren. Er ist aber auch ein schönes Schnorchelerlebnis
für zwischendurch. Inzwischen reinigen die Fischer ihren Fang aber
nicht mehr hier. Doch sie tun dies zweifellos woanders und schaffen so einen
neuen tollen Spot.
Der Spot ist nur drei Meter tief und befindet sich über einem schönen
Seegrasbett. Sobald ein Boot ankommt, versammeln sich Haie und Rochen darum,
die auf Futter warten.
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Bild: Naturalight Productions
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Bekommen sie keines, verschwinden sie aber ebenso schnell wieder. Es
ist deshalb ratsam, sich sofort ins Wasser zu begeben, wenn man diese wunderbaren
Tiere aus nächster Nähe beobachten will. Sie haben ihre Angst vor
Menschen vollkommen verloren. Vor allem die Rochen kommen sehr nahe heran,
um nach Leckerbissen zu suchen.
Weitere Freizeitmöglichkeiten
Auch außerhalb der Küstenregion hat Belize dem naturinteressierten
Besucher etwas zu bieten. Im Inland kann man einige der letzten ursprünglichen
Dschungelgebiete Zentralamerikas finden. Außerdem wurden viele
Naturschutzgebiete eingerichtet, die sich des Abenteuer suchenden Touristen
annehmen. Eine der besten Kontaktadressen für den Besuch dieser Reservate
ist die Belize Audubon Society, die 1981 gegründet wurde. Die Gesellschaft
fungiert als zentrale Verwaltungsstelle für sieben Reservate, die zusammen
eine Fläche von 60.750 Hektar umfassen.
Der Belize-Besucher sollte auf keinen Fall die Möglichkeit verpassen,
Ruinen der Maya-Zivilisation zu erkunden, die älter als 1500 Jahre
sind. Der Niedergang und das Verschwinden dieser komplexen Zivilisation in
einer relativ kurzen Zeit bleibt ein archäologisches Rätsel. Zwei
dieser beeindruckenden Maya-Ruinen findet man in Altun Ha und in Lamanai
- sie sind mit Fremdenführern begehbar.
Belize zieht aber auch Urlauber an, die lediglich auf der Suche nach
Strand und Sonne sind. Eine Vielzahl bekannter Ferienorte auf dem Festland
und auf den Cayes stehen dem Sonnenhungrigen zur Verfügung. Für
jeden ist etwas dabei - sowohl für den Rucksacktouristen als auch für
denjenigen, der den Komfort eines Fünf-Sterne-Hotels in Anspruch nehmen
möchte. Es werden Wassersportaktivitäten angeboten, und der Service
kann sich mit dem in anderen karibischen Urlaubsorten messen lassen.
Weitere Informationen
Lust auf mehr? Im individuellen Tauchreiseführer
„Tauchen Weltweit“ finden Sie nicht nur weitere Tauchspots von Belize,
wie die „Long Caye Wall“ im Glovers Reef sondern auch Zusatzinformationen,
wie Listen zu den Tauchzentren und Reisetipps.
Und wenn Ihnen Belize zu weit weg ist, finden sie in den 60 in „Tauchen
Weltweit“ vorgestellten Tauchgebieten auch näher gelegene, wie zum
Beispiel Lundy Islands in England oder die Medas Inseln im Mittelmeer.
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Erhältlich ist dieses Buch natürlich direkt bei Ultimate Sports, im Fachhandel, bei Amazon und in unserem
Taucher.Net Online-Shop!
Belize im Taucher.Net




Belize in Deutschland
Detaillierte Informationen über Belize erhält man auch über
das Fremdenverkehrsamt von Belize in Deutschand.
Fremdenverkehrsamt Belize in Deutschland
Tel.: (0711) 233947 (in Stuttgart)
Fax: (0711) 233954
oder Offizielle
Webseite von Belize
Danksagung / Copyright
Der Text und die Bilder wurden mit freundlicher Genehmigung der BrunoMedia
GmbH abgedruckt.
Text: © 2004 Monty Hall - Aufbereitung für Taucher.Net durch
Andreas Nowotny
Bilder: © Monty Halls & Naturallight Productions
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14.05.2008 22:05 Taucher Online : 178 Heute 19829, ges. 26281643 Besucher
 
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im Steinberger See nahe der Übungsplatformen gefunden. Der ... [mehr]
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