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Onlinemagazin - 57. Ausgabe - Jubiläum bei Divers Heaven




 Geschrieben von Herbert

10 Jahre Divers Heaven

von Herbert Gfrörer

Der 10. Geburtstag der Heaven Flotte von Rudi Lendel wurde in diesem Jahr gefeiert. Grund genug um uns ein aktuelles Bild vor Ort zu machen. Rudis Leitspruch „service is our success“, ist seit 10 Jahren ein Synonym für besondere Kreuzfahrten im Roten Meer. Ich war sehr gespannt wie sich dies im Jubiläumsjahr darstellt.

Die Anreise von München direkt nach Marsa Alam ist eine Wohltat. Man erspart sich sowohl die lange Taxifahrt als auch den Flughafentrubel in Hurghada. In Marsa Alam werden wir pünktlich von Rudis Leuten erwartet, die uns mit dem Visum versorgen und direkt per Kleinbus in den ein paar Kilometer entfernten Hafen von Port Ghalib transportieren. Port Ghalib, der Haupthafen in dieser Gegend Ägyptens, ist eine gigantische Baustelle und lässt momentan nur schwer erahnen welch luxuriöse Unterkünfte hier entstehen werden…

Port Ghalib - Tauchen Rotes Meer
Port Ghalib

Direkt nach Ankunft am Kai werden wir von Elke, unserem Tourguide herzlich auf der Heaven Diamond empfangen. (Wie sich später herausstellt ist Elke promovierte Biologin und rundet die Tauchtour mit interessanten Vorträgen aus dem maritimen Umfeld ab – mehr dazu später).

Intro

Unser Schiff, die Heaven Diamond, ist das Flaggschiff von Rudis Flotte und gleichzeitig Namensgeber der „Diamond Class“. Diese Schiffsklasse ist das Top Angebot von Divers Heaven und lässt – wie ich direkt vorwegnehmen will – keine Wünsche offen…. das klingt extrem enthusiastisch, aber diese Tour ist wirklich das Beste was ich an Trips im Roten Meer erlebt habe.

Die Heaven Diamond

Safariboote mit ähnlicher Ausstattung gibt es mittlerweile bei einer Vielzahl von Anbietern, teilweise sogar mit noch besserem Platzangebot und Luxus. Warum also ist eine Fahrt auf der Diamond noch immer ein Toperlebnis? Es ist das Gesamtpaket, das dem Reisenden geboten wird.
Herzstück des Urlaubserlebnisses ist die Crew, die jeden Gast mit einer selten gesehenen Herzlichkeit und Perfektion umsorgt. Dabei fasziniert besonders der Blick fürs Detail, ein Urlaub in einem internationalen Spitzenhotel liegt mir als Vergleich auf der Zunge. Weiter natürlich das ausgezeichnete und abwechslungsreiche Essen und das Getränkeangebot. Eine durchdachte Schiffsarchitektur mit komfortablem Platzangebot in den Kabinen, an Deck und auf der Tauchplattform…. und last but not least unser Tourguide Elke, die uns eine klasse Tauchwoche beschert, mit höchst detaillierten Infos und Karten zu jedem Tauchplatz versorgt und auf Bedarf die Führung der Tauchgänge übernimmt.
Ein bisschen Glück braucht der Reisende natürlich in der Zusammenstellung der Gruppe, die einzige Unbekannte bei der Planung einer Tour mit der Diamond. Ich kann vorwegnehmen, dass auch dieser Punkt keine Wünsche offen lässt. Die Mischung aus Schweiz, Deutschland, Österreich und der Niederlande findet sich schnell zusammen, hat ähnliche Taucherfahrung und harmoniert auch im Übrigen, sodass wir viel Spaß und eine klasse Woche erleben.

Die Tour

Auf dem Programm steht für diese Woche die Südtour. Also Riffe vom Feinsten und vielleicht etwas Großfisch fürs Auge ;-)
Den ersten Tag verbringen wir im Großraum Marsa Alam, um die ersten 3 Tauchgänge durchzuführen. Anschließend fahren wir die Nacht durch Richtung Süden, zu den St.Johns Riffen. Bereits auf der Überfahrt wird klar, diese Tour wird unsere Seetauglichkeit auf eine härtere Probe stellen. Der Wind peitscht die Wellen zu unangenehmer Höhe und die Diamond schaukelt schon ziemlich heftig während der Nachtfahrt…
Da zum Early Morning Dive am „small Gotha“ Riff unsere Gruppe vollständig erscheint, haben wohl alle die erste Seetauglichkeitsprüfung bestanden.

Die nächsten Tage touren wir in den südlichen St. Johns Riffen. Dabei gestaltet sich der Tagesablauf immer gleich. Bis zu 4 Tauchgängen sind auf dem Programm. Nach dem Early Morning Dive gibt es ein üppiges Frühstück. Am späten Vormittag dann der zweite Tauchgang, anschließend ein 3-Gänge Menü. Nachmittagstauchgang mit Kaffee und Kuchen im Anschluss, sowie Nachttauchgang und Abendessen.
Unser Koch und Ayman der Steward

Die Reihenfolge des letzten Parts bestimmt die Gruppe, wir haben uns – faul wie wir waren – erstmal das üppige 4-Gänge Menü gegönnt und nach einer guten Pause oftmals den letzten Tauchgang übersprungen ;-) Der geneigte Leser versteht durchaus, dass diese Tour ein wahres Diätprogramm darstellt.



Abgesehen von den fantastischen Tauchgebieten gibt es natürlich einige Besonderheiten auf der Diamond.
Angefangen beim Frühstück, wo Kabinensteward Ayman – der gute Geist des Schiffes – jeden Gast mit einer individuellen Ei-Kreation versorgt. Omelett mit jeder Art von Zutat, die gewünscht wird, Rühreier, Variationen von Spiegeleiern, etc. ...

– UND Ayman notiert jeden Sonderwunsch um am nächsten Tag automatisch den richtigen Vorschlag parat zu haben. (in Aymans schlauem Buch stehen nunmehr die Frühstückswünsche jedes Gastes der letzten 5 Jahre - minutiös und für jeden Tag aufgezeichnet). Mittagessen und Abendessen werden durch Ayman am Tisch serviert, ein Plus, das besonders bei hohem Seegang an Bedeutung gewinnt.


Ayman empfängt auch jeden Taucher direkt nach dem Tauchgang und reicht ein erfrischendes Getränk. Weiter wird man von ihm direkt nach Entledigung der Tauchausrüstung in den eigenen Bademantel eingewickelt – wehe dem, der dies selbst versucht ;-)
Dass auch verschmutzte Sonnenbrillen von Ayman direkt gereinigt und poliert werden und im Übrigen wirklich kein Wunsch offen bleibt, verwundert eigentlich nicht mehr. Unser Kabinensteward Ayman steht hier stellvertretend für eine, in allen Belangen perfekte Mannschaft, der man ansieht, dass Sie ihre Gäste auf „ihrem“ Schiff bestens versorgt haben wollen.

Nachmittags bietet Frau Dr. Bojanowski (= unser Tourguide Elke) jeweils einen Exkurs in meeresbiologischen Themen an. Verhaltensforschung bei Delphinen, Ergebnisse aus der Haiforschung, sowie eine Einführung in die exakte Identifikation von individuellen Weißspitzenhochseehaien (siehe auch das Forschungsprojekt im folgenden Absatz) ergänzen die Tour für interessierte Gäste. Elke gestaltet diese Theoriestunden höchst interessant und kurzweilig, eine perfekte Ergänzung für eine Tauchsafari.

Frau Dr. Bojanowski Das Longimanus-Projekt

von Frau Dr. Bojanowski

Der Carcharhinus longimanus ist einer der wenigen Haie, der unter seinem wissenschaftlichen Namen praktisch genauso bekannt ist, wie unter seinem deutschen: Weißspitzenhochseehai oder Ozeanischer Weißspitzenhai.
Obwohl ihr eigentlicher Lebensraum das offene Meer ist, werden sie saisonal häufig auch an ägyptischen Steilwandriffen gesehen. Zu welchem Zweck sie sich dort einfinden, ist noch unklar.
Durch ihre große, abgerundete Rückenflosse und die Tragflächen ähnelnden, langen Brustflossen sind sie praktisch unverwechselbar. Und nicht nur das. Sie sind auch sehr gut individuell zu unterscheiden, einmal an Hand der weißen Farmmarkierungen an ihren Flossen, zweitens an speziellen Merkmalen, wie Einkerbungen an den Flossenrändern.

Longimanus

Die beste Methode, um diese individuellen Unterschiede zu dokumentieren, sind Photographien der Tiere. Im Herbst 2004 habe ich etwa 500 solcher Photographien gesichtet, die mir Gäste der Heaven Fleet zur Verfügung gestellt haben. An Hand dieser Photos konnte ich über 40 verschiedene Tiere alleine in der Nähe von Elphinstone identifizieren. Die meisten waren Weibchen, einige wurden über einen Zeitraum von 4 Wochen dort beobachtet. Andere Sichtungen kamen von den Brother Islands und vom Daedalus-Riff.
Diese Tiere sind die Grundlage eines ersten Identifikationskatalogs, den ich hoffentlich in diesem Jahr erweitern kann.
Bisher weiß niemand, wie groß der Bestand an Weißspitzenhochseehaien im Roten Meer (oder weltweit) ist. Es wird aber befürchtet, dass Haie insgesamt auf ca 10% ihres ursprünglichen Bestandes geschrumpft sind. Hauptgrund ist der industrielle Fischfang. Auch die Lebensgewohnheiten der großen Hochseejäger sind weitgehend unbekannt. Bekannt ist, dass Vertreter dieser Art mindestens 20 Jahre alt werden können. Ob diese Haie sich ihr ganzes Leben in der selben Region aufhalten, und regelmäßig dieselben Riffe besuchen könnte für ev. Schutzmaßnahmen von Bedeutung sein. Fest steht leider, dass auch die Haie des Roten Meeres mehr und mehr von Fischern bedroht werden, die nur an Haiflossen Interesse haben, um den asiatischen Markt zu bedienen.
Je mehr grundlegende Informationen über diesen häufigsten aller Hochseehaie existieren, um so sinnvoller wird man ihn hoffentlich in Zukunft schützen können.

Infos zum Projekt: Siehe auch News-Meldung vom 12.10.2005





Bedingt durch die wirklich ruppige Wetterlage im Süden verlassen wir die St. Johns Riffe nach 2 Tagen und bewegen uns Richtung Norden nach Berenice und anschließend Hamata. Leider ist uns der hiesige Wettergott nicht gnädig. Der Wind lässt auch hier nicht nach; der einzige Wermutstropfen einer ansonsten perfekten Tour.
Am vorletzten Tag erreichen wir Abu Hamra (Elphinstone) und können das herrliche Riff beim Early Morning Dive noch ziemlich alleine betauchen.
Doch bereits beim Aufstieg ahnen wir was sich in kurzer Zeit hier abspielen wird, die Anzahl der Ankerleinen hat sich vervielfacht. Safariboote und Tagesboote in einer selten gesehenen Anzahl „entladen“ ihre Gäste – amüsiert beobachten wir das unglaubliche Treiben rund um dieses Highlight und machen uns auf zum letzten Spot dieser Tour – der Bucht von Marsa Abu Dabab.




Marsa Abu Dabab, eine relativ flache sandige Bucht, hat außer der momentan hier ansässigen Seekuh einen herrlichen Korallengarten am nördlichen Buchtausgang zu bieten, den wir ausgiebigst betauchen und uns an wunderschönen Nacktschnecken und anderen Preziosen erfreuen.

Nacktschnecke - Tauchen Rotes Meer

Der Wind wechselt nun von Seewind auf Wüstensturm und während des Abends steigen die Temperaturen relativ stark an. Bei gemessenen 33° Windtemperatur entwickelt sich in den späten Nachtstunden eine Spontanparty auf Deck, bei der sowohl unsere Crew als auch wir einige heiße Tänzchen aufs Parkett legen.


Heisse Tänze und gute Stimmung



Nach einem letzten Tauchvormittag geht es zurück in den Hafen von Port Ghalib. Normalerweise verbringen die Gäste die letzte Nacht am Boot, wir haben uns für eine Hotelalternative entschieden. Im nahen Coraya Beach verbringen wir die letzte Nacht vor dem Abflug zurück in die Heimat.

Für am Abflugtag spät abreisende Gäste bucht die Divers Heaven Crew automatisch den Hotelaufenthalt. Der Gast kann sich also, anstatt am Flughafen, noch in angenehmer Hotelatmosphäre entspannen. Einen Badetag verbringen und den Tag genießen.

Fazit

Die Tauchsafari auf der Heaven Diamond hat die Erwartungen nicht nur erfüllt, sie hat diese klar übertroffen. Die vielen kleinen Besonderheiten lassen sich in einem Reisebericht nicht endlos aneinanderreihen ohne zu ermüden, weshalb dies nur einen kleinen Auszug der erlebten Highlights darstellt.
„Service is our success“ – ein Leitmotiv mit höchstem Anspruch – einem Anspruch der durch Schiff und Crew bestens erfüllt wurde.


© 2005 - Herbert Gfrörer


Steckbrief

Logo Divers Heaven

Fakten zum Angebot von Divers Heaven:


Webseite mit Preisübersicht, Buchungsstellen für D, A, CH und weiteren interessanten Infos zur Flotte: www.diversheaven.com

Heaven Diamond und Heaven Saphir – Diamond Class


Heaven Diamond (li.) und Kabine Heaven Saphir (re.)
(klick zum Vergrößern!)

Länge
35m
2 Turbo MAN
2.100 PS
Breite
8m
2 Generatoren
96 KW
6 Kabinen
Unterdeck
2 Watermaker
7.000 l/24h
2 Honeymoon
Oberdeck
Aircondition
180.000 BTU
Salon
56m²
2 Vorkompressoren
2.400 l/min
3 Sonnendecks
100m²
2 Bauer Mariner II
440 l/min
2 Tauchplattformen
50m²
1 Nitrox Membrane
600 l/min

Besonderheiten: Alle Kabinen mit Minibar, Fernseher, Musik, Klima und Toilette/Bad. Tauchen mit Nitrox ohne Aufpreis. Und eine Espressomaschine!!

Im Preis enthalten: Kaffee, Tee, Mineralwasser, Softdrinks, Wein, Bier.


Heaven Majesty und Heaven Regency – First Class Line


Heaven Regency (li.) und Salon Heaven Regency (re.)
(klick zum Vergrößern!)

Länge
36,5m
2 Turbo MAN
1.680 PS
Breite
8,3m
2 Generatoren
80 KW
10 Kabinen
Unterdeck
2 Watermaker
6.000 l/24h


Aircondition
210.000 BTU
2 Salons
jeweils 45m²
2 Vorkompressoren
2.400 l/min
3 Sonnendecks
110m²
2 Bauer Mariner II
440 l/min
2 Tauchplattformen
50m²
1 Nitrox Membrane
in Vorb.

Besonderheiten: Alle Kabinen mit Klima und Toilette/Bad. Tauchen mit Nitrox ohne Aufpreis.

Im Preis enthalten: Kaffee, Tee, Mineralwasser/Wasser.


Heaven Freedom und Heaven Liberty – First Class Line


Heaven Liberty (li.) und Salon Heaven Freedom (re.)
(klick zum Vergrößern!)

Länge
31m
2 Turbo MAN
1.200 PS
Breite
7,8m
2 Generatoren
60 KW
6 Kabinen
Unterdeck
2 Watermaker
6.000 l/24h
1 Honeymoon
Hauptdeck
Aircondition
160.000 BTU
Salon
45m²
2 Vorkompressoren
2.400 l/min
3 Sonnendecks
85m²
2 Bauer Mariner II
440 l/min
2 Tauchplattformen
50m²
1 Nitrox Membrane
600 l/min

Besonderheiten: Alle Kabinen mit Klima und Toilette/Bad. Tauchen mit Nitrox ohne Aufpreis.

Im Preis enthalten: Kaffee, Tee, Mineralwasser/Wasser.






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