Zwei Tage vor dem Auslaufen der Doris hatte sich am 5. Mai in
Kiel ein U-Boot der dort beheimateten 1. U-Flottille auf den Weg in sein
neues Einsatzgebiet vor der holländischen und belgischen Küste
gemacht. Bei dem lediglich 328ts großen Boot der 250t-Kategorie handelte
es sich um Oberleutnant Wolfgang August Ernst Lüth`s Boot
U 9.
Dies war ein kleines Küsten-U-Boot vom nur 42,70m langen und 4,08m
breiten Typ II B. Es war erst am 30. Juli 1935 bei der Friedrich Krupp
Germaniawerft in Kiel-Gaarden vom Stapel gelaufen und dann am 21. August
1935 von Kapitänleutnant Hans-Günther Loof in Dienst gestellt
worden
Indienststellung U 9 am 21. August 1935
Bis nach Kriegsausbruch blieb das Boot dann der Unterseebootsflottille
"Weddigen" unterstellt bzw. der aus ihr hervorgehenden 1. U-Flottille.
Dies war nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, daß U 9 das
Traditionsboot von SMU 9 war.
SMU 9 im Jahre 1913 / 1914 in Swinemünde
einlaufend
Photo: Stiftung
Traditionsarchiv Unterseeboote, Cuxhaven
Jenem U-Boot der Kaiserlichen Marine welches im 1. Weltkrieg unter Otto
Weddigen drei britische Kreuzer versenkte, damit die Brauchbarkeit der
U-Waffe im Seekrieg unter Beweis stellte und dafür die Auszeichnung
vom Deutschen Kaiser Wilhelm II erhielt, das Eiserne Kreuz als Bootswappen
führen zu dürfen.
VRNL: U9 vor dem Krieg mit den Kameradenbooten
U
12 und U 11
bei der 1. U-Flottille in Kiel
Schon bald erwies sich, daß diese kleinen 250t-Boote recht brauchbar
waren.
U 9 mit friedensmäßigem weißen
Turmanstrich
Auf zahlreichen Fahrten noch zu Friedenszeiten bildete U 9 außerdem
weiteres U-Bootpersonal aus.
Freiwache zur Paradevorbeifahrt an Achterdeck angetreten
Aber U 9 war mit nur drei 53,3cm-Bugtorpedorohren und einem 2cm-Flakgeschütz
auf dem Vordeck bei weitem nicht so stark bewaffnet wie die Doris.
Dennoch hatte es Anfang Mai 1940 bereits fünf Feindfahrten absolviert
und dabei vier Schiffe mit zusammen 9.575 BRT versenkt.
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