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 European Diving St. Tropez / Frankreich - Betauche unser U-Boot Wrack! Wir sind die Spezialisten in Frankreichs Mittelmeer-Küste. Tolle und interessante (Wrack-)Tauchplätze sind bei uns selbstverständlich. Beste Tauchbasis Mittelmeer 2003 ausgezeichnet mit dem Tauchen Award! Weitere Infos gibt es hier |
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Wrackforschung in Südfrankreich
von Lino von Gartzen
Bei meinem Aufenthalt in Südfrankreich im April 2005 kam ich mit Luc
Vanrell ins Gespräch. Er hatte nach 25 Jahren seine Tauchbasis aufgeben,
um sich verstärkt der Unterwasser-Forschung widmen zu können. Sein
Vater war bereits in den 50er Jahren ein berühmter Taucher, Luc selbst
entdeckte mit sechs Jahren sein erstes Wrack, ein römisches Frachtschiff.
Die Leidenschaft für das Tauchen und die Forschung steckt den Vanrells
im Blut, und sie hätten sich wohl kaum eine bessere Heimat auswählen können als Marseille.
In der Bucht von Marseille liegen ca. 300 Wracks aus den letzten 3000 Jahren,
davon sind nur ungefähr 100 ausgiebig erforscht. Ein wahres Paradies
für die Unterwasserarchäologie.
Unser Ausgangspunkt: Marseille
Wir beschlossen bei der Recherche zu deutschen Flugzeugen aus dem 2. Weltkrieg
zusammenzuarbeiten. Bei einigen Flugzeugen, die er in den letzen Jahren entdeckt
hatte, waren noch einige Fragen offen, wie z.B. Zeitpunkt und Ursache des Absturzes.
Unser Sidescan
Im Juni waren es dann soweit: mit Freunden vom Grid-Tech-Team haben
wir einige Tauchgänge durchgeführt, Detailaufnahmen von wichtigen
Teilen der Flugzeuge gemacht und einige Seriennummern und Bauteilnummern
ermittelt. Untersucht haben wir eine Ju-88 und Teile einer Messerschmitt
Bf-109. Begleitet wurden wir dabei von einem Team von Compendium Film aus
München, im Herbst soll ein Dokumentarbericht über unsere Arbeiten
fertig gestellt werden. Aus diesem Grund, und da die Forschungen in verschiedenen
Archiven am laufen sind, gibt es zu diesen Flugzeugen vorab noch keine näheren
Informationen.
Das Wrack der Ju-88
Die Geschichte einer Messerschmitt Bf-109, die wir bei der Ile de Planier natürlich auch betauchten, ist bereits hinlänglich bekannt. Das Flugzeug liegt in einer Tiefe von 45 Metern.
Der Pilot der Maschine, Herr Fahrenberger erzählte uns von seinem Einsatz, der Notlandung und Rettung.
Hans Fahrenberger war als Ausbilder einer Ergänzungsstaffel in Südfrankreich
stationiert, um seine Erfahrungen aus seinen Einsätzen am Balkan, in Russland und Afrika an junge Piloten weiterzugeben.
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Am Morgen des 7. März 1944, während eines Theoriekurses, wird Alarm
gegeben. Eine Gruppe Bomber nähert sich Marseille. Als Ausbilder hat
H. Fahrenberger die Pflicht, an Kampfhandlungen teilzunehmen.
Es kommt über dem Meer bei Marseille zu einem Luftkampf zwischen deutschen
Jägern und den amerikanischen Bombern mit ihrem Lightning P-38 Geleitschutz.
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Das Flugzeug von Hans Fahrenberger wird getroffen, der Motor versagt. An
diesem Tag war viel Wind, starker Mistral und hoher Seegang, ein Überleben
auf offener See war deshalb nach einer Notlandung sehr unwahrscheinlich. Während
seine Messerschmitt an Höhe verlor, bemerkte er die Insel Planier mit
ihrem charakteristischem, hohen Leuchtturm.
Diese kleine Insel mit einem
Durchmesser von etwa 200 m ist eines der Wahrzeichen Marseilles; sie liegt
ca. 15 km vor der Küste und wurde die Rettung für den deutschen
Piloten. Hans Fahrenberger suchte die beste Stelle für die Notlandung - ca. 100 m nord-westlich der Insel setzt seine Maschine auf dem aufgewühlten Meer auf und versank in den Wellen. Der Pilot konnte sich gerade noch aus
dem untergehenden Flugzeug befreien, er öffnete seinen Gurt und erreichte
mit Hilfe seines Fallschirmes - ähnlich einem Hebesack - die Oberfläche: Im Rucksack des Fallschirms war eine grosse Menge Luft eingeschlossen. Diesem
Umstand verdankte er zuerst sein Überleben. An der Wasseroberfläche
jedoch hinderte ihn der Fallschirmrucksack am Schwimmen, zudem wurde sein Kopf immer wieder unter Wasser gedrückt. Nachdem er sich mit letzter Kraft von seinem Schirm befreien konnte, wurde er vor das nächste Problem
gestellt:
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Er hatte seine Maschine zwar an einer optimalen Position gelandet und wie
durch ein Wunder trieben ihn die Strömung und die Wellen auf die kleine
Insel zu. Aber auf dieser Seite der Insel ragen die Felsen mehrere Meter hoch senkrecht aus dem Wasser. Bei diesem Seegang war nicht daran zu denken, unversehrt
auf die Insel zu gelangen. Und wieder kam ihm das Glück in Form einer
kleinen Bucht zur Hilfe. Diese Stelle war der Brandung nicht so stark ausgesetzt und er konnte mit letzter Kraft auf die Insel klettern. Zu dieser Zeit war die Insel verlassen, der Leuchtturm nicht in Betrieb. Nach und nach kam H.
Fahrenberger wieder zu Kräften und zog seine nasse Uniform aus. Am Horizont sah er verschiedene Schiffe vorbeiziehen, zu weit entfernt, um seine Notzeichen zu erkennen.
Wrack der Me-109
Am Nachmittag flog sein Kamerad Altnorthoff, ein dekorierter Jagdflieger, der an diesem Tag selbst eine Lightning abgeschossen hatte, mit seinem Flugzeug
über die Insel. Neben dem Leuchtturm sah er einen einsamen, winkenden, nackten Mann. Obwohl er diesen für den Leuchtturmwärter hielt, meldete
er den Vorfall nach seiner Rückkehr in der Basis. Kurz vor der
Dämmerung erreichte eine deutsche Rettungseinheit die Insel. Die See
war zu stürmisch, um mit dem Boot die Insel anzufahren. Es wurden mehrere
Versuche gestartet, schließlich gelang es, mit einem Schlauchboot die
Insel zu erreichen und Hans Fahrenberger aufzunehmen. Nach seiner Rettung
verbrachte er einige Tage im Hospital, arbeitete noch einen Monat als Ausbilder
in Südfrankreich und kehrte dann zu seinem Geschwader JG 27 als aktiver
Jagdflieger zurück.
Hans Fahrenberger überlebte den Krieg und seine sechs Abstürze bzw. Notlandungen in Afrika, Frankreich und Russland, was ihm dem Spitznamen "Hans im Glück" einbrachte.
Wir hatten das Glück, mit ihm als einem der wenigen noch lebenden Zeitzeugen
reden zu können und ein Interview zu machen.
Me 109
Bei der Expedition waren dabei: Jan, Jindra, Jean-Piere Detlef, Basti,
Christian, der Robert von „Compendium“ und Lino.
Das Team
Besonderen Dank an Luc, Anne und Phillipe für die schönen und
interessanten Tauchgänge in Marseille und die gute Zusammenarbeit.
© 2005
- Text Lino von Gartzen
© 2005 - Photos von Jindra Böhm, Jan Jirasco und Lino von
Gartzen.
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12.05.2008 08:49 Taucher Online : 78 Heute 2075, ges. 26221308 Besucher
 
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