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Taucher werden ist nicht schwer,
Guide zu sein dagegen sehr
…oder die Merkwürdigkeiten mancher Urlaubstaucher
von Vanessa Tautz
Nachdem ich mir in Deutschland schon fast die Seele aus dem Leib tauchte,
quer durch sämtliche Bundesländer von Tümpel zu Tümpel
hüpfte, gab es für mich irgendwann kein halten mehr. Ich wollte
mehr. Was kann es schöneres geben, als in einem fernen Land mit ganzjährigem
Sommer täglich zu tauchen?! Leben und arbeiten unter ewiger Sonne, am
und im Meer… ein fantastischer Gedanke…
Und los ging die Suche. Da ich selbst ein eher alternativer Typ bin und
den Tauchsport bis dahin idealistisch betrachtet habe, sollte es auch ein
solches Land sein mit einer eben solchen Basis. Ägypten und die Malediven
wurden daher aus der Wunschliste gestrichen. Ich trieb mich in sämtlichen
Taucherforen rum um nach dem perfekten Land mit der perfekten Basis zu suchen.
Ein schwieriges Unterfangen, ist der perfekt organisierte Massentourismus
doch fast global. Als ich mich gerade mit den Philippinen anfreunden wollte,
bekam ich eine E-Mail aus irgendwo - irgendwo aus Kap Verden. Wenn ich nach wie vor Lust und Zeit hätte,
als Diveguide zu arbeiten, solle ich doch mal die basiseigene Website besuchen
und ggf. den Bewerbungsbogen ausfüllen.
Hmmm…gelesen, getan. Kap Verden, nie was von gehört, die Werbung auf
dieser HP war ja schon mal viel versprechend und genial.
Aber, vertraue nie allein einer Basis-Seite, letzten Endes ist es doch nur
Werbung.
Ich befasste mich die nächsten 2 Tage mit Extremgoogeln und
saugte alles an Information über die Inselgruppe auf was ich in die
Augen bekam.
Eine vom Tourismus noch fast unberührte Inselgruppe, 500 km vor dem
Senegal im Atlantik, ein von Seglern und Surfern begehrtes Urlaubsgebiet.
Jedoch der Kategorie Dritte Welt zugehörig. Nachforschungen bei Freunden
und Bekannten ergaben: Fast keiner kannte die Kap Verden. Bingo!! Perfekt
für meine Abenteurerlaune.
Auf der Boot 2004 hatte ich mein Vorstellungsgespräch und bekam meinen
Anstellungsvertrag für den Divemaster.
Vorher schmiss ich mein Leben in Deutschland, auf Zeit, völlig hin.
Ich gab meinen Job auf, kündigte meine Wohnung, ließ den Großteil
meiner Möbel zurück und alles was mir lieb und teuer war brachte
ich im "Quartier Mama" unter.
Am 21.02.2004 saß im Flieger der TACV,
Richtung Kap Verden, Ziel Boa Vista.
Ich muss zugeben, im Flieger habe ich mich schon gefragt, ob ich noch ganz
bei Trost bin. Endlich alles erreicht und dann schmeiß ich alles hin,
weil es mir nichts mehr bedeutet, weil es mich belastet und das alles nur
weil ich mit dem Tauchen angefangen habe…tsss…
Am Ziel angekommen, wurde ich vom Basisleiter abgeholt, der mich erstmal
zur Basis fuhr um mich meinen Kollegen vorzustellen, Tauchgepäck auspacken,
usw…
Schon auf der Fahrt zur Basis verlor ich all meine Zweifel, die sich im Flieger
so angesammelt hatten. Die Insel war tatsächlich so wie ich sie mir vorgestellt
hatte.
Eine wüste Schönheit…ein bisschen Grün hier und da, überwiegend
aber Wüste.
Sand- und Gesteinswüste. Vulkangestein, die Berge - alte Riffe aus einer
fernen Zeit.
Überall feiner weißer Sand, der einen schon fast erblinden lässt.
Ohne meine tiefschwarze Surfer-Sonnenbrille wäre ich aufgeschmissen
gewesen.
Wer Licht- und Windempfindlich ist, sollte sich dort auf jeden Fall so eine
Brille zulegen.
Als wir an meinem zukünftigen Arbeitsplatz ankamen, wurden meine Erwartungen
auch nicht enttäuscht - tatsächlich eine kleine unkonventionelle
und liebevolle Basis.
Ich lernte meinen Guidekollegen kennen, der bereits zwei Wochen vorher eingetroffen
war und das restliche Basisteam, welches aus zwei Einheimischen bestand.
Natürlich lernte ich auch schon einige Gäste kennen, die bereits
seit einer Woche ihren Urlaub dort verbrachten und diejenigen, die mit mir
im Flieger saßen, um ihren Urlaub zu starten.
Später wurde ich zu meiner vorübergehenden Unterkunft gebracht,
ein kleines Hotel, nichts für den Pauschaltouristen, eher eine Absteige
für Rucksacktouristen oder reisende Kap Verdianer. Genau richtig!! Sehr
einfach, sehr unkonventionell, einfach super!!
Mein Zimmer bestand aus einem Bett und einem Einbauschrank und drei Kerzen- stundenlange Stromausfälle sind dort übrigens Alltag.
Alles auspacken war nicht nötig, schließlich sollte ich in 14
Tagen in die richtige Assistenten-Unterkunft - ein kleines Häuschen,
irgendwo mitten in der Stadt, mitten im Alltagsgeschehen von Sal Rei - einziehen.
Ich brauchte mich nur frischzumachen, etwas ausruhen und dann sollte ich
zum Stammrestaurant kommen, allabendliche Fütterung und Bespaßung
der Tauchgäste.
Ich machte mich etwas früher auf den Weg zum Restaurant um mir schon
mal was von der Stadt anzusehen.
Da stand ich nun, in Sal Rei, Boa Vista irgendwo im Atlantik, weit weg von
der schützenden Familie, dem vertrauten Freundeskreis und trotzdem fühlte
ich mich zum ersten Mal wirklich frei.
Nachdem ich mit den allabendlichen Ritualen vertraut gemacht wurde, meinen
ersten Liter Sagres und den ersten Grouge (Zuckerrohrschnaps) intus hatte, torkelte ich mit all den neuen Eindrücken in meine Unterkunft und hatte
einen tiefen festen Schlaf bis ich um 5 Uhr von dem Kläffen der Straßenhunde
geweckt wurde.
Ich war total aufgeregt, mein erster Tag!
Als mich der Basischef abholte, war der Rest des Teams schon auf der Basis,
die Gäste trudelten auch langsam ein.
Am Abend zuvor wurde ich überrascht, als einige Gäste beim Essen
fragten, ob am nächsten Tag getaucht werden könnte, ob der Atlantik
denn ruhiger geworden ist.
Die Wintermonate dort können recht rauh sein, starker Wind, folglich
starker Wellengang, können an manchen Tagen eine Ausfahrt unmöglich
machen- zu gefährlich.
Gut, das hab ich im Internet schon gelesen, der Atlantik in den Breitengeraden
ist in den Wintermonaten recht rauh und daher in dieser Jahreszeit für
Surfer und Segler ein Traumparadies. Aber garnicht tauchen??
Nun gut, hab ich mich doch so auf den ersten Tag gefreut, wäre schade
wenn man nicht sofort ins Wasser kann, aber so hätte ich genügend
Zeit mich mit der Basis vertraut zu machen.
Bis hierhin hab ich mich mit 380 Tauchgängen für eine sehr erfahrene
und souveräne Taucherin gehalten.... "Nix, absolut gar nix war ich!"
In Deutschland begeisterte mich die Vorstellung eines rauhen Atlantiks und
die Möglichkeit das Tauchen richtig zu lernen. Nach drei Jahren Tümpeltourismus
genau das richtige, für ein bisschen Action unter den Flossen. Aber irgendwie
hab ich mir keine wirkliche Vorstellung von rauh - oder den Gewalten des Meeres
- gemacht.
Die Basisleitung fand aber durchaus, dass an meinem ersten Tag getaucht werden
kann. Die See wäre viel ruhiger geworden… Hmmm... ich sah keinen Unterschied
zu meinem Ankunftstag, aber was weiß ich Stadtkind schon.
Es sollte nach Santa Monica gehen, Land- bzw.- Brandungstauchen.
Au Backe!!! Mein erster Atlantik TG und dann auch noch Brandung, natürlich
von nix ne Ahnung…herrje, ein leichter Anflug von Angst machte sich breit…
Strand von Santa Monica
Alles kein Problem laut Leitung und Guidekollege, alles easy…"wir erklären
Dir wie Du leicht rein kommst und dann tauchst Du nur der Gruppe hinterher,
die nächsten drei Tage führst Du eh nicht und lernst nur die Plätze
kennen."
Ich könnte nicht behaupten, dass es mich etwas beruhigt hätte,
zumal Tauchurlauber sehr grausame Menschen sein können. Die Gäste,
die bereits dort tauchen waren, schilderten fürchterliches! "Mannshohe
Brandung mit brutaler Kraft die Dir die Beine wegreißt, Du wirst durch
die Brandung gespült, wie in einer Waschmaschine. In den Sand gedrückt,
bis Du völlig erschöpft an Land gespült wirst… riesige Sandtigerhaie…"
MAAAAAAMMMMMA!!!!!!
Am liebsten hätte ich mich an einen Balken der Basis festgeklammert
und mich beharrlich geweigert mitzufahren. Aber diese Blöße wollt
ich mir dann auch nicht geben.
Tapfer hüpfte ich auf den Pickup und fuhr meinem persönlichen
Albtraum entgegen.
Die Fahrt dorthin ließ mich vorerst meine Sorgen und Nöte vergessen.
Wir fuhren mit 2 Pickup-Jeeps los, der eine beladen mit Equipment der andere
mit Tauchern. Eine Jeep-Safari… keine festen Straßen entlang des Küstenstreifens,
ein Stück ins Landesinnere durch urige Dörfer in denen die Zeit
still zu stehen schien.
Allein die wüste Landschaft hatte auf mich schon in ihren magischen Bann gezogen.
Nach einer Weile durfte ich den Pickup selber fahren und dann wusste ich
was Jutta Kleinschmidt an ihrem Job so liebt… Was für ein Spaß,
ganz besonders wenn keine Gäste auf der Ladefläche saßen…
Am Santa Monica Beach angekommen, war ich zunächst beeindruckt von
diesen faszinierenden Strand. 16km feiner weißer Sandstrand, Menschenleer,
im Hintergrund irre Gesteinsformationen und alte Ruinen, dann der Blick auf
den Atlantik und zurück zu den ... - zu meinen Ängsten!
Die Gäste hatten recht! Unglaublich hohe Brandung, deren Kraft man hören
konnte! Oh Gott!!!!
Sehr zu meinem Entsetzen erklärte mir mein Tauchlehrer, wie ich vorzugehen
habe, damit ich unbeschadet im Atlantik lande. Hatte ich doch so sehr gehofft,
er würde den Tauchgang abblasen. Fuck!
Soweit so gut, wir machten uns alle tauchfein und ich folgte meiner Gruppe
zum Einstieg. Zuerst beobachtete ich die ersten drei beim Einstieg und bei den
Jungs sah das völlig leicht aus… scheinbar habe ich die Worte meines Tauchlehrers
völlig verdrängt und machte so ziemlich alles falsch, landete in
der Waschmaschine und endete wie in den Schilderungen der Gäste. Hilflos
wie eine Schildkröte auf dem Rücken lag ich völlig erschöpft
am Strand und hab mich noch mal gefragt "Und Du willst wirklich Guide
werden???" Peinlich!
Keine Zeit zum jammern! Mein TL puschte mich auf. Los nächster Versuch!
Ich glaub beim dritten Mal hab ich es dann geschafft, den TG konnte ich
jedoch nicht genießen, geschweige denn mir irgendwelche Besonderheiten
merken. Die gesamte Zeit über machte ich mir Sorgen über den Ausstieg,
der natürlich genauso endete wie der 1. Einstiegsversuch.
Nach angemessener Oberflächenpause, der Aufruf zum 2. Tauchgang. Ich
suchte nach langer Zeit wieder das Gespräch mit Gott! Logo, der zweite
Einstieg und alles weitere war wie beim ersten Mal...
Von dem Tag an war es für mich in den folgenden vier Wochen die Hölle,
wenn es jeden verfluchten Sonntag hieß: "Wir fahren nach Santa Monica"
Wie zum Geier soll ich Taucher dort sicher führen, wenn ich Schiss vorm
Einstieg habe? Extremste Selbstzweifel plagten mich!
Übung macht den Meister und schenkt einem die Gnade von Neptun: Irgendwann hatte
ich den Kniff raus und auch das Meer wurde ruhiger, mir machte es sogar richtig
Spaß.
Bis dahin musste ich mich allerdings sehr an den Atlantik und seine Widrigkeiten
gewöhnen. Das hat man davon, wenn man nur in stillen Gewässern taucht.
Meine ersten Bootstauchgänge waren nur etwas besser, der Einstieg war
leichter, das war’s dann auch. Zum ersten Mal in meinem Leben bewegtes Gewässer,
bis 3,5 m Wellengang. Dünung, die du noch auf 15m richtig spürst,
Strömung und Haie, all das völlig neu. Man kann sich in seinem Kopf
richtig selber fertig machen.
All die guten Tipps und Instruktionen meines Basisleiters waren vergessen,
wenn ich im Wasser war. Immer wieder versuchte ich, gegen das Wasser zu kämpfen
und powerte mich aus, bevor ich überhaupt am Grund war. Erst als mein
TL energischer wurde, schien es Klick zu machen. Plötzlich hatte ich es
im Griff, nicht kämpfen, ruhig bleiben… „never fight the water“
…Endlich - es klappte, jetzt konnte ich tauchen!
Allerdings reicht es nicht aus, ein guter Taucher zu sein, um Guide zu werden.
Man muss mit den unterschiedlichsten Kategorien der Spezies Taucher umgehen
können, stetige Freundlichkeit, Fürsorge, Betreuung und ja der Gast
hat immer Recht, alles im Rahmen der Oberflächlichkeit, Zähne zusammenbeißen,
in zwei Wochen kommen andere.
Was hab ich meinen Kollegen beneidet, der hatte das Sunnyboylächeln
wirklich drauf und war der Gast noch so ätzend, niemand hätte meinem
Kollegen angemerkt, dass er das auch empfindet. Der perfekte Guide!
Ich hingegen hatte wirklich Mühe meine Antipathie zu verbergen und
dem einen oder anderen Gast wird das nicht verborgen geblieben sein.
Es gibt wirklich merkwürdige Menschen unter den Urlaubern, was nicht
weiterhin schlimm ist. Wirklich schlimm ist die übelste Kategorie Urlauber/
Taucher, in meinem Fall die Spezies Arschloch-Taucher (AT). Man findet
sie überall, in jeder Sportart, in jedem Urlaub, in jedem Land, man kann
ihnen nicht entkommen, sie haben sich globalisiert.
Diese Menschengruppe zeichnet sich wie folgt aus: Sie haben alles, sie können
alles, sie wissen alles, alles läuft nach ihrer Nase und wehe nicht,
heben ihre berufliche Karriere besonders gern hervor, und waren schon an allen
Top-Tauchspots der Welt, alle anderen sind geistige Zwerge und die Armut
anderer kotzt sie an.
Sie fliegen hauptsächlich aus einem Grund in den Urlaub, um in einer
konsequenten Konstanz zu nörgeln…
Für mich persönlich unbegreiflich, wie man sich den Urlaub selbst
vermiesen kann, aber diese Leute gibt's nun mal und das hinzunehmen fiel mir
ausserordentlich schwer.
Es gab Urlauber, mit denen stehe ich heute noch in Kontakt. Es gab Gäste,
bei denen ich richtig traurig war, wenn ihr Urlaub beendet war. Dann wiederum
Gäste die in keiner Weise auffielen, Gäste für die der Urlaubsort
eher nichts war, sich den Urlaub aber nicht vermiesen wollten ... und der
AT!
Auf Bootstauchgängen wurde ich von bösen Phantasien geplagt, AT's
einfach von Bord schubsen, ihnen aus versehen eine PTG über den Schädel
ziehen, irgendwas- Hauptsache Mundtot! Böse, böse!
Da der Tourismus auf der Insel wirklich noch in den Kinderschuhen steckt,
und es keinerlei Animation gibt, betreut die Basis als freiwillige Leistung,
die Gäste auch am Abend. Wir führten die Gäste in einige Restaurants
oder Pubs, veranstalteten Grill-Events etc. …dann ist es natürlich hart
auch in seiner Freizeit einen AT um sich zu haben… an solchen Abenden hab'
ich mir die Typen sympathisch getrunken, das führt allerdings unweigerlich
zum Alkoholismus.
Nach fast fünf Monaten habe ich eingesehen, nicht objektiv genug zu sein, mit
Menschen nicht wirklich gut umgehen zu können... und in Punkto Oberflächlichkeit
völlig talentfrei bin. Schließlich landete ich am 31.07. in meinem
alten Leben.
Ich hatte mein erträumtes Abenteuer und lebte für 5 Monate den
Traum, auf einer Basis zu arbeiten und zu leben. Es war fantastisch, einmalig,
die Zeit möchte ich unter keinen Umständen missen.
Jeder der diesen Traum verfolgt und die Möglichkeit hat, sollte es
tun!!
Ich habe eine Menge gelernt, nicht nur alleine beim Tauchen.
Was ich beim Tauchen lernte
Verbände, völlig uninteressant, es gibt NUR gute und schlechte TAUCHER
Geloggte Tauchgänge sind nichtssagend, man sieht Pferde kotzen. Angebliche
Profis jenseits der 500 TG, die bei einer verlorenen Maske ausrasten, Anfänger
die sich verhalten, als hätten sie nie etwas anderes gemacht
Brevetierung, ich muss lachen…sorry… noch viel uninteressanter
Tauchen, wenn ich mich je für eine gute Taucherin hielt, nö, das
war ich nicht.
Die Divemaster Ausbildung war Klasse und die hab ich auch gebraucht und
zwar genau dort und genau so. All meine Ausbildungsstufen machte ich in verschiedenen
Basen in Deutschland. Ich denke, ich kann ein wenig beurteilen, was gut ist
und was nicht.
Ich lernte mit einem launischen Atlantik umzugehen, ich sah meine ersten
Haie, meinen ersten Manta uvm. Nach ca. 400 Tauchgängen um Boa Vista
bin ich des Tauchens immer noch nicht müde, im Gegenteil.
Allerdings verspreche ich allen ehemaligen Gästen nie wieder Guide
zu werden, oder sogar Tauchlehrerin. Für mich bleibt es ein wunderbares
Hobby, getaucht wird nur noch aus Spaß.
Den Satz meines Tauchlehrers in Deutschland mochte ich damals nicht hören,
es ist etwas anderes, wenn Du jeden Tag tauchen musst und immer freundlich
sein musst… Er hatte ja so Recht!
Der Job ist, so glaube ich nur etwas für wahre Überzeugungstäter,
Idealisten mit einem gesunden Maß an Oberflächlichkeit oder der
Fähigkeit diese "zu spielen" und einer gepachteten Freundlichkeit.
Was man sonst so lernt?
Leben! Wir sollten von der dritten Welt lernen, und nicht nur die von uns.
Vom beispiellosen Umgang miteinander könnten wir eine Menge lernen
und sollten uns ein Scheibchen abschneiden. Den respektvollen Umgang hab
ich so beneidet.
Es ist egal, woher Du kommst und was Du bist, wichtig ist nur das Du ein
guter Kumpel bist und gerne feierst, egal warum, es gibt immer was zu feiern.
Das Leben ist einfach lebenswert und schön.
„Back to the roots…“ ein unvergesslicher Abenteuertrip!
Pickup fahren, mit dem Quad durch die Wüste, Tauchen bis der Arzt
kommt, Grouge-Exzesse, Flaschen schleppen, improvisieren, ewiges Schrauben,
Flaschen füllen und die Technik warten, mit Einheimischen feiern…all
diese Dinge füllten täglich mein Leben und ich fand’s Klasse. Nur
ATs beschwichtigen das ist leider mein Ding nicht, das ist was für wahre
Profis.
Anmerkung
Ich habe versucht so gut wie möglich einen objektiven Guidebericht
zu verfassen, er soll lediglich meine Erfahrung wiedergeben. Ich habe namentliche
Erwähnungen sowie den Basisnamen bewusst ausgelassen um eben KEINE Werbung
zu machen.
Sicherlich ist der Urlaubs/Tauchspot Kap Verden nicht jedermanns Sache,
ganz besonders wenn man auf den bisher gelebten Luxus nicht verzichten kann.
Dort gibt es keine Heaven No One, niemanden der einem den Zucker in den
A… bläst…Dort wird Tauchen noch so praktiziert wie ich es gelernt habe,
jeder schleppt weitestgehend bis auf Flaschen sein eigenes Gerödel, jeder
baut es selbst zusammen und wieder ab, natürlich gibt es Hilfestellungen.
Jeder ausgebildete Taucher ist grundsätzlich für seinen Tauchgang
selbst verantwortlich.
Für mich persönlich genau das richtige, würde aber davon
absehen hier Empfehlungen zu geben. Wie ich ja gelernt habe bzw. lernen musste,
sind die Menschen extrem verschieden in ihren Urlaubsvorstellungen!
© 2005 - Vanessa Tautz - bearbeitet durch Redaktion Taucher.Net
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01.12.2008 16:43 Taucher Online : 193 Heute 11494, ges. 30280654 Besucher
 
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