Am 14.Januar 1993 gegen 05.00 Uhr sank das ca.
140m lange Fährschiff "Jan Heweliusz" während
des Orkans Vernena (Windstärke 12) ca. 20 Seemeilen nordöstlich
von Rügen in der noch zu Deutschland gehörenden Wirtschaftszone. Hierbei
kamen 55 Passagiere und Besatzungsmitglieder ums Leben - zumeist polnische
Seeleute und schwedische Brummifahrer. Mit Schuld soll auch noch ein mangelhaft
funktionierendes Ballastsystem und eine angeblich ungenügend gesicherte
Heckklappe gewesen sein.
Heckklappen sind seitdem ins Gerede gekommen,versank
doch kurze Zeit später im Jahre 1994 die Estonia unter mysteriösen
Umständen bei denen ebenfalls eine defekte Heckklappe eine Rolle gespielt
haben soll.
Erst kurze Zeit vor dem Unglück soll die 3000
BRT-Fähre unsanften Kontakt mit dem Hafenkai der schwedischen Hafenstadt
Ystadt gemacht haben.Die dabei entstandenen Schäden sollen nur unzureichend
repariert worden sein.Die Roll-on/Roll-off - Fähre Jan Heweliusz mit
jeweils einem Bug- und einem Hecktor hatte bereits einige Havarien hinter
sich.
1977 umarmte die Jan Heweliusz schon auf ihrer Jungfernreise
nicht eben zärtlich den Kai von Bornholm.Beladungsfehler führten
1978 in Ystadt zu einer Krängung von 45° und 1982 war wieder in
Ystadt das Ballast- und Pumpsystem am aussetzen. 1983 führte
eine erneute Krängung wegen einem Versagen der Ladungsbefestigung zu
einer gefährlichen Krängung des Schiffs. Schließlich ramponierte
die Jan Heweliusz 1987 noch einen schwedischen Zollkutter der ihr zu nahe
kam. Nachdem nun die Jan Heweliusz versunken war, herrschte zunächst
Uneinigkeit zwischen den beteiligten Regierungen,ob das Wrack gehoben werden
sollte,oder nicht.Lediglich die Schweden waren für eine Bergung der
Opfer.Um aber die Totenruhe nicht zu stören, wurde sich dann darauf
geeinigt, keine Bergung durchzuführen.Eine Bergung wäre nach
damaligen Schätzungen über 50 Millionen Mark teuer gewesen.
Die Untergangsstelle sollte zunächst so gesichert
werden,daß Taucher nicht mehr in das Wrack eindringen können.Man
befürchtete daß irgendwelche Gase ausströmen und die Taucher
gefährden könnten.Außerdem sollten in den LKW`s versteckte
Asylanten ertrunken sein.Dies wurde durch polnische Taucher aber verneint.
Hinzu kam,daß der Eigentümer-die polnische
Reederei ihre Rechte am Wrack aufgab.
So kommt es,daß man es heute betauchen kann.Über dem Wrack befindet sich eine
Wracktonne,so daß man den Tauchplatz relativ leicht finden kann. Meist wird nun in deren Nähe ein
per Bojenseil ein Grundgewicht zum Wrack heruntergelassen. Hüpft man also nun ins Wasser kann
man das Bojenseil als Referenz für den Abstieg hernehmen. Möchte man sich diesen Teil des
Tauchgangs per Video ansehen,so kann man dieshiermachen. Man benötigt dazu jedoch den
Realplayer. Den könnt ihr bei hier
in der Form des RealPlayer 8 Basic downloaden.
Am unteren Ende des Bojenseils trifft man auf einen nahezu intakten Rumpf -der auf seiner
Backbordseite liegt.
Nur die abgetrennte Heckklappe
liegt in ca. 100m Entfernung vom Wrack weg auf dem festen Sandgrund.
Die Oberkante des Schiffsrumpfes trifft man ab 10m
an. Die Maximaltiefe am Wrack beträgt ca. 26m.Als Besonderheit kann
man auch in das Wrack hineintauchen.
Dabei sollte man aber in solchen Sachen
Erfahrung und eine entsprechende Ausbildung haben.Ist dies der Fall erschließen
sich einem das Fahrzeugdeck
, die Brücke
und der Maschinenraum
mit Motor
(Vorsicht herunterhängende Wrackteile aller Art und verrutschte,instabile
Fracht) der Jan Heweliusz, sowie der LKW "Erwin"
auf dem Oberdeck,das Ruder und die Schraube.
Außen ist der Schiffsrumpf
schon dicht mit Miesmuscheln bewachsen - außer dort wo das Unterwasserschiff
mit Schutzanstrich versehen war.Hier ist der Bewuchs noch vergleichsweise
spärlich.Richtung Bug trifft man auf die großen Bugstrahlruder. Während
des Tauchgangs bemerkt man an einigen Stellen,daß hier wohl schon
die Schrottis unterwegs waren und sich ihren Teil aus dem Rumpf gesäbelt
haben: Hie und Da sind Öffnungen am Rumpf die auf entsprechende Arbeiten
schließen lassen. Dies trägt nicht zur insgesamten Stabilität
des Schiffes bei,so daß eine verstärkte Einsturzgefahr in Betracht
gezogen werden muß,speziell auch am Oberdeck.
Mit in den Tauchgang
und seine Luftverbrauchsrechnung sollte man inklsive Aufstieg
einkalkulieren,daß am Wrack fast immer Strömung herrscht.
Die Videos wurden uns freundlicherweise von dem
Urheberrechtsinhaber Herrn Jan Else zur Verfügung gestellt.Im Internet
wurden sie großzügigerweise für die Internetgemeinschaft
zugänglich gemacht von Herrn Matthes Uhlmann ( bietet auch Ausfahrten
zum Wrack an) auf seiner Seite www.tauchsportservice.de
.
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