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Fernstein- und Samarangersee
von Harald Mathä
Am Fernpass in Tirol befinden sich zwei kleine Seen, die unbestritten zu
den besten Süßwassertauchplätzen Europas zählen. Wir
nutzten ein herrliches Wochenende im Oktober, um hier wieder einmal in kristallklarem
Wasser zu tauchen und um es uns auch rundum so richtig gut gehen zu lassen.
Richtig! Dies ist nicht das erste Mal, dass wir über diese Seen berichten.
Treue Stammleser (seid bedankt!) des "Taucher.Net Onlinemagazin" werden sich
erinnern, bereits drei Artikel darüber zu kennen.
Schloss Fernsteinsee
Gehen uns die Ideen oder die Tauchziele aus, über die wir schreiben
könnten?
Mitnichten! Aber Fernstein- und Samarangersee bieten dem Besucher sowohl
Unter- als auch Überwasser ganz einfach unvergessliche Eindrücke - und so bleibt es bei vielen Besuchern die hierher kommen, nicht bei einem
Besuch, sondern sie werden zu "Wiederholungstätern", respektive Stammgästen.
Anreise
Aus Österreich und der Schweiz über die A12, die Inntalautobahn,
bis Telfs oder Mötz und über Nassereith Richtung Fernpass. Die Seen
und das Schlosshotel Fernsteinsee befinden sich kurz unterhalb der Passhöhe.
Aus Deutschland via Reutte oder Garmisch-Partenkirchen und über den
Fernpass.
Mehr wissen auch Autoatlas, Routenplaner der Wahl oder das SatNav im Auto!
Gruppenbild mit Dame ;-))
Der Fernsteinsee
Generell sollte man den ersten Tauchgang im Fernsteinsee machen. Zur Einstimmung
begeistern Sichtweiten bis 20 Meter und bereiten optimal auf den Samarangersee
vor. Die Fauna ist gut entwickelt. Vor allem die riesigen und gar nicht scheuen
Forellen geben ein gutes Fotomotiv ab.
Drei Einstiege sind ausgeschildert:
Einstieg 1 führt von einem Seichtbereich direkt unterhalb der Brücke
Richtung Insel. Dort befindet sich in einer Bucht die Madonnenstatue.
Die Madonnenstatue im Fernsteinsee
Einstieg 2 befindet sich bei der Liegewiese.
Einstieg 3 etwas dahinter. Hier finden sich besonders viele und wenig scheue
Forellen. Links kommt man nach wenigen Minuten zu einem riesigen Felsmonolithen.
Im hinteren Seebereich befindet sich der seichte Quellbereich des Sees.
Hier sollen besonders gute Sichtweiten herrschen. Generell ist der sehr romantische
Spaziergang rund um den Fernsteinsee sehr zu empfehlen (im Oktober 2005 wegen
Bauarbeiten nur zu 3/4 begehbar!)
Impressionen vom hinteren Teil des Fernsteinsees
Auf der Insel befindet sich die Ruine der Sigmundsburg. Leider war der Zugang diesmal - ich hätte endlich für eine Besichtigung Zeit gehabt - gesperrt :-((
Der Samarangersee
Der absolute Juwel ist aber der Samarangersee - wenige Autominuten vom Hotel entfernt. Sichtweiten von 40 Metern und mehr sind hier
keine Seltenheit. Um diesen Juwel zu schonen, sollen sich nicht mehr als 8
Taucher zur gleichen Zeit im See befinden. Aus eben diesem Grunde befindet
sich an der Hotelrezeption ein Zeitplan, in den man sich vor dem Tauchgang einträgt.
Das berühmte Kreuz im Samarangersee
Neben dem Baumstammlabyrinth befindet sich auch das berühmte Gedenkkreuz
im See. Es ist das wahrscheinlich meistfotografierte Kreuz im europäischen Süßwasser.
Hier begeistern auch wieder die bizarren, mit Algen bewachsenen Baumstämme,
die an ein sagenhaftes Mikadospiel von vielleicht einst hier lebenden Riesen erinnern.
Die Mikadostäbchen der Riesen und Taucher
Die Fauna beschränkt sich hier im kalten und extrem nährstoffarmen
Quellwasser auf wenige "Schwarzreuter", Kümmerformen von Forellen. Auch
die Flora ist bis auf Algen wenig entwickelt. Aber eben diese Nähstoffarmut
ist der Grund für die sensationellen Sichtweiten!
Whow!
Der Samarangersee besitzt weder einen sichtbaren Zu- noch Abfluss.
Er wird von unterirdischen Quellen aus dem Kalkgebirge gespeist und auch
entwässert.
Der holprige Weg vom Hotel zum Samarangersee entspricht übrigens etwa
der historischen "Via
Claudia Augusta" auf der schon vor 2000 Jahren die Römer (ein einst
stolzes und mächtiges Volk, dass wie die Pharaonischen Ägypter aber
ausgestorben ist) über Reschenpass und Fernpass Soldaten und Güter
nach Augsburg (und vice versa) beförderten.
Das Schlosshotel Fernsteinsee
Wird beim Tauchen hier der Geist verwöhnt, so verlangt der Köper
halt ebenso sein Recht. Und das bekommt er im Hotel sogar serviert! Küche
und Keller sind hier vom Feinsten! Ein Fünfgängiges Menü ist
bereits im Hotelpreis inkludiert.
Blick ins Restaurant
Wie gewohnt, auch diesmal die abgetippte Menükarte vom Samstag:
Bunte Salate vom Buffet
***
Lauchcremesuppe
***
Gebratene Riesengarnele
auf Chinagemüse süß-sauer
***
Geschmorte Lammkeule
in Knoblauch-Thymiansauce
mit Speckrahmwirsing
und cremiger Maispolenta
oder
Gebackenes Seelachsfilet
mit Sauce Tartar
und Kartoffelsalat
oder
Putenfiletspitzen
in Champignonsauce
mit Gemüse und Bandnudeln
oder
Gebackenes Gemüseschnitzel
mit Kräutersauce und Kartoffeln
***
Powidltascherl
mit Butterbröseln
oder
Eisbecher Birne Helene
***
Käse vom Buffet
Dazu genossen wir einen feinen Weissburgunder aus der Steiermark!
Ach ja! Dass die roten Garnelen am Buffet keine Plastikdekoration sind,
hab wohl nicht nur ich erst am zweiten Tag durchschaut (Besonderer Dank geht
dafür an unseren Spezialisten für essbare Dinge jeglicher Art, Armin
S. aus M. ;-))
Die Zimmer im Hotel sind elegant eingerichtet und mit einem modernen Bad
und WC ausgestattet. Die Fenster der Zimmer in Richtung der sehr stark befahrenen
Fernpassbundesstrasse wurden modernisiert, lassen kein Geräusch mehr
durch und ermöglichen so einen erholsamen und ungestörten Schlaf.
Besonders prunkvoll sind übrigens die Zimmer/Appartements im Schloss!
Waldeinsamkeit und Ruhe pur findet man in der zum Hotel gehörigen Villa
Lorea - wenige hundert Meter bachabwärts (dort logierten wir am TNT X - 10. Taucher.Net Treffen 2004)
Das Hotel ist im Winter (von etwa November bis April) geschlossen!
Mehr Infos auf der Homepage des Schlosshotels.
Infrastruktur ums Tauchen:
Bei allen Einstiegen gibt es Parkplätze, Umkleidehütten, die vor
Wind und Wetter schützen, sowie bequeme und ökologisch verträgliche,
geschotterte Einstiegsstellen.
Einstieg Samarangersee
Ein geräumiger und moderner Trockenraum befindet sich im Häuschen
beim Hotelparkplatz. Der Zutritt wird mittels Chipkarte kontrolliert, die
man, ebenso wie die Tauchgenehmigung, beim Check-In an der Rezeption erhält.
Darin befinden sich auch die beiden Kompressoren, bei denen zwei Dinge zu
beachten sind:
1) Die Kompressoren werden mittels Jetons bezahlt, die man sich klugerweise
VORHER an der Rezeption kaufen sollte. Ein Jeton kostet 5,50 Euro und man
füllt damit etwa eine 12er Flasche voll.
2) Der größere der Kompressoren läuft während der Mittagsruhe
NICHT! Der kleine, leise Kompressor läuft zwar auch über Mittag,
ist aber bedeutend langsamer. Dies kann bei einem größerem Ansturm
von "Füllwilligen" zu längeren Staus führen, was bei manchen
offenbar die Nerven blank legt, wenn der vorgebuchte Tauchtermin im Samarangersee
in der Reihe der Wartenden verstreicht. Etwas Vorplanung (oder notfalls "teilen"
mittels Überströmschlauch!) ist also sinnvoll, um sich eine solche
Misere zu ersparen.
Tauchen im Fernstein- und Samarangersee ist ausschließlich Logiergästen
im Schlosshotel Fernsteinsee vorbehalten. Die Taucher sollten eine gute Taucherfahrung
und entsprechende Sicherheit im Tarieren besitzen.
Die beiden (Berg)Seen (970 m) sind ganzjährig kalt bzw. saukalt.
Ein Trocki oder wenigstens ein guter Halbtrocki sind daher sehr empfehlenswert!
Nützliche Links:
Tauchplatzdatenbank Fernstein- und Samarangersee
Hotel Fernsteinsee
T.Net-
Datenbank Hotel Fernsteinsee
Sichtweiten Fernstein- und Samarangersee
Tauchfotos Fernstein- und Samarangersee
Tauchreiseführer Österreich
© 2005 by Harald Mathä
© Bilder 2005 by Uli Mösslang und Harald Mathä
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01.12.2008 17:15 Taucher Online : 180 Heute 12207, ges. 30281367 Besucher
 
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