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Der Attersee - Verlockung und Verruf
(51 TU, 17 Tote)
Der Attersee ist der bei weitem meistbetauchte See
Österreichs. Pro Jahr werden hier ungefähr 100.000 Tauchgänge
gemacht. Etwas über sieben Tauchunfälle pro Jahr machen ein Unfallrisiko
von 0,07 Promille aus. Das Risiko auf einen tödlichen Unfall beträgt
statistisch sogar "nur" etwas über 0,02 Promille.
Nach DAN ist das Risiko auf einen schweren Tauchunfall bei etwa 1:10.000
TG (0,1 Promille) somit liegt das Unfallrisiko hierzulande im europäischen
Schnitt bzw. vielleicht sogar darunter.
Bei aller Statistik und der trügerischen Sicherheit, die diese nun
vermitteln mag: "Der Tod kennt keine Statistik!" (Konstantin Wecker)
Was macht den Attersee so attraktiv für Taucher?
1) Die leichte Zugänglichkeit. Rund um den See führt eine Strasse,
es gibt ausreichend Parkplätze und Einstiege.
2) Es gibt kaum Tauchverbote
3) Die gute taucherische Infrastruktur und Ausbildungsmöglichkeiten
4) Sauberes, klares Wasser
5) Sehr abwechslungsreiche Tauchplätze für alle Niveaus
6) Bis in große Tiefe Licht
7) Die schöne Landschaft und die Betätigungsmöglichkeiten
für Nichttaucher
8) Man kommt sehr schnell sehr tief!
Punkt 6 und 8 sind sicherlich auch die Punkte, die manchen Taucher dazu verleiteten,
viel tiefer zu tauchen, als er sollte.
„Der österreichische Todessee", so titelte einmal eine deutsche
Illustrierte.
"Schon wieder ein deutscher Taucher tödlich im Attersee verunglückt",
das las man schon öfters in österreichischen Tageszeitungen.
Kommen die deutschen Taucher wirklich an den Attersee um zu sterben?
Quatsch! Die Statistik zeigt, dass die Unfall- bzw. Todesrate von
Einheimischen und deutschen Tauchern praktisch gleich ist.
alle Angaben in %
Unfallträchtigster Platz im Attersee - "Die schwarze Brücke/Wand":
Nördlich von Seefeld befindet sich eine schöne Steilwand, die
von der Wasseroberfläche bis auf über 50 Meter und dann in den dreistelligen
Tiefenbereich abfällt.
Gedenkkeuze an hier tödlich verunglückte Taucher
Warum passieren hier verhältnismässig viele (tödliche) Unfälle?
Die Wand ist nach einer kleinen Kraxlerei zum See leicht zu erreichen. Die Kombination aus meist guter Sicht und die Möglichkeit, an der senkrecht abfallenden Wand rasch an Tiefe zu gewinnen verleitet hier so manchen tiefer zu Tauchen als es der Erfahrung bzw. dem Ausbildungsstand entspräche.
Wie wir im Kapitel zwei und sechs lesen konnten ist eben diese Kombination aus Leichtsinn und mangelnder (Tiefen) -erfahrung dann eben oft die (Haupt)Ursache für einen Tauchunfall.
Der zur Verfügung stehende Parkraum ist hier sehr gering. Stünden
mehr Parkplätze zur Verfügung, würde wohl auch proportional
mehr passieren...
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24.07.2008 10:10 Taucher Online : 163 Heute 4163, ges. 27727559 Besucher
 
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