outdoor channel

Du bist hier: Onlinemagazin 61. Ausgabe Chalkidiki: Legenden auf den Zahn gefühlt Sithonia Tauchreiseführer Chalkidiki





 Geschrieben von Volker Grundmann

Sithonia – mit Legenden auf Augenhöhe...

Die Südfront

Nachdem wir uns eingangs lange genug mit der Theorie der Legenden beschäftigt haben, wollen wir nun zum Punkt kommen. Praktisch alle jene Tauchlegenden der besseren alten Zeit Chalkidikis beziehen sich auf Sithonia. Auf die entsprechenden Tauchplätze wurde im Laufe der Zeit bereits in etlichen Artikeln anderer Medien Bezug genommen. Die Beschreibungen klingen dort meist gar nicht so richtig legendenhaft, eher merkwürdig spannungslos, ja, verdächtig allgemein. Bilder fehlen meist sowieso. Das ist auch kein Wunder, denn die meisten der Autoren besaßen wohl nicht das Privileg, die Legenden zu sehen, sie berichteten eher vom Hörensagen. Und dies hat eben jene typische Gründe, die Legenden machen: Die Plätze liegen ganz vorn vor der südlichen Spitzenfront Sithonias. Dass Wind- und Strömungsverhältnisse dort oft delikat sind, ist schon der erste Grund, warum sich Basen genau überlegen, ob und wann sie dort hin fahren.

Sithonia - Tauchführer Chalkidiki  Sithonia - Tauchführer Chalkidiki 
Sithonias auf etwa 6 km breitgedrückte Südspitze
bietet vom Boot aus etwa solche Anblicke


Und dann sind die Plätze selbst taucherisch so anspruchsvoll, dass der Basenchef vielleicht noch im letzten Moment das Ziel ändert, wenn er sich die Leute nochmal anguckt, die da auf der Schlauchbootwulst hocken. Wer sie jedoch am Ende zu sehen bekommt, der wird hinterher seine liebe Mühe haben, den Thrill zu verarbeiten, den diese Plätze hinterlassen, ja, das Erlebnis überhaupt in Worte zu fassen. Zumindest die drei bedeutendsten der Unterwasserriffe da vorn sind Bilderbuchriffe von jener verwunschenen Qualität, wie sie der Fantasie eines Jules Verne entsprungen sein könnten. Sie anzugehen ist, obwohl keines von ihnen weiter als 200 m vom Ufer entfernt liegt, auch fast ein Abenteuer Jules-Verne’scher Prägung.

Wenn denn also Strömung, Welle und Dünung einigermaßen mitspielen, dann ist das fast noch am leichtesten zu erlangende Legenden-Erlebnis der „Tower“. Wir ankerten höchstens 50 m vom Riff unterhalb des hoch aufragenden Steilufers und arbeiten uns über zwei als sichere Marken geltenden Blöcke in die Tiefe. Es folgt die Ungewissheit eines nur ein kurzen Tiefenabfalls, dann taucht bereits der markante Riffkopf bei etwa 15 m aus dem Blau. Zeit zum Verweilen gönnen wir uns nicht, wenngleich schon die Form des Kopfes dessen wert wäre: Sicher kann man sie auch als Turm interpretieren, mir aber schien, sie ähnelt der wuchtigen, verschränkten Klauenhand eines unheimlichen Maschinenmonsters, die im Begriff ist, zur Oberfläche zu stoßen. Aber wir brauchen jede Minute, denn es folgt ein rasanter Flug nach unten an der äußeren Steilflanke des Turms entlang, bis auf fast fünfzig Meter.

Sithonia Tower - Tauchführer Chalkidiki
Der Riffkopf des „Towers“

Im tiefer Trudeln umrunden wir zunächst eine mächtige, schulterähnliche Auswölbung, deren Vorsprung sicher stellt, dass der darunter folgende, bis mehrere Meter in den Fels vertiefte Bereich dann hinreißend gespenstisch wirkt und sein Betauchen nicht ganz ungefährlich ist. Denn von hier greifen die modernden Fetzenenden verlorengegangener, zerrissener Fischernetze und deren Seile bis weit nach unten, verwehren zum Teil wie gespenstische Gardinen den Blick in die tieferen Bereiche der grottenartigen Höhlungen.

Sithonia - Tauchführer Chalkidiki  Sithonia - Tauchführer Chalkidiki  Sithonia - Tauchführer Chalkidiki 
Blicke auf die Überhangwölbung des „Towers“
bei etwa 35 m


Aber gerade hier, im Bereich ab vierzig Meter, entfaltet der „Tower“ seine Pracht wie die Schatzlade von Simeli-Berg. Dunkel und Halbdunkel der gespenstischen Szenerie bieten beste Voraussetzung für überreiches niederes Leben, die Ansiedlung unterschiedlichster farbiger Schwammwülste in dicken Polstern oder mit filigran-eleganten Auswüchsen. Salpen, Sabellen, Oktopusse – der Blick ist überfordert, all das im Einzelnen zu registrieren. Es verdichtet sich im Schein der Lampe alles zu einer wunderbunten, zugleich irgendwie irre wirkenden Synfonie. Die Lampenfinger huschen von einer Stelle zur anderen, als könnten sie unmöglich entscheiden, wo sich Verharren am meisten lohnt. Ein für Ägäis-Verhältnisse ganz ungewöhnlicher Anblick, diese Bewuchsdichte, diese fast tropische Exuberanz. Ja, dies ist vermutlich die am interessantesten, am dichtesten bewachsene Stellen im taucherisch zugänglichen Bereich der Ägäis überhaupt. Allerdings, die Wand fordert aus mehreren Gründen klar die exzellente Beherrschung des taucherischen Katechismus. Zum einen muss man sich so bewegen, dass man zwar den Dingen möglichst nahe kommt, zum anderen aber muss man vermeiden, dass man direkt an den Netzfetzen blubbert, denn die Blasen lassen von Oben sofort das Sediment wie Schnee rieseln. Und keinesfalls darf man in die Seile oder Netze greifen, denn zum einen würde es ihren Bewuchs beschädigen, zum anderen könnte der gesamte morbide Kram über einem herunter brechen. Exzellente Tarierung versteht sich fast von selbst, sonst sackt man bei über 50 m auf einen Sandhang durch, der sofort weiter steil abwärts läuft. Und Zeit, den Ort zu genießen, die hat man sowieso nicht lange, denn der Computer läuft unbarmherzig.

Sithonia - Tauchführer Chalkidiki  Sithonia - Tauchführer Chalkidiki  Sithonia - Tauchführer Chalkidiki 
Einige weitere Bilder von den in den Höhlungen
des „Towers“ wuchernden „Simeli“-Schätzen
haben wir hier zusammengestellt.


Die zweite der Legendenstellen, „Nemesis“, zu finden, erforderte, was die Position anbelangt, auch keine besondere Mühe. Die Rifflage streckt sich seewärts unterhalb eines charakteristischen, weit vorgeschobenen, irgendwie überdimensioniert quaderhaft wirkenden Uferfelsens, der links und rechts sogar von winzigen Strandabschnitten gerahmt wird. Die hier besonders extrem-unerwarteten Strömungsverhältnisse sind des Riffes Fluch und Segen zugleich. Mit dem Fluch machten wir auch umgehend Bekanntschaft, als fast verblüffendes Phänomen: Die Wellenbewegung an der Oberfläche schien nur schwach bis mäßig von Ost nach West zu laufen, wir sahen einem entspannten Tauchgang entgegen ließen uns vom Boot östlich, vermeintlich günstig zur Strömungsrichtung, zu Wasser. Wieso bloß kamen wir dem Felsen dann schwimmend kaum näher? Beim Abtauchen wurde es offenbar: Kurz unter der Oberfläche beginnend und etwa bis fünfzehn Meter Tiefe reichend, tobte ein Fast-Malstrom als wilder Fluss um die Vorderspitze des Felsens, und zwar in exakt entgegengesetzter Richtung wie die Wellenbewegung an der Oberfläche scheinbar andeutete! Nur schnell durch tauchen, Grund gewinnen. Ab zwanzig Meter beruhigte sich die Wasserbewegung erheblich, wurde zu gleichmäßigem, leicht handhabbaren Umstrom. Wir drangen seewärts vor in ein Reich, das bereits von seiner Morfologie alle Sehnsüchte nach dem Unberührt-Mythischen bediente: In kurzen Abständen zueinander angeordnete Felsenkuppen sprangen treppenartig absteigend und pointiert seewärts gerichtet in die Tiefe, formten eine bizarr-kompakte, wie rätselhaft-drohend wirkende Rifflandschaft, ein Unterwasserarchipel eigenartig geschlossener Prägung. Die kurzen Sprünge der labyrinthisch angeordneten Riffkuppen, jeweils markant geformt, im Wechsel von filigran-spitz zu wuchtig kantig, teils wie künstlich geschliffen, teils grobe Einrisse und Höhlungen aufweisend, zwangen zunächst unseren Blick, dann uns selbst, ihrem Verlauf, ihrem Abstieg, wie von Suggestion getrieben zu folgen. Die Suggestion drohte endgültig zur Hypnose zu werden, als wir etwa die 35 m unterschritten. Enorme, panoramahafte Weitsicht, als ob sich der Blick in das dahinter liegende Tiefenbecken der Ägäis öffne, breitete sich stechend plötzlich vor uns, zugleich empfanden wir einen ungewöhnlich nachdrücklichen Kältesprung. Das Panorama der amphitheatralisch absteigenden Felskuppen schien wie in einem surrealistischen Panoptikum auf uns einzudringen, gewann durch zwielichtige Schummrigkeit geisterhafte Plastizität, täuscht gleichsam spielerisch über die wachsende Tiefe hinweg. Fast ohne davon Notiz zu nehmen, bewegten wir uns in die vierziger Meter. Und hier wandelte sich des Riffes Fluch, die unablässige Umströmung, nun zum einzigartigen Segen: Wir hatten vor uns, was uns selbst am „Tower“ noch gänzlich unglaubhaft erschienen wäre, die wundersamen Gorgonien.

Gorgonien - Tauchführer Chalkidiki
Gorgonien-Saga Teil 1: Das wundersame Gebilde im Nahformat
(Autor: V. Milisavljevic)


Ein Anblick, wie er so nirgendwo anders in der Ägäis, nirgendwo anders in griechischen Gewässern überhaupt, in taucherisch zugänglichem Tiefenbereich erhältlich ist. Erst hier und da, zerbrechlich-handgroß, dann in Gruppenplätzen, zuletzt fleischig-üppig, armhoch wachsend, in dichten, gleichmäßigen Feldern, besiedelten, deckten sie die grauschwarzen Felsoberflächen im Schein der Lampe mit sattem, fast leuchtendem Ocker. Eingestreut in die Gorgonienbeete wieder schöne, massige Körper knallgelber Schwämme, rote Seescheiden und glockenartig-filigrane Salpenkolonien, die Tiere durchsichtig wie zerbrechliches Glas. Dazwischen, aus senkrechten Löchern heraus, wanden sich die ockergepunkteten Dreiviertelkörper von dicken Teppichmuränen wie Klapperschlangen nach oben, zum Teil zwei, drei, aus einem Loch, sich aber zurückziehend, sobald wir nahe kamen. Für die wenigen Minuten, die wir hatten, eine fantastische, unwirkliche Szenerie, eine völlig alternative Welt, ein kompakter Thrill, der unter die Haut ging.

Gorgonien - Sithonia - Tauchführer Chalkidiki  Gorgonien - Sithonia - Tauchführer Chalkidiki  Muränen - Sithonia - Tauchführer Chalkidiki 
Gorgonien-Saga Teil 2:
Ab etwa 35 m wachsen die Tiere in wuchernden Feldern,
sich nach unten noch weiter verdichtend. Große Kleinfischschwärme
bieten Nahrung für riesige Muränen, die schnappsüchtig aus ihren Löchern lugen


Als taucherisch anspruchsvollstes der Legendenriffe an dieser Südfront gilt jedoch das „Große Gorgonienriff“, das in wohl mehr als zweihundert Meter Entfernung vom hohen Steilufer, aus bereits unzugänglicher Tiefe, nochmals bis auf fünfundzwanzig Meter unter die Oberfläche aufstrebt. Die Meinung der Gurus ist, man könne das Riff am sichersten vom Ufer aus in Unterwasserlage anschwimmen. Allerdings, die auch hier in Stärke und Richtung unberechenbaren Strömungen führen dazu, dass das solitäre, für die Entfernung vergleichsweise kleine Ziel selbst von guten Kennern des Platzes gelegentlich verfehlt wird. Dann gilt es, zum noch rechten Zeitpunkt auf Plan B, erfolglose Umkehr, umzuschalten, will man nicht in gefährliche Rückkehrschwierigkeiten geraten.

Gorgonien - Sithonia - Tauchführer Chalkidiki
Gorgonien-Saga Teil 3: Foto: Vladan Milisavljevic.
Dank der Begleitung durch den serbischen Fotografen
konnte des Autors Anflug auf die Wand
des Großen Gorgonien-Riffs für die Ehrengalerie
der Gorgonienritter festgehalten werden.


Entsprechend dem uns verratenen Kochrezept starteten wir dann von einer sich ganz genau markierenden Stelle der Uferwand, und, wie wir erlebten, ist schon das scheinbar endlose Anpirschen unter Wasser irgendwie ein Erlebnis der dritten Art. Das gleichgültige, am Ende fast grausam erscheinende Blau aus allen Richtungen, die lange Ungewissheit des Erfolgs, das nicht sichtbar Werden von irgendetwas überhaupt. Selbst wenn am Ende alles nach Plan A läuft, bietet dieses Intermezzo schon mal überreichlich Gelegenheit, sich eines ganzen Canons von Gefühlslagen zu entledigen: Von ungeduldiger Spannung bis nervöser Beklemmung, vom Fast-Verzagen und sich schon auf Umkehr Einrichten bis zu einem unvergleichlich triumphalen, einem Sieggefühl, wenn sich dann endlich die hellfarbene, sattelförmige Gestalt des Riffs irgendwann wie ein prachtvolles, aber verwunschenes Pyramidenbauwerk aus der Welteneinsamkeit des unergründlichen Blaus schält. In der kompromisslos aufstrebenden Steilheit seiner Flanken, die elegant geschwungenen Doppelspitzen auch hier mit Seil- und Netzresten schön drapiert, darüber wogende riesige Schwärme von Mönchsfischen, ein wahrhaft märchenhafter Anblick. Es galt nun, die zwischen den Spitzen bogenartig nach innen gekrümmte, wohl auf über hundert Meter erschreckend senkrecht nach unten schießende seeseitige Wand zu betauchen, denn hier fand sich in loggiaartigen Höhlungen eine enorme Besiedlung mit tierischem Leben, auffällig vom ersten Moment an der gleichmäßige Besatz mit Langusten hier. Vor allem aber wieder ab vierzig Meter, üppige Gorgonienfelder. Hier konkurrierten die Tiere wohl noch dichter als am „Nemesis“, wogten schwer, aber elegant in der von uns verursachten Wasserbewegung. Jenseits allen Zweifels jedenfalls nach unserer Rückkehr zum Boot: Vladan Milisavljevic und ich werden zu jenen gehören, die die Legenden von den sagenhaften Chalkidiki-Tauchplätzen an den Stammtischen sowieso, aber vermutlich auch noch an unsere Urenkel weitergeben.

Die extreme Sonderheit der hiesigen Gorgonienplätze – es gibt außer den beiden beschriebenen noch wenige weitere in der Nähe – ist eben, dass sie sich zur Zeit nur an wenigen weit in die See vorgeschobenen, ständig strömungsexponierten Stellen ab etwa fünfundreißig Meter Tiefe entwickeln. Unmittelbar am Steilufer jedenfalls scheinen keine ausreichenden Wachstumsbedingungen gegeben, man triff dort nur ganz selten vereinzelte dieser Korallentiere.

Kelyfos

Ein anderer Platz indes macht uns in seiner Einordnung unschlüssig. Kelyfos – Legendenplatz oder nicht? Wir wollen keine Inflation des Einzigartigen herbei reden und rechnen die schildkötenförmige, einsam-solitär mitten aus der großen Tiefe des Golfs von Kassandra erwachsende Insel nicht darunter.

Sithonia - Kelyfos - Tauchführer Chalkidiki  Sithonia - Kelyfos - Tauchführer Chalkidiki 
Die Insel Kelyfos, von Sithonia aus gesehen
und während der Pause vor dem zweiten Tauchgang


Sie bietet, wie bereits Michael Kutz in seinem Interview zum Ausdruck brachte, hervorragende, aber am Ende wohl eher konventionelle Tauchplätze. Interessant zunächst die an der Nordseite wie große Höcker aus dem steilen Hang ragenden Felseninseln, etwa bei 30 m. Seeseitig bilden sie dann kleine, aber gut durchlöcherte und bewohnt Wandstücke. Aufregender und anspruchsvoller jedoch sind tief fallende Wände im Südostbereich, sowie die Wand der nach Westen gerichteten Spitze etwa ab 35 m. Charakteristisch-gleichmäßig ausgeprägter Bewuchs, vor allem kopfgroße, tupferhaft an die gerade geschnittenen Wände gepinnte Köpfe gelber Schwämme sind entzückend anzusehen, prägen den Eindruck des ästhetisch ungewöhnlich Reizvollen. Und, eine interessante Entwicklung fiel uns auf: An einigen wenigen Plätzen im tiefen Bereich beginnen, sehr zaghaft noch, klein und schütter, dennoch schon unübersehbar, auch hier neuerdings Gorgonien zu wachsen. Es geht also auch hier um tiefes Tauchen, wenn man ein bisschen was sehen will, der Anspruch ans Können ist jedoch nicht ganz so hoch wie an Sithonias Spitzenfront, vor allem, weil man sich relativ dicht am Ufer der Insel hält und die besten Tauchplätze an der von Welle und Strömung oft weniger tangierten Nordseite liegen.

Sithonia - Kelyfos - Tauchführer Chalkidiki  Sithonia - Kelyfos - Tauchführer Chalkidiki 
Kelyfos: Kompromisslos nach unten, um dort interessante Entdeckungen zu machen. Dies hier dürfte ein sensationell großes Exemplar, möglicherweise eine besondere Unterart, des Langarm-Springkrebses (Munida rugosa) sein, rechts daneben ein übliches Exemplar in normaler Größe.

Kalamitsi und Sarti

Wer also meint, er habe in kalten deutschen Steinbrüchen, am Atter- oder Bodensee, oft und regelmäßig genug auf solche Tiefen trainiert und sei des Ritterschlags würdig, der kann jetzt zum nachfolgenden Teilkapitel Basen springen und Überlegungen anstellen, wann und wie er mal diese legendären Plätze angehen möchte. Wer nach kritischer Selbstbefragung zum Schluss kommt, ihm fehle womöglich noch etwas an Routine und Erfahrung, der braucht dennoch nicht an Sithonia verzweifeln. Denn der Finger bietet noch genug Konventionelles jenseits der Legendenplätze. Allein im Umfeld der Bucht von Kalamitsi kann er sich auf ein gutes Dutzend packender, aber im Zugang weit weniger komplizierter Stellen, Steilhänge, Wände, Riffberge, einrichten. Wir verzichten auf Einzeldarstellung, es ist jedenfalls für einen Urlaub mehr als genug, was es da zu betauchen gibt. Hervorgehoben sei lediglich, dass hier das zweite Wrack Chalkidikis zu finden ist, ein allerdings schon ziemlich in Auflösung befindlicher Frachter aus dem Balkankrieg, auf bis zu 20 m in geschützter Lage wieder ein freundliches Tauchziel für jedermann.

Wrack von Kalamitsi - Tauchführer Chalkidiki  Wrack von Kalamitsi - Tauchführer Chalkidiki  Wrack von Kalamitsi - Tauchführer Chalkidiki 
Das Wrack von Kalamitsi

Taucheindruck der besseren Art gewinnt man dann erst wieder weiter nördlich im Bereich Sarti – Armenistis, also etwa in der Mitte der Ostküste Sithonias. Das Nordkap von Sarti, „Keratos“ genannt, läuft unter Wasser in eine weitläufige, deutlich regional gegliederte Landschaft schrittweise tiefer fallender, übersichtlicher Unterwasserberge aus. Während sich der größte Teil des Raumes auf Tiefen zwischen 15 und 30 m erstreckt, fallen die südlichen Endbereiche dann über steile Stücke hinab zunächst in Sandgrund, dann in den Tiefenbereich zwischen den Fingern. Auf wenn auch begrenztem Raum bietet sich also deutlich das Potential für mehrere Tauchgänge in Zonen unterschiedlichen Charakters und taucherischen Anspruchs. Reizvoll insbesondere der Wechsel des Eindrucks beim tiefer Tauchen. Der Aufmerksamkeit des Tauchers bietet sich zunächst, großräumig-übersichtlich, gar ein wenig monumental wirkend, das Gesamtpanorama der Unterwasserberge als Erlebnis dar. Das Areal hat sogar entfernt Ähnlichkeit mit der Terraingestaltung bei „Nemesis“. Erreicht man die größten, äußeren, der Berge, gilt es, umzuschalten auf „Ausschnitt“. Denn deren steilen Außenseiten bieten Anblicke bizarrer Gestaltung, exotischer Zerrissenheit und Überladung mit drapierenden Einzelheiten.

Keratos - Sithonias - Tauchführer Chalkidiki  Keratos - Sithonias - Tauchführer Chalkidiki
Keratos - Sithonias - Tauchführer Chalkidiki  Keratos - Sithonias - Tauchführer Chalkidiki
„Keratos“: Bizarr-exotische Wandanblicke–
und eine Menge wackelnder Antennen


An ihrer Basis bei meist etwa 30 m sind sie tief von Höhlungen durchzogen und zahlreich „bewohnt“. Hervorzuheben der Reichtum an Langusten, manchmal sitzen sie Loch an Loch. Tiefe Horizontalklüfte in den Auslaufbereichen lassen sich als Canyons betauchen, während über den Wölbungen wieder Reste hängengebliebener Netze, hier merkwürdigerweise oft dick zusammengedreht, liegen und den Eindruck eines Zopfschmucks vermitteln. Etwas weiter oben, wo sich der Berg der Sonne entgegen wölbt, ist die Gegend reich an Schnecken verschiedenster Art. Insgesamt ein Areal für solide, erfüllende Entdeckungstauchgänge und bleibende visuelle Eindrücke.

Hier noch ein kleines Schnecken-Potpourri, von dem einige Zutaten von „Keratos“ stammen.

Etwas abgeschwächt gilt dies auch für die Strandlage am Zeltplatz Armenistis. Das am Nordende der Bucht sichtbare Überwasserriff fällt nördlich als gut gegliederte Steilhanglage sofort tief. Südlich geht es nach kurzer Wiesenunterbrechung bei 20 m in einen klobig-rauhen Ausläuferkamm über, dem in kurzer Entfernung unter anderem ein hoher, runder Berg mit etwa acht Meter langem Unterwassertunnel folgt, durch den ein Taucher gerade durch passt.

Armenistis - Sithonias - Tauchführer Chalkidiki  Armenistis - Sithonias - Tauchführer Chalkidiki
Armenistis: Blick auf die Buchtlage,
links das Überwasserriff, im Hintergrund wieder der Athos,
Tunneldurchquerung gehört zum Programm


Im Bereich zwischen Platanitsi und Armenistis befindet sich noch ein Gebiet anderen landschaftlichen Charakters, hier wird der Eindruck auf 25-30 m zunächst von übersichtlich und regelmäßig verstreuten Felsaufwürfen geprägt, zum Teil wie Nashornbuckel aus der Posidonia ragend. Diese Felsplätze bieten mit einer spezifischen Zerküftung in Tiefrissen und Lochhöhlen idealen Lebensraum für Zackenbarsche. Prächtige, mittelgroße Exemplare der scheuen Tiere sind folglich aus etlicher Entfernung darüber harrend und kreisend gut zu beobachten, bis sie dann, bei weiterer Annäherung des Tauchers, wie auf Verabredung alle gleichzeitig in aufgeregte Schlängelbewegung verfallen und in den Spalten verschwinden. Wenn man Glück hat, erkennt man am aufgewirbelten Sediment, wo sie rein sind und kann mit der Lampe Teile der großen Körper ausmachen, bevor sie sich ganz nach drinnen zurückziehen.

Porto Carras, Kalogria und andere Plätze

Die veränderte tauchrechtliche Lage legt besonders Individualtauchern künftig nahe, noch verschiedene andere Stellen Sithonias zu erkunden, zum Beispiel Plätze nördlich von Armenistis oder im nordwestlichen Bereich des Fingers. Weiterhin von Gültigkeit werden jedoch auch hier zwei Plätze sein, die sich auch bisher bestens bewährt haben. So findet man an der Westseite Sithonias, unmittelbar südlich vom Hotel Porto Carras und nur über das Hotelgelände zu erreichen, noch ein aus drei Buchten bestehendes Areal, an dessen Vorderkaps sich einige Tauchgänge lohnen. Allerdings ist der Zugang von Land für Autos gesperrt, man sollte bei der dortigen Tauchbasis ein Boot mieten. Nach der neuen Rechtsregelung dürfte sich allerdings nun der Zugang von Süden her eröffen, eine echte Herausforderung für Explorer.
Und letztlich gab es schon bisher an der Nordwestseite beim Kilometer 43,5 der Umfahrungsstraße noch einen hübschen, feinsandigen Badestrand namens Kalogria, mit einer kleinen Insel davor. Deren Südwestflanke fällt bald als ausgeprägtes Wandstück auf dreißig Meter hinunter und bildet oberhalb des Sandansatzes wieder einen starken Höhlungsbereich. Zumindest ein Tauchgang lohnt sich hier für Individualtaucher allemal.

Kalogria - Sithonias - Tauchführer Chalkidiki  Kalogria - Sithonias - Tauchführer Chalkidiki
Kalogria: Seeseitig von dem winzigen Inselchen abtauchen,
bei 30 m sieht es dann so aus

...beim Basenangebot barmherzig die Augen zu.

Basenbeschreibung, dies ist im Moment wohl das schwierigste Kapitel des Tauchens auf Sithonia. Vornehm gesagt: Das Angebot der Basen war 2005 der herausragenden Bedeutung der Spitzenplätze nicht adäquat. Und rund heraus gesprochen: Wir bekamen von den derzeit drei existierenden Basen in vier Wochen keinen einzigen Basentauchgang dorthin angeboten. Also unterm Strich: Das reicht nur für die Bildung von Negativ-Legenden über das Basenwesen, und der Usus der alten Chalkidiki-Explorer, Kompressor und Schlauchboot im Anhänger oder im Wohnwagen mitzuführen, er wäre uns auch 2005 dienlich gewesen. Wie wir aber sehen werden, es gibt Auswege, Ausnahmen und vor allem Hoffnung auf Besserung 2006.

„Nireas“ - Porto Carras

Nur die gewaltige Bettenzahl und die örtliche Lage des Hotels als erster Basenplatz auf unserer Sithonia-Rundstrecke veranlassen uns, mit der Basis an der Anlage Porto Carras zu beginnen. Allein, schon über das Hotel Gerechtes zu sagen ist schwierig. Über die beiden bunkerartig in die wunderschöne Waldlandschaft bei Neos Marmaras Landschaft gepflanzten Großbauten spottete „Abenteuer & Reisen“ mal: „Betonkästen wie auf Gran Canaria“. Das Innenleben der Bunker kontrastiert zum Außenanblick allerdings recht edel. Die Anlage wurde jedoch zu lange von wechselnden Eigentümern mit wenig Glück geführt, so was spricht sich rum. Der jetzige, wohl eine deutsche Gesellschaft, müht sich redlich, die Reputation zu polieren, schon mal durch umfassende Modernisierungen der Ausstattung. Allein, dies zählt speziell für manchen deutschsprachigen Urlauber weniger als die Tatsache, dass sich das Hochpreishotel machtlos sieht, dem ganztägigen Dröhnen einer auf griechisches Jugendklientel ausgerichteten Bar in seinem Strandbereich Einhalt zu gebieten.

Porto Carras - Sithonia - Tauchführer Chalkidiki
Porto Carras: Der vordere der Hotelbunker

Den mit solch trivialen Problemen genervten Verantwortlichen bleibt wohl wenig Zeit, sich auch noch um die Angebotsqualität der angeschlossenen Tauchbasis „Nireas“ zu kümmern. Die sitzt einsam-isoliert hinter der Marina in einer der Preisklasse des Hotels kaum wirklich adäquaten Baracke. Ihr Eigentümer kann, wenn er will. Schließlich ist er auch einer der Begründer der griechischen Tauchbasenszene auf Chalkidiki. Für das Große Gorgonienriff war die Basis mal einziger Spezialanbieter seltener, aber dennoch regulär im Programm ausgewiesener Exkursionen. Bloß, zum Zeitpunkt unserer Recheche zumindest schien man wohl nicht so recht zu wollen. Die Basis fuhr täglich Kelyfos an. Dass es da eine „untere Etage“ gäbe, die faszinierende Anblicke böte, die befragten Kunden wunderten sich darüber. Ihre Gruppe habe man bloß auf 25 m ein bisschen im Kreise herumgeschubst, Faszinierendes sei dabei nicht gesichtet worden. Na, vielleicht hatten die Teilnehmer keine Qualifikation für mehr.

„Nireas“ verleiht kleine Motorboote, die geeignet wären, Individualtaucher bis nach Kelyfos zu bringen, wenn man geeigneten Kunden diese Möglichkeit aufzeigte. Unterm Strich würde die Basis an der Bootsvermietung zu solchem Zwecke kaum weniger verdienen, als mit den normalen Ausfahrten, da die Boote höchstens zwei Taucher mit Ausrüstung aufnehmen. Anspruchsvolle erfahrene Taucher bekämen dadurch aber die Chance, anders als bei den Limitationen, die bei Basenausfahrten bestehen, Kelyfos als Fast-Legendenplatz zu erfahren. Und die Basis würde ein bisschen den Geruch des nur teuren, ansonsten bestenfalls biederen Hotelanbieters los. Hm, gute Idee, sagte man uns. Aber aktiv ins Werbe- und Betreuungskonzept aufnehmen wolle man diese doch nicht. Es könnte ja sein, dass man damit am Ende doch weniger verdiene, als wenn man alle Kunden aufs Schlauchboot zwingt. Und was ist denn nun mit einer Ausfahrt zum Gorgonienriff, wollten wir wissen. Ja, sei noch im Programm. Aber auf den zugesagten Anruf sobald eine Exkursion dahin wieder mal anstünde sei, warteten wir die ganzen vier Wochen unseres Aufenthalts auf Chalkidiki vergeblich. Und das Wetter konnte es diesmal garantiert nicht gewesen sein. Bleibt zu hoffen, dass unser Vorsaison-Eindruck dieser „Flaggschiff-Basis“ auf Sithonia nicht auch für die Vollsaison gilt, aber die Datenbank bestätigt wohl eher unsere Befürchtung, denn unsere Hoffnung.

Kalamitsi

Kein Basis-Name, nur der Ortsname Kalamitsi? Für Kalamitsi stand doch mal ein „North Aegean Dive Center“ und galt als der eigentliche, ganz große Geheimtipp, um mit einer Basis fast sicher mal zu Legendenplätzen, zum „Tower“ oder zu „Nemesis“,zu gelangen? Kurz und schlecht, Eigentümer Kostas Georgoudis, über zwei Jahrzehnte nicht wegzudenkender Bestandteil der Kalamitsi-Szene, war zum Zeitpunkt unseres Besuchs eben im Begriff, aus persönlichen Gründen das Handtuch zu werfen, hatte sein Boot bereits verkauft, füllte nur noch. Unsere Hoffnung, von hier aus einen der Legendenausflüge zu erwischen, also klar vergeblich.

Bucht von Kalamitsi - Sithonia - Tauchführer Chalkidiki
Die Bucht von Kalamitsi

Aber dies ist kein Niedergang ohne Hoffnung für Kalamitsi. Denn zwei Prätendenten auf Weiterführung, ja, Höherentwicklung der ehrwürdigen Tauchtradition des Orts stehen in den Startlöchern: Zum einen, Vassili Pargas, Sohn des Zeltplatzbesitzers vom Porto Camping, auf dem bisher auch „North Aegean“ beheimatet war. Der Junge hat nun die Prüfungen als Tauchlehrer abgelegt und möchte 2006 eine Basis an gleichem Ort, aber in jeder Hinsicht neu gestaltet, wiedereröffnen. Die traditionsgeadelte, aber doch etwas primitive Basenbaracke soll im jetzigen Winter einem voll auf Tauchzwecke ausgerichtetem Neubau weichen, das Schlauchboot durch ein 9-m-Stahlkörperboot ersetzt werden.

Kalamitsi - Sithonias - Tauchführer Chalkidiki  Kalamitsi - Sithonias - Tauchführer Chalkidiki
Basenchef in spe Vassili Pargas erwartet seine Gäste,
für die Unterbringung von Gruppen oder Klubs
steht diese Art von Bungalows zur Verfügung


Vorrangig an Tauchgruppen vermietet wird dann die bereits fertige Bungalowanlage gehobenen Standards, die sich hervorragend für solche Zwecke eignet: Großzügige, für jeglichen Zusatzkrempel aufnahmefähige Appartements mit jeweils direktem Zugang vom Freien, genug separater Platz davor fürs große Gruppen-La-Lu-La, alles unmittelbar hinter der Basis gelegen, einen Steinwurf zu Strand und Boot. Heinrich Thurners Tauchschule aus München gehört zu den ersten Neu-Explorern auf Chalkidiki und machte zum Zeitpunkt unseres Besuchs eben mit einer größeren Gruppe Auszubildender einen Test der Anlage. Urteil des Chefs: „Lässt nichts zu wünschen übrig, wir kommen wieder“. Ob mit Zeltabsicht oder im gehobenen Bungalowstandard (überdies sind auch Privat- und Pensionsunterkünfte hoher Qualität im Ort zu haben) - Kalamitsi ist für die neue Taucher-Zeitenwende, den Wieder-Ansturm von Gruppen aus Österreich oder Deutschland, bestens gerüstet.

Den Urgesteinen unter den Kalamitsi-Fans wird eine Frage längst auf der Zunge liegen: Was ist mit Georg? Austro-Grieche Georg Sauer-Salasidis war nicht nur jener, der die Fama von den hiesigen Tauchplätzen nach Wien trug (Siehe Interview mit Ossi Preinl), in den 80ern galt er als so eine Art oberster Tauchgeist des Ortes, oder Häuptling der Fan-Gemeinde – und natürlich noch heute als unbestritten bester Kenner sämtlicher Legendenplätze. Wenn der bärtige Pirat mit flatterndem Langhaar seinen Platz hinter dem Steuer einnahm, dem kraftvollen Außenborder unerbittlich seinen Willen aufzwang, dann schien es, als stehe die Urkraft der Legenden leibhaftig hinter ihm, spannte sich die Aura des Abenteuers als Gloriole über das Unternehmen. Die schlechten Zeiten (und die zeitweilig noch schlechteren Kunden) legten ihm einen Abschied von der Basis und zeitweiligen Rückzug aus dem Tauchgeschäft überhaupt nahe. Aber auch Georg wittert, dass sich der Wind wieder dreht. Während unserer Recherche noch damit beschäftigt, sein Boot nach vollständiger Modernisierung in den Einsatzzustand zu versetzen, hat er wohl kurz danach die regulären Ausfahrten aufgenommen. Allerdings, er versteht sich nicht als übliche Basis, er möchte für einen Freundeskreis empfohlener Kunden, Prätendenten auf die Legendenplätze, präsent sein. Honi soit, qui mal y pense...

Georg Sauer-Salasidis - Tauchführer Chalkidiki

Grüße von Georg an seine Fans in Wien und anderswo. Hier nur die Generalprobe zum Stapellauf, dem Boot mangelte es noch an einem einzigen Druckschlauch, und der musste erst aus Athen geliefert werden. Unsere Pein. Die Sektflasche ließen wir aber schon mal da.

Kalamitsi wird ab 2006 also nicht nur die Chance auf Ultimates, auf Zugang zu Legendenplätzen, sondern auch eine klare Staffelung nach taucherischen Voraussetzungen bieten: Taucher mit durchschnittlichem Können und Interesse an eher normalen Tauchgängen melden sich auf der neuen Zeltplatzbasis an, Freaks, die ein bisschen mehr drauf und einen Bock auf Abenteuer haben, bemühen sich um eine Empfehlung für Georg Abenteuerausfahrten. Und, jede Wette drauf, „Heini’s Tauchschule“ wird nicht die einzige aus Deutschland oder Österreich bleiben, die in Zukunft regelmäßig mit Kind und Kegel anreist und ihre Tauchflagge in Kalamitsis Wind flattern lässt.
Wir glauben fest, dass man dem Ort für die nächsten Jahre verheißen kann: Die Legenden kehren zurück.

Kapitän Nikitas – Porto Koufo

Jetzt wird es Zeit, auf die Frage einzugehen, wie wir denn zu den bewisperten Plätzen kamen, wenn denn uns keine der Basen da hin bringen wollte. Zwei Varianten kamen zum Einsatz: Erstens, schlichtes Betteln. Wir baten tauchende österreichische Bootsbesitzer in Kalamitsi um spezielle Ausfahrten für unsere Zwecke. Da solch Kulanz aber auch für Journalisten ihre Grenzen hatte, müssen wir nun den Ortsnamen Porto Koufo ins Gespräch bringen. Die malerische Buchtlage mit Häfchen im westlichen Bereich vor der Süspitze Sithonias hat zwar keine Tauchbasis, jedoch gibt es hier einen Fischkutter-Eigentümer, der touristische Ausfahrten aller Art anbietet. Kapetanios Nikitas ist auch auf Taucher eingestellt, sein Kahn fasst gut sechs davon, besitzt zwar keinen Schutzkorb um die Schraube, aber eine Einstiegsleiter für Taucher am Heck.

Kapetanios Nikitas - Tauchführer Chalkidiki
Kapetanios Nikitas (links) auf seinem Schaukelschiffchen

Das Angebot ist für Individualisten ohne eigenes Boot alles andere als ein Notnagel. Wer gewohnt ist, über sein Tauchprogramm ganz allein zu bestimmen, vor allem aber, wer sich beweisen will, dass er aus eigenem Vermögen Legenden auf Augenhöhe treffen kann, würdig ist, in den Kreis der Gorgonienritter einzutreten, der hat auf diese Weise Gelegenheit, dies zu tun. Als die zu solchen Weihen üblichen Fanfarenklänge akzeptiert man ersatzweise das Stuckern des Diesels.

Nebenbei und ganz unlegendär-profan geflüstert, ist das Angebot dieses Kapetaniou für Kleingruppen unschlagbar preisgünstig. Während z.B. jeder Taucher bei „Nireas“, falls man dort doch mal einen Ausflug zu den Gorgonien bietet, 65 Euro berappen muss, kostet die Ausfahrt mit dem Kaptanio den Mindest-Preis von 45 Euro, dieser kann aber auf mehr Teilnehmer aufgeteilt werden und kostet somit ab drei Teilnehmer nur 15 Euro plus Flaschenfüllung, die man in Kalamitsi oder Porto Carras bekommt. Woher aber kriegt man die Ortskenntnis der Plätze? Der alte Nikitas nimmt am Tun seiner Tauchkunden engagiert Anteil und besitzt vor allem eine exzellente Kenntnis der Unterwasserorte. Es dürfte reichen, ihm zu sagen, fahr uns genau dahin, wo auch andere Taucher immer hin wollen.

„Aqualand“ Platanitsi (und Ouranoupoli)

Wir konnten die Dinge drehen und wenden wie wir wollten, es blieb Fakt, der 2005 von uns als solidester empfundene Anbieter auf Sithonia hieß „Aqualand“, saß leider nicht in Nähe der Legendplätze und fuhr dort auch nicht hin. Die Basis hat ihren Platz in Platanitsi, einem der landschaftlich schönstgelegenen Campingplätze Sithonias, ein paar Kilometer nördlich des großen Orts Sarti.

Strand von Platanitsi - Sithonias - Tauchführer Chalkidiki  Strand von Platanitsi - Sithonias - Tauchführer Chalkidiki
Der Strand von Platanitsi und ein genauerer
Blick in die schöne Natur dahinter


Freaks, bei denen sich die Tauchleidenschaft mit Wanderleidenschaft teilt, sind hier bestens aufgehoben, da man von Platanitsis blendendweißem Strand aus entlang eines malerischen Flussbetts direkt Zugang zu den gut ausgebauten Wanderwegen in Sithonias herrlicher Bergwaldlandschaft hat.
Was das Tauchen betrifft, so hatte Chef Angelos Vasiliadis mit der Platzwahl entweder einen guten Riecher, oder, was bei seiner systematischen Arbeitsweise eher wahrscheinlich ist, er hat fleißig Probe getaucht und so gefunden, dass hier um die Ecke noch erstaunlich interessante Tauchplätze zu finden sind. So kann er mit schnittigem Festkörperboot und auch sonst rundum solider Ausstattung täglich Ausfahrten auf kurzen Wegen zu den lohnenswerten und vor allem weniger windanfälligen Plätzen von Sarti bis Armenistis garantieren. Was uns besonders gefallen hat: Sicherheit hat hier einen hohen Stellenwert. So wird bei tieferen Tauchgängen eine Sauerstoffflasche auf die letzte Dekostufe gehangen.

Aqualand Platanitsi - Sithonias - Tauchführer Chalkidiki  Aqualand Platanitsi - Sithonias - Tauchführer Chalkidiki  Aqualand Platanitsi - Sithonias - Tauchführer Chalkidiki
Basenchef Angelos mit (zufällig alles weiblichen) Kundinnen,
der Einstiegsplatz für das Boot und der Basenchef bei der
Kontrolle der Sicherheitsvorkehrungen unter Wasser


Der Basenplatz liegt direkt am Strand, bis zum Einstieg ins Boot sind es nur ein paar dutzend Schritte. Das ganze Ambiente hier hat etwas angenehm Unaufgeregtes, Abgeklärtes. Wer also nicht auf Ultimates scharf ist, gerne nervige Epizentren meidet, aber dennoch solides, befriedigendes Tauchen sucht, der ist hier gut aufgehoben. Auch für Kalamitsi-Fans ist ein 20-km-Tagesausflug hierher wegen der deutlichen Andersartigkeit der Plätze in jedem Falle reizvoll.

Info-Adressen der Sithonia Basen:

Aqualand Diving Center, Angelos Vasiliades

Campingplatz Porto, Vassilios Pargas

- Ausflugsboot Nikitas
Tel. (0030) 23750 51143, 6976-727197
(Kontaktvermittlung auch direkt in Koufo durch die erste Hafenternve rechts von der Stichstraße zum Hafen)

- Georg Sauer-Salasidis
(0043) 699 11871244

„Nireas Diving Center“









Infos

Kuba - Karabik-Feeling - Tauchen. Infos zum Thema findest Du in unserem Kuba-Guide. Hier sind übersichtlich nach Regionen die Tauchmöglichkeiten auf der Insel beschrieben und mit vielen weiteren interessanten Informationen bestückt.


01.12.2008 18:21 Taucher Online : 188
Heute 13649, ges. 30282809 Besucher
Login:  Autologin: 
Passwort:  
Gast : Registrieren - zur Login-Seite


Deine Bookmarks:
Taucher-News - Kalender - Sichtweiten - Postkarten

Unsere Produkt-Datenbank!
Über 2000 Tauchartikel mit detaillierten Daten!
Vergleichen lohnt sich!


Zu unserer Kooperationsseite...



Aus unserem Onlineshop


Rubrik : Videos / Software

Brother Islands


Rubrik : Videos / Software

Auf Südtour


*Preis incl. MwSt, zzgl. Versandkosten

Forum Tauchunfälle

Auszug aus diesem Forum:


Tödlicher TU am 16.11. im Steinbruch Löbejün
vom 19.11.2008 : Am Sonntag, den 16. November 2008 kam es am Nachmittag im Steinbruch Löbejün bei Halle zu einem Tauchunfall mit tödlichem ... [mehr]

Tauchunfall im Thunersee
vom 16.11.2008 : Aufgrund bislang ungeklärter Ursache stieg heute Nachmittag eine Taucherin in der Beatenbucht des Thunerseess aus 30m Tiefe zu ... [mehr]

Tödlicher TU im Badesee bei St.-Leon-Rot
vom 20.10.2008 : Sankt Leon-Rot/Heidelberg - Bei einem Tauchgang im Badesee bei Sankt Leon-Rot (Rhein-Neckar-Kreis) ist am Sonntagnachmittag ein ... [mehr]

Akt. Veranstalterberichte:

Karibiksport.de
(24.11.2008) Mein Mann und ich hatten im September 2008 einen Traumurlaub auf Bonaire. Die Betreuung durch Inka war super, vom Abholen morgens um 4.00 Uhr, gemeinsamen erjagen von Zahnbürste, Sonnencreme, T-Shirt (mehr)

Lagona-Travel
(23.11.2008) Wir sind über die Suche nach einem Hotel/einer Basis mit attraktivem Hausriff und guten Bewertungen über die Lagona-Divers in Dahab auf Lagona-Travel als Reiseveranstalter gekommen. Ein erste Anfrage (mehr)

Clownfish Travel, Philippine..
(22.11.2008) So einen Reiseveranstalter hab ich noch nie gehabt, absolute Spitzenklasse. Als es bei der Planung meines ersten Philippinen Urlaubs Probleme mit der Airline gab, da hat Harry schon geholfen alles in (mehr)

Aus unseren Tauchfotos:


 Egernsund
(17.05.2007, 8 Fotos)

   

 Straussee
(18.05.2007, 15 Fotos)

   

 Phuket - Ao Sane
(18.05.2007, 10 Fotos)

   




© 1997-2008 Taucher.Net GmbH - powered by TNetHosting