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Freud und Leid
Der Bau des Edersees geschah nicht, um den Tourismus zu fördern oder
uns Tauchern eine Freude zu machen, vielmehr waren die Versorgung des gerade
gebauten Mittellandkanals, eine Regulierung der Eder zum Hochwasserschutz
und die Stromgewinnung das Ziel.
Die Leidtragenden des Projektes waren vor allem die Bewohner der Dörfer
Berich, Bringhausen und Asel, da ein Großteil der Gebäude auf
dem heutigen Seegrund standen.
Berich vor den Sprengkommandos
Um die etwa 900 direkt betroffenen Bewohner umsiedeln zu können, wurde
1906 extra ein Enteignungsgesetz verabschiedet.
Man kann sich vorstellen, wie schwer es den Menschen gefallen sein muss,
ihre Höfe und Dörfer, die über Generationen Heimat gewesen
sind, für einen See, von dem sie selbst keinerlei Nutzen hatten, aufzugeben,
um an einem anderen Ort ganz neu anzufangen.
Die verlassenen Gebäude wurden von den Kaiserlichen Pionieren weitgehend
gesprengt und die Friedhöfe mit Betonplatten versiegelt.
Berich während der Sprengungen
Von den meisten Gebäuden sind heute nur noch die Grundmauern und die
Kellergewölbe vorhanden. Lediglich die alte Ederbrücke bei Alt-Asel
ist noch sehr gut erhalten und taucht bei niedrigen Wasserstand auf.
Aseler Brücke vor dem Talsperrenbau
Sie wurde 1982 restauriert und unter Denkmalschutz gestellt. Eine weitere
Ederbrücke existiert noch bei Bringhausen. Sie ist jedoch völlig
zerstört, es existieren nur noch Fragmente von den Pfeilern. Auch in
dem Tauchgebiet bei Berich findet sich eine Ederbrücke.
Bericher Brücke vor dem Talsperrenbau
Sie liegt mit ihrer Steinmauer bei Vollstau in über 31 Metern Wassertiefe
und bleibt heute auch nach den trockensten Sommern komplett unter Wasser.
Photo © 2005 Stefan Baehr
Seit Bestehen des Edersees tauchte sie nur einmal im Jahr 1954 aus
den Fluten. Auch sie wurde leider von den Kaiserlichen Pionieren gesprengt.
Es ist noch je ein Bogen an den beiden Ederufern vorhanden.
Photo © 2005 Stefan Baehr
Dazwischen stehen nur noch die Brückenpfeiler. Etwa 15 Meter oberhalb
dieser Brücke findet man die Reste von dem alten Dorf Berich. Das auffälligste
Gebäude dort ist die alte "Klostermauer".
Photo © 2005 Stefan Baehr
Dabei handelt es sich um Grundmauern der alten Bericher Klosterkirche.
Weiter innerhalb dieser als Taucherbucht mit Bojen gesicherten Zone kann
man einen riesigen Futtertrog sehen.
Photo © 2005 Stefan Baehr
Er wurde hier wahrscheinlich zurückgelassen, weil er zu schwer und
obendrein noch beschädigt war.
Photo © 2005 Stefan Baehr
Außerdem finden sich hier Teile der Grundmauern von einigen Häusern
des ehemaligen Dorfes Berich.
Photo © 2005 Stefan Baehr
Es gibt noch eine Reihe weiterer, für Taucher interessante Gebäude,
wie das Gut "Vornhagen", die Bericher Hütte, das Modell der Ederseesperrmauer
sowie die Stollmühle, aber leider liegen sie alle außerhalb der
Tauchzonen und sind somit für uns tabu. Ohne Probleme kann man sich die
hie und da herumliegenden Baumreste und Wurzeln mit ihren interessanten Formen
anschauen.
Photos © 2005 Stefan Baehr
Besonders im Frühjahr bei Hochstau sieht man viel Holz. Vor allem in
Ufernähe im Flachwasserbereich, wenn die Vegetation dort ihr jährliches
Tauchbad nimmt.
Photos © 2005 Stefan Baehr
Die Bericher Hütte und das Sperrmauermodell fallen bei sehr niedrigem
Wasserstand trocken und können dann auch ohne Taucheinsatz besichtigt
werden. Das gleiche gilt auch für das Dorf Berich einschließlich
der Klostermauer. Zuletzt war dies nach dem extrem trockenen Sommer 2003
möglich.
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01.12.2008 16:40 Taucher Online : 177 Heute 11414, ges. 30280574 Besucher
 
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