Nach den „Schattenspielen“ des letzten Monats fiel unsere Wahl unter den
eingesandten Fotos nun wieder auf einen „richtigen“ Fisch: Carcharhinus
Longimanus oder auf gut deutsch "Ozeanischer Weißspitzenhai":
(Click für Originalgröße)
Unser herzlicher Glückwunsch für dieses Foto geht an Michael Renne,
zur Zeit unserer Wahl in Ägypten, sonst in Witten daheim:
Michael Renne
Michaels Longimanus-Foto entstand – wen wundert’s – im Oktober am Elphinstone
Reef bei Marsa Alam. Zu dieser Zeit sind Weißspitzen-Hochseehaie dort
recht zuverlässig anzutreffen. Alle Fotos an diesem Tag sind in einer
Tiefe von 5 bis 12 m entstanden. Natürlich ist das ein Traum für
jeden Fotografen, da das Licht hier noch gut ist. Einigen der Longimanus-Haie
fehlt ein Stück Finne – ein trauriger Tribut an die zahlreich anwesenden
Safariboote bzw. an die Schrauben deren Schlauchboote.
Diesmal gibt es sogar einen „Gegenschuss“, wie Kamera-Profis zu sagen pflegen:
Michaels Tauchpartner hielt den Moment des Entstehens des Gewinnfotos fest:
Der "Gegenschuss"
Der Weißspitzen-Hochseehai gehört wie auch Schwarzspitzen-Riffhai,
Stierhai (Bullenhai) und Tigerhai zu den Grundhaien. Gelegentlich in losen
Gruppen mit mehreren Exemplaren unterwegs, wird er meist von Pilotmakrelen
begleitet, wie man auch auf dem Gewinnfoto gut sehen kann. Der Longimanus
lebt im offenen Meer. Tagsüber kann man ihn knapp unter der Oberfläche
an den Drop-Offs der Außenriffe entdecken. Viele Taucher hatten so
schon das Glück einen oder mehrere Vertreter dieser Art bei den Brother Islands, am Elphinstone
Reef oder Shaab Sharm im südlichen Roten Meer anzutreffen.
Man kann ihn anhand seiner deutlich abgerundeten Rückenflosse und den
großen Brustflossen mit weißen Flossenspitzen gut bestimmen.
Auch unterscheidet er sich in seinem Verhalten von den meisten anderen Haiarten:
er gilt als sehr neugierig und wenig scheu und schwimmt bisweilen sehr nahe
an Taucher heran. Obgleich er zu einer respekteinflößenden Hai-Familie
gehört, sind nur wenige Angriffe auf Wassersportler und Boote in den
Angriffsstatistiken verzeichnet. Wird er nicht provoziert oder bedrängt,
zieht er ruhig und elegant seine Kreise.
Diese bis zu drei Meter große Art kommt in allen tropischen Meeren
in Tiefen von 1 bis 150 Meter vor. Der pazifische Longimanus hat eine graue
Färbung, im Roten Meer zeigt er sich bräunlich. Seine Beute besteht
vorwiegend aus Makrelen, Barakudas, Meeresschildkröten und anderen pelagischen
Fischen, aber auch Kadavern, Seevögeln und Abfällen ist er nicht
abgeneigt.
Anm. Redaktion: Im Zusammenhang mit dem Foto des Monats - einem Carcharhinus
Longimanus - möchten wir auch auf die Studien von Frau Dr. Bojanowski
hinweisen, die auf Eure Hilfe in Form von Longimanus Bildern angewiesen ist.
Wir berichteten u.a. hier über Ihr
Projekt Haistudien.
Katharina, Gunther, Harry und Uli
- das Taucher.Net Foto-Team -
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