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Du bist hier: Onlinemagazin 62. Ausgabe Ein U-Boot mit Pfeffer ! Das Boot





 Geschrieben von Oli
Schiffsbautechnisch war dies ein 76,76 m langes und 6,76 m breites Zweihüllenboot. Tauchzellen und Bunker befanden sich im Tankkörper. Hierin befanden sich neben der Zentrale auch die druckfesten Regelzellen und -bunker. Wie bei den kleineren U-Booten verfügte auch der Typ IX C noch über Tauchzellen in der Back und dem Achterschiff.

Dieser Typ von U-Boot war aus dem Typ I A entwickelt worden, welcher wiederum auf dem zwischen beiden Kriegen für die Türkei gebauten U-Boot Gür bzw. dem Tauchboot SMU 81 aus dem Kriegsauftrag F von 1915 beruhte.


U 26 - ein Boot vom Typ I A

Unmittelbare Vorläufer waren dann noch der Typ IX A mit acht Exemplaren und der Typ IX B mit 14 Bauten. Gegenüber diesen Typen hatten die 143 Boote der Variante IX C die Möglichkeit, deutlich mehr Treibstoff mitzunehmen und verfügten damit über eine höhere Reichweite. Im Vergleich zu den kleineren Kampfbooten des Typs VII C konnten auch fast doppelt so viele Torpedos mitgenommen werden, was die Familie der Boote vom Typ IX auch zur erfolgreichsten machte, da z. B. jedes Boot des Typs IX B mehr als 100.000 BRT versenkte.

Vom Typ IX C wurden zwischen 1939 und 1942 insgesamt 54 Stück gebaut. Dieses am 23. Dezember 1939 für 6.448.000 Reichsmark bestellte Unterseeboot erblickte das Licht der Welt, als am 1. Dezember 1940 auf der Werft der Deutschen Schiffs- und Maschinenbau AG, auch als Deschimag bekannt, in Bremen ein Kiel für ein Konstruktionsvorhaben mit der Baunummer 1011 gestreckt wurde. Hierauf wurde Spant auf Spant errichtet und eine nach der anderen vorgefertigten Stahlplatte wurde auf ihnen verschweißt. Diese Konstruktion war sehr robust, so dass die Werft eine Tauchgarantie von 200 m Tiefe gab. Wie sich später im Krieg zeigen sollte, konnten Boote des Typs IX C aber auch Tauchtiefen von über 300 m überstehen. Die eingebauten Maschinen waren zwei MAN Neunzylinder-Viertaktdiesel M 9 V 40/46 mit Aufladung und einer Leistung von bis zu 4.400 PS, die natürlich nur in Überwasserfahrt erzielt werden konnte. Für die Unterwasserfahrt wurde auch noch eine E-Maschinenanlage eingebaut. Diese bestand aus zwei Siemens-Schuckert-Werke-Doppelmaschinen des Typs 2 GU 345/34 und zwei Sätzen von je 62 Akkumulatoren-Batterien des Typs AFA 44 MAL 740 W der Firma "Aktiengesellschaft für Akkumulatoren" in Hagen. Jede dieser Akku-Zellen konnte maximal 11.300 Ah fassen. Dies bescherte dem E-Antrieb eine Leistung von 1.000 PS und sorgte für eine Unterwasser-Höchstgeschwindigkeit von 7,3 Knoten. Über Wasser war man da schneller und erreichte über die beiden im Durchmesser 1,92 m großen dreiflügeligen Schrauben immerhin eine Maximalgeschwindigkeit von bis zu 18,3 Knoten. Fuhr man dieselelektrisch mit einer Reisegeschwindigkeit von 10 Knoten, reichte das bei dem Verbrauch sämtlicher 208 t Treiböl an Bord für eine Reichweite von 16.800 Seemeilen. Unter Wasser kam man lange nicht soweit. Fuhr man mit zwei Knoten Geschwindigkeit, reichte der Strom in den Akkus gerade mal für höchstens 128 Seemeilen. Zur Torpedowaffe gehörten im Bug vier 53,3cm-Torpedorohre, im Heck zwei Torpedorohre gleichen Kalibers. Diese konnten insgesamt 22 mitgeführte Torpedos verschießen bzw. durch sie konnten maximal 44 mitgeführte TMA (Torpedomine A) oder 66 TMB gelegt werden. Belud man die sechs Torpedotuben unter dem Achterdeck bzw. die vier Torpedotuben unter dem Vorderdeck mit Torpedos oder Minen, führte das zu einer entsprechenden Mehrzuladung an Torpedos oder Minen. Diese mussten vor der Verwendung jedoch erst händisch an der Wasseroberfläche in das Boot gemannt werden. Die artilleristische Bewaffnung dieses U-Bootes kam erst nach Beendigung aller Werftarbeiten und dem Stapellauf am 22. Juli 1941 an Bord und bestand im wesentlichen aus der vor dem Turm aufgestellten 10,5cm-Schnellfeuerkanone C/32 in Uboot-Torpedoboot-Flugabwehr-Lafette C/36 mit 180 Schuss Munitionsvorrat, einer einzelnen 2cm Mk S5-106-Flak mit Flakvisier I im Wintergarten mit 4250 Granatpatronen sowie einer 3,7cm SK C/30-Flak auf einer U-Bootslafette C/39 hinter dem Turm auf dem Achterdeck mit 2625 Granatpatronen an Munitionsvorrat. Noch vor dem Stapellauf war die Mannschaft in nahe bei der Werft gelegenen Unterkünften, genauer gesagt dem Lloydheim in der Hemmstraße in Bremen, eingetroffen und hatte dort unter der Ägide der 6. KLA bzw. der Kriegsschiffbaulehrabteilung für Unterseeboote Nordsee ihre Baubelehrung erhalten.

Als Kommandant für das neue Boot war Oberleutnant zur See Günther Pfeffer vorgesehen.


Olt. z. S. G. Pfeffer
© 1942 K. Stephan
Bild: Stiftung Traditionsarchiv Unterseeboote

Dieser war ein erfahrener Seeoffizier. Schon seit 1934 bei der Kriegsmarine war er von Januar bis Mai 1941 unter Kapitänleutnant Heinrich Bleichrodt als I.WO auf U 67, ebenfalls einem Boot des Typs IX C, gefahren. Dies durchlief in dieser Zeit seine Ausbildungszeit vor dem Einsatz an der Front. Nach der Abkommandierung von Heinrich Bleichrodt führte Oberleutnant Pfeffer das Boot bis Anfang Juli 1941 in Vertretung.

Oberleutnant Pfeffer verließ U 67 dann im Juli 1941, um bei der 24. U-Flottille in Memel seinen Kommandantenlehrgang zu absolvieren und bei der 7. U-Flottille in St. Nazaire etwas Praxis zu schnuppern. Unmittelbar daran anschließend kam er im Oktober 1941 zur Baubelehrung über das von ihm zu übernehmende Boot.

Nach Abschluss aller Ausrüstungsarbeiten nahm die jetzt aus vier Offizieren sowie 44 Unteroffizieren und Mannschaften bestehende Besatzung das Boot mit der Feldpostnummer M 29121 in Besitz und stellte es am 22. Oktober 1941 unter dem Kommando von Oberleutnant Pfeffer mit der taktischen Kennung U 171 in Dienst.


Mit dem Heißen von Flagge und Wimpel wird U 171 in Dienst gestellt
Bild: Stiftung Traditionsarchiv Unterseeboote

Danach klettert Oberleutnant Pfeffer vom Turm, die Besatzung macht Front zum Land hin und grüßt ihren neuen Kommandanten.


Bild: Album Lau bei Stiftung Traditionsarchiv Unterseeboote

Oberleutnant Pfeffer tritt nun zu seiner Besatzung und präsentiert sich den an Land wartenden Gästen der sich anschließenden Indienststellungsfeier. Von links nach rechts sieht man nun Oberleutnant Pfeffer, I. WO Leutnant Werner Sass, LI Oberleutnant Otto Dingeldein, Obermaschinist Heinz Ebelinghaus (E), Obermaschinist Karl Greiner (mot.) und den Rest der Besatzung. Der II. WO, Oberfähnrich Curt Hartmann, ist durch Oberleutnant Pfeffer verdeckt.


Bild: Album Wilhelm Krüger bei Stiftung Traditionsarchiv Unterseeboote

Anschließend wird weggetreten und der gemütliche Teil der Indienststellungsfeier kann beginnen. Der Indienststellungsbesuch kommt an Bord und Oberleutnant Pfeffer macht mit seinen Offizieren für so einige Admirale, Kapitäne und Flotillenchefs die Honneurs.


Mitte Olt.z.S. Pfeffer ganz rechts Olt.z.S. Dingeldein
Bild: Album Lau bei Stiftung Traditionsarchiv Unterseeboote






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