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Onlinemagazin - 62. Ausgabe - Tauchreiseführer Philippinen - Tauchen Allgemein




 Geschrieben von Sonja und Peter

Tauchen auf den Philippinen

Was das Tauchen betrifft, haben wir sehr unterschiedliche und fast nur positive Erfahrungen gemacht. Die Destinationen, die wir aufsuchten, haben sich in Bezug auf Sichtweiten und Unterwasserwelt stark voneinander unterschieden. Bei den knapp 70 Tauchgängen, die wir an sieben verschiedenen Orten machen konnten, haben wir immer neue Meeresbewohner entdeckt bzw. gezeigt bekommen. Vor allem die Vielzahl an Makromotiven für die Fotografie war überraschend. Kaum ein Tauchgang, an dem wir nicht mindestens eine neue Schneckenart oder ein noch nie gesehenes Krebschen zu Gesicht bekommen haben. Die Artenvielfalt liegt weit über der, die man von den Malediven oder dem Roten Meer kennt.

Tambija Olivaria


Und es wird zwar oft das Gegenteil behauptet, aber auch Großfisch sieht man auf den Philippinen! Die Wassertemperatur lag durchwegs zwischen 23 und 26 Grad, die Sichtweiten waren je nach Ort variabel, wobei 15-20 Meter schon gute Sichtweiten waren - mehr war dann eher die Ausnahme, weniger oft der Fall. Strömung hatten wir bei unseren Tauchgängen nur selten.

Die meisten Plätze werden per Boot angefahren, nur selten geht man direkt von Land ins Wasser. Als Tauchboote dienen üblicherweise die für die Philippinen typischen Bancas, das sind Holzboote mit breiten Auslegern, die je nach Größe zehn bis zwanzig Tauchern Platz bieten und sehr stabil im Wasser liegen. In seltenen Fällen sind wir auch mit einem gewöhnlichen kleinen Motorboot ausgefahren. Das Meer war bei unseren Ausfahrten meist sehr ruhig und die Fahrten recht gemütlich. Nur zwei Mal hatten wir etwas bewegteren Seegang. Zu den Ausfahrten ist positiv zu vermerken, dass sich die Basen, mit denen wir getaucht sind, nie vor längeren Anfahrten „gedrückt“ haben und auf Wunsch durchaus Ziele angefahren sind, die eine oder eineinhalb Stunden Fahrt entfernt waren.

Nur ein einziges Mal konnte eine Basis einen entfernteren Platz, den wir betauchen wollten, aus Mangel an anderen Interessenten nicht mit uns anfahren. Wir konnten besagte Stelle dann aber dennoch betauchen, da die Nachbarbasis den Platz angefahren ist. Zumeist war es aber so, dass sich die Basen bei der Wahl der angefahrenen Tauchplätze nach unseren Wünschen gerichtet haben, wenn ihnen dies nur irgendwie möglich war.

So unterschiedlich wie die Unterwasserwelt selbst waren auch die Usancen der verschiedenen Tauchbasen: von größtmöglicher Freiheit (Tiefenlimits eher nicht so wichtig, Dekotauchgänge geduldet, Tauchen ohne Guide möglich) bis hin zu exklusiv geführten Tauchgängen haben wir eine große Bandbreite an Variationen erlebt. Obwohl uns beim Kaltwassertauchen in Österreich oder auf den istrischen Wracks unsere taucherische Autonomie und Eigenverantwortung sehr wichtig sind, haben wir auf den Philippinen die geführten Tauchgänge bevorzugt: wir waren oft nur zu zweit mit dem Guide und haben unzählige Meeresbewohner gezeigt bekommen, die wir allein nie entdeckt hätten. Dabei waren uns die einheimischen Guides bei weitem lieber als die europäischen: die Filipinos sind oft an dem Ort aufgewachsen, wo sie mit uns tauchten oder kannten die Tauchplätze zumindest seit mehreren Jahren und damit de facto auch jeden Fisch beim Vornamen.

Muräne


Und sie haben sich als „Guides“ im eigentlichen Sinne verstanden, nicht als „Aufpasser“, die schon profilaktisch mit drakonischen Maßnahmen bei Regelüberschreitungen drohen: wir haben den Guides meist vorher geschildert, wie wir gern tauchen (langsam!) und was wir gern sehen wollen - oft konnten wir uns noch nicht bekannte Tierarten regelrecht „bestellen“. Zeitliche Beschränkungen gab es bei den Tauchgängen praktisch nie - es sei denn, dem Guide ist vor uns die Luft ausgegangen.

Besonders „abenteuerliche“ Tauchgänge haben wir aus Selbstschutz eher vermieden - schließlich war die nächste Dekokammer meist sehr, sehr weit weg und wäre nur per Flugzeug erreichbar gewesen.

Übrigens sind uns am Ende der Reise die Ideen für weitere Tauchdestinationen auf den Philippinen noch lange nicht ausgegangen: wir hätten völlig problemlos noch weitere 5-6 Wochen anschließen können und die Entscheidung, welche Orte wir nicht anfahren werden, ist uns am Ende nicht leicht gefallen. Gute Tauchguides zu Tauchplätzen und Tauchgebieten auf den Philippinen sind „diving southeast asia“ (Periplus Action Guides, David Espinosa) und „Dive Guide - The Philippines“ von Jack Jackson.








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