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Onlinemagazin - 62. Ausgabe - Tauchreiseführer Philippinen - Sangat Island




 Geschrieben von Sonja und Peter

Sangat Island

Sangat Island ist Teil der Region Palawan - der landschaftlich schönsten Region der Philippinen neben den Reisterassen in Nordluzon - und liegt eine knappe Bootsstunde von der Insel Busuanga, auf der sich der Flughafen befindet, entfernt. Auf dieser Insel befindet sich nur das Sangat Island Reserve.

Sangat Island - Tauchführer Philippinen
Strand vom Sangat Island Resort

Das Resort hat einen guten Standard, besonders empfehlenswert für Ruhesuchende und (sportliche) Honeymooners ist die Villa: sie liegt in einer eigenen kleinen Bucht, die nur per Paddelboot erreichbar ist. Reizvoll ist die Tierwelt auf der Insel: Affen und Leguane sind immer zugegen, erstere brechen durchaus auch in die Bungalows ein und schaffen dort ein wenig Chaos.

Leguan - Sangat Island - Tauchführer Philippinen
Leguane auf Sangat amüsieren die Urlauber

Die Qualität des Essens unterlag Schwankungen, war aber zumeist recht gut. Besonders geschätzt haben wir die Hilfsbereitschaft aller Mitarbeiter des Resorts, insbesondere das Engagement von Ilona und Bart, die einerseits die Basis leiten und andererseits den Gästen auch bei allgemeinen Fragen weitergeholfen haben. Wir haben die entspannte Art der beiden vor allem auch beim Tauchen sehr geschätzt. Basis und Ausrüstung sind in einem Top Zustand.

Das Tauchgebiet in der Coron Bay ist wegen seiner Wracks berühmt. Das Sangat Island Resort bietet dabei einen ganz wesentlichen Vorteil: die 12 teils sehr großen - bis zu 200m langen - japanischen Wracks aus dem 2. Weltkrieg liegen buchstäblich vor der Haustür des Resorts: es sind nur 15 bis 30 Minuten Fahrtzeit zu den besten dieser Kriegs-Artefakte. Die Basen, die diese Plätze von Coron aus anfahren, haben einen weitaus längeren Weg (über ein Stunde) und kommen dementsprechend seltener.

Aufbauten eines Wracks - Sangat Island - Philippinen
Aufbauten eines Wracks

Wir konnten diese Wracks zu jeder Tages- und Nachtzeit betauchen und Ilona und Bart waren stets sehr bemüht, die Wünsche der Taucher bei der Wahl der Tauchplätze zu berücksichtigen. Nachts waren die Ausfahrten manchmal etwas komplizierter, da die benachbarte Perlenfarm die nächtlichen Tauchboote nicht besonders schätzt.

Bullauge eines Wracks - Sangat Island - Philippinen Bullauge eines Wracks - Sangat Island - Philippinen
Bullaugen (Click zum Vergrössern)

Die Wracks liegen in einer angenehmen Tiefe: bei maximal 40 Metern ist der tiefste Punkt erreicht, einige Wracks liegen auch im 20 Meter Bereich. Ideal für Nitrox, das wir immer auf den Punkt genau nach Wunsch gemischt bekommen haben! (Für die tieferen Wracks haben wir gern ein 30er Gemisch genommen.) Bei den Wracks handelt es primär um Fracht- und Kühlschiffe. Das einzige Kriegsschiff ist die Akitsushima. Die Sichtweiten liegen im Schnitt bei 5-15 Metern. Genauere Beschreibungen zu Größe und Tiefe der Wracks finden sich auf der Homepage des Resorts.

Schildkrötenpanzer in Wrack - Tauchführer Philippinen
Schildkrötenpanzer im Inneren der Irako.
Mich durchzuckt der Gedanke: „Hoffentlich kennt Ibing den Weg zum Ausgang besser!“


Viele der Wracks können bei entsprechendem Kenntnisstand und funktionierender Tarierung auch penetriert werden. Dabei haben wir den Guide Ibing sehr geschätzt, der uns viele unvergessliche Tauchgänge beschert hat. Das eine oder andere Mal haben wir die Wracks nur beim Ab- und beim Aufstieg von außen gesehen. Das war schlichtweg phantastisch! Am abwechslungsreichsten war die Irako, immer neue Routen durch das Wrack hat Ibing uns gezeigt, immer neue und immer engere Gänge sind wir durchtaucht.
Aber auch Akitsushima, Taiei Maru und Olimpia Maru haben viel zu bieten für Liebhaber von „versunkenem Schrott“. Die kleineren und weniger tief gelegenen Wracks sind zwar durchaus auch für noch weniger erfahrene Taucher geeignet, aber gerade bei den Wracks von Sangat Island zahlt es sich aus, schon ein wenig mehr Erfahrung zu haben - man hat dann einfach mehr vom ganzen Tauchurlaub.

Ein Highlight ganz anderer Art ist der Barrakuda Lake:
Dieser Süßwassersee hat wie viele heimische Seen eine Sprungschicht bei 13 Metern. Darunter kühlt das Wasser aber nicht ab, sondern seine Temperatur steigt bedingt durch eine Schwefelquelle am Seegrund auf bis zu 37 Grad. Die Unterwasserlandschaft ist teilweise durch felsige Steilwände gekennzeichnet und hat mich an meine Lieblingstauchplätze in Österreich erinnert - mit einem feinen Unterschied: die Sichtweite im Barrakuda Lake betrug an die 30 Meter! In einer Tiefe von etwa 30 Metern beginnt eine trübe Schwefelschicht, durch die sich die Sichtweite schlagartig verschlechtert - weshalb es mehr Spaß macht, weiter oben zu tauchen. Zu sehen gibt es ein paar Salzwasserfischarten, die sich in den See verirrt haben, Grundeln und Welse sowie Putzergarnelen, die bereitwillig Maniküretätigkeiten unter Wasser übernehmen.

Putzergarnele im Barrakuda Lake - Sangat Island - Philippinen
Die Putzergarnelen im Barrakuda Lake
haben bereitwillig Manikürearbeiten übernommen


Das kleine Hausriff von Sangat, das in der Regel unbegleitet betaucht werden kann, ist zwar an sich nichts Besonderes, eignet sich aber gut für entspannte Nachttauchgänge oder einen Eingewöhnungstauchgang.

EInsiedlerkrebs - Sangat Island - Tauchführer Philippinen
Einsiedlerkrebs - Nachttauchgang am Hausriff

Tierwelt - Auszug aus dem Logbuch:
Im Tauchgebiet gesehene Tiere - die bei diesen Tauchgängen aber für uns generell eher im Hintergrund standen - waren u.a.: unterschiedliche Schneckenarten, Plattwürmer und Garnelchen, ein Aal, Einsiedlerkrebse, Hummer, Fangschreckenkrebse, Rotfeuerfische, Drachenköpfe, Steinfische, Schriftfeilenfische, Blaupunktrochen, Kugelfische, Fledermausfische, Korallenwelse, Trompetenfische, Kaninchenfische, neugierige Anemonenfische, Harlekin Süßlippen, Füsilierschwärme, etc.pp.

Fangschneckenkrebs - Sangat Island - Philippinen
Fangschreckenkrebs, Black Island Wreck








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