Mindanao ist zwar wegen der Abu Sayaff Rebellen in Verruf gekommen, aber
viele Gegenden im Norden der Insel kann man unserer Meinung nach problemlos
bereisen. Das Mantangale
Alibuag Dive Resort liegt direkt gegenüber von der landschaftlich
hübschen Insel Camiguin. Wir waren die einzigen tauchenden Gäste
des Resorts, welches sich stark an einheimische Besucher ausgerichtet hat.
Anglerfisch, Mantigue Island bei Camiguin
Die Zimmer entsprachen einem guten Standard (endlich wieder einmal Warmwasser!),
die Anlage war gepflegt, das Essen gut. Insgesamt ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Aufgrund des netten Kontakts mit Dodong, dessen Familie das Resort gehört,
sind wir statt der geplanten zwei - vier Tauchtage im Mantangale Resort geblieben.
Dodong ist nicht nur mit uns tauchen gegangen, sondern war uns auch ein interessanter
Gesprächspartner, durch den wir viel über die Filipinos gelernt
haben.
Besonders geschätzt haben wir, dass Dodong auch unsere unkonventionellen
kulinarischen Wünsche erfüllt hat: extra für uns wurde ein
Spanferkel auf philippinische Art zubereitet (dass wir dann mit der gesamten
Hotelmannschaft geteilt haben, schließlich kann man nicht zu zweit ein
ganzes Schwein essen!) und auch Seeigel haben seine Leute frisch für
unser Abendessen herausgetaucht.
Ein gegrilltes Spanferkel ist in Mindanao ein Festessen
Dodong selbst ist ein erfahrener Taucher und UW Fotograph, der schon sein
Leben lang vor Ort taucht, aber kein Tauchguide im eigentlichen Sinn ist -
einen solchen gibt es zwar auch in Mantangale, er war aber zum Zeitpunkt unseres
Aufenthalts nicht anwesend.
Das Tauchen selbst war sehr unkompliziert, wir hatten das Gefühl, mit
einem ortskundigen Freund tauchen zu gehen und nicht Kunden eines Tauchbetriebes
zu sein. Die Basis ist einfach, hat aber alles, was man braucht. Das Versorgen
der Ausrüstung hat uns die Crew abgenommen. Ausgefahren sind wir mit
einem Motorboot.
Das Mantangale Resort fährt auch die Tauchplätze von Camiguin
an, uns haben aber vor allem zwei Plätze in der unmittelbaren Nähe
des Resorts begeistert: Banaug und Medina Springs. Banaug ist de facto das
Hausriff der Basis (5 Minuten Anfahrt mit dem Boot). Der kleine Unterwasserberg
beginnt bei 22 Metern und reicht bis auf etwa 35 Meter. An der Oberfläche
ist meist Strömung vorhanden, weshalb man sich an Strömungsleine
und Abstiegsseil entlangziehen muss, bis man beim „Berg“ angekommen ist.
Nembrotha Lineolata, Medina Springs
Am Ziel ist die Strömung nicht sehr stark. Der kleine Unterwasserberg
ist ziemlich gut besiedelt: 5-6 Muränen, unterschiedliche Schneckenarten,
ein Weißspitzenriffhai, ein Pygmäen Seepferdchen, Drachenköpfe,
ein schöner Gorgonienbewuchs und eine Vielzahl der üblichen Rifffische
haben uns einen schönen Tauchgang beschert. Dodong hat an Fische und
Muränen ein paar Fischreste verfüttert - die entstehende Aufregung
unter den sonst so ruhigen Meeresbewohnern war spannend zu beobachten: mir
wurde auf sehr anschauliche Weise klar, welche der Riffbewohner Räuber
sind und welche nicht.
Nembrotha rutilans bei Eiablage, Medina Springs
Bei Medina Springs - eine kalte Süßwasserquelle im Meer etwa
30 Minuten Fahrtzeit von der Basis - kann man zwei Tauchgänge machen.
Beide Tauchgänge haben sich neben einem prachtvollen Weichkorallenbewuchs
vor allem durch eines ausgezeichnet: eine unglaubliche Vielzahl von Schnecken.
Bei Medina - Paraizo sahen wir eine Seeschlange und eine Schildkröte
und haben über zwanzig Schnecken gezählt, etwa zehn verschiedene
Arten, fünf davon waren für mich neu. Noch mehr Schnecken haben
wir bei Medina - Aquarium gesehen. Das Besondere bei beiden Tauchgängen:
einige der Schnecken haben sich gepaart oder waren mit der Eiablage beschäftigt.
Nembrotha rutilans bei Paarung, Medina Springs
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