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Onlinemagazin - 63. Ausgabe - BOOT 2006 - Nachbetrachtung der anderen Art




 Geschrieben von Linus + Gunther

BOOT 2006 - die wahren und dennoch unglaublichen Geschichten...


Eine nicht ganz ernstgemeinte Nachlese zur Boot 2006
von Linus und Gunther


Beim Taucher.Net mitzuwirken ist ein Quell ständiger Freude! Die User lieben einen, die Tauchbasen hofieren einen, die Hersteller schütten einen mit dem neuesten Equipment zu und die Veranstalter locken mit Gratisreisen in Luxushotels rund um den Erdball, wo man dann, je nach Ort und persönlicher Vorliebe, mit Kaviar oder karibischen Schönheiten verwöhnt wird - im besten Falle gibt es auch beides zusammen!

Messenachlese
... Juhuu - ich bin beim Taucher.Net...

Aber da die Realität leider anders aussieht, gestaltet sich die Mitarbeit beim Taucher.Net - neben all dem Spass, den sie zugegebener Massen mit sich bringt - gerade während der BOOT 2006 eher wie ein ständiger Fluss der Verwirrungen und Entbehrungen...

Harry und Linus auf Recherchetour

oder “es gibt Angebote, die gibt’s gar nicht”

Stellen Sie sich vor, sie schlendern zu zweit im Auftrage des Taucher.Net durch die Messehalle 3, immer auf der Suche nach Zielen oder Equipment, über die sich ein Bericht lohnen würde. Stellen Sie sich weiter vor, Sie kommen in Folge dessen an dem Stand einer indonesischen Tauchbasis vorbei und entdecken folgendes, dort ausliegendes Angebot:

Komplettangebot: 13 Übernachtungen, 18 Tauchgänge, Preis €498, inklusive einmal Massage, einmal Körpertherapie!

Übernachtungen sind klar verständlich, Tauchgänge eh, der Preis sowieso, auch Massagen bedürfen keiner weiteren Erklärung - aber Körpertherapie???

Sofort stürmt die Inhaberin auf uns zu (die sich im Hintergrund aufhaltende und sehr attraktive Tauchlehrerin wäre uns sogar noch lieber gewesen) und erkundigt sich, ob sie denn helfen könnte. Nach kurzem Geplänkel fasst Harry sich ein Herz und fragt besagte Besitzerin, was es denn nun mit dieser Körpertherapie auf sich habe:

Besitzerin: “Die Körpertherapie macht eine sehr schöne Indonesierin!” (Aha, jetzt wissen wir, WER es macht, aber immer noch nicht, WAS sie macht...)

Harry: “Ja, aber was genau ist eine Körpertherapie?” (Gut so, Harry: Investigativer Journalismus, wir wollen Fakten, Fakten, Fakten!)

Besitzerin, leicht verlegen: “Ja, hmm, also... das ist alles, was dem Körper gut tut.” (Die beiden T-Net´ler tauschen schnell einen Blick aus, die Fantasie schlägt Purzelbäume...)

Zu dem Zeitpunkt beschließt Linus, die Flexibilität des Angebotes zu überprüfen: “Kann man das denn auch tauschen, wenn es einem gefällt? Also zum Beispiel nur einen Tauchgang machen, dafür dann aber zwanzig Mal die Körpertherapie?”

(strafender Blick der äußerst attraktiven Tauchlehrerin aus dem Hintergrund...)


Besitzerin: “Das kommt drauf an, gegen einen geringen Aufpreis können wir Euch aber sicher öfter mal eine Körpertherapie vermitteln - die wird übrigens von einer wirklich attraktiven Indonesierin gemacht, sagte ich das schon?” (ohne Worte...)

Sollte einer der Leser dieses Angebot wahrgenommen haben, so ist die Redaktion für sachdienliche Hinweise dankbar - und falls die äußerst attraktive Tauchlehrerin auch hier mitliest: Wir sind gar nicht so schlimm. Ernsthaft nicht. Mit Dir würden wir auch tauchen gehen - ganz ehrlich...

Die Leiden des G. aus S.A. oder “Nächte des Grauens”

Nachts in einem Düsseldorfer Hotel: Die ganze Taucher.Net-Redaktion liegt im Bett und schläft friedlich und glücklich, um Kräfte für den nächsten Messetag zu sammeln. Die ganze Redaktion? Nein, ein kleines Dreibettzimmer entwickelt sich für den unschuldigen G. aus S. A. zu einem wahren Ort des Schreckens. Der Held unserer Geschichte hat als einfacher, gemeiner Reporter das unbeschreibliche Vergnügen, die Nacht gemeinsam mit zwei Mitgliedern der obersten Taucher.Net-Leitung zu verbringen - welch eine Ehre, welch eine Freude, welch eine... Aber widmen wir uns zum Einstieg der ersten Nacht zu:

Kaum hat er das Zimmer betreten, wurde unserem nicht ganz so jungen, aber umso pfiffigeren Helden schnell bewusst, dass diese Nacht vielleicht doch nicht ganz so erholsam verlaufen würde, wie beabsichtigt: “Ich glaube, ich habe da etwas blähendes gegessen” (Zitat Vorstand A) und “Das ist die kälteste Nacht überhaupt, da muss das Fenster zu bleiben” (Zitat Vorstand O).

Blähendes
...hier wurde das ein oder andere mal "Blähendes" zu sich genommen...

Hinzu kam noch unterstützend der Werbeprospekt einer “Gräfin”, die Züchtigungen und Bestrafungen jedweder Art anbot und der vorerst noch unschuldig auf dem Tisch des Hotelzimmers gelegen hatte. Natürlich (sie wissen ja, “investigativer Journalismus“) musste der Vorstand mittels Laptop sofort die Webseite der Gräfin aufsuchen, um “Fakten, Fakten, Fakten” zu recherchieren und jede einzelne davon wurde anschließend, bei zunehmender Geruchsentwicklung und weiterhin geschlossenem Fenster, auch lautstark kommentiert - zumindest soweit es unser nicht ganz so junger Held noch beurteilen konnte, der den Rest der Nacht, aufgerieben zwischen komatöser Begasung und akutem Sauerstoffmangel, im Delirium verbracht hat...

Das Grauen, Teil 2

Aber was sollte es, er war ja nicht nachtragend, hatte die Nacht trotz allem überlebt, den folgenden Tag überstanden und für die zweite Nacht hatte ihm der versammelte Vorstand aus der Güte des Herzens heraus sogar ein Einzelzimmer besorgt - Eine Oase der Ruhe und der Erholung erwartete ihn also, angereichert mit jeder Menge Frischluft, fernab jeder störenden Gräfin....

Wenn mag es da verwundern, dass unser Held sich nach dem Abendessen ein wenig dem Alkohol hingegeben hat, dass er das freudige Ereignis mit dem ein oder anderen Bier sowie einer nicht bekannten Menge an Cocktails feierte?

Zumindest erreichte er irgendwann sein Zimmer, öffnete leise die Tür, schlich sich hinein und stand nach wenigen Schritten im Bad, wo er sich das erste Mal traute, das Licht anzumachen. Der Blick in den Spiegel bestätigte ihm, dass er seine Grenzen vielleicht ganz leicht überschritten hatte und er wollte sich gerade der lang ersehnten, gasfreien und geräuscharmen Dusche zuwenden, als sein Blick weibliche Kosmetika streifte...

Schlagartig machte sich Panik breit, was war geschehen? Hatte er unter massivem Alkoholeinfluss etwa wichtige Stunden der jüngsten Vergangenheit verdrängt, hatte er vielleicht sogar eine hübsche Dame...????!

Ein Blick auf das Doppelbett stürzte ihn dann noch weiter in Richtung des Abgrundes - ansehnliche Dessous und mehrere leere Bierflaschen auf dem Boden brachten ihn zum Schwanken. Da kam ihm die Erleuchtung: Es MUSS das falsche Zimmer sein, es musste einfach... wie sonst sollte er sich das feine Parfüm erklären, welches in der Luft lag?

Einige große Schritte waren es nur bis zur Tür, er riss sie auf und schaute auf die magische Zahl 16: Wie ein Schlag traf ihn die Erkenntnis, dass die Zimmernummer stimmte, er sich nur nicht mehr an die vielleicht schönsten Stunden der Messe erinnern konnte...

Nun galt es, Schadensbegrenzung zu betreiben, zumindest der Name der Dame musste her; da traf ihn ein weiterer Schlag, ganz unvermittelt, diesmal aber noch deutlich härter: Dort lagen Schuhe der Größe 45 herum und auch Unterhosen, die sicher nicht zu seinen eigenen zählten! Was in aller Welt war geschehen, etwa eine Nacht zu Dritt???

Als wenn das nicht schon genug wäre, kam es jedoch für unseren Helden noch schlimmer: Die Bierflaschen, nein, das durfte nicht wahr sein, das konnte einfach nicht sein, ein Alptraum: Es war ALT-BIER!!!!

Wenn das herauskommen würde, er wäre erledigt, komplett und auf der Stelle. Die Sache mit der unbekannten Frau: Okay, das kann passieren, seine eigene Frau würde ihm sogar irgendwann einmal vergeben können, spätestens nach der Scheidung. Selbst das Ding zu Dritt konnte man noch irgendwie erklären, aber ALT-BIER????? Er wusste, er war erledigt! Das Einzige, was ihm jetzt noch blieb, das war die Flucht. Die Flucht zurück ins Dreibettzimmer und hin zu „Ich hab da was blähendes gegessen“ und „Das Fenster bleibt aber bei der Kälte zu“.

Bevor er jedoch endgültig flüchten konnte, musste er seinen Koffer mitnehmen, nur - wo bitte war der Koffer abgeblieben, wo ist SEIN Koffer hingekommen? Nichts zu finden, keine Spur davon. So langsam machte sich bei unserem Helden das Gefühl breit, Matrix Teil IV findet gerade hier statt, hier in Düsseldorf, während der Messe, in irgend einem Hotel, vor seiner Oase der Ruhe...

Aber für alles gibt es eine logische Erklärung: Der blanke Wahnsinn hat den Hotelier dazu bewegt, das Zimmer zweimal zu vermieten und den Koffer des armen Delinquenten einfach vor die Tür zu stellen! Und seine Redaktionskollegen, seine allerliebsten Freunde, sie haben NATÜRLICH nicht im Traum daran gedacht, ihn anzurufen! Warum auch, wäre doch der Spaß nicht halb so groß geworden und das blöde Gesicht unseres Helden nur halb so schön ausgefallen... DANKE SCHÖN!!!!!

An dieser Stelle möchten sich alle Kollegen bei Gunt... ähhhh, bei G. aus S. A. recht herzlich entschuldigen! Für alles was war, was ist - und vor allem für alles, was noch kommen mag...

Taucher.Net Intern oder “Willkommen im Popoclub”

Jessica ist schuld, keine Frage, schließlich hat sie den Laptop mit den Videos mitgebracht und somit ihre unschuldigen männlichen Kollegen fortan mit dem “Popoclub-Virus“ infiziert! Sie ist schuld daran, dass wir uns täglich zwei kleine einäugige Gestalten in Ledermasken, die eine gewisse Ähnlichkeit mit Bernie und Ert aus der Sesamstrasse verbindet, angeschaut haben (der eine mit länglichem Schädel, der andere mit einer Lache, die nach *grrrrrrr* klingt).

Popo Club beim Taucher.Net
Beweisbild aus der Live-Cam

Sie ist schuld daran, dass wir uns untereinander ab dem zweiten Messetag nur noch mit “Unbekannter Nr.1” und “Unbekannter Nr.2” begrüsst haben, dass unser Besprechungszimmer in “Darkroom” umgetauft wurde und dass die Melodie des “Babysitter Boogie” uns allen nicht mehr aus dem Kopf ging - wenn auch textlich leicht entfremdet...

Aber schließlich sind wir ja beim Taucher.Net und nicht beim Popoclub - und so war es nur eine Frage der Zeit, bis wir die Melodie mit einem passenden Text verbunden haben:

“Ich steh auf Sado-Maso-Tauchen jeden Tag,
darum die Doppel 12er ich so gerne trag.
In einem blöden Tümpel tauch ich dann die ganze Nacht,
es ist enorm, wie scharf Trilaminat mich macht.
Mein Buddy mit den schwarzen Flossen liebt es auch,
schlag ich ihm heftig auf den kurzen Faltenschlauch.
Nur Bungee-Schnürungen dürfen leider niemals sein - das ist gemein!

*klatsch* grrrrrrrrr.............

Sind vom tauchen wir alle ganz schön doll erregt,
fixier ich ihn mit meinem Reel dann an den Steg.
Er jammert, schreit und zerrt wie wild an seiner Leine,
die Long-Hose baumelt ihm jetzt locker durch die Beine.
Und wenn sein pralles Wing mir gar nichts mehr kann bieten,
dann werd ich ihn ganz einfach an nen Stroke vermieten.
Er muss dann ganz alleine mit ihm in den See hinein - das ist gemein!

*klatsch* grrrrrrrrrr..............”


Das somit legendäre:) Video finden "verrückte" Interessierte unter dem Suchbegriff "popo club" mit Google! (Sado Maso 3.94mb wmv)

Vorbereitung für abendliche Spiele?
...was machen die mit(in) Ihren Betten? - Vorbereitung für "abartige" Spiele?

Sonst ist uns noch aufgefallen...

...dass die Masse an neuen Safaribooten im Roten Meer immer direkt “der neue Maßstab” sein muss!

Sie übertrumpfen sich gegenseitig mit Teakholzdecks, Cocktailbars, Ledersitzgruppen, TV und DVD in den Kabinen, Lounge und Ölbildern an den Wänden - uns wären manchmal Boote lieber, die einfach nur saugemütlich und zweckmässig sind und auf denen Guides arbeiten, die sich nicht als Entertainer sehen, die ihre Gäste entsprechend den Fähigkeiten tauchen lassen und denen zu den Tauchgebieten mehr einfällt als “rechte Schulter hin, linke Schulter zurück”...

...dass von mancher “Tek-Organisation” mehr Ausbilder herumlaufen, als Kurse durchgeführt werden - und das oftmals kaum einer der “Instruktoren” die genauen Kursinhalte erklären kann.

TEK Instruktoren Tek-Instruktoren unter sich - eine Momentaufnahme der T.Net-Fete...

...dass nach der Taucher.Net-Party am Freitag zwar geöffnete Kondompackungen auf dem Stand gefunden wurden - die Redaktion an der Benutzung des Inhaltes jedoch vollkommen unbeteiligt war.

...dass einige Hersteller unglaublich in Technik investieren, Rebreather auf der Messe an jeder Ecke zu sehen sind - aber das Standpersonal oft daran zweifeln lässt, ob dieses überhaupt einen Tauchschein besitzt.

...dass sich die komplette Redaktion kurz nach der BOOT 2006 schon wieder riesig auf die BOOT 2007 freut - und auf all die Gesichter, die hinter den “Nicks” stecken!


Logo-Boot Unser Messetagebuch könnt Ihr
übrigens hier nachschlagen.




© 2006 - Text von Andreas + Gunther
© 2006 - Bilder - Taucher.Net


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