Ein Tauchurlaub der etwas anderen Art – oder das Erlebnis Wintercamping
und Tauchen
Von Erika Engelhardt
Seit einigen Jahren nutzen wir die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr
für einen Tauchurlaub. Nein, wir fahren weder nach Ägypten noch
auf die Malediven noch sonst wohin in die Wärme, wir machen Campingurlaub
am Kreidesee Hemmoor. Manch einer mag sich schütteln bei dem Gedanken,
aber wir haben Spaß. Na ja, so ganz vergleichbar ist es schon nicht
mit einem „Rundumsorgloshotelaufenthalt“ am Roten Meer und der dazugehörigen
„Allesinklusivetauchbasis“. Aber so ein Urlaub hat seinen eigenen
Reiz und bringt auf jeden Fall Erholung pur. Warum das so ist, will ich euch
in meinem Reisetagebuch vom letzten Urlaub erzählen.
Schon am 23.Dezember fahren wir morgens mit vollgepacktem Wohnmobil
los und haben Glück: die stauberüchtigte A 1 ist frei. Bei Ankunft
am Mittag in Hemmoor empfängt uns der schon fast übliche Regen - und der Wind bläst auch wieder, wir sind halt im Norden. Eingecheckt ist schnell und egal, wer in der Anmeldung der Tauchbasis Kreidesee
sitzt, ein paar nette Worte werden dort immer gewechselt. Auf dem Campingplatz angekommen
haben wir noch die freie Auswahl, sprich es ist nichts los. Und da wir heute noch tauchen
wollen, richten wir uns schnell ein und bauen die Ausrüstung zusammen.
Am See, Einstieg 1 sieht es nach „Action“ aus. Es liegen dicke Doppelpäckchen
nah am Wasser, ein Bötchen wird klar gemacht... Schnell wird noch vor
dem Abtauchen geklärt, was abgeht: Das Segelboot, welches liebevoll
hergerichtet und voll aufgetakelt in 11 m Tiefe auf der Straße lag, die Taucher erfreuen sollte und das vor einigen Wochen von ein paar Rowdies
auf den Seegrund versenkt wurde, soll gehoben werden. Wir sind neugierig
und schnell abgetaucht. Gemütlich tauchen wir zur Steilkante, wo noch
die Schleifspuren der Bootsversenkung zu sehen sind, und lassen uns hinunter
in die schwarze Tiefe gleiten.
Die Sicht ist super, so klar ist das Wasser im Sommer nicht. Die maximale
Tauchtiefe für Sporttaucher beträgt 45 m, mal schauen, was sich
so ergibt. Ab 44 m ist der Mast zu sehen, noch einen Meter tiefer und die
Lampen erfassen das Weiß der aufgetakelten Segel. Nein, tiefer darf
es hier nicht sein, obwohl es schon reizt...
Zwischendurch mal ein Blick nach oben, wer weiß was von oben herunter
kommt. Noch einmal umrunden wir das Boot – immer mit dem Blick
auf den Computer - und schon machen wir uns an den langsamen Aufstieg, schließlich ist Winter und auch auf der Dekotiefe ist das Wasser kalt.
Zufrieden beenden wir den ersten Tauchgang im versunkenen Wald. Da kann
es dann passieren, dass dicke Forellen zwischen den Baumkronen den Tauchern
entgegen kommen. Leider scheint heute keine Sonne, denn dann ist das Erlebnis
ganz besonders eindrucksvoll.
Im Winter reichen uns 50 bis 60 Minuten Tauchzeit, viel länger halten
wir es nicht aus. Zurück am Einstieg habe ich es dann ziemlich
eilig, zurück zum Wohnmobil zu kommen, mir den Anzug runterzureisen
und ganz schnell... ahhhhhhh, Erleichterung.
Auch beim zweiten Tauchgang des Tages, der aufgrund der späten Ankunft
und der Jahreszeit nur ein Nachttauchgang sein kann – mit den am Kreidesee
üblichen Einschränkungen – ist das Boot noch nicht gehoben. Wir
tauchen im oberen Bereich der Steilwand und dann durch das versunkene Wäldchen.
Die Bäume schimmern im Lampenlicht gespenstisch hell – es ist einfach
unvergleichlich. Das ist der beste Nachttauchplatz, den ich kenne. Im Winter
machen sich die Fische allerdings rar, neben einigen Barschen treffen
wir nur noch einen großen Zander – das ist halt der Nachteil beim Wintertauchen.
Nach dem Nachttauchgang gibt’s das Standardtauchergetränk: Kakao mit
Schuss. Wir haben einen Bärenhunger und hauen rein, was die Campingküche
so her gibt. Zufrieden, gleich am ersten Tag zwei richtig schöne
Tauchgänge gemacht zu haben, genießen wir den ersten Abend im
Wohnmobil. Das Wetter hat sich inzwischen beruhigt, es ist trocken und auch nicht
allzu kalt, dazu ist es himmlisch ruhig draußen.
Am nächsten Morgen lassen wir erst einmal unsere leergetauchten Flaschen
füllen. Die Basis öffnet um 9 Uhr, die ersten Tagesgäste
warten schon. Das Schöne am Tauchen im Winter ist, dass auch um 11
Uhr noch Chancen bestehen, den Rüttler als erstes Team zu betauchen
und die phänomenalen Sichtweiten zu genießen. Im Sommer sieht
es da ganz anders aus. Wer nicht um 8 Uhr auf der Plattform steht und zum
Abtauchen bereit ist, taucht nur noch im Modder der Vorgänger. Wir
marschieren also los, mit der Doppel-7 und der 15er auf dem Rücken
vom Campingplatz zum Einstieg 3. Das macht warm, lockert die Muskeln und
garantiert einen entspannten Tauchgang zurück zum Einstieg 1.
Auf dem Campingplatz tut sich inzwischen etwas, es kommen noch mehr Weihnachtsflüchtlinge
an und bauen Wohnwagen und Vorzelt auf. Wir freuen uns schon auf eine
abendliche gemeinsame Runde mit alten Bekannten.
Auch an diesem Tag gibt’s einen zweiten Tauchgang, dieses Mal als Halbnachttauchgang.
Und so geht’s weiter. Jeden Tag werden zwei Tauchgänge genossen. Morgens
ein tiefer und nachmittags darfs dann etwas weniger sein, sonst summiert
sich die Dekozeit zu stark. Der Tagesablauf ist ziemlich ähnlich: Aufstehen,
Füllen und Tauchsachen fertig machen, erster Tauchgang, ausgiebiges
Frühstück, Lesen oder Ruhen, zweiter Tauchgang, kleiner Imbiss,
Tauchgangsnachbereitung, Aufräumen etc., Kochen, Essen, Spülen,
Duschen, Lesen, Reden und Schlafen. Alles in allem kein Stress, viel Ruhe,
Abschalten, nette Gespräche. Auf ein Fernsehgerät verzichten wir
mit Absicht, wir wollen die Tage selbst gestalten und uns nicht berieseln
lassen.
Was sich am zweiten Weihnachtsfeiertag schon abzeichnete, ist am nächsten
Morgen dann Gewissheit. Es hat nachts geschneit, draußen ist alles
weiß. Auch abgekühlt hat es mittlerweile mächtig, aber vom Tauchen
hält uns das nicht ab. Die Organisation ist nur etwas anders, die Tauchgeräte
dürfen nicht so lange in der Kälte stehen, sonst frieren die nassen
Ausrüstungsteile ein. Anfällig sind die Inflatoren, die Vereisungen
lösen sich erst wieder im Wasser. Auch die Anzüge können
nicht mehr auf den Stangen draußen hängen, sie frieren fest.
Beim Versuch, meinen gefrorenen Neoprentrocki anzuziehen, bleibe ich hängen.
Die Füßlinge sind in 90 Grad-Stellung festgefroren, ich komme
mit den Füßen nicht um die „Kurve“. Mit den Händen versuche
ich das Material soweit aufzutauen, dass ich reinschlüpfen kann. Wie
es den Händen danach ging, muss ich sicher nicht beschreiben.
Die Temperaturen sind inzwischen bei minus 5 Grad angelangt und ein kalter
Ostwind pfeift über den Platz. Im Wohnmobil ist es dagegen mollig warm.
Wir sind beruhigt - eine Reservegasflasche ist vorhanden, denn nachts läuft
die Heizung durch. Die Tauchsachen sind im hinteren Teil in einer extra
„Garage“ untergebracht, werden auch leicht geheizt und so zumindest vor
dem Festfrieren gehindert. So richtig trocken wird nichts, was soll’s, das
Neopren lässt sich sowieso nass viel besser anziehen. Etwas einfacher
haben es im Winter die Wohnwagenbesitzer mit Vorzelt. Mit Gasofen beheizt,
dient das Vorzelt als Ausrüstungslager.
Nach fünf Tagen und 10 Tauchgängen ist „Dekotag“. Wir fahren
mit den Fahrrädern zum Einkaufen nach Hemmoor. Auf den Radwegen und
Nebenstraßen liegt eine festgefahrene Schneedecke, die Landschaft
sieht wunderschön romantisch aus, und wir genießen die ca. zwei Kilometer lange Strecke zum Supermarkt. Da wir öfters Campingurlaub
machen, haben wir schon Erfahrung mit der Logistik und können
eine Woche ohne Einkaufen auskommen. Frische Brötchen gibt’s jeden Tag
an der Basis.
Danach machen wir noch einen langen Spaziergang, genießen die
schneebedeckte Landschaft und die Ruhe rund um den See.
Am Abend bleibt die Campingküche dann kalt, wir leisten uns mal `was
und gehen zum Griechen essen, der fünf Minuten vom Campingplatz entfernt,
direkt am See gelegen ist.
Dann wird es spannend. Für die Nacht gibt es eine Unwetterwarnung
und großes Schneechaos im Norden ist vorausgesagt. Am nächsten
Morgen liegen zwar 10 cm Neuschnee – aber das angekündigte Chaos ist
ausgeblieben. Wir haben noch einmal Glück gehabt. Insgesamt liegen
jetzt ca. 20 cm Schnee. Da sind schon mal Außenarbeiten angesagt.
Das Dach muss geräumt werden, denn der Schnee lastet ziemlich schwer
auf dem Dach. Von der Basis bekommen wir eine Leiter geliehen und unser Wohnmobil
kann vom Schnee befreit werden. Vorne hängen lange Eiszapfen vom Alkoven
herab und das Schmelzwasser tropft auf die Motorhaube. Auch hier sind ab
und zu Instandhaltungsarbeiten angesagt. Nein, langweilig wird es nicht.
Zwischendurch genießen wir immer wieder die Tauchgänge, wir
können einfach nicht genug kriegen von diesem Gewässer. Es ist
unser absoluter Lieblingssee und im Winter genießen wir ihn ganz besonders.
Sobald wir abgetaucht sind, ist aller Stress vergessen. Das Blubbern der
Ausatemluft beruhigt und trägt zum meditativen Empfinden des Tauchgangs
bei. Die Kälte ist nicht zu spüren, Orientierungsprobleme gibt
es hier nicht, es ist einfach Genießen angesagt. Wenn dann auch noch
die „Dekoforellen“ uns die Wartezeit versüßen, dann sind wir
rundum zufrieden und glücklich.
Sylvester ist dann richtig was los auf dem Campingplatz. Alle Mietwohnwagen
sind belegt, weitere Wohnmobile und Wohnwagen stehen auf dem Campingplatz
und die hübschen Ferienhäuschen sind auch alle voll. Abends sitzen
wir mit den Campingnachbarn im Vorzelt und jeder hat interessante Stories
zu erzählen. Wie es halt so unter Tauchern ist. Um Mitternacht wird
draußen weiter gefeiert und heftig gezündelt und geknallt. In
Hemmoor ist dieses Mal besonders viel los und das Feuerwerk glitzert und
knallt bis weit nach Mitternacht.
Das sonst obligatorische große Feuer am Grillplatz brennt in diesem
Jahr nicht. Niemand hatte Lust, das zwar reichlich vorhandene, aber nasse
Holz anzuzünden, zumal uns das Wetter noch einmal einen Streich gespielt
hat. War es heute Morgen noch minus drei Grad, erwärmte es sich mittags auf plus drei Grad. Es begann zu tauen und später auch noch zu regnen.
An Neujahr ist morgens alles glitschig und wir schlittern vorsichtig zum
Tauchplatz. Haben wir uns doch extra bei der nächtlichen Feier zurück
gehalten, um am letzten Tag noch zwei Tauchgänge genießen zu
können. Es ist ruhig hier und außer uns sind nur wenige Taucher
unterwegs. Nach dem Nachttauchgang dann - wir sind noch beim Ausziehen - kommt jemand von dem gegenüberliegenden Wohnwagen mit zwei leckeren
Bierchen an. Von der Sylvesterfeier waren noch Reste im Fass übrig geblieben und so bekommen wir dann unser Dekobier gereicht. Anschließend sitzen
wir noch bei dieser Tauchgruppe im Vorzelt und helfen, das Fass zu leeren.
Nette Stories und viel Taucherlatein gibt es auch hier.
Am nächsten Morgen ist dann Packen angesagt, alles muss reisesicher
verstaut werden. Wie immer ist es ein bisschen traurig, wir würden
gerne noch länger bleiben. Wir freuen uns dann, Ende Februar
wieder zu kommen.
Tauchplatzkarten in Hülle und Fülle - aus der ganzen Welt gibt es auf unserer Kartenseite. Hier sind viele in- und ausländische Tauchplätze verzeichnet, und mit unseren Karten kann man sich prima auf den Tauchgang vorbereiten.
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Revolution, Sicherheit, nachhaltiger Tourismus, politische Lage, medizinische Faktoren - viele Punkte beeinflussen die aktuelle Wahl von Ägypten als diesjähriges Tauchziel. Wie sieht das bei dir aus?
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Oasis, Marsa Alam (16.05.2012) Waren im April als ruhesuchendes Paar 2 Wochen im Oasis. Schon der von D aus über das Hotel gebuchte Flughafentransfer hat hervorragend funktioniert, wir wurden per PKW abgeholt und direkt ins Oasis (mehr) Yunost Accord Hotel, Odessa (13.05.2012) Aufenthalt: 5.-11. Mai 2012 Das Hotel liegt im Süden von Odessa am Ende des „französischen Boulevard“ in der Nähe des Strandes. Mit dem Auto/Taxi sind es in das Stadtzentrum etwa zehn Minuten. Aber (mehr) Three Corners Fayrouz Plaza,.. (12.05.2012) Ich war vom 04.05.2012 bis 11.05.2012 im Three Corners Fayrouz Plaza. Gebucht hatte ich das Hotel aufgrund der Tauchbasis Extra Divers und den guten Bewertungen bei Holiday Check. Das Hotel liegt (mehr)