RedTech - Ausrüstungstest

 Geschrieben von Linus

RedTech - Wings und mehr aus Kroatien

ein Ausrüstungsbericht von Andreas Geschke

R.I.D (RID) Wing - RedTech - Taucher.Net Ausrüstungsbericht Neben den schon seit längerem auf dem deutschen Markt etablierten Marken versuchen auch immer mehr Newcomer, sich ihren Anteil am Markt der modular aufgebauten Wings zu sichern.
Einer dieser Hersteller ist RedTech aus Kroatien, der mit vielen neuen Ideen aufwartet und sich allein schon optisch von den Mitbewerbern unterscheidet - wir haben uns RedTech mal etwas genauer angeschaut:

Firmengeschichte

Angefangen hat die Geschichte von RedTech vor über fünf Jahren, als sich die drei kroatischen Tec-Taucher Jurica Bezak (RedTech-Eigentümer), A. Plancic und N. Lukas Gedanken darüber machten, wie sie ihr bestehendes Equipment besser auf ihre individuellen Bedürfnisse anpassen können - heraus kam das QSS-Harness (Quick Slide System), ein System, welches eine sichere und schnelle Einhandbedienung zulässt, das Gewicht gleichmäßig verteilt, sich auf jede Figur einfach einstellen lässt und das sich der Eigentümer auch patentrechtlich hat schützen lassen.

Mittlerweile bietet RedTech dazu 4 verschiedene Wingsysteme an, zwei davon wählbar mit 22 oder 40 Kilogramm Auftriebsvolumen, ein Selbstentwickeltes Backplate-System sowie das ein oder andere Goody, welches der technische Taucher oder der ambitionierte Sporttaucher gerne sein eigen nennt. Einen Überblick über das komplette Angebot gibt es unter www.redtech.hr, das für den deutschen Markt besonders interessante R.I.D-Wing haben wir einer genaueren Prüfung unterzogen.

R.I.D. 2.0 - der optische Eindruck

RID Wing - RedTect - Taucher.Net Ausrüstungsbericht
Für unseren Praxistest haben wir das an den momentan gefragten DIR-Style angelehnte R.I.D. 2.0 mit 22 Kilogramm Auftrieb gewählt. Schon beim erstens Blick fällt die ungewöhnliche Form des Backplate auf:

Anders als die üblichen, aus einem Stück beschaffenen Varianten besteht dieses aus einem durchgehenden Längsteil, welches mit 2 “Querträgern” versehen ist. Der untere davon lässt sich auf 2 Positionen fixieren, einmal für Benutzer unter 180cm, einmal für größer Gewachsene. Das Wing selber wird dann mittels vier Schrauben an den Querträgern befestigt und besticht direkt durch seine durchgestylte Optik: Der Namensschriftzug ist an beiden Seiten des Wing zweifarbig eingestickt und taucht auch an anderen Stellen wieder auf (Schnalle, Inflatorfixierung etc.). In Verbindung mit der gelungenen Farbgebung und der glänzenden Backplate sieht das Teil laut Umfrage im Bekanntenkreis schon edel aus....

RID Wing - RedTech - Taucher.net


Die Außenhülle ist aus 1000 dtex ballistik Nylon gefertigt, innen beschichtet und ein ebenso großer wie stabiler Reißverschluss ermöglicht die Kontrolle der aus Nylon Cordura gefertigten Blase. Der runde Inflatorschlauch ist mittig auf dem Wing angeordnet und besitzt keinen Schnellablass, der Inflator selber lässt sich extrem feinfühlig und gut dosieren.

Eine Besonderheit ist der auf der Rückseite angebrachte einzige Schnellablass, der zur Flaschenseite hinzeigt und nicht zum Taucher selber (DIR-ler bitte weglesen: Er hat sogar einen Bommel!). Vorab schon: Die Funktion war tadellos, nachdem man sich an die ungewohnte Seite gewöhnt hat, die Luft entweicht subjektiv noch besser....

RID Harness - RedTech - Taucher.Net
Bebänderung nach DIR

Als Harness kommt hier nicht das patentierte QSS zum Einsatz, sondern eine DIR-Bebänderung in Form eines durchgehenden Gurtbandes, an dem 5 verstellbare D-Ringe angebracht sind. Ferner zählen zum Lieferumfang noch 2 Schulterpolster sowie eine ausklappbare Tasche, die z.B. zum Transport einer Ersatzmaske oder von Wet Notes dient.

Der Praxistest

Schon beim heben des Wings merkt man den ersten Unterschied zu anderen, da fehlt doch etwas? Genau, ca. 1,5 bis 2kg Gewicht im Vergleich zu einer herkömmlichen Backplate! Angenehm auf Reisen, muss das fehlende Gewicht beim tauchen jedoch durch eine erhöhte Bleimenge ausgeglichen werden.

Überhaupt war Blei das Thema, was zumindest mir am meisten Gedanken machte: Durch die Bauform der Rückenplatte ist es nicht möglich, das sonst so gern verwendete P-Weight (Blei in der Falz des Backplate) anzubringen. Gemeinsam mit dem Verlust an Gewicht beim Backplate selbst summiert sich das auf 5 Kilogramm, die nun anders angebracht werden müssen. Bleigürtel, Hosenträgerbleigurt? Nicht wirklich optimal. Am Harnessgurt befestigte Bleitaschen? Auch nur suboptimal: Einmal zieht es am Gurt, zum zweiten passt der Trimm nicht mehr so, drittens stören die Taschen dort eh. RedTech selber bietet Bleitaschen an, die an dem Teil des Harness zwischen Schulter und Hüfte befestigt werden - leider standen diese uns aber für den Test nicht zur Verfügung, ferner verhindern sie die Anbringung der Back-up-Lampe an der gewohnten Stelle....

Bleitaschen des RID Wings - RedTech - Taucher.net
Bleitaschen des RID Systems

Wer die Möglichkeit hat, Blei selber in Form zu bringen: Ein Bleistück in Form einer längeren Tafel Schokolade lässt sich hinten am Backplate verschrauben. Falls sonst noch jemand einen guten Tip hat: Bitte beim Autor melden :-)

Tadellos dagegen der Sitz der Backplate am Rücken, da wackelt nichts, das passt wunderbar, da drückt nichts - hier ist das RedTech-System jeder normalen Backplate überlegen! Wer es nicht glaubt: Ausprobieren!

Ein weiterer Pluspunkt für die RedTech-Variante: Monoflaschen passen ohne Single-Tank-Adapter und sitzen somit auch deutlich dichter am Taucher - das hochschlagen der Wingflügel indes kann die Bauform der Backplate auch nicht verhindern. Hier merkt man, dass das R.I.D. in erster Linie für den Einsatz von Doppelpaketen gebaut ist, aber zumindest ohne großen Aufwand auch mal mit einer Monoflasche getaucht werden kann.

Besonders interessant sind die durch die offene Bauform möglichen Varianten der Schlauchführung: Von oben kommend, können der Ersatzregler- sowie der Finimeterschlauch (evtl. auch der Inflatorschlauch des Trocki) zwischen Taucher und den Querstreben der Backplate herlaufen: Weit abstehende Schläuche sollten damit endgültig der Vergangenheit angehören...

Inflatorbedienung, Wasserlage, Verarbeitung: Auch hier gibt sich das R.I.D. 2.0 keine Blöße, alles auf dem bekannt hohen Niveau der gängigen Mitkonkurrenten. Einziger kleiner Nachteil ist die Anordnung des Inflators, der mit dem Mundstück Richtung Schulter zeigt - auch wenn er sich leicht drehen lässt, wäre eine Ausrichtung Richtung Mund sinnvoller.

Nach dem Tauchgang kann sich der R.I.D.-Besitzer schon mal auf Anfragen anderer Taucher einstellen: Ein weiteres Zeichen dafür, dass die Optik ankommt und das Konzept Interesse weckt!

Wer sich mit dem Konzept des Backplates nicht so anfreunden kann oder wer nur ein neues Wing für sein bestehendes Backplate sucht, wird bei RedTech trotzdem fündig: Alle Wings sind auch in “Standartausführung” zu bekommen!

Die ersten Vertriebspartner der kompletten RedTech-Palette in Deutschland sind www.divecenter-online.de sowie www.aqua-tek-point.de, die beide auch Testmöglichkeiten anbieten (Infos hierüber auf der jeweiligen Homepage) - weitere Vertriebspartner werden noch gesucht.


RID Wing - RedTech - Ausrüstungsbericht Taucher.Net

Fazit

+ gelungene Optik
+ interessantes Konzept der Backplate
+ neue Möglichkeiten der Schlauchführung
+ gute Verarbeitung
+ reichhaltige Ausstattung
+ kein Monoflaschenadapter erforderlich
+ reisefreundlich dank geringem Eigengewicht
+ perfekter Sitz der Backplate am Rücken
+ anpassbar an die Körpergröße

- höherer Bleibedarf wegen fehlendem Eigengewicht der Backplate
- Stellung des Inflators
- keine Möglichkeit, handelsübliches V-Weight anzubringen


Hersteller:
Vertrieb :

Aktueller VK:
RED-Tech
Divecenter-Online
Aqua-Tek-Point

600,00 EUR


Lieferumfang:
  • “QSS” Schnellverschlusssystem
  • einstellbares Harness Gurtsystem
  • Edelstahl Backplate
  • 5 einstellbare Edelstahl D-Ringe
  • Tasche für Ersatzmaske oder Werkzeug
  • Rückenpolsterung
  • austauschbare Blase
  • Auftrieb: 22 kg – 210 N
  • maximale Tankgröße:
  • single: 1 x 18 L (216mm Durchmesser)
  • double: 2 x 10 L (171mm Durchmesser)
  • verstärktes 1000D Anso-tex ballistic Nylon
  • Inflator: 1
  • Schnellablass: 1
  • Blasen: 1
  • Größen: S/M (Taille 60-80cm), M/L (Taille 80-100cm), L/XL (Taille 100-120cm), XXL (Taille 120-140cm)


© 2006 - Andreas Geschke
© 2006 - Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von RedTech



Infos

Wracktauchers Paradies. Die Solomonen. Taucht ein in Olis Solomonen-Wrackführer. Dort gibt es Wracks in Hülle und Fülle, und auch zu der Historie der untergegangenen Schiffe ist jede Menge zu lesen. Tauch ein in die Solomonen


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