Ein tropisches ABC

 Geschrieben von Oli
Text © 2006 Oliver Meise
Fotos © 2004 Dos & Bertie Winkel

Ein ABC der ABC-Inseln Aruba, Bonaire und Curaçao findet sich in dem 177 Seiten umfassenden Buch von Jeanette van Ditzhuijzen mit dem Titel Oog op Aruba Bonaire Curaçao bzw. dessen deutscher Übersetzung Blick auf Aruba Bonaire Curaçao.

Eine Kurzbiografie der Autorin ist dem Buch auf Seite 7 vorangestellt. Hier werden auch die beiden Bildautoren Dos und Bertie Winkel, er Natur- und Unterwasserfotograf sie Natur- und Kulturfotografin, vorgestellt.
Denn das Buch Blick auf Aruba Bonaire Curaçao strotzt vor gut gemachten Bildern dieser beiden durch Arbeiten für National Geographic, BBC Wildlife und diverse Auszeichnungen bekannten Fotografen.


Weiße Strände und sonnige Hotels an der Küste von Aruba

Da verwundert es nicht, daß sich der Gouverneur der Niederländischen Antillen, Mr. Frits Martinus de los Santos Goedgedrag, es sich nicht nehmen ließ auf Seite 8 ein Vorwort für dieses Buch zu verfassen.

Dann geht es auch schon los - auf den folgenden drei Seiten werden im ersten und gleichlautenden Kapitel die Drei Inseln, zwei Länder, ein Königreich unter geographischen, sprachlichen und finanziellen Aspekten vorgestellt.

Das zweite Kapitel widmet sich auf den Seiten 11 bis 38  den Historischen Sehenswürdigkeiten von Aruba, Bonaire und Curaçao. Hier erfährt der geneigte Leser sowohl die Hintergründe der ersten Besiedelungen indianischen Ursprungs und der spanischen sowie holländischen Kolonisatoren, wie auch von den auch heute noch existierenden historischen Bauwerken und der mit ihnen verbundenen meist recht farbenfrohen Architektur der Antillen.


Nächtliche "Skyline" der Punda an der Annabai auf Curaçao

Im Schwerpunkt sind dies natürlich die diversen militärischen Befestigungen -die Forts- aber auch Plantagen, Landhäuser, Bürgerhäuser aus der Kolonialzeit in Punta und Otrobanda und die neoklassizistischen Häuser der wohlhabenderen Gesellschaftsschicht in Scharloo und Pietermaai.


Landhaus in der Slagbaai auf Bonaire

Weltbekannt sind auch die Sklavenhütten der in den Salzpfannen Bonaires arbeitenden Regierungssklaven.


Im Vordergrund Flamingos, dahinter die Sklavenhäuser

Sorgfältig restauriert stehen sie heute nahe am Meer und täuschen über die kargen Lebensverhältnisse der Unfreien von 1850 hinweg.

Die Seiten 38 bis 44 beschreiben in einem dritte Kapitel anhand der wirtschaftlichen Entwicklung, nämlich dem Aufstieg und Niedergang des Sklavenhandels, des Bergbaus, der Ölindustrie, der Plantagenwirtschaft, der Salzgewinnung und des Booms in der Tourismusbranche und auf dem Sektor der Finanzdienstleistungen,   Armut und Reichtum auf Aruba, Bonaire und Curaçao.


Salzpfannen auf Bonaire - früher Stätte von Sklavenarbeit

Kapitel Nummer 4 geht auf den Seiten 44 bis 48 auf die mehr kulturellen Themen Katholizismus, Karneval und Kommunion ein und deren Bedeutung für die Menschen der Inseln. Beides hat seine Wurzeln in der spanischen Kolonisierung bzw. dem afrikanischen Ursprung der Einheimischen und ist fest verwurzelt in der Seele der Menschen dort.

Auf den Seiten 48 bis 82 geht es dann für uns Taucher zur Sache, denn dort werden Die ABC-Inseln unter Wasser beschrieben. Schwerpunkte bei der Beschreibung bilden natürlich die ökonomisch durch den Tourismus eminent wichtigen Korallenriffe mit ihrem farbenprächtigen Bewuchs, ....


L:Oranger Elefantenohrschwamm mit Hornkoralle
R: Becherschwamm

....die für die Jungfische so wichtigen roten Mangroven....

...auf deren Wurzeln stellenweise sogar ein Urwald von Grünalgen wächst...

....und auf deren Boden sich bunte Mangrovenquallen tummeln.

Es folgt auf den Seiten 82 bis 107 das Kapitel 6 mit einer landeskundlichen Darstellung wo es um Die ABC-Inseln über Wasser geht. Diese handelt von den manchmal recht wildromatischen Küsten....


Öde Nordküste Arubas

....mit ihren Mangrovenwäldern...

....sowie vom Landesinneren mit besonderem Blick auf die hier speziell ins Auge fallenden Tierwelt wzB. der Papageien, Flamingos....

...Möven....


Aztekenmöven auf leeren Meeresschneckenmuscheln bei Lac auf Bonaire

....Sittiche, Esel....


Braunwangensittich auf Suche nach Nistmaterial

..... und Reptilien.


Leguane bei Sonnenbad am Strand von Sorobon auf Bonaire

Das letzte Kapitel beschäftigt sich auf den Seiten 107 bis 137 mit den Naturschutzparks von Aruba, Bonaire und Curaçao. Diese können zT. natürlich auch betaucht werden. Besonders hervorgehoben sei hier der Unterwasserpark Aruba mit seiner üppigen Flora und Fauna wzB. erstaunlich intakten Stern- und Feurekorallen, ....

.... Putzergarnelen auf Riesengoldrosen,...

.... vorwitzigen Segelflossen-Blennies, ....

.....sowie zahlreichen Wracks wzB. dem hier am 10. Mai 1940 selbstversenkten 4.363 BRT großen und 121m langen HAPAG-Frachtdampfer SS Antilla. Aber auch der Bonaire National Marine Park ....

....und der Curaçao Underwater Marine Park stehen in beidem nicht nach, kann man doch zB. in letzterem ebenfalls nicht "nur" auf neugierige Perlen-Kofferfische treffen...

...sondern auch noch das bunt bewachsenen Wrack des Schleppers MS Saba in der Zufahrt zur Caracasbai ....

.....und das 400 BRT große und 50,25m lange Wrack des Frachters MS Superior Producer in der Hafenzufahrt von Curaçao betauchen.



Den Abschluß im Buch macht eine Liste mit den Namen der erwähnten Tiere -inklusive deren lateinischen Namen-, die Nennung der Peronen,Firmen und Institutionen die bei der Erstellung des Buches besondere Mithilfe geleistet haben und last but not least eine Literaturliste mit den für diesen Fotoband zu Rate gezogenen Fachbüchern über die Niederländischen Antillen.

Unterm Strich ein gelungenes Buch von Einheimischen, die lange Zeit auf Bonaie gelebt haben und mit dem notwendigen Hintergrundwissen und schöner Illustration in diesem Buch allen Antilleninteressierten diese schönen Inseln näherbringen !

ejenigen, die sich für dieses gebundene Buch mit Hardcover-Einband im Format von 24,9cm x 29,1cm x 1,8cm interessieren, können es direkt beim Herausgeber Dos Winkel bestellen. Es kostet 36 Euro, wobei die Versandkosten schon inklusive sind.


Infos

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