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Onlinemagazin - 65. Ausgabe - Wrack UB 116 in Scapa Flow - Der Kommandant




 Geschrieben von Oli und Harry

Emsmann war mit 26 Jahren zwar noch ein junger Hüpfer, aber entstammte einer Familie mit Marinetradition - der Vater war Konteradmiral. Er selbst war 1910 mit 18 Jahren als Seekadett in die Kaiserliche Marine eingetreten und hatte noch vor Beginn des 1. Weltkrieges, auf dem Linienschiff SMS Thüringen dienend, sein Offizierspatent erhalten.

Nach seiner Beförderung zum Oberleutnant zur See kam er auf die Panzerkorvette SMS Württemberg, um hier seinen Torpedooffizierslehrgang zu absolvieren.


SMS Württemberg

Dieser gefiel ihm ausnehmend gut und sollte den Grundstein für seinen späteren Wunsch zum Übertritt zur U-Waffe legen. Doch erst kam er noch zur III. Minensuch-Division, wo er einen Monat als Wachoffizier auf einem Minensucher eingesetzt wurde, um dann wiederum für einen Monat bei der XV. Torpedoboots-Halbflottille als Wachoffizier auf einem Torpedoboot zu fahren. Sein erstes eigenständiges Kommando führte er ab Juni 1916 auf dem zur I. Handelsschutz-Halbflottille gehörenden Minensucher M 32.


M 102 - baugleiches Schwesterboot zu M 32

Nach über einem Jahr hatte er es im September 1917 geschafft und kam auf die U-Bootschule Kiel. Dort erhielt er auf dem U-Boothebeschiff SMS Vulkan seine Kommandantenausbildung.


Photo: A. Renard, Kiel
Aus Sammlung Stiftung Traditionsarchiv Unterseeboote

Der Januar 1918 begrüßte ihn als fertigen U-Bootkommandanten, so dass er sofort das Schulboot SM UB 5 als Kommandant übernehmen konnte.


UB 5 in Zeebrügge
Photo: Stiftung Traditionsarchiv Unterseeboote

Am 28. Februar erhielt er sein erstes Frontboot: das zur U-Flottille Flandern gehörige SM UB 10 - bisher unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Fritz von Twardowski.


UB 10 in Zeebrügge
Photo: Stiftung Traditionsarchiv Unterseeboote

Hiermit fuhr er zwischen dem 17. März und dem 14. Mai drei Einsätze an der englischen Ostküste. Ohne selbst zum Schuss zu kommen, konnten gegnerische Suchdrachen das Deck des U-Bootes schwer beschädigen. Doch Emsmann schaffte es, sein Boot aus den Fängen der Suchdrachen zu winden und wieder nach Hause zurückzukehren. Das Kommando über SM UB 10 gab er am 17. Mai an Oberleutnant zur See der Reserve Willy Stüben ab und erhielt schon am nächsten Tag ein anderes Frontboot der U-Flottille Flandern: SM UB 40 -bisher unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Karl Dobberstein.


UB 40 auf See
Photo: Stiftung Traditionsarchiv Unterseeboote

Hiermit führte er zwei Feindfahrten an die englische Ostküste durch. Während der letzten Feindfahrt löste Emsmann am 30. Juli südlich der Humber-Mündung einen Torpedo auf einen Einzelfahrer. Der Torpedo ging vorbei und alarmierte die Besatzung des Dampfers. Diese riefen einen britischen Zerstörer zu Hilfe, der SM UB 40 einige Wasserbomben aufs Haupt warf. Zwei dieser Wasserbomben verursachten einen schweren Wassereinbruch im Maschinenraum und starke Schäden an den Akkumulatoren der E-Maschine. Emsmann gelang es trotzdem, sein Boot nach Hause zu bringen. Bis dato hatte er damit 26 Schiffe mit insgesamt 9.238 BRT - meist Fahrzeuge der britischen Fischereiflotte versenken können. Außerdem hatte er zwei weitere Schiffe mit insgesamt 3.162 BRT schwer beschädigt. Dafür wurde er mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse und dem Hamburger Hanseatenkreuz ausgezeichnet.
Da das Boot wegen der erlittenen Schäden langfristig nach Brügge in die Werft mußte, gab Emsmann das Kommando über SM UB 40 am 31. Juli ab. Sein nächstes Kommando war ab dem 4. Oktober 1918 SM UB 116.


UB 104 auf See - baugleich mit UB 116
Photo: Stiftung Traditionsarchiv Unterseeboote

Die erste Feindfahrt mit dem neuen Boot begann am 15. Oktober. SM UB 116 lief aus Wilhelmshaven auf dem Ostweg aus, um die englische Ostküste anzusteuern. Am 21. Oktober erhielt das Boot aber die Funkmeldung, dass der Handelskrieg gegen den Feind eingestellt worden wäre, weshalb SM UB 116 den deutschen Flottenstützpunkt auf Helgoland anlief und am 24. Oktober dort auch festmachte. Was war passiert?



TIPP:Leider gibt es auch immer wieder Tauchunfälle. Unsere Unfallseiten bieten die Möglichkeit, darüber zu diskutieren und aus Fehler anderer zu lernen.


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