Die amtliche Meldung der Britischen Admiralität zum Verlust dieses
U-Bootes lautet wie folgt:
Um 22.21 Uhr am 28.10.1918 wurden an den Horchempfangsgeräten
in Stanger Head an der Südostecke von Flotta bzw. an der Westseite
der Einfahrt nach Scapa schnell laufende Maschinen schwach gehört.
Ehemalige Horch- und Wachstationen
in Scapa Flow
Um 22.35 Uhr wurden die Geräusche als die eines Motors - möglicherweise von einem U-Boot - ausgemacht. Kein Schiff wurde erwartet und
keine Lichter wurden gesehen. Die Scheinwerfer wurden angestellt, das Minenfeld
wurde scharf gemacht und jeder Schiffsverkehr unterbrochen. Um 23.30 Uhr
wurde ein U-Boot in der Lichtsperre gemeldet - mit Kurs unmittelbar auf die
Hoxa-Haupteinfahrt. Zu dieser Zeit wurden Maschinengeräusche an den
Instrumenten in Flotta Mining Hut gehört. Um 23.32 Uhr zeigten die
elektrischen Melder, dass ein Boot dicht bei den Minen war. Die Minenreihe
wurde gezündet, die Geräusche hörten danach auf...
Bei Tagesanbruch am 29.10.1918 fand man, dass Öl an der
Explosionsstelle hochkam, 58°50`N und 3° 4`W. Es wurden Wasserbomben auf Grund
geworfen. Große Mengen Luft und Wrackstücke kamen hoch, unter
denen sich ein Marinewachmantel befand. Taucher stellten das Wrack eines
U-Bootes fest, das als UB 116 ausgemacht wurde.
Damit war es offiziell: Emsmann und seine Besatzung hatten es nicht
geschafft. Ihr gefahrvoller Einsatz und letztlich die Hingabe ihres Lebens
für das gedachte Ziel waren nicht von Erfolg gekrönt gewesen.
Besonderes Pech! Denn der 1. Admiralstabsoffizier des Befehlshabers
der Unterseeboote, Kapitänleutnant Saalwächter, teilte später
in einem Brief an den Vater von Hans Joachim Emsmann mit, dass nur
besondere Umstände zum Misserfolg der Unternehmung von SM
UB 116 geführt hatten.
Anläßlich der Waffenstillstandsverhandlungen kam Kapitänleutnant
Saalwächter nämlich auch mit britischen Marineoffizieren ins
Gespräch. Hierbei stellte sich heraus, daß britische Ausgucks
am Nachmittag vor dem Abend, als SM UB 116 nach Scapa Flow
eindringen wollte, ein U-Boot - nicht SM UB 116 - bei Kap Wrath gesichtet
hatten. Man schloss auf britischer Seite daraus, dass etwas gegen
Scapa Flow im Gange sei und verschärfte die Bewachungsmaßnahmen.
Nach Meinung des britischen Offiziers hätte ansonsten die Unternehmung
von SM UB 116 unter gewöhnlichen Rahmenbedingungen viel Aussicht
auf Erfolg gehabt.

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