| Revolution !
Aber selbst wenn alles plangemäß verlaufen wäre: "Kameraden"
in der Heimat machten allem einen Strich durch die Rechnung. Die Hochseeflotte
war nämlich nun schon aus ihren diversen Heimathäfen ausgelaufen
und ankerte zum Sammeln auf der Schillig-Reede vor Wilhelmshaven. In der
Nacht vom 29. auf den 30. Oktober sollte dann Dampf aufgemacht werden, um
auszulaufen. Heizer der Linienschiffe SMS Thüringen und SMS Helgoland rissen aber die Feuer aus den Kesseln und weigerten sich auszulaufen.

So ging es auch auf dem Linienschiff SMS Markgraf...

...und dem Linienschiff SMS König.

Matrosen des Kleinen Kreuzers SMS Straßburg wollten ihr
Schiff sogar versenken !

Daraufhin wurden etwa 1.000 Aufrührer festgenommen und vom kaisertreuen
III.Geschwader nach Kiel in das dortige Marinegefängnis gebracht.

An ein Auslaufen der Flotte war nun nicht mehr zu denken.
Rote Fahnen über U-Booten im U-Boothafen Kiel
Photo:
Stiftung Traditionsarchiv Unterseeboote
In Kiel brodelte es aber nun. Dort kam es in den folgenden Tagen zum
Kieler Matrosenaufstand, der sich dann über das ganze Reichsgebiet
ausdehnte.
Demonstration von Matrosen in Wilhelmshaven
Am 9. November kam es dann zur doppelten Ausrufung der Republik in Berlin.
Philipp Scheidemann rief von einem Fenster des Reichstags die erste Deutsche
Republik aus.

Karl Liebknecht proklamierte am Stadtschloss seinerseits die "Freie
Sozialistische Republik".

Ironie der Geschichte: Die revolutionären Schiffe versanken ebenfalls
in den Fluten Scapa Flows. Denn die Hochseeflotte musste sich unter
den Kanonen der jetzt total obsiegenden Alliierten in die Internierung
begeben und wurde in Scapa Flow konzentriert. Nicht selten mit überwiegend
roten Besatzungen.
Der Verbandschef der internierten Hochseeflotte, abgeschnitten von
zuverlässigen Nachrichtenverbindungen, musste im Juni 1919 von
einem Scheitern der Versailler Friedensverhandlungen ausgehen und gab zuverlässigen
Mannschaften den Befehl zur Selbstversenkung
- was größtenteils auch geschah.

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