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Mit Helm zum Hochdruck ?!
Testbericht: Tragbare Kompressoren von Ralph Wilhelm
Ob man nun auf einer Tauchexpedition am Ende der Welt oder nur am Baggersee
nebenan ist, mit leeren Flaschen taucht sich schlecht. Ralph Willhelm hat
sich die tragbaren Kompressoren einmal näher angesehen.

David und Goliath, der kleine Komptec Mini und der große Bauer
Oceansus
sind Sieger des nachfolgenden Langzeittests.
Licht und Schatten, so könnte man das Ergebnis des Vergleichs- und Dauertests
von tragbaren Kompressoren zusammenfassen. Aber Halt, was ist überhaupt
ein tragbarer Kompressor? Wenn man weit ab von der nächsten Füllstation
unterwegs zum Tauchen ist, so benötigt man einen Kompressor der einerseits
netzunabhängig ist, da man ja nicht überall die passende Steckdose
findet, und andererseits nicht zu schwer sein sollte. Maximal 60 kg und Verbrennungsmotor
waren somit die Teilnamebedingungen für diesen Kompressortest. Und damit
kamen die Modelle von insgesamt vier Herstellern in Frage: Bauer, Coltri,
IDE und KompTec. Zwar haben mache der Hersteller mehrere Modelle, die diese
Bedingungen aufweisen, es wurde jedoch hier nur ein Modell pro Hersteller
unter die Lupe genommen. Was bedeutet, dass die 4 Kandidaten sowohl im Labor
wie auch in der Praxis ihr Können unter Beweis stellen mussten.

Bei 40 Grad mussten sowohl der Bauer (im Vordergrund) wie auch der
Koptec
(links im Hintergrund) bei diversen Tauchkursen ihre Praxistauglichkeit unter
Beweis stellen.
Grau ist alle Theorie
Noch bevor die erste Flasche gefüllt werden konnte, galt es sich die
mitgelieferte Bedienungsanleitung zunächst einmal näher an zu sehen.
Wer keine Erfahrung mit Kompressoren hat, kann durch falsche Bedienung oder
Wartung seine teure Luftpumpe nämlich recht schnell schrotten. Glücklicherweise
sind alle Bedienungsanleitungen für die Verdichtereinheiten vollkommen
ausreichend, was Erstinbetriebnahme wie den normalen Betrieb und die Wartung
angeht. Wer einen Schraubenschlüssel halten kann, kommt auch mit den
Wartungsanleitungen klar.
Die Motoren weisen bei allen Herstellern eine eigene Anleitung auf. Hier
sei nur kurz angemerkt, dass alle 4 Testteilnehmer einen Honda-Motor aufweisen.
Während es sich bei Bauer, Coltri und IDE um das 4 KW Aggregat handelt,
kommt der Komptec aufgrund seiner niedrigeren Füllleistung mit dem 1,9
KW Motor aus. Die Motoren sind über jeden Zweifel erhaben. Millionenfach
in Rasenmähern und Generatoren im Einsatz haben sie ihre Qualität
einwandfrei bewiesen. Die Anleitung des Motors ist zwar kurz aber auch für
den Unbewanderten leicht verständlich.
Maße und Masse
Vor dem Anlassen wurden zunächst Maße und Masse der Probanden
mit vollem Tank im einsatzbereiten Zustand überprüft. Ergebnisse
können aus nebenstehender Tabelle entnommen werden.
Kompressor
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Maße (L x B x H)
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Masse
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Komptec Mini
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56, x 30 x 37 cm
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19,5 kg
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Bauer Oceanus
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77 x 35 x 42 cm
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51,3 kg
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Coltri MCH6
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76 x 32 x 37 cm
|
37,16 kg
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IDE T 110 H
|
72 x 35 x 43 cm
|
48,28 kg
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Läuft der Motor und damit der Kompressor erst einmal, standen zunächst
zwei Tests auf dem Programm: Füllleistung und Lautstärke. Wie viele
Liter Luft ein Kompressor in der Minute drückt, ist eines der wichtigsten
Kriterien. Interessant ist diese Messung vor allem im Vergleich zu den Herstellerangaben.
Der Komptec Mini, um mit dem Kleinsten anzufangen, ist mit 70l/min angegeben
und braucht für die 10l-Flasche von 0 auf 200 bar genau 28:05 Minuten,
was einer realen Füllleistung von 71,22 l/min entspricht. Nach dem gleichen
Verfahren wurde auch die Lieferleistung der anderen Probanden ermittelt.
Der Coltri der mit „ca. 100 l/min“ angegeben, bringt es auf 95 l/min. Der
IDE, der wie seine Typenbezeichnung schon sagt, 110 l/min füllen soll,
brachte es aber nur auf knappe 103 l/min. Der Bauer Oceanus-B, mit 140 l/min
angegeben, brachte es hingegen auf 141 l/min.
Der Komptec Mini im Einsatz. Große Flaschen, wie hier die liegende
Doppel-20, dauern halt etwas länger. Ein Zusatzfilter ist, wenn es um
sauerstoffkompatible Füllungen für Mischgas geht, bei allen Kompressoren
notwendig.
Bezüglich der Lautstärke gaben sich die 4 Kandidaten hingegen kaum
etwas. Gemessen wurde auf einer refflektionsfreien Fläche in 1m Abstand
vom Kompressor in einer Höhe von 165 cm. Es wurde von jeder Seite eine
Messung gemacht und die höchste gewertet. Mit 91 dB(A) Schalldruckpegel
war der Bauer der leiseste Kandidat, dicht gefolgt vom Komptec mit 93 dB(A)
und dem Colti sowie dem IDE mit jeweils 94 dB(A). In der Praxis sind diese
Unterschiede aber unerheblich. Wichtig ist jedoch, dass Lärm dieser
Stärke zu bleibenden Gehörschäden führen kann. Man sollte
daher, wenn man sich länger in der Nähe des Kompressors aufhält,
auf jedem Fall einen Gehörschutz tragen. Darüber hinaus gilt es
aber zu bedenken, dass ein laut ratternder Kompressor am Seeufer nicht gerade
zur Imageverbesserung des Tauchsportes beiträgt.

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Wie viel Krach macht ein Kompressor?
Dazu wurden mittels eines professionellen Schalldruckmessgerätes die
Werte ermittelt.
Ohne Gehörschutz können bei allen Geräten Gehörschäden
drohen.
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Anlassen bei Kälte

Abendstimmung am See. Der Komptec wie der Bauer starteten bei Kälte
beim ersten
Versuch, die anderen beiden Geräte benötigten bis zu 23 Anreißversuche.
Es soll ja auch Taucher geben, die sich von – 10 Grad Außentemperatur
und Schnee nicht abschrecken lassen. Wie sieht es also mit den Kaltstarteigenschaften
der Kandidaten aus. In einer Klimakammer wurden die Geräte daher für
12 Stunden auf 3° heruntergekühlt. Dann wurde versucht den Motor
zu starten. Hierbei gingen der Bauer und der KompTec eindeutig als Sieger
hervor. Beide starteten nach dem ersten Zug am Startseil. Der IDE benötigte
11 Zugversuche, der Coltri sogar 23. Erklärbar ist dieses Ergebnis durch
den Aufbau der Kompressoren. Bei Coltri und IDE sind die Motoren über
Keilriemen fest mit den Verdichtereinheiten verbunden. Zieht man den Motor
an, so dreht man automatisch den Kompressor mit. Das Ergebnis ist doppelter
Widerstand. Der Bauer hingegen verfügt über eine Fliehkraftkupplung,
die den Keilriemen und somit den Kompressor erst ab einer gewissen Motordrehzahl
„zuschaltet“, wohingegen beim KompTec die Keilriemenspannschraube
einfach mit der Hand gelockert wird. Somit hat man bei Bauer und KompTec
nur gegen den Motor „zu kämpfen“, was sich nicht nur im Winter
positiv bemerkbar macht.

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Starthilfe:
Beim Komptec kann man Motor und Kompressorblock mittels der Spannrolle des
Keilriemens trennen, beim Bauer geschieht dies automatisch über eine
Fliehkraftkupplung. Somit lässt sich der Motor, vor allem bei Kälte,
leicht starten.
Der gegenteilige Test, das Anlassen nach 12 Stunden Lagerung bei 40 Grad,
war für alle Geräte problemlos. Die Probanten sprangen nach dem
ersten Ziehen an. Lediglich der Tester erlitt fast einen Hitzeschlag.
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Druckhalteventil
Bei fest installierten Füllstationen hat man am Ende des Füllschlauches
ein Absperrventil, damit man die volle Flasche abhängen kann, ohne die
Füllleitung entleeren zu müssen. Neben diesem praktischen Grunde
hat dieses sogenannte Druckhalteventil auch noch maßgeblichen Einfluss
auf die Lebensdauer des Filters. Durch ständigen Druckwechsel fällt
nämlich in der Filterpatrone Kondensat aus, was zu einem unnötigen,
vorzeitigen Verschleiß der Patrone führt. Daher verwundert es,
dass einzig der Bauer ein Druckhalteventil aufweißt. Bei allen anderen
Kompressoren ist es daher nötig, wenn die Flasche voll ist, das Hochdrucksystem
über die Ablassschraube(n) ganz zu entlüften. Hat man mehrere Flaschen
zu füllen, so ist dies, neben dem erhöhten Filterverschleiß
auch zeitraubend und nervig. Lediglich beim Mini ist dies nicht so negativ
zu bewerten, da dieser einen anders konstruierten Kondensatabscheider aufweist,
so dass bei einem Druckwechsel die Filterpatrone nicht so stark belastet
wird und daher auch auf eine hohe Filterstandzeit kommt.
Gefährliche Ansaugung
Bei einem Kompressor mit Verbrennungsmotor ist es extrem wichtig, dass auf
gar keinen Fall die Abgase des Motors vom Kompressor angesaugt werden. Sollte
dies doch passieren, so sind Kopfschmerzen unter Wasser noch das harmloseste,
was passieren kann. Je nach Tauchtiefe und Grad der Verunreinigung besteht
hier akute Lebensgefahr. Es gab daher wegen Motorabgasen in Tauchflaschen
leider schon diverse tödliche Unfälle. Daher ist es vollkommen
unverständlich, das bei Coltri und IDE der Ansaugstutzen für die
Kompressorluft und der Auspuff des Motors auf praktisch gleicher Höhe
liegen. Beachtet man beim Aufstellen die Windrichtung nicht oder dreht der
Wind während des Füllens, so besteht die akute Gefahr, dass die
Motorabgase angesaugt und in die Flasche gefüllt werden. Es sollte eigentlich
selbstverständlich sein, dass ein Kompressor mit Verbrennungsmotor über
eine verlängerte Ansaugleitung für Frischluft verfügt. Dass
bei Colti die verlängerte Ansaugleitung als Option abgeboten wird, ist
nicht wirklich hilfreich. Erst auf Nachfragen erklärte man sich dort
bereit, in Zukunft alle Kompressoren mit Verbrennungsmotor auch mit verlängerter
Ansaugung auszurüsten. Aufgrund der fehlenden verlängerten Ansaugleitung
wurden sowohl der Coltri wie auch der IDE vom Praxistest ausgeschlossen.
Die Ansaugung (grüner Pfeil) beim Coltri war Anlass das Gerät
von weiteren Versuchen auszuschließen, da die Gefahr besteht, dass
bei drehendem Wind Abgase aus dem Auspuff (roter Pfeil) angesaugt
werden.
Das gleiche trifft für die Ansaugung (grüner Pfeil) des
IDE zu, die fest am Kompressorblock ebenfalls bei drehendem Wind aus dem
nur rund 60 cm entfernten Auspuff Abgase ansaugen kann, was tödlich
enden kann.
KompTec und Bauer verfügen ab Werk über eine nach oben geführte
Ansaugung. Bei KompTec wird ein Schlauch sowie zwei Stäbe mitgeliefert.
Ineinander gesteckt verankert man die Stäbe in einer Buchse auf der
Oberseite des Kompressors. Der Schlauch ragt dann gut einen Meter über
das Gerät. Ähnlich funktioniert es auch beim Bauer. Zwei Rohre
werden erst ineinander und dann in die Ansaugöffnung gesteckt. Auch
hier liegt die Ansaugung dann gut einen Meter über dem Kompressor. Anzumerken
wäre beim Bauer, dass die Rohre zum Transport in zwei Öffnungen
unterhalb des Keilriemens gesteckt werden und so platzsparend immer dabei
sind.
Die Geräte im Einzelnen
Coltri

Der Coltri MCH6
Besonders negativ fiel, wie bereits erwähnt auf, dass der Coltri ab
Werk nicht über eine verlängerte Ansaugung verfügt, sondern
die Atemluft auf der gleichen Höhe ansaugt wie der Auspuff sitzt. Zwar
befinden sich Auspuff und Ansaugung an gegenüberliegenden Seiten des
Gerätes, aber wenn die Windrichtung dreht sind diese knapp 60cm nicht
ausreichend um eine eventuelle Ansaugung der Verbrennungsgase zu verhindern.
Daher wurde der Coltri, wie der IDE, für eine Praxistest nicht berücksichtig.
Interessant war auch, das sowohl der Coltri wie der IDE keinen normgerechten
Füllanschluss aufweisen. Gemäß der EN 144-2 (Euro-Norm) muss
eine „Gewindeverbindung für Atemluft bis zu 250 bar“ eine Länge
von 20 mm ohne Hinterdrehung aufweisen, was bei beiden vorgenannten Geräten
nicht der Fall war. Zwar birgt diese Normverletzung in der Praxis keine direkten
Nachteile aber dennoch sollte die Norm eingehalten werden.
Weder der Coltri noch der IDE weisen einen normgerechten Füllanschluss
auf. Die Anschlüsse der beiden Geräte sind vom Gewinde, das in
das Flaschenventil geschraubt wird her zu kurz (links), wie der direkte Vergleich
mit einem normgerechten Füllanschluss (rechts) zeigt.
Darüber hinaus gab es weitere Kritikpunkte am Coltri. Der Eingriffschutz
in sich drehende Teile, von denen ein Kompressor ja reichlich hat, war nicht
konsequent durchgeführt, so dass hier ein Verletzungsrisiko bleibt.
Dafür wurde auf der anderen Seite allerdings mit Sicherheitshinweisen
übertrieben. Aufkleber auf dem Tank raten unter anderem zum Tragen einer
Schutzbrille, von Handschuhen und eines Helms. Während eine Schutzbrille
keine Nachteile mit sich bringt, aber auch nicht notwendig ist, sollten Handschuhe
doch dringlichst vermieden werden, da in der Nähe von sich drehenden
Teilen immer die Gefahr besteht dort mit Handschuhen hängen zu bleiben.
Vollkommen unverständlich bleibt jedoch der Sicherheitshinweis einen
Helm zu tragen. Es dürfte ehre unwahrscheinlich sein, dass einem während
des Füllens der Himmel oder der Kompressor auf den Kopf fällt.
Der Warnhinweise auf dem Tank einen Helm zu tragen befremden doch ein wenig.
Negativ viel auch die Eingriffsicherheit auf, wie man hier an den gut zugänglichen,
sich im Betrieb schnell drehenden gelben Blättern des Ventilators erkennen
kann.
Die Warnhinweise auf dem Bauer hingegen sind praktisch und ausreichend.
Ebenfalls noch anzumerken wären Konstruktionsmängel. Betätigt
man den Kondensatablass, so spritzt das Kondensat automatisch das Gerät
selbst voll. Darüber hinaus steht die Ablassschraube so über, dass
sie leicht beim Transport irgendwo hängen bleiben kann und so Schaden
nimmt.
Die Kondensatablässe des Coltri stehen unglücklich über
und beschmutzen
beim Ablassen des Kondensates das Gerät.
IDE

Der IDE T 110 H
Wie der Coltri verfügte das Testgerät von IDE ebenfalls nicht über
eine verlängerte Ansaugung so dass auch hier sich die Ansaugung auf
gleicher Höhe und ebenfalls nur 60 cm vom Auspuff entfernt befindet.
Daher wurde ebenso auf einen Einsatz dieses Gerätes im Praxistest verzichtet.
Ebenso ist wie bereits erwähnt der Füllanschluss des IDE nicht
normgerecht. Darüber hinaus weißt auch der IDE leider konstruktive
Mängel auf. Der Griff des Startseils liegt hinter dem Tragegriff so,
dass er nicht direkt zu erreichen ist.
Beim IDE liegt der Handgriff für das Starterseil ungünstig hinter
dem Tragegriff, muss man mehrfach ziehen, so kann man hier leicht schmerzhaft
anstoßen.
Der Öleinfüllstutzen der Verdichtereinheit liegt so im Gerät,
dass man ohne zusätzlichen Trichter diesen nicht erreichen kann. Auch
das Entfernen des Deckels bedarf erheblicher Fingerfertigkeit, da dieser
schwer zugänglich im Gehäuse verborgen ist. Die Kondensatablassschrauben
sitzen sehr nahe an einem während des Betriebs heißen Rohres,
so dass hier Verbrennungsgefahr besteht.
Beim Betätigen der beiden aus dem roten Filtergehäuse herausragenden
Kondensatablassschrauben kann man sich an den heißen silberfarbenen
Leitungen oder dem Zylinderkopf die Finger verbrennen.
Auch die Ölablassschraube gab Anlass zur Kritik. Es handelt sich um
einen Kugelhahn, der bei einer Verstellung um 90 Grad öffnet. Hier fehlt
jedoch eine Sicherung. Sollte man den Hahn durch unglückliche Umstände
öffnen ohne es zu merken, so dürfte die Verdichtereinheit beim
nächsten Betrieb einen erheblichen Schaden erleiden.
Positiv fielen der 210 cm lange Füllschlauch sowie die automatische
Abschaltung beim Erreichen des Enddruckes von 224 Bar auf. Leider kollidiert
der Füllschlauch, wenn er ordnungsgemäß verstaut ist mit
dem Tragegriff, was den Transport erschwert.
Der Füllschlauch (schwarz) kollidiert mit dem Tragegriff (blau),
der goldfarbene Deckel, aus dem der dünne blaue Schlauch kommt ist der
Öleinfüllstutzen. Dieser ist sehr schwer zugänglich.
KompTec

Der Komptec Mini
Der kleine und leichte Mini weiß zu überzeugen. Zwar sind 70 l/min
nicht berauschend, aber im Verhältnis zu seiner Größe und
zu seinem Preis von 1890.- € (empf. VK) ist der Mini ein Großer. Er
weißt alles auf, was ein guter Kompressor haben muss. Natürlich
muss man bei einem so kompakten Gerät gewisse Zugeständnisse machen.
So weist der Mini keine Befestigung für das Ende des Füllschlauch
mit Manometer auf. So empfiehlt es sich zu Transport den Füllschlauch
abzuschrauben, was ohne Werkzeug leicht möglich ist. Auch der im Lieferumfang
enthaltene Ansaugschlauch mit Gestänge findet nicht am Kompressor direkt
Platz. So ist es hier empfehlenswert eine zweite Kiste für die Schläuche,
Kompressor und Motoröl, Ersatzfilter und Benzin mit zu führen.
Benzin ist notwendig, da der Motor einen recht kleinen Tank aufweist und
man daher regelmäßig nachfüllen muss.
Positiv fiel beim Mini auf, dass im Kompressorteil eingebaute Schauglas zur
Ölkontrolle auf, welches die obligatorische Ölkontrolle vor jedem
Einsatz deutlich erleichtert.
Das Schauglas am Kompressorblock erleichtert
die Kontrolle des Ölstandes ungemein.
Auch die Pflegearbeiten wie Öl- oder Filterwechsel sind problemlos durchführbar.
Von Vorteil ist auch die separate Keilriemenspannung, die es dem Nutzer mit
einem Handgriff erlaubt, den Keilriemen nachzuspannen oder zu lösen.
Letzteres ist vor allem beim Anlassen sinnvoll und erspart einem mehrfaches
Ziehen des Motorstarters selbst bei tiefen Temperaturen.
Auch beim Komptec ist der Kondensatablass mittels eines Schlauches
gut gelöst.
Der Kleine hat sich in der Vergangenheit auf diversen extremen Tauchexpeditionen
bestens bewährt. Darüber hinaus wird er regelmäßig zum
pumpen von Argon (Isoliergas zum Füllen des Trockentauchanzuges) eingesetzt.
Obwohl Argon aufgrund seiner hohen Dichte extrem Anforderungen an den Kompressor
stellt erfüllte der Mini auch diese Aufgabe klaglos und zur vollsten
Zufriedenheit.
Die Rändelschraube unter dem braunen Schlauch ist die Öleinfüllung.
Gut und leicht zugänglich. Nach Jahren intensiven Gebrauchs hat nur
der schwarze Lack des Mini etwas gelitten.
Bauer

Nach 5.000.000 Litern Gas bis auf minimale Gebrauchsspuren
immer noch im perfekten Zustand: der Bauer Oceanus.
Der Bauer Oceanus B ist in jeglicher Hinsicht das Maß aller Dinge.
Er ist mit allen Features ausgerüstet, die man von einem modernen Kompressor
erwartet. Ein wenig Luxus, dazu perfekte Verarbeitung, weltweiter Service
und jahrzehntelanges Know-how. Der Preis von 4355,80 € (empf. VK) ist dafür
dann auch berechtigt. Die Fliehkraftkupplung sorgt für leichtes Anlassen
unter allen Umständen, das Gerät kann selbst bei einem Neigungswinkel
von bis zu 20 Grad betrieben werden, die Bedienung in der Praxis ist einfach
und schnell zu bewerkstelligen. Auch der Wechsel der sog. Triplex-Filterpatrone
ist einfachst und in kürzester Zeit erledigt.
Optimal: Durch zwei Schläuche wird beim Bauer das Kondensat bei
Betätigung der dreieckigen schwarzen Kondensatablässe abgeblasen.
Die Finger und der Kompressor bleiben sauber.
Die Komandozentrale des Honda Motors des Bauers: der gut zugängliche
Griff des Starterseils, darüber der gelbe Gashebel, links Benzinhahn
und Choke.
Nachdem der Labortest abgeschlossen war, wurde der Bauer bei mehr als 400
eigenen Tauchgängen, auf diversen Expeditionen und unzähligen Kursen
zum Einsatz gebracht. Dabei wurden eine Gasmenge von mehr als 5.000.000 Liter
Gas gefüllt, was 2.500 10l Flaschen entspricht. Es wird hier in diesem
Zusammenhang absichtlich nicht von Luft gesprochen, da auch das für
die Herstellung von Trimix notwendige Edelgas Helium in großen Mengen
über den Kompressor gefüllt wurde.
Alles dabei: im Gehäuse sind zwei Öffnungen
vorgesehen, die zum Transport der verlängerten Ansaugung dienen. Dahinter
(hellgrau) ist der Deckel der Öleinfüllöffnung des
Motors mit integriertem Peilstab zu sehen.
Mehrfach wurde auch fertiges Trimix über den Bauer von einer Flasche
in eine andere gepumpt. Zusammenfassend kann man die Leistung die der Bauer
während dieser Zeit gezeigt hat nur als perfekt subsumieren. Trotz teilweise
extremer Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt oder oberhalb der 40 Grad
Marke verrichtete der Bauer seinen Dienst steht’s vorbildlich. Regen und
Schneefall steckte er dabei ebenso locker weg wie Tausende von Kilometern
im voll gepackten Auto eingekeilt zwischen Doppel-18 und Verpflegung.
Auch in Details ist der Bauer perfekt: der gut zu erreichende Öleinfüllstutzen
mit Messstab (Orange), dahinter die Halterung für Füllschlauch
und INT-Adapter. Der Filter in der Ansaugung (Bildmitte unten) ist
leicht zugängig. Im dahinter liegenden Loch wir die verlängerte
Ansaugung eingesteckt.
Allgemeines
Egal für welchen Kompressor man sich entscheidet, es gibt gewisse Grundregeln
zu beachten. Regelmäßige Pflege und Wartung ist für die Lebensdauer
und die Luftqualität entscheidend. Zu jedem Kompressor gehört ein
gewisses Zubehör wie Motoröl, Kompressoröl, Benzinkanister,
Bedienungsanleitung, Ersatzfilter und Gehörschützer. Der Filter
ist um die notwendige Gasqualität zu garantieren regelmäßig
zu wechseln. Die Wechselintervalle hängen sowohl vom Temperatur, Luftfeuchte,
Benutzungsfrequenz und natürlich der Benutzungsdauer ab. Es ist sinnvoll
hier entsprechende Aufzeichnungen zu machen, damit der Filter rechtzeitig
getauscht werden kann. Beim Punkt Gehörschützer sollte man bitte
daran denken, nicht nur die eigenen Ohren zu schützen, sondern auch
die Ohren und Nerven von Unbeteiligen. Das Rattern des Kompressors mag von
Tauchern als die schönste Musik zwischen zwei Tauchgängen empfunden
werden, für Unbeteiligte ist es schlicht nerviger Lärm. Daher den
Kompressor immer so aufstellen, dass der Lärm niemand belästigt.
Die Qual der Wahl
Eigentlich fällt die Entscheidung ganz einfach. Wer einen tragbaren,
netzunabhängigen Kompressor braucht, für den kommt nur ein Bauer
oder der KompTec (heute Mavotec) in Frage. Beide haben sich im Praxistest
unter härtesten Bedingungen über Hunderte von Füllungen bestens
bewährt. Die Modelle von IDE und Coltri sind aufgrund der im jeweiligen
Abschnitt genannten Punkte nur bedingt empfehlenswert. Die Frage ob Bauer
oder KompTec ist letztlich auch recht einfach zu beantworten. Wer nur mit
seinem Tauchpartner mal so übers Wochenende zum Tauchen fährt,
also nur zwei oder drei Flaschen füllen muss, der ist mit dem KompTec
hervorragend bedient. Wer mit seinem Kompressor auch mal im Flugzeug verreisen
möchte oder abgelegene Tauchplätze zu Fuß aufsucht, für
den ist der kompakte und leichte Mini ebenfalls die richtige Wahl. Der Bauer
hingegen ist für diejenigen, die schnell größere Mengen an
Luft brauchen, also entweder im Bereich des TEC-Tauchens oder weil es gilt
mehr als zwei Flaschen zügig zu füllen. Auch für den Einsatz
auf dem Tauchboot ist der Bauer die erste Wahl. Für Vereine ist der
Bauer der ideale Reisekompressor ebenso wie für Tauchläden.
Herstelleradressen
www.bauer-kompressoren.de
www.mavotec.de (KompTec)
www.ide.de
www.coltrisub.it
Relevanz eines solchen Tests
Die hier getesteten Modelle sind, da es sich ja unter anderem um einen Langzeittest
unter Realbedingungen über Jahre handelt, teilweise nicht mehr aktuell.
Alle Hersteller haben mittlerweile verbesserte/weiterentwickelte Modelle
der hier getesteten Geräte im Programm bzw. haben komplett neue Modelle
angekündigt. Dennoch ist der vorliegende Test jedoch richtungsweisend.
Ein Hersteller, der bisher ein Gerät gebaut hat, welches eklatante Mängel
aufweist, dürfte Mühe haben, diese bei der nächsten Generation
alle beseitigt zu haben, schließlich beweisen die Mängel, das
es zum Teil an grundsätzlichem Verständnis fehlt. Ein Hersteller
hingegen, dessen Gerät sich in diesem Test als sehr geeignet erwiesen
hat, von dem ist auch zu erwarten, dass das nachfolge Modell diesem Standard
entspricht. Darüber hinaus gibt es einen großen Markt für
gebrauchte Kompressoren. Und gerade hier kann dieser Test als Entscheidungshilfe
bares Geld wert sein. |
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Der Autor

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Ralph Wilhelm
Jahrgang 1967, war nach seinem Studium der Betriebswirtschaft zunächst
als Journalist für das Deutsche Waffen-Journal tätig, bevor er
in die Industrie wechselte, wo er heute für Brenneke, den weltweit führenden
Hersteller von Flintenlaufgeschossen, als Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung
tätig ist. Seit 1989 ist er im Sporttauchen aktiv, seit 1993 als TL
1 und seit 1996 als TL 2 (FIT/CMAS-Germany).1994 begann er sich für
das technische Tauchen zu interessieren und absolvierte im Juni 1995 seinen
ersten Höhlentauchgang. Zwangsläufig setzte er sich in der Folgezeit intensiv
mit den Gebieten Mischgas-, Tief- und Rebreathertauchen auseinander.
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Als Journalist, Unterwasserfotograph
sowie als aktiver Taucher nahm er an diversen internationalen Tauchexpeditionen
teil und kann auf über 50 Veröffentlichungen in der Fachpresse,
unter anderem das "Handbuch technisches Tauchen", sowie diverse Vorträge,
zum Beispiel auf der G-Tech verweisen. Als Full-Cave Instruktor und Instructor-Trainer
bildet er heute im technischen Tauchen für PATD Höhlen-, Mischgastauchen
und Gasblender aus, als Mitglied der EKPP ist er im Rahmen der Tauchprojekte dieser Gruppe
tätig.
© 2006 - Ralph Wilhelm
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01.12.2008 16:35 Taucher Online : 174 Heute 11313, ges. 30280473 Besucher
 
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