1. Auflage 2005, durchgehend bebildert und illustriert
ISBN 3-440-10456-7,
Kosmos Verlag,
VP 19,95 €
Herbert Frei ist wohl der "Grandseigneur" der Unterwasserfotografie
in unseren Landen. Seit den 70er Jahren fotografiert er unter Wasser und
seine Bilder haben eine beachtliche Anzahl an Auszeichnungen errungen. Der
Autor mehrer Tauchführer und Fotobände brachte nun auch ein Buch
über digitale UW-Fotografie mit Kompaktkameras heraus, dass wir hier
vorstellen möchten.
Über die Unterwasserfotografie, die seit dem Aufkommen der kompakten
Digitalkameras in ihren kompakten Gehäusen vor einigen Jahren boomt,
habe ich schon mehrfach berichtet. Fotografieren will gelernt werden, das
gilt für digitale ebenso wie für analoge Fotografie; und genauso
für Über- wie Unterwasser.
Bilder von Herbert Frei wird wohl mit Sicherheit jeder Taucher kennen bzw.
irgendwann schon gesehen haben. Sie füllen ganze Bücher und wurden
in Tauchmagazinen ebenso abgedruckt wie in Periodika für Naturliebhaber
oder auch beispielsweise Angler.
Speziell seine Fischfotos im Süßwasser machten ihn bekannt, waren
über lange Zeit praktisch "Maß der Dinge" und gelten zurecht als
Klassiker in dieser fotografischen Disziplin.
Auch im Süßwasser meist unverzichtbar: Kunstlicht
Die jahrzehntelange Erfahrung des Autors spiegelt sich dann im Text wieder.
Dass hier kein "Newbie", sondern ein "alter" Fotograf schreibt,
merkt man auch daran, dass wie selbstverständlich auf die
Blendenberechnung aus Blitzleitzahl und Entfernung hingewiesen wird. Richtig!
Und Unterwasser dividieren wir die Leitzahl vorher noch durch 2,3
Ein Wissen und Begreifen der Fotografie, das seit den Zeiten des AUTO-(auch
"Idioten-" oder "Knipser-") Modus an den Kameras - nicht nur Unterwasser
- weitgehend verloren ging!
Keine rote Farbe unter Wasser ohne Kunstlicht
Sehr hilfreich sind die vielen Praxistipps, beispielsweise wieder über
die Blitzmodi von Kompaktkameras - und welche Bedeutung sie unter Wasser besitzen.
Diese Informationen gehen hier in eine Tiefe, welche die in anderen mir bekannten
Büchern zum Thema übertrifft.
Der richtigen Be-Licht-ung und Be-Leucht-ung, dem "Um und Auf"* jedes (gelungenen
UW-) Fotos wird im Buch ganz besonderes Augenmerk geschenkt. Umfangreiche
Informationen und Tipps zu Kamerasteuerung und -Modi beim Arbeiten mit internen
und externen Blitzgeräten oder alternativ- UW-Scheinwerfern zeugen auch
hier von Wissen und der Erfahrung des Autors, der dies hier an den Leser
weitergibt.
Die Seegurke im Visier: Ausleuchtung durch Scheinwerfer
Auch der, wenn richtig eingesetzten, auch mal sehr reiz- und stimmungsvollen
Schwarzweiß-Fotografie unter Wasser wird hier ein Subkapitel gewidmet.
Auch der richtigen Bildgestaltung nimmt viel Platz im Buch ein. Nicht
nur die Physik ist ja unter Wasser dem Fotografen unbedingt positiv gesinnt.
Ein Foto kann noch so gut ausgeleuchtet sein und ein interessantes Motiv
haben. Wenn die Bildgestaltung nicht stimmt, dann wird es trotzdem unattraktiv
oder uninteressant bleiben. Wie man seine Bilder interessanter gestaltet,
kann man hier nachlesen.
Drachenkopf
Wichtige und empfehlenswerte Informationen findet man im ganzen Buch in den
hellblau hinterlegten Info-Boxen ("Merke" und "Tipp"). Sie sind sozusagen die
Quintessenz des begleiteten Textes. Das Studium dieser Tipps wird nicht nur
Einsteiger in die UW-Fotografie vor Enttäuschungen bewahren. Man muss
ja nicht alle Fehler selbst machen, um zu lernen: Auf Tipps von echten
Profis zu hören gehört ebenso dazu!
Dazu gehört beispielsweise, gleich beim Kauf von Kamera und Gehäuse
darauf zu achten, ob auch die Möglichkeit besteht, innen oder außen
Weitwinkel- oder gar Fish-Eye Adaptoren anzubringen. Nachher ist's zu spät... und
genau deswegen hat sich so mancher ambitionierter Unterwasserfotograf dann
schon vor lauter Ärger in den Hintern gebissen und/oder musste neu investieren!
(und ich weiß leider, wovon ich hier schreibe...)
Krebschen im Süsswasser
Manche Hinweise brachten mich aber auch zum Schmunzeln:
"Die besten Ergebnisse bekommen sie, wenn das Wasser sehr klar ist und die
Sonne scheint"
DAS sollte sich wohl jeder UW-Fotograf hinter die Ohren schreiben!
"Wenn die Speicherkarte formatiert wird, gehen alle Daten verloren"
Und DIES sollten jetzt auch die DAUs unter den Fotografen verstanden haben!
Die anderen Tipps sind weniger banal und wirklich informativ und lehrreich,
das kann ich aber bestätigen!
Die Bilder im Buch sind von guter bis hervorragender fotografischer Qualität -
im Druck scheint bei einigen Bildern der Schieber im Rotkanal aber deutlich
nach rechts bzw. oben entglitten - und bei einigen wenigen anderen, die Auflösung
(z. B. Seite 109) nicht optimal gewählt zu sein.
Dass man Fische durch Anfüttern näher an die Kamera bekommen oder durch regelmäßige Anfütterungen an die Kamera gewöhnen
kann, ist zwar keine Neuigkeit, derartiges ist meiner Meinung nach aber nicht mehr zeitgemäß. Die heutige Generation von Unterwasserfotografen sollte ohne derartige Eingriffe in das biologische und ökologische Gefüge - egal ob heimischer Tümpel oder tropisches Riff - zu guten Bildern kommen! (Diese "Tipps" finden sich leider aber gleich zweimal auf den Seiten
Seite 175 und 180)
Korallenlandschaft mit extrem kurzer Brennweite
Praktisch am Buch ist der Schutzumschlag aus Kunststoff, den ich schon bei anderen Büchern aus dem Kosmos Verlag nicht nur "draußen" zu schätzen lernte.
Die Papierwahl finde ich nicht so optimal, da dieses unter weniger günstigen Lichtverhältnissen stark reflektiert und das Lesen so erschwert. Die genähte, nicht nur wie sonst meist nur geklebte Buchbindung, überzeugt hingegen absolut.
Inhalt
- Grundlagen der Unterwasserfotografie
- Digitale Kompaktkameras
- Ganz ohne Technik geht es nicht
- Blitztechnik
- Blitzbelichtung mit digitalen Kompaktkameras
- Belichtung mit Handlampen oder Videoleuchten
- Zubehör
- Kameraschutzhüllen
- Grenzwerte
- Bildgestaltung - Hinweise und Tipps
- Mit der digitalen Kompaktkamera im Süßwasser
- Mit der digitalen Kompaktkamera im Meer
- Mit der digitalen Kompaktkamera im Pool
- Datenspeicher
- Bildbearbeitung
- Darstellung, Druck und Bildprojektion
- Pflege und Service
Krokodilfisch im Portrait
Fazit
Ein insgesamt gelungenes und sehr informatives Buch zur (digitalen) Unterwasserfotografie mit sehr vielen hilfreichen Tipps sowohl für Einsteiger als auch schon praktizierende UW-Fotografen mit digitalen Kompaktkameras.
Der Autor gibt hier viel von seiner jahrzehntelangen Erfahrung weiter. Auch ein Buch zum Blättern und Nachschlagen!
Natürlich möchte ich nicht versäumen zu erwähnen, dass dieses Buch von der Zeitschrift "tauchen" ebenso wie vom VDST empfohlen wird...
Weichkoralle und Taucherin
Im Herbst wird übrigens vom Autor ein Buch über digitale Unterwasserfotografie mit Spiegelreflexkameras, also für fortgeschrittene Fotografie, erscheinen!
Da sind wir schon mal gespannt!
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Forum Tauchmedizin
Auszug aus diesem Forum:
macht Tauchen süchtig ? vom 09.01.2012 : im Unfallforum findet sich folgender Text:
>>> „Der Vergleich mit dem Betäubungsmittelgesetz ist übrigens hier mehr als ... [mehr] Hüftgelenkschmerzen vom 30.12.2011 : hallo, ich tauche schon über 20 jahre, allerdings erst 5-6 jahre trocken. hatte bis vor 1-2 jahren keine probleme in den ... [mehr] Bandscheibenvorfall Tauchen vom 28.12.2011 : Hallo,
Ich fliege am Freitag für 3 Wochen nach Bali in den Tauchurlaub. Leider habe ich mir vor 10 Tagen einen leichten ... [mehr]
Tauchen kann man eigentlich überall auf den Philippinen. Am bekanntesten sind unter Tauchern aber Ortsbezeichnungen wie Puerta Galera, Boracay, Coron, Bohol und Subic Bay. Zu sehen gibt es unter Wasser ebenso faszinierende Kleinstlebewesen am Riff wie [mehr]