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Du bist hier: Onlinemagazin 67. Ausgabe Meeresschildkröten in Gefahr Entwicklungen im Jahr 2003





 Geschrieben von Kurt Amsler
Entwicklungen im Jahr 2003

Nach den turbulenten Aktionen der Tier- und Umweltgruppe ProFauna, (KSBK) , wir berichteten ausführlich in der tauchen-Ausgabe 2 / 2003, hat sich das Blatt auf der Insel Bali zu Gunsten der Schildkröten gewendet. Unser Mann auf Bali, Heinz von Holzen, internationaler Spitzenkoch, Besitzer des berühmten Bumbu Bali Restaurants und seit Jahren "Einzelkämpfer" für die Schildkröten, kann Positives berichten:

Seit 3 Monaten sind in Tanjung Benoa, der Hochburg der Turtlemafia, keine Schildkröten mehr zu finden!

Die Aktionen der Polizei haben also große Wirkung hinterlassen. Meine Leute, die für das Restaurant auf den Märkten einkaufen, haben ihre Augen und Ohren überall, um irgendwelche Angebote von lebenden Tieren auszumachen. Ab und zu werden einzelne Schildkröten gehandelt; es handelt sich aber um Gelegenheitsfänge von Fischern, nicht um Lieferungen der Fangboote, welche in ganz Indonesien unterwegs sind.


Ich kann aber mit fast hundertprozentiger Gewissheit sagen, dass die Massenschlachterei in Tanjung Benoa definitiv der Vergangenheit angehört.
Natürlich werden von den Händlern alle Mittel angewandt, um in den Besitz von Tieren zu kommen und diese zu verkaufen. Das wissen auch die Schildkrötenfänger, denn diese versuchen immer wieder, Schildkröten in Tanjung anzulanden. Doch auch die Polizei ist auf Draht und hat, vor wenigen Tagen wieder, ein Schiff mit 99 Schildkröten aufgebracht und die Besatzung für 6 Monate ins Gefängnis geworfen.

Soweit Heinz von Holzen, der die Situation auf Bali im Auge behält.
Als wir vor nun gut drei Jahren die Seaturtle Bali Kampagne starteten, konnten wir von einer solchen stabilen Lage nur träumen. Ganz klar, es ist nicht alleine unser Verdienst, dass es soweit kam. Doch haben wir mit den vielen Reportagen in Tauchmagazinen, der PADI Member-News, aber auch in anderen Medien ungeschminkte Aufklärung betrieben und alle Publikationen und Feedbacks an die Regierung in Bali weitergeleitet. Über 70.000 Unterschriften haben wir persönlich dem Gouverneur in Bali übergeben und während der "Turtle Week" in Denpasar konnten wir den wichtigsten Regierungsvertretern klar machen, dass den Tauchern in Europa das Schicksal der Schildkröten nicht gleichgültig ist.


Photo © 2003

Die grosszügigen Spenden der tauchen -Leser, PADI -Mitglieder und Tauchindustrie wurden vollumfänglich an unsere Mitstreiter in Bali, der Organisation ProFauna für ihre Aktionen und an Heinz von Holzen für seine Projekte weitergegeben. So konnte von Heinz

  • am Strand des Sheraton Senggigi Beach Hotels eine weitere Aufzuchtstation ins Leben gerufen werden -

  • und eine andere im Holiday Inn Hotel Lombok.

  • Die Stationen werden von den Hotels betreut und mit Eiern, welche auf den Märkten gekauft werden, bestückt.

  • Seit Beginn dieses Jahres wurden in den Stationen 1.500 Eier ausgebrütet und bis jetzt 700 Jungtiere im Alter von drei bis acht Wochen freigelassen.

  • Für die Aufzucht im Bumbu Bali Restaurant wurden ebenfalls 900 Eier gekauft - dazu 17 ausgewachsene Olive Riddle und drei echte Karettschildkröten, die bedrohteste von den noch existierenden sieben Arten.

  • Von einem illegalen Schlachthaus in Tanjung wurden 100 Tiere freigekauft und ebenfalls in die Freiheit entlassen.

Heinz tut dies alles seit vielen Jahren aus eigenen Mitteln. Da nach dem Anschlag auf Bali ein extremer Touristenrückgang zu verzeichnen ist, was auch sein Restaurant zu spüren bekam, war unsere finanzielle Hilfe von US$ 2.000 eine grosse Hilfe, die Arbeit weiterzuführen.
Die Aktionen von Heinz haben tausenden von Schildkröten ein grausames Ende erspart und die ProFauna ist neben der Frontarbeit stark auf politischer Ebene und in den Medien tätig. Ihr sind die vielen Polizeiaktionen zu verdanken.
Wir alle zusammen haben nun jetzt etwas erreicht, was vor Jahren, als jährlich auf Bali 25.000 - 30.000 Schildkröten offiziell abgeschlachtet und öffentlich vermarktet wurden, undenkbar war. Jetzt gilt es, alles was aus der Zeit noch übrig blieb, total auszurotten. Dieser Report beweist, dass man etwas bewegen kann. Er soll eine Herausforderung für alle sein.

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