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Du bist hier: Onlinemagazin 67. Ausgabe Meeresschildkröten in Gefahr Situation 2005





 Geschrieben von Kurt Amsler
Situation 2005

Damals im Jahr 2001 als wir die erste grosse Seaturtle Bali Kampagne starteten, war der Zeitpunkt genau richtig. Regierungswechsel in Indonesien, ein neuer Gouverneur auf Bali und der Kontakt mit der indonesischen Umweltorganisation ProFauna, um im Lande selber mit einem aktiven und starken Partner vertreten zu sein.

Mit Broschüren und Reportagen über das Abschlachten von durchschnittlich 25.000 Meeresschildkröten jährlich alleine auf Bali, wurden in ganz Europa Taucher und Tierfreunde für die Massaker sensibilisiert. Das Ziel war es Unterschriften zu sammeln, Protestschreiben sowie Statements zu erhalten. Gesponsorte Reisen machten es möglich, nicht nur vom Schreibtisch aus, sondern auch vor Ort selber aktiv zu werden. Mit den eingegangenen Spenden, konnten die ProFauna -Aktivisten zusammen mit der Polizei über 20 Aktionen gegen die Fänger und Händler unternehmen und weit über 5.000 gefangene Schildkröten wieder freilassen.
Mit Demonstrationen, einer Turtleweek...


Photo © 2003 ProFauna

... und Pressekonferenz in Balis Hauptstadt, wurde auch die einheimische Bevölkerung informiert.

Verschiedene Gespräche mit Verantwortlichen der Regierung und nicht zuletzt der Besuch beim Gouverneur mit Übergabe von über 250.000 Unterschriften, machten allen klar:
Der Schildkrötenmord auf Bali wird Europaweit verurteilt und ist alles andere als imagefördernd für die Insel und ihren Tourismus. .
Die Mühe, der Aufwand und die Ausdauer lohnte sich - die Situation auf Bali wendete sich langsam aber sicher zum besten:

  • Polizeiaktionen und Konfiszierung von Schildkrötenprodukten waren plötzlich an der Tagesordnung,
  • Fangboote wurden an die Kette gelegt
  • und die Besatzung für Jahre ins Gefängnis geworfen.
  • Die ProFauna -Aktivisten, bekamen volle Bewegungsfreiheit und Unterstützung der Regierung.


Unser Mann auf Bali, der Schweizer Heinz von Holzen, Besitzer des berühmten Bumbu Bali - Restaurants, der sich stark für den Schutz der Schildkröten einsetzt, konnte bereits nach einem Jahr berichten:

Die Gehege und Schlachthöfe in Tanjung Benoa sind alle leer und öffentlich werden keine Schildkröten mehr gehandelt. Natürlich können auf dem Schwarzmarkt noch Schildkröten gekauft werden, doch schwierig und über Umwege. Unter dem Strich kann man sagen, dass die Zahl der getöteten Tiere um 90 Prozent zurückgegangen ist!!!

Diese Fakten wurden ebenfalls von der ProFauna bestätigt, welche ebenfalls die Situation an der Schildkrötenfront genau beobachtet. Die Schildkröten konnten vorerst unbehelligt an Land kommen....

... das Loch für die Eier buddeln...

.... ihre Eier ablegen....

.... wieder Richtung Strand kriechen...

.... und dann wieder im Meer verschwinden.

Nach der üblichen Brutzeit schlüpfen dann die Jungen und Buddeln sich aus der Eikuhle hervor.

Manchmal ein ziemlich anstrengender Job...

Aber Pause machen is nich. Gerade jetzt sind die Jungtiere am gefährdetsten, weshalb sie sich auch auf die Strümpfe machen runter zum Strand.

Hopp !

Geteiltes Leid ist halbes Leid. So macht wandern Spaß !

Auch wenn die Zeichen so gut wie nie zuvor waren - von einem Sieg zu sprechen, wäre doch verfrüht gewesen. Die Mafia auf Bali, welche mit den Schildkröten Millionenumsätze tätigte, würde sich nicht so leicht geschlagen geben.
Schon nach einem Jahr, blühte der Handel, trotz wiederholter Polizeiaktionen, langsam aber sicher wieder auf und in den letzten Monaten eskalierte die Situation.
So wurde z. B. im Juni 2005 bei Pulau Panjang in Indonesien ein 1 km langes Netz mit 150 toten Meeresschildkröten gefunden. Von den Tätern fehlt jede Spur.
Auf Grund dieser Tatsachen und einem Hilferuf der ProFauna - Organisation, starten wir nun eine weitere Kampagne. Wir können und wollen nicht einfach zusehen, dass auf Bali wieder mehr und mehr Schildkröten brutal abschlachtet werden!


Die Kampagne

Das Ziel der neuen Kampagne ist es, möglichst viele Unterschriften, Statements und Protestschreiben zu sammeln, damit sich die Behörden in Jakarta und auf Bali wieder bewusst werden: Die europäischen Taucher und Touristen haben die Bali Sea Turtles nicht vergessen!.
In Indonesien, exemplarisch auch auf Bali, wird zur Zeit um jeden Touristen gekämpft (Bbsp: Alles was den Image schaden könnte, wird sehr ernst genommen. Wir können also sicher sein, bei allen Offiziellen auf offene Ohren zu stoßen, doch werden wir diesmal etwas weniger Diplomatie, sondern etwas mehr Druck an den Tag legen. Mit den eingegangenen Spenden werden wir wiederum die ProFauna-Aktivisten bei ihren Aktionen unterstützen und Heinz von Holzen bei seinen Aufzuchtprojekten unter die Arme greifen.

Jeder kann aktiv mithelfen:
In der Kommunikation über die Kampagne und in der Übermittlung von Unterschriften, Statements und Protestschreiben, gehen wir aber einen neuen Weg. Dieses Mal werden keine Broschüren und Unterschriftenbögen zirkulieren, sondern alles wird über Internet laufen.
In ganz Europa , ja der ganzen Welt kann sich jeder Mann / Frau online über die Seaturtle Bali - Kampagne orientieren und vom Stuhl aus seine Unterschrift auf die Liste setzen und das Protestschreiben per E-Mail an die wichtigen Regierungsstellen und Offiziellen senden.
Wir sind überzeugt, auf diesem Weg noch viel mehr Unterschriften, Statements und Protestschreiben als bei der ersten Kampagne zu erhalten!

Und so funktioniert es: Auf www.sos-seaturtles.ch klicken und sich über die Meeresschildkröten und die neue Kampagne informieren.
Nach dem Unterschreiben und Absenden der E-Mails kann jetzt jeder selbst auch noch zum "Botschafter für die Schildkröten" werden, indem die Seiten an Freunde und Bekannten weitergeleitet werden!

Durch diesem "Schneeballeffekt" wird die Seaturtle Bali - Kampagne über alle Grenzen getragen und die Menschen dafür sensibilisiert.
Denn es ist eine Tatsache: Nur was man kennt - will man auch schützen !!!
Wir sind sicher, das wiederum Hunderttausende von Unterschriften eingehen und Protestbriefe verschickt werden, welche als wichtige Grundlage dienen, den Schildkrötenmord auf Bali zu stoppen.

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