Tauchsafari – Teil 2: Ab in den Süden...
30. April
Die Überfahrt nach Koh Ha dauerte etwa vier Stunden. Die See war, wie fast während der gesamten Tour, extrem ruhig - was für
die Jahreszeit äußerst selten ist. Mit Beginn der "Regenzeit" ist das Meer häufig unruhig, doch die Seegeister waren uns erneut wohl
gesonnen.

Unser Weg in den Süden
Taucher-Sprachkurs:
Koh Ha heißt übersetzt Fünf Inseln. Jede Insel ist
zudem mit einer Nummer als ihrem eigentlichen Namen versehen. Jai steht
für groß – also insgesamt sind es sechs Inseln: "Fünf Inseln groß",
die anderen heißen "Fünf Inseln Nr. 1, 2, 3, 4 und 5".
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1. Mai
1. Tauchgang: Koh Ha Jai - "Twin Cathedrals"
Dieser Tauchplatz ist nicht sehr weitläufig, aber dafür außergewöhnlich.
Eine betauchbare Höhle mit zwei "Kathedralen" gab ihm den Namen. Der Höhleneingang
liegt zwischen 10 und 14 Metern - das Mitnehmen einer Lampe ist angeraten.

Die Inseln "Koh Ha" im Überblick
© Archiv Koh Lanta Diving Center / H. Senasana (http://www.kohlantadivingcenter.com)
2. Tauchgang: Hin Muang
Hin Muang und Hin Daeng, die ca. 200 m von einander getrennt liegen,
sind zwei Riffe ca. 30 Seemeilen südwestlich von Koh Lanta inmitten
der Andamanen See. Hin Muang besteht aus drei Felsen mit schön bewachsenen Steilwänden,
die bis auf ca. 70 m senkrecht abfallen. Ein Auge sollte immer ins tiefe Blau
gerichtet sein, wie gesagt - die Chancen auf "Großes" sind groß (jedoch nicht so bei diesem
Tauchgang).

Hin Daeng in der Abendstimmung
Hin Muang ist ein länglicher Felsen mit Steilwänden, die
bis auf ca. 70 m abfallen, das Riffdach erhebt sich bis auf 8 – 16 m.
Hin Daeng ragt bei Ebbe aus dem Meer; zwei bis drei Felsspitzen kennzeichnen
den Divespot, dessen Steilwände bis in etwa 60 m Tiefe führen,
der überwiegende Teil des Riffdachs liegt bei ca. 10 m Tiefe.
Beide Riffe sind sehr schön bewachsen und fischreich. Die Chance
auf Großfische (Manta, Walhai) aber auch auf Fischschwärem (Schwärme Makrelen, Barrakudas, Füsiliere)
ist durchaus hoch. Mit mäßiger bis starker Strömung muss gerechnet werden.
Beide Tauchplätze gehören mit Sicherheit zu den weltweit besten
Tauchspots!

Glasfische in Hülle und Fülle
Taucher-Sprachkurs:
Hin = Fels, Muang = purpur/lila, Daeng = rot
Hin Muang bedeutet also "violetter Felsen" und Hin Muang steht für "roter
Felsen".
Und zur Erinnerung:
Koh = Insel, Ha = fünf, Jai = groß
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Farbenfrohe Weichkoralle
3. Tauchgang: Hin Daeng
Leider sind auch an diesem Tauchplatz häufig andere Gruppen vor
Ort. Eine "taucherische Niveau-Etage" tiefer bewegt sich das Ganze, wenn es Taucher sind,
die von gesittetem Tauchen weit entfernt sind. Wie auch,
wenn der Guide selbst ein schlechtes Vorbild darstellt. Denn kaum erscheint
ein Manta "zu Besuch", musste der Guide ihn auch schon anfassen. Das alles
gepaart mit permanenter Geräuschuntermalung durch Shaker und Tankbanger
– das missfällt selbst dem gutmütigsten Manta - und weg war er...

(Japanische) Taucher an der Leine
Nachttauchgang: Koh Ha "Saam = Nr. 3"
Saam bedeutet drei. Die Insel kann problemlos umrundet werden; eine Tauchrichtung gegen
den Uhrzeigersinn bot sich aufgrund einer leichten Strömung an. Trotz der uns bekannten
Gruppe Japaner (mit Unterwasserflutlichtern) von Hin Daeng traute sich eine Seespinne
und zahlloses Getier aus dem Makrobereich vor die Tauchermaske. Dazu ein Potpourri
aus kleinen Fischen inmitten von Haarseesternen - oder auch unzählige Röhrenwürmer...
interessant zu fotografieren.

Seespinne

Antennenfeuerfisch
2. Mai
1. und 3. Tauchgang: Hin Muang
Während beider Tauchgänge begleitete uns ein Mobula und später
ein Manta. Letzterer hatte eine Spannweite von gut vier Metern und machte
es sich bei einer "Putzerstation" gemütlich. Er begleitete dabei unser
Austauchen, indem er bei (für ihn) leichter Strömung auf
der Stelle schwebte. Wir hingegen mussten uns an Felsen festhalten, um
dem Treiben des Manta zusehen zu können. Zwischendurch drehte er
eine kleine Runde und kam wieder zurück, beweisend, dass unser Unterfangen mit Flaschen und Flossen,
doch ziemlich sinnlos ist - im Vergleich zur
grazilen Fortbewegung dieser anmutigen Tiere. Seine Scheu war derart gering,
dass er bis auf Haaresbreite an uns Taucher heran glitt - ein unbeschreibliches
Gefühl.

Mobula zum Ersten...

...und Manta zum Zweiten
2. Tauchgang: Hin Daeng
Auch hier hielt sich ca. ¼ Stunde ein Manta an einer Putzerstation
auf, bis besagte asiatische Gruppe kam und sich den Tauchgang "begreiflich"
gestaltete. Auch dieser Manta ergriff die Flucht...
Zwischen den Tauchgängen bot sich natürlich ausgiebig Gelegenheit,
mit Mantas zu Schnorcheln.

...und zum Dritten!

Florian auf der Flucht: "...der ist zu groß!"
Makro-Paradies
Doch um keine Irritationen aufkommen zu lassen: Dieser Spot bietet weit mehr als nur Mantas. Auch für den Makrofreak
bleiben keine Wünsche offen.

Alles Makro...

...oder was?

Garnelen-Paradies
Dämmerungstauchgang: Hin Daeng
Mit Lampen und Fotoapparat bewaffnet ging’s an der Steilwand entlang.
Man merkte, dass sich die Tagesfische langsam zurückzogen und die
Nachtaktiven ihre Zeit fanden. Rotfeuerfische bei der Glasfischjagd und
Barakudas auf Raubzug - mit Maßen deutlich über einen Meter
Länge, gepaart mit Dunkelheit und dem plötzlichen Auftauchen
dieser Fische, bis hin zu Körperkontakt "Taucher – Barakuda" – mehr
als beeindruckend!

Jagd in der Dunkelheit: Ein Barakuda, ca. 150 cm...

...und noch ein Schnappschuss, im wahrsten Sinne des Wortes!
3. Mai... der letzte Tauchtag
1. Tauchgang: Koh Nung - "Chimney"
Nung bedeutet eins. Dieser Tauchplatz bei Phi Phi Island (Leonardo Di Caprio lässt grüßen mit "The Beach") könnte aufgrund der geringen Sichtweiten tagsüber auch statt Nachttauchgängen
genutzt werden. Zahlreiche Korallenblöcke und relativ wenig Fisch,
dazu Sichtweiten heimischer Baggerseen gestalten Tauchgänge an diesem
Tauchplatz wenig eindrucksvoll. Highlight: Eine Schildkröte hielt eine
Stippvisite ab.

Drehort des Films "The Beach"

"Bonjour und... au revois!"
2. Tauchgang: Phi Phi Island - Koh Bida Nok
Eher unspektakulär: Außer einer großen Grotte konnte dieser Tauchplatz mit nichts Besonderem aufwarten,
die Sicht lag bei höchstens sieben bis zehn Metern.

Phi Phi Island
3. Tauchgang: "Shark Point"
Shark Point - dieser Tauchplatz besteht aus drei Riffblöcken und
ist über Wasser mit einem Seezeichen markiert. Der Divespot hat seinen
Namen von einem Felsen, der einer Haifinne gleicht. Unterwasser findet
man das Hauptriff um den Felsen und ein paar Meter daneben ein weiteres
schön bewachsenes Korallenriff mit großen Gorgonien. Trotz der schlechten Sichtverhältnisse bot dieser Platz Gelegenheit, große Seeschlangen
und enorme Zackenbarsche vor die Maske zu bekommen.

hinten: Sharkpoint - vorne: Julia

Farbenpracht...

...trotz trüber Sicht

Ein letzter Blick
Ein jähes Ende
Kaum aus dem Wasser, wurden die Motoren gestartet und es ging zurück
nach Phuket (Rückfahrt ca. 2 Stunden).
© Text 2006 by Helmut Ebner und Michael Böhm
© Bilder und Karten 2006 by Helmut Ebner und Michael Böhm
© Bild Koh Ha mit freundlicher Genehmigung by Koh Lanta Diving
Center ( http://www.kohlantadivingcenter.com ) |