DB 601 - der Motor

 Geschrieben von Lena und Lino

DB 601 Übersicht / Geschichte

DB601 - Motor


Technische Daten:
12 Zylinder in V-Form mit 33,9 Litern Hubraum
die Zylinderreihen zeigen nach unten, das Kurbelwellengehäuse nach oben.
Vier Ventile und zwei Zündkerzen pro Zylinder
Radial-Lader   
Maximale Startleistung: 1.100 PS (DB 601 A) - 1.350 PS (DB 601 E)


Die Entwicklung dieses robusten und zuverlässigen  Flugzeugmotors DB 601 begann 1934. Er unterschied sich von seinem Vorgänger dem DB 600 vor allem durch eine Änderung:
In Zusammenarbeit mit Bosch wurde der Motor mit einer Benzineinspritzung ausgestattet. Der erste komplette Versuchsmotor DB 601 mit diesem System wurde im November 1935 getestet.

Testaufbau für den DB601


Die Benzineinspritzung sollte den deutschen Jagdfliegern einen Vorteil gegenüber mit Vergasern ausgerüsteten Flugzeugen verschaffen, da sie ein schnelles Einleiten des Sturzfluges mit negativen G-Kräften ermöglichte. Bei diesem Defensivmanöver konnte man im Falle einer Verfolgung nach unten "abtauchen". Konventionelle Flugzeuge mussten dieses Manöver erst mit einer halben Rolle beginnen, und verloren dabei den Gegner für mehrere Sekunden aus dem Blick- und Schussfeld.

Produktionsstrasse DB601


Ab 1937 begann dann die Serienfertigung, im Jahr 1938 wurden schon 1.700
Motoren dieses Modells produziert. Mehrere in Lizenz produzierende Werke kamen dazu, die Anzahl stieg im Jahr 1941 auf über 6.000 gelieferte Motoren. Es sind insgesamt fast 20.000 DB 601 in allen seinen Ausführungen hergestellt worden und fanden in verschiedenen Flugzeugtypen Verwendung:

Messerschmitt Bf 109
Messerschmitt Me 110
Messerschmitt Me 209
Heinkel He 100
Heinkel He 111

Der Weltrekord(-motor)

Weltrekordflugmotor DB 601


Aufgrund der Ausschreibungen des Reichsluftfahrtministeriums (RLM) und den damit zu erwartenden Aufträgen entstand schon in den Jahren vor dem 2 Weltkrieg eine starke Konkurrenzsituation unter den verschiedenen Herstellern von Flugzeugen und Flugzeugmotoren. Deshalb wurde in dieser Zeit schon mit Hochdruck an der Entwicklung von schnelleren Flugzeugen und stärkeren Motoren gearbeitet, Rekorde sollten die technischen Leistungen der Modelle belegen und das Ministerium von dem militärischen Nutzen überzeugen.

Rekordflug DB 601 - Pilot Dieterle
Am 30. März 1939 erreichte der Pilot Hans Dieterle mit seiner He 100 V8 eine Geschwindigkeit von 746 km/h. Nur wenige Tage nach diesem ersten deutschen Weltrekord erreichte der Werkspilot Fritz Wendel am 26. April 1939 mit einer Me 209 V1 die Geschwindigkeit von 755 km/h.




Bild links: Rekordpilot Fritz Wendel wird nach dem Flug von Prof. Willy Messerschmitt beglückwünscht.

He 100 mit DB 601 - Exportversion Japan
He 100 in der Exportversion für Japan

ME209
Me 209 V1

Fälschlicherweise wird dieser Rekord von 1939 in vielen Quellen einer Bf 109 R zugerechnet.
Dieser "Fehler" geschah sicher weniger eher aufgrund der Ähnlichkeit der beiden Modelle sondern vielmehr aus Gründen der Propaganda: man wollte den Anschein erwecken, dass der damalige Standardjäger der Luftwaffe, die Bf 109 (bis zm Typ 109 wurde für Messerschmitt-Flugzeuge die Abkürzung Bf verwendet. Dies war die Abkürzung für Bayerische Flugzeugwerke - der alte Name der Messerschmitt-Werke) zu dieser Rekordleistung fähig war. Dieser Rekord wurde erst 30 Jahre später, 1969 von einer amerikanischen Grumman F8 übertroffen.

Im Schatten des Rekordflugzeuges überzeugte bei diesen Rekorden vor allem der verwendete DB 601 Re V - Motor bei diesen Rekordflügen, war er doch mit der Serienversion fast identisch. Diese Rekord-Ausführung des DB 601 Motors konnte seine enorme Leistung von 2.770 PS nur jeweils für ca. fünf Minuten voll nutzen, die gesamte Lebensdauer des Motors wurde auf 30 bis 60 Minuten geschätzt. Trotz der Leistungssteigerung um 100% gegenüber den Serienmotoren des DB 601 waren die wichtigsten Bauteile des DB 601 wie Kurbelwelle und Lager identisch, es  gab es nur kleinere Änderungen, wie eine Erhöhung der Verdichtung, Spezialzündkerzen und andere Steuerzeiten. Das zeigt die gute und robuste Grundkonstruktion des Motors. Die verwendete Alkoholeinspritzung vor dem Lader diente zur Innenkühlung. Das Verfahren wurde später weiterentwickelt und stand den Jagdfliegern in den letzten Kriegsjahren unter der Bezeichnung MW50 zur Verfügung.

Bereits unmittelbar nach der Bergung „unseres“ Motors konnten wir anhand einiger Details mit hoher Sicherheit den Typ des Flugzeugs bestimmen, in dem der Motor seinen Dienst versah. Mehr Informationen dazu, sowie die ersten Ergebnisse der Untersuchungen gibt es im nächsten Teil.





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