Ein Konzept zur weiteren Untersuchung des Motors wurde erstellt:
Über den Modifikationsstand des Motors und die verwendeten Bauteile
soll der Zeitraum des Absturzes des deutschen Flugzeugs eingegrenzt werden.
Auf diese Weise könnte evtl. ein „passendes“ Flugzeug aus Verlustlisten
der Luftwaffe ermittelt werden und ein möglicher Zusammenhang mit dem
Absturz von Antoine de St. Exupery ausgeschlossen oder bestätigt werden.
Unser Konzept wurde den zuständigen französischen Behörden,
dem Kulturministerium, dem deutschen Auswärtigen Amt sowie der Bundesfinanzdirektion
als Eigentümer des Motors vorgelegt.
Die Genehmigung zur Bergung wurde unter folgenden Auflagen erteilt:
A. Die Bergung muss von Berufstauchern durchgeführt werden.
B. Der Motor muss einer anerkannten, öffentlichen Organisation/Museum
übergeben werden.
C. Eine Veräußerung des Motors/Teile ist nicht erlaubt.
D. Der endgültige Verbleib des Motors muss noch im Zusammenhang mit
dem Ergebnis der Untersuchungen geklärt werden.
Phillippe bei der Planung der zu untersuchenden Teile
Für die Bergung hatten wir im März einen Zeitraum von 8 Tage
eingeplant:
3 Tage zum Freilegen des Motorblocks, 1 Tag zum Befestigen der Gurte,
1 Tag zur Bergung mit dem Hebesack und 1 Tag zum Schleppen in den Hafen.
Somit hatten wir noch 2 Tag als Reserve.
An der Bergung und den Vorbereitungen waren beteiligt:
Luc Vanrell (IMMADRAS), Anne Delhomme (IMMADRAS), Phillippe Castellano
(AERO Re. L.I.C.), JB Pouillard, Lino von Gartzen (Abtauchen.com, BGfU),
Sebastian Hennecke (BGfU) und Marcus Thier (BGfU).
Ein konstanter Wind aus Südost mit Windstärken von 5-8 verhinderte
die ersten drei Tage die geplanten Arbeits-Tauchgänge am Motor. An unserem
Tauchplatz herrschte zu hoher Seegang und Strömung, die Bedingungen schienen
sogar den sonst eher schmerzfreien Marseiller Tauchern als zu ungemütlich
für längere Dekotauchgänge.
Marseille mit seinen vielen Wracks bietet aber bei jeder Windrichtung eine
Möglichkeit, geschützt hinter einer Insel ein rostiges Relikt
aus früherer Zeit zu betauchen. Wir haben also die Auszeit sinnvoll
nutzen können und waren bei der "Liban" und dem Wrack einer "Ju88".
Am 4. Tag ging es dann endlich los, der Wind hatte sich gelegt, und wir
hatten nach Wetterbericht ein Zeitfenster von 3 Tagen mit weniger Wind, danach
sollte wieder starker Mistral einsetzten.
Um 11 Uhr waren wir an unserem Tauchplatz, der Wind hatte tatsächlich
nachgelassen und es war nur noch ein leichter Seegang von den stürmischen
Tagen zuvor zurückgeblieben.
Wir sind in 3 Gruppen um 30 Minuten versetzt an der Absturzstelle abgetaucht.
Geplant waren die Tauchgänge auf 55m Tiefe und mit einer Grundzeit
von 15-20 min. Die Gesamtdauer eines Tauchgangs inkl. der Dekompression mit
Sauerstoff würde so unter einer Stunde liegen. Das war wichtig, da
jederzeit wieder ein starker Wind einsetzen konnte und unser Ankerplatz
völlig ungeschützt lag.
Die Tauchgänge
JB, Wilke und Lino
Ziel der ersten Tauchgänge war es, den Motor für seine Bergung
vorzubereiten.
Wir waren uns nicht sicher, ob die originalen Aufhängepunkte am Motor
nach 60 Jahren im Salzwasser noch stabil genug sind, um das Gewicht von immerhin
ca. 650 Kilo noch halten zu können. Deshalb entschieden wir uns, den
komplizierten, aber sichereren Weg zu gehen:
Um das Gewicht und die Kräfte bei der Bergung gleichmassig zu verteilen
und so den Motor zu schonen, sollten um den Motor herum Gurte gelegt werden.
Dazu musste der Motor auf 55m Tiefe an seinen beiden Enden möglichst
großflächig freigelegt werden.
Das bedeutete für uns, zwei große Löcher mit einer Tiefe
von 70cm direkt neben dem Motor in den Sand zu graben.
Danach sollten die Enden des Motors um jeweils ca. 40cm untergraben werden,
um dort, unter dem Motor durch, die Gurte für die Bergung anbringen
zu können.
Luc führte die erste Gruppe schnell zu unserem Motor und ein Seil
für unsere Markierungsboje wurde an einem nahen Fels befestigt.
Diese Boje sollte der nächsten Gruppe und für alle folgenden
Tauchgänge helfen, viel wertvolle Grundzeit zu sparen.
Ein kleiner Scooter wurde mit einem ca. 1m langen Seil am Motor festgebunden.
Sein Vortrieb war auf diese Weise unter Kontrolle und man konnte mit leichten
Korrektur-Bewegungen ohne großen Kraftaufwand den Strahl des Scooters
nutzen, feines Sediment und Sand wegzublasen.
Luc beim „scootern“ am Motor
Ergebnis nach 2 Tauchgängen, langsam ist die Form des Motors
zu erkennen.
Wenn die Sicht wieder auf Null zurückgegangen war, konnte man entweder
2-3 Minuten warten, bis die leichte Strömung wieder für klarere
Sicht gesorgt hatte, oder seinem Tastsinn folgend mit den Händen weiter
graben.
So haben wir 2 weitere Tage den Motor „bescootert“ und frei gegraben.
Nach Ablauf der Grundzeit traf man beim seinem Aufstieg die nächste
Schicht beim Abstieg.
Über eine Schreibtafel, die an der Aufstiegsleine auf 6m Tiefe angebracht
war, konnten Anweisungen und Infos mit der nächsten Gruppe ausgetauscht
werden.
Die erste Gruppe nahm immer den Scooter mit hoch, der Akku wurde an Bord
gewechselt und der 3 Gruppe wieder mitgegeben.
Am vierten Tag konnten wir zum ersten Mal die Hebegurte anlegen. Luc hatte
vorher an einem selbst angefertigten Holzmodell das Verhalten und die Ausrichtung
des Motors in den Gurten simuliert und die beste Position ermittelt.
Fast alle Gurte konnten entsprechend angebracht werden, lediglich an 2
Stellen waren wir nicht zufrieden. Wir waren dort mit unseren Gurten nicht
so tief wie geplant unter den Motor gekommen. Hartes Sediment und von den
Seiten nachrutschender Sand erschwerten hier die Arbeit.
Zudem arbeitete jeder Taucher an dieser Stelle unter dem Motor besonders
vorsichtig. Letztendlich hat man seine Hände tief in einem engen Spalt
unter einen 650 Kilo Motorblock gesteckt, und gräbt ihm den Boden (in
diesem Falle den Sand) unter den Füssen weg.
Das Gewicht des Motors war die größte Gefahr bei dieser Bergungsaktion.
Sollte bei der Grabung der Motor im Sand plötzlich weiter einsinken
und die Hand eines grabenden Tauchers einklemmen, wäre aufgrund der Tiefe
eine Rettungsaktion mehr als problematisch.
Auch am nächsten Tag, und den für uns letzten Tag vor der Abreise
nach Deutschland, konnten wir eine letzte Stelle unter dem Motor nicht weit
genug freilegen.
Der Gurt war zwar schon fast an der richtigen Stelle, es hatte sich aber
in der Zwischenzeit bei der Frage um die Positionierung der Gurte ein Perfektionismus
entwickelt, dass diese Position von uns als noch nicht annehmbar erachtet
wurde.
Obwohl ich schon seit Tagen damit gerechnet hatte, ohne den Motor zurück
nach Deutschland zu fahren, fiel der Abschied dennoch schwer.
Die Arbeiten am Motor mussten möglichst ohne längere Unterbrechungen
fortgesetzt werden, ansonsten würden der Sand und die Strömung unsere
ganze Arbeit wieder rückgängig machen. Alles was wir in 12 Tauchgängen
frei gegraben hatten, wäre sicher innerhalb von 2 Wochen wieder so geworden,
als hätte es uns nie gegeben.
Luc setzte deshalb seine Arbeiten in den folgenden Tagen mit der Unterstützung
von Anne und GB im "kleinem Team" fort.
Nach einer längeren Pause wegen schlechtem Wetter gab es die ersten
guten Nachrichten: Nach weiteren 3 Tauchgängen war der Gurt an der gewünschten
Stelle, und eine Bergung mit dem Hebesack war in greifbare Nähe gerückt.
Das nächste was ich von Luc hörte:
Der Motor ist im Hafen in Marseille, ich kann kommen und ihn abholen.
Luc’s Bericht vom Tauchgang
In einem letzten Tauchgang von nur 14min wurde der sperrige, große
2t Hebesack zum Motor transportiert und an den Gurten befestigt.
Die Druckluft aus 2 mitgeführten 15 Liter Flaschen strömte nacheinander
in den Hebesack. Ungefähr 4000 Liter Luft waren nötig, den Motor
auf 55m Tiefe in einen schwerelosen Zustand zu bekommen. Das entspricht in
dieser Tiefe ungefähr 615 Kilo an erzeugter Auftriebskraft.
Aus Sicherheitsgründen sollte der Aufstieg des Motors am Hebesack
ohne Begleitung eines Tauchers erfolgen.
Sollte sich der Motor auf dem Weg zur Oberfläche in seiner Vergurtung
drehen oder gar herausrutschen, könnten die begleitenden Taucher stark
gefährdet werden. Nachteil bei dieser Methode war, dass der Motor unkontrolliert
und mit hoher Geschwindigkeit aufsteigt.
Werden der Hebesack und die Vergurtung diese Kräfte aushalten?
Luc gab dem schwerelosen Motor einen kleinen Schubs in Richtung Tageslicht
und tauchte so schnell wie möglich gegen die Strömung weg, um
sich aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich zu bringen.
Der Motor stieg mit der Strömung immer schneller werdend der Oberfläche
entgegen. Leider war ich in dem Moment nicht vor Ort, indem der Motor die
Wasseroberfläche durchschlug. Laut Anne schoss als erstes der Hebesack
aus dem Wasser, knapp verfolgt vom guten Motor, der sich für einen kurzen
Moment wieder fliegend über das Wasser erhob.
Das Gespann überlebte auch den Wiedereintritt ins nasse Element und
der Motor hing immer noch stabil an seinen Gurten, jetzt aber endlich 55m
über dem Grund.
Luc ursprünglicher Plan sah vor, den Motor direkt an einer flacheren
Stelle wieder abzulegen und die Gurte zu kontrollieren.
Er sollte dann in den Tagen darauf bei Windstille in den 9 sm entfernten
Hafen geschleppt werden. An der flachen Stelle angekommen, dachte sich Luc,
man könnte ihn vielleicht gleich windgeschützt hinter die nahe
Insel legen, dort angekommen ging es weiter: Warum nicht gleich zum Festland?
Und weil das Wetter jetzt so schön geworden ist, gleich noch ums Kap
rum. So wurden die Etappen spontan immer mehr erweitert, bis der Motor 6
Stunden später im Heimathafen der "IMMADRAS 10" in Marseille angekommen
war.
Unter dem Bootsliegeplatz im Hafen wurde der Motor dann in 5 m Tiefe erneut
abgelegt. Dort sollte er Unterwasser auf seine endgültige Bergung warten,
geschützt vor den schädlichen Einflüssen an der Oberfläche
betreffend der schnellen Korrosion.
Freitag 28.04.2006
Um 3 Uhr morgens treffen sich 4 müde Taucher, Marcus Thier, Basti
Henneke, Lino von Gartzen und Robert Kreutzer in München und starten
mit dem Auto in Richtung DB601 nach Marseille.
10 Stunden später, nach 1000 Kilometern treffen wir dann um 13:00
pünktlich in Marseille ein.
Der offizielle Teil der Bergung war für 14:00 im Hafen geplant. Wir
konnten also noch in Ruhe einige Zeit mit dem Motor auf 5 m Tiefe verbringen
und einige Detailphotos machen. Der Hebesack wurde anschließend wieder
angebracht und der Motor schwebte zur Oberfläche.
Endlich konnten wir den Motor in seiner vollen Größe und von
allen Seiten betrachten.
Leider wich die erste Euphorie schnell einer Ernüchterung: Auf der
vorher im Sand liegende unzugängliche Seite des Motors, von deren Details
wir uns soviel erhofften,
war kein Typenschild, keine Wartungsplakette und zudem keine Teile des
Laders zu finden. Auch die Stelle, an der die Seriennummer des Motors zu
finden war, war zu stark durch Korrosion beschädigt.
Luc's Vergurtung des Motors war meisterhaft. Es war eine wahre Freude das
notdürftig unter erschwerten Bedingungen angebrachte System aus Gurten
und Leinen zu analysieren und seine Funktion zu verstehen. Luc war noch einmal
weit über die geplante Vergurtung hinausgegangen, um doppelt auf der
sicheren Seite zu sein.
Erwartet von der lokalen Presse wurde der Motor dann stolz quer durch den
Hafen zu einem Bootskran geschleppt. Philippe reitet auf dem "DB601" vorbei
an der Comex.
Der Bootskran ist ein überdimensionaler Gabelstapler. Die Gurte des
Motors werden mit Seilen an seinen Gabeln befestigt, dann wird der Motor vorsichtig
angehoben.
Nach über 60 Jahren kommt der deutsche Flugzeugmotor erstmals wieder
aus dem Wasser (abgesehen von seinem kurzen Flug bei der Bergung).
So in der Luft hängend, wurde er ausgiebig von allen Anwesenden betrachtet
photographiert und gefilmt.
Verschiedenste Bewohner des Motors, vom Seestern bis Gamba, wurden gesammelt
und wieder ins Meer zurückgebracht.
Etwas Kopfzerbrechen bereitete später die Positionierung und Fixierung
im Hänger für die Fahrt nach Deutschland.
Das Problem wurde mit einigen massiven Balken aus der Werft gelöst;
der Motor landete um 17:00 stabil auf unserem Hänger und wurde fachmännisch
verzurrt.
Auf dem Gelände von Luc Tauchbasis wurde der Motor nach einem langen
Tag noch mit Süßwasser gespült, und anschließend möglichst
eng in flexible Folie eingewickelt, um den Kontakt mit Sauerstoff zu reduzieren.
Der ursprüngliche Plan, den Motor mit einem speziellen Öl zur Konservierung
zu behandeln, wurde Aufgrund der starken Verkrustungen und Bewuchs fallengelassen.
Der Verzicht auf das Öl hat sich besonders später bei der weiteren
Arbeit und der Reinigung am Motor erleichternd ausgewirkt.
Nach einer kurzen Nacht im Hotel ging es dann früh am nächsten
Morgen wieder zurück nach Deutschland, mit dem DB601 auf dem Anhänger.
Am Mittwoch den 03.05.2006 wurde der Motor Mitarbeitern des „Werftvereins“
bei der alten Flugwerft in Oberschleißheim übergeben.
In der Werkstatt des Werftvereins hat der Motor seinen eigenen kleinen
Raum bekommen. Das war sinnvoll wegen des deftigen Mittelmeer-Aromas, das
der Motor in den nächsten 2 Wochen verbreitete. Die weiteren Untersuchungen
konnten nun beginnen.
TIPP:
Termine rund ums Tauchen findest Du in unserem Kalender. Ob Seminare, TV-Tipps, Messen - alles ist hier verzeichnet.
Auszug aus diesem Forum: Trocki selber nähen vom 09.12.2006 : Ist einer von Euch mal auf die Idee gekommen sich einen Trocki selber zu nähen?
Der Hintergrund ist der, dass ich bei den auf ... [mehr] Divetec Fini vom 09.12.2006 : Hallo,
was haltet ihr von diesem Fini: ... [mehr] Latexarmmanschetten beim Trocki komplett herausschneiden oder nicht ? vom 09.12.2006 : Hallo !!!
Bin seit kurzem Besitzer eines Trockis und habe bei anderen gesehen,das sie die Armmanschetten komplett ... [mehr]
Gegend Muscat bis Daynamiat .. (03.07.2008) Hallo, ich war mit 11 Vereinskameraden und dinnen vom 13.04. bis 27.04. 2008 auf einem Tauchurlaub im Oman! Wir waren in der Extra Divers Lodge in Muskat unter gekommen. 5 Tauchtage hatten wir (mehr) Protea Banks (03.07.2008) Südafrika Mai 2008, Shelly Beach - Protea Banks Wer sich als Leser nur einen kurzen Überblick verschaffen will und nicht an einem etwas ausführlicheren Bericht interessiert ist, nehme ich es an (mehr) Deep Blue Diving, Playa del .. (03.07.2008) Hallo Freunde, auf meiner fast 3-wöchigen Rundreise durch Costa Rica hatte ich schon von Deutschland aus Kontakt mit der Deep Blue Basis von Franziska und Oliver aufgenommen. 3 Tage tauchen im (mehr)
Aktueller Tauchlink: Atlantic AquaSport, Rye One of the reasons that Atlantic Aquasport is New England`s premier dive shop is because our facility offers everything the diver needs. Ein "Sponsored Link": Armins Diveteam Phuket / Nai Harn.. Wir sind eine kleine Tauchbasis im Süden Phukets - mit Hausriff direkt vor der Tür und ca. 20 weiteren Tauchplätzen, die mit dem Dingi angefahren werden. Wir organisieren aber auch alle anderen Aktivitäten über und unter Wasser für euch. Ausbildung: PADI. und einer unserer Toplinks: drop off diving adventures GmbH Tauchreisen vom Spezialisten. Wir haben die schönsten Ziele in Ägypten zu super Preisen! Aber auch den Rest der Welt können wir anbieten. Bei uns tauchen Sie richtig!