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Zauberwort Lithium-Mangan?
von Oliver Mühlenbein
Auf dem Lampenmarkt tut sich nicht viel: gelegentlich gibt es mal ein neues
Modell mit gefälligerer Optik, aber eigentlich bleibt alles beim Alten.
Warum auch nicht? Licht ist schließlich Licht...
Kleinere Kapazitätserhöhungen durch neue Akkus werden eher unspektakulär
verbaut und nicht großartig beworben, NiMH-Akkus gelten als akzeptierter
Quasi-Standard.
An das gelegentliche Laden zwischendurch, nötig wegen der Selbstentladung der Akkus, hatte
man sich ja auch gewöhnt.
Im Urlaub reichte die kurze Oberflächenpause nicht zum Laden aus, also wurde ein schwächerer Brenner gewählt, damit die 'Funzel' für zwei Tauchgänge reichte.
Alles in Allem hatte man sich also mit der Technik arrangiert, sich damit abgefunden, dass die Lampe mehr liebevoller Pflege bedarf als die Gattin,
ging fröhlich tauchen und ließ alle 2-3 Jahren den Akku tauschen...
Doch nun erhalten wir eine Pressemitteilung, es gäbe einen ganz neuen
Akkutypen - vorbei soll es sein mit all den Nachteilen, die bei NiMH oder NiCd auftreten.
Das Zauberwort heißt Lithium-Mangan, wird von mb sub verbaut
und ist in Kürze in der Fun Light und der Extreme serienreif.

Funlight (li.) und Extreme (re.) - Click zum Vergrössern
Diese Entwicklung ist für alle Taucher, die mit künstlichen Lichtquellen tauchen - also die meisten von uns - äußerst interessant. Ein Vergleich der einschlägigen technischen Dokumentationen des neuen Akkutyps und der bisherigen NiMH-Akkus lässt nur Gutes erhoffen. Sobald ein Testexemplar aus der Serienproduktion vorliegt, werden wir, begleitend zum Langzeittest, detaillierter darauf eingehen, denn dann haben wir zusätzlich den Abgleich mit praxisnahen Erfahrungen.
Hierbei richten wir unser Augenmerk auf das Modell 'Extreme', das es mit beiden Akkutypen geben wird und in der LiMn-Ausführung mit folgenden Eckdaten aufwartet:
- 14,8 V, 4,8 Ah
- Brenndauer angegeben mit 90 min bei 35 W (48 W effektiv)
- Dimmbar in drei Stufen
- bereits nach zweistündiger Ladung 85% der Kapazität
- Gleichmäßiges Licht über fast die gesamte Brenndauer,
daher auch ideal für Viedeofilmer
Einen Nachteil haben die neuen LiMn-Akkus: sie sind deutlich teurer als herkömmliche Typen, daher
wird es diese Lampe auch weiterhin mit NiMH-Akkus geben. Für welche der beiden Modellvarianten soll ich mich aber nun entscheiden? Das Gute ist ja bekanntlich des Besseren Feind; die NiMH-Lampe von nun an
aber völlig zu ignorieren, wird ihr sicher nicht gerecht.
Ein Langzeittest der beiden Ausführungen wird hier - im wahrsten Sinne
des Wortes - Licht ins Dunkle bringen. Um jedoch nicht bis zum Abschluss des Tests mit einer Entscheidungsempfehlung warten zu
müssen, führten wir ein Interview mit Michael Bienhaus von mb
sub, das wir hier in Auszügen wiedergeben:
Taucher.Net (TN): Herr Bienhaus, den Datenblättern sind ja die relevanten
Daten zu entnehmen, ich möchte Sie jedoch bitten, mit ihren eigenen Worten auf diese interessante Entwicklung einzugehen. Welches sind Ihrer Meinung nach die entscheidenden Vorteile der neuen Technik?
Michael Bienhaus (MB): Lithium-Mangan ist, einfach ausgedrückt, der bessere Akkutyp. Bisherige Widrigkeiten wie Selbstentladung, Memory-Effekt oder fehlende Hochstromfestigkeit sind nun kein Thema mehr.
(TN): In der Extreme (NiMH) sind 12 Zellen in Serie geschaltet. In der LiMn-Ausführung sind es 4 Zellen; drei solcher Blöcke also parallel,
um auf die gewünschte Kapazität zu kommen. Ist diese Kombination aus serieller und paralleler Schaltung nicht fehlerträchtig?
(MB): Solche Kombinationen gab es immer schon, betrachten sie doch den Modellbausektor.
LiMn ist hier weniger kritisch als NiMH, so dass ich da keine Probleme sehe.
(TN): Wie sieht es mit der Lebensdauer aus? Diese wurde ja bislang von den zwei Faktoren "Zeit" und "Anzahl Ladezyklen" begrenzt.
(MB): Sowohl NiCd, als auch NiMH bedürfen eines erhöhten Pflegeaufwandes.
Da die Lebensdauer stark davon abhängt, gibt es hier natürlich einen weiten Bereich. Wenn wir von einer erhofften Lebenserwartung von 3 Jahren und 300 Zyklen ausgehen, kann ich sagen, dass LiMn hier mehr verspricht.
Ich habe bereits 400 Zyklen mit einem 50W-Brenner simuliert, ohne dass ein nennenswerter Kapazitätsabfall messbar war.
(TN): 50W sind eine starke Belastung für jeden Akku - das hört sich also vielversprechend an. Welchem Kunden würden Sie persönlich LiMn empfehlen?
(MB): Nun, eigentlich jedem (lacht). Aber im Ernst: die Vorteile liegen klar in der Pflegeleichtigkeit, der Möglichkeit der Außenladung, der Kälteunempfindlichkeit, der Benutzung im Videobereich...
(TN): Moment, dann bleiben ja nicht mehr viele übrig, die sich für NiMH entscheiden sollten?
(MB): Doch, schon. NiMH ist eindeutig preiswerter. Für den sparsamen Kunden, der den erhöhten Aufwand bei Pflege und Lagerung nicht scheut, wäre NiMH also nach wie vor empfehlenswert.
(TN): Dann frage ich noch mal anders: Wollte ich heute eine Tauchlampe kaufen, was würden sie mir empfehlen, wenn ich Urlaubs- oder Gelegenheitstaucher bin?
(MB): Daran würde ich zwar nichts verdienen, aber ich denke, eine Leihlampe wäre eine Überlegung wert. Tauchen sie doch etwas häufiger oder wollen sich nicht davon abhängig machen, welches Modell sie in welchem Zustand bekommen, wäre die NiMH-Ausführung eine gute Idee.
(TN): Wie sieht es aus, wenn ich häufiger tauche, sagen wir 1-2 Mal im Monat am Wochenende?
(MB): Da wären beide Ausführungen interessant. Da ich mir von der LiMn-Technik eine höhere Lebensdauer erwarte, der Akku einfach unkritischer in Bezug auf das Lade-/Entladeverhalten ist, tendiere ich eher dazu.
(TN): -und wenn ich ganzjährig gar nicht mehr aus dem Wasser komme?
(MB): hier eindeutig LiMn: Für Kaltwasser ideal (da geht NiMH in die Knie)
(TN): Herr Bienhaus, ich danke Ihnen für das Gespräch!
Ein paar grundlegende Überlegungen/Infos:
Benutzung an der Oberfläche:
Im Prinzip sind alle auf dem Markt befindlichen Taucherlampen dazu geeignet.
Natürlich heißt das nicht, dass man im Winter mit voller Leistung
den Weg zum Einstieg ausleuchtet und dann in das eiskalte Wasser springt: die
Temperaturdifferenz ist einfach zu groß, man sollte das Material nicht
derart quälen. Daher also bitte mit reduzierter Lichtleistung, die Lampe wird es Euch danken
Lebensdauer der Akkus
NiCd (sehr stark) und NiMH (weniger) leiden unter dem Memory-Effekt, d.h. die Akkus sind nach Möglichkeit vor dem Laden zu entladen. Die Selbstentladung
ist bei NiHM höher, so dass man trotz Nichtgebrauch zwischendurch nachladen
muss. Einmal im Monat sollte dies schon passieren.
Bei LiMn gibt es diesen Memory-Effekt nicht mehr und auch kaum Selbstentladung.
Dieser Akkutyp ist also eigentlich ideal für alle von uns - für
den Gelegenheits- und Urlaubstaucher genauso wie für denjenigen, der
nur zum Flaschenfüllen aus dem Wasser steigt und für den Kaltwassertaucher
allemal.
Wenn man jedoch hauptsächlich auf den Anschaffungspreis schaut, ist NiMH aber durchaus weiter zu empfehlen, da dieser günstiger ist.
Ich selber habe eigentlich schon eine Entscheidung getroffen, zugunsten LiMn:
Die Vorstellung, dass die Lampe bereits nach 2 Stunden ausreichend aufgeladen
ist, so dass ich wieder ins Wasser hüpfen kann, ist sehr reizvoll.
Der Dauertest wird nicht nur meine persönliche Neugier befriedigen,
sondern allen zugute kommen: geplant ist ein Statusbericht nach 3, 6 und
12 Monaten. Hierzu wird ein 35W-Brenner zur Benutzung kommen, der für
meine Bedürfnisse ausreicht. Die Tauchgänge werden 60 bis max.
120 min dauern, überwiegend im Kaltwasser. Somit sollten die Akkus auch an ihren Grenzbereich geführt werden.
Interessante Links
mb sub
Produktpalette
Lampen mit LiMn-Akkus
Datenblätter und viele
interessante Infos
© 2006 Text: Oliver Mühlenbein
© 2006 Fotos: mb sub
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TIPP: | Du suchst Kontakt zu einem Tauchequipment-Hersteller? Schau mal in unseren Hersteller-Datenbank. |
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13.05.2008 11:53 Taucher Online : 212 Heute 7254, ges. 26245267 Besucher
 
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