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Biologie und Lebensweise
Das in den so genannten Geilsäcken gebildete Bibergeil und der platte Schwanz sind biberspezifische Merkmale, die es verdienen, näher erläutert zu werden: Über sie gibt es die abenteuerlichsten Geschichten, und sie waren auch massgeblich mit Schuld an der Ausrottung der Biber.
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Die verwirrenden Drüsensäcke
Selbst heute noch scheint es Unsicherheiten darüber zu geben, welches Organ des Bibers das Bibergeil produziert, wie neuere Literatur und Texte im Internet belegen. Immer wieder werden die Präputial- bzw. Vorhautdrüsen, die Anal- bzw. Präanaldrüsen, die Geilsäcke und die Castorbeutel genannt. Um hier einmal Klarheit zu schaffen, soll die Anatomie des Bibers im Genitalbereich näher unter die Lupe genommen werden (siehe folgende Bilder).
Anus und Urogenitalöffnung der Biber münden durch eine gemeinsame Hauttasche (Kloake) in einer einzigen Öffnung nach außen. Diese Öffnung ist durch einen Ringmuskel verschließbar, so dass beim Tauchen kein Wasser eindringen kann – eine der Anpassungen an das semiaquatische Leben am und im Wasser. Die Geschlechtsdrüsen der Männchen, die Hoden, verstecken sich im Körperinneren und münden mit zwei weiteren Drüsensäcken, die der Grund der früheren Verwirrung sind, in die Hauttasche.
Biberdrüsen (Geildrüsen) (re.Bild © Gerhard Schwab) - Click zum Vergrössern
Zum Bildmaterial: Die herauspräparierten Analdrüsen (Bild li.; oben links) und Castorbeutel bzw. “Geilsäcke“ (Bild li.; unten, dunkler) eines Bibers. Beide Organe sind paarig angelegt. In unmittelbarer Nähe
(im Bild nicht zu sehen) liegen beim Männchen auch die Hoden, mit denen man die Geilsäcke oft verwechselt hat.
Das Castoreum wurde bis zum Zeitpunkt der Ausrottung des Bibers in fast allen Apotheken verkauft. Da für ein
erlegtes Tier Mitte des 19. Jahrhunderts der hohe Preis von 40 Talern bezahlt wurde (ein Wert von vergleichbar 360–400 Euro), war das ein starker Anreiz für Wilderer. Oft waren es gerade die Apotheker, die das letzte Exemplar eines
Bestandes den Wilderern abkauften und den Auftrag für die Bejagung der Biber erteilten.
Die zwei Drüsenbeutel sind bei beiden Geschlechtern paarig ausgebildet, insgesamt gibt es also vier solche Säcke. Unter ihnen sind die Anal- bzw. Präanaldrüsen etwas heller; ihr öliges Sekret dient zum Einfetten des Felles, damit es wasserabweisend wird. Es ist aber wie auch das Castoreum als Duftnote für die innerartliche Kommunikation des Nagers von Bedeutung. Die ebenfalls paarigen Castorbeutel oder Geilsäcke, oft fälschlich als Präputialdrüsen bezeichnet, sind etwas größer und dunkler. Sie liegen zwischen der Kloake und den Geschlechtsteilen und enthalten das berühmte Castoreum, dem man die sonderbarsten Eigenschaften angedichtet hat.
Mehr als nur ein Schwanz – der “Thermostat“ des Bibers
“Ein guter Maurer hat seine Kelle immer dabei“, sagt der Volksmund.
Vom Biber nahmen die Menschen in einer stark vermenschlichten Vorstellung einst Ähnliches an. Sie vermuteten, er setze seine Kelle wie ein Maurer ein, indem er Schlamm mit dem löffelartig eingebogenen Schwanz aufnimmt
und auf sein Bauwerk draufklatscht. Derartige Geschichten glaubt heute zwar niemand mehr, aber dieses bemerkenswerte und unter Nagern und Säugern durchaus ungewöhnliche Organ wirft dennoch einige Fragen auf.
“Die Kelle … unterstützt den Vortrieb beim Schwimmen“, liest
man immer wieder. Tatsache ist jedoch, dass der Schwanz für die Fortbewegung im Wasser keine besondere Rolle spielt. Während er im Wasser einfach nur nachgezogen und kaum bewegt wird, sorgen allein die Hinterbeine mit den Schwimmhäuten zwischen den Zehen für den Antrieb. Erst wenn
der Biber – etwa vor dem unter Wasser liegenden Eingang – zum Bau abtaucht, kommt der Schwanz als präzises Höhenruder zum Einsatz.
Biber (© Gerhard Schwab) - Click zum Vergrössern
Den meisten von uns bereitet es Unbehagen, wenn wir Biber und andere Tiere im eiskalten Wasser sehen, denn wir können uns nicht vorstellen, dass die Tiere nicht furchtbar frieren. Das Gegenteil ist jedoch beim Biber der Fall: Im dichten, eingefetteten Pelz wird es ihm bald zu warm! Bei seinem Fleiß würde ihm schnell der Hitzetod drohen, wenn er nicht Wärme an die Umgebung abgeben könnte. Die Atmung allein reicht hierfür nicht aus. Im Vergleich zum viel schlankeren und wendigeren Fischotter ist der Biber plump und kompakt gebaut. Er hat in Relation zum Körpervolumen
eine wesentlich kleinere Körperoberfläche als der Otter, so dass die dicht behaarte Körperoberfläche als Wärmeregulator nicht ausreicht. Durch den nackten Schwanz, einen Wärmetauscher, kann die überschüssige Stoffwechselenergie an das Wasser abgegeben werden, leitet doch Wasser die Wärme wesentlich besser als Luft ab.
In zu warmen Regionen, die der Biber normalerweise meidet, kann er nur überleben, wenn es dort kühle, auch schneller fließende Gewässer gibt. Das Ableiten der Wärme passiert nicht unkontrolliert, denn der Körper des Bibers kann die Durchblutung des Schwanzes regulieren. Seine abgeplattete Form eignet sich für die Wärmeableitung auf Grund der größeren Oberfläche wesentlich effektiver als ein runder Schwanz. Die alte Vorstellung, nach der Biber ihre Schwänze ins Wasser halten, um sich abzukühlen, ist somit kein purer Aberglaube. Der Schwanzansatz dient zusätzlich als Fettdepot.
Lebensraum und Dammbau
Ein Gewässerverlauf mit abwechslungsreichem Ufer, das ausreichend Deckungsmöglichkeiten und genügend Futterplätze bietet, ist für Biber besonders wichtig. Die schnellwüchsigen und weichholzigen Weiden und Pappeln gehören zu seiner Lieblingsnahrung. Schwankungen im Wasserstand seines Wohngewässers
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reguliert der Biber durch das Anlegen
von stellenweise gewaltigen Dämmen – eine Arbeit, in der er ein wahrer Meister ist. In unseren Breiten können Biberdämme etwa hundert Meter lang und drei Meter hoch werden, in Nordamerika sind sie oft noch ausgedehnter. Beim Bau dieser Dämme werden zunächst Äste senkrecht in den Gewässerboden gesteckt und mit Zweigen, Ästen, Wurzeln, Steinen, Schlamm und Schilf verbunden und befestigt. Hinter dem Damm kann sich ein kleiner See bilden, der Wasserfluss wird reduziert und Feinmaterial lagert sich ab. Diese Vernässung vermehrt die Nahrungsreserven für den Biber, und die allmähliche Verlandung des kleinen Sees schafft wertvolle Feuchtwiesen.
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My house is my castle
Je mehr Nahrung ein Revier bietet, desto weniger weit muss sich der Biber bewegen. Die Reviergröße einzelner Familien hängt somit nicht unwesentlich vom Nahrungsangebot ab. Die Größe des Aktionsradius schwankt auch jahreszeitlich stark. Dahinter steckt wohl eine ausgeklügelte Lebensstrategie, die auf die Energiebilanz Rücksicht nimmt. Im Sommer, bei reichlichem Nahrungsangebot, wurde z. B. an der Isar ein Aktivitätsradius des Bibers von 2,5 Kilometer beobachtet. Die Tiere ziehen in dieser Zeit ihre Jungen auf und versuchen, möglichst hochwertige Nahrung mit maximalem
Energiegehalt zu finden. Das Verhältnis von krautigen zu verholzten Pflanzen kann in dieser Zeit etwa 15:1 betragen.
Auch die Menge der benötigten Nahrung schwankt jahreszeitlich bedingt: Während ein erwachsener Biber im Sommer etwa 1,5 kg Grünnahrung am Tag verzehrt, braucht er im Winter 5 kg nährstoffärmere Rinde, daher schränkt der Biber auch seinen Aktionsradius in dieser Jahreszeit auf 300 bis 500 Meter ein. Auch das kalte Wasser, in dem sich der Biber bewegt, steigert den Energieverlust. Er bleibt daher in der Nähe des Baus und hält sich viel im Wohnkessel auf.
Wenn einmal ein möglichst günstiges Revier besetzt ist, wird
es mit dem Sekret der Geilsäcke markiert. Für familienfremde Biber heißt es dann, draußen zu bleiben. Das Territorium wird vehement verteidigt. So sichert der Biber für seine Familie einen möglichst dauerhaften Lebensraum, der nicht durch Übernutzung an Qualität verliert. Eine Übersiedlung in neue Gebiete ist immer mit Risken verbunden und kann zu einem kräftezehrenden Abenteuer werden. Durch die Anlage neuer Kanäle oder indem er auf weniger beliebte Nahrungspflanzen umsteigt, versucht er, den Zeitpunkt einer nötigen Übersiedlung aufzuschieben.
Fressen Biber Holz?
Dass Biber auch Fische oder Muscheln erbeuten sollen, ist nur eines der vielen alten Märchen. Biber sind wie die meisten Nagetiere ausschließlich Pflanzenfresser. Das gilt zumindest primär; es gibt – wie so oft – einige Ausnahmen. Die Bisamratte ernährt sich zusätzlich von Muscheln
und Wasserschnecken, ebenso wie manchmal die Nutria.
Historischer Holzschnitt mit dem "falschen" Motiv
Schon naheliegender, aber dennoch falsch, ist die noch immer vorkommende Ansicht, dass Biber Holz fressen. In Wirklichkeit gelangt nur die Rinde von Gehölzen in seinen Magen. Davon kann sich jeder überzeugen, der Biber beobachtet oder aufmerksam die Biberspuren und die von ihm gefällten Bäume am Gewässerufer oder in der nahen Weichholzau untersucht. Das Holz, das – wenn es versehentlich in den Rachen gelangt – mit demonstrativem Abscheu ausgespuckt wird, dient ihm hauptsächlich als Material für seine Bautätigkeit.
Im Winter frisst der Biber die Rinde von Weiden, Pappeln und anderen Bäumen. Ein erwachsenes Tier kann bis zu 4.000 kg Holz im Jahr verarbeiten, jedoch nicht fressen (!), wobei es bei der Nutzung der gefällten Bäume mit System vorgeht. Zunächst werden die dünnen Seitenzweige mit den Nagezähnen abgeschnitten und in den schlammigen Gewässergrund gerammt. Sie dienen als Vorrat für den Winter. Stärkere Äste werden als Bauholz genutzt. Um das wenig nährstoffreiche, bittere und relativ schwer verdauliche Rindenmaterial aufbereiten zu können, hat der Biber einen Blinddarmsack, das Zeckum, in dem Bakterien leben, durch welche die Nahrung in leichter verdauliche Eiweiße umgewandelt wird.
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“Gott hat ihnen auch in der Natur gegeben, daß sie sehen können, wo der Baum, den sie abhauen wollen, hinfallet, da sie dann an der Seiten erst mehr einkerben, hernach da ablassen, auf der andern Seite anfangen und ihn vollends umfällen“, wird in Zedlers Universallexicon
(1732) behauptet. Biber sind zwar mit ihrer Fähigkeit, ausgewachsene Bäume zu fällen, einmalig, aber dass sie diese so fällen können, dass sie immer ins Wasser fallen und nicht im Geäst der Nachbarbäume hängen bleiben, ist eine Biberlegende. Hier wurde ihnen eine geradezu übermenschliche Klugheit angedichtet. Dass die Bäume meist in die richtige Richtung fallen, hat ganz natürliche
Ursachen: Bäume, die an einem Gewässerufer stehen, wachsen in der Regel mit einem Übergewicht zur freien Wasserfläche hin, wo sie sich zum offenen Raum hin konkurrenzlos frei entfalten können. Außerdem stehen solche Bäume bereits oft auf der schrägen Gewässeruferböschung.
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Ein vorbildliches Familienleben
Biber erscheinen recht “human“ und zeigen etliche Verhaltensweisen mit menschlichen Zügen: Sie leben monogam, kümmern sich in einer Familie zwei Jahren lang um ihren Nachwuchs, bauen ein Haus, in dem bis zu drei Generationen leben, und sind äußerst fleißig (“to work like beavers“ bedeutet in Nordamerika fieberhaft arbeiten). An den Bauwerken arbeitet die gesamte Familie mit, wobei die Bibermutter vor allem beim Dammbauen am einsatzfreudigsten ist. Das Biberpaar bleibt ein Leben
lang zusammen. Die Familiengröße hängt unter anderem von
der Größe des Reviers und dem Nahrungsangebot ab.
Baby-Biber (© Gerhard Schwab) - Click zum Vergrössern
Nach der Geburt der kleinen Geschwister im Frühsommer werden die ältesten Sprösslinge ziemlich unsanft aus dem Revier vertrieben, um für den jüngsten Nachwuchs Platz zu schaffen. Die vertriebenen Jungen begeben sich auf Wanderschaft, um sich einen Partner zu suchen und ein eigenes Revier zu gründen. Dabei legen sie zwischen 20 und 250 Kilometer zurück und können auch Gebirgszüge überwinden, wie etwa die Kleinen Karpaten in der Slowakei.
Jungbiber leben gefährlich. Nur ein Viertel, unter optimalen Bedingungen die Hälfte, der Jungtiere erreicht ein Alter von zwei Jahren und somit den Zeitpunkt der Selbständigkeit. Die alljährlichen Hochwasser kosten vielen Tieren das Leben. Neben Gefahren, wie besonders strenge Winter, Raubfische, Greifvögel, Füchse oder streunende Hunde, ist für die Jungbiber die Umstellung von der Muttermilch auf die pflanzliche Nahrung kritisch. Der gesamte Verdauungsapparat mit den effektiven bakteriellen
“Helfern“ muss sich auf das schwer verdauliche Pflanzenfutter einstellen. Hinzu kommen noch die vom Menschen verursachten Gefahren wie der Straßenverkehr, dem nicht wenige Tiere – und gerade jene auf Wanderschaft – zum Opfer fallen. Und obwohl der Biber unter Schutz steht, wird er immer wieder erschlagen, erschossen, in Fallen gefangen oder vergiftet. Bei ausgewachsenen Tieren kommt es auch zu Infektionen in Folge von Bissverletzungen durch Revierkämpfe.
Im Herbst bricht in der Familie emsige Betriebsamkeit aus: Der Bau muss winterfest gemacht werden. Im Winter können Biber wochenlang im Bau bleiben. Sie halten jedoch keinen Winterschlaf, sondern nützen den reichlichen Nahrungsvorrat, den sie sich vorsorglich in ihrem “Kühlschrank“ unter Wasser angelegt haben.
Die Kinder auf Händen tragen
Es klingt nach Vermenschlichung des Bibers, ist aber dennoch wahr: Wenn sich die Jungbiber zu lange im Wasser umhertreiben, befördert die Mutter sie bestimmt (um nicht zu sagen: mit Gewalt) in die Burg, was stark an die Bemühungen menschlicher Mütter erinnert. Manchmal kommt es vor, dass eine Bibermutter auf den Hinterbeinen laufend über Land geht und ein Jungtier auf den hochgehaltenen Vorderbeinen trägt. Auch auf dem platten Schwanz der Mutter können die Jungbiber transportiert werden – eine Art Biber-Schlittenfahrt.
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24.07.2008 09:57 Taucher Online : 166 Heute 3942, ges. 27727338 Besucher
 
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 Non-flight-time Suunto Cobra vom 20.01.2004 : Hallo,
gibt es beim Suunto Cobra eine Möglichkeit, sich die verbleibende Flugverbotszeit anzeigen zu lassen (ich meine nicht ... [mehr]
 Schnäppchen auf der "Boot" vom 20.01.2004 : Hi!
Ein Forum für alle: wer war schon auf der Boot und kann andern, die noch dahin gehen möchten, Tips zu tollen Angeboten ... [mehr]
 TUSA REEF TOURER - Geräteflossen Neu vom 20.01.2004 : Hallo,
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