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Onlinemagazin - 68. Ausgabe - My House is my Castle - Erfolgreiche Wiederansiedlung




 Geschrieben von Dr. Robert Hofrichter

Die Rückkehr

Castor fiber stand zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Europa mit insgesamt nur noch geschätzten 1.200 Individuen seiner Art am Rand der Ausrottung. Dass es heute wieder vielleicht nahezu eine halbe Million Europäische Biber gibt, kann als einer der großen Siege des Naturschutzes gefeiert werden.

Schon sehr früh gab es Wiederansiedlungsprojekte für Biber. Anfangs aber nur, weil die Fürsten am Biber wirtschaftliches Interesse hatten. Schon um 1600 versuchte Herzog Johann Adolf von Schleswig-Holstein, bei seinem Schloss Biber anzusiedeln. Nach 1700 wurden in Brandenburg und im Herzogtum Magdeburg Biber freigelassen, um neue Kolonien zu gründen. Mit zahlreichen Edikten, Verboten und drastischen Strafandrohungen versuchten Herrscher und Fürsten, den Biber vor der Ausrottung zu bewahren. Zwischen 1773 und 1883 hat die Fürstenfamilie Schwarzenberg in Südböhmen ein Zuchtprogramm für den Moldaubiber vorangetrieben. All diese Bemühungen trugen aber keine Früchte, denn der Schwarzmarkt und die Wilderei blühten.

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In den 1930er Jahren starteten Schweden und Finnland Wiederansiedlungsprojekte, damals leider auch mit dem Kanadischen Biber. Da Skandinavien im Vergleich zu Mitteleuropa wesentlich dünner besiedelt ist und unzählige naturbelassene Gewässer hat, war der Siegeszug des Bibers enorm. Diese Population sollte in den 1960er Jahren die Grundlage für die Wiederansiedlung in der Schweiz, in Deutschland, Österreich, der Slowakei, in Polen, Frankreich, den Niederlanden, Belgien und anderen Ländern werden. Fast überall war die Aktion von Erfolg gekrönt – was der Vitalität und Anpassungsfähigkeit des Bibers, aber auch der unermüdlichen Aktivität der Wissenschafter, Naturschützer und freiwilligen Helfer zu verdanken war.

Die Ausbreitung: Biberpopulationen wachsen nicht in den Himmel

Die Wanderungen der Biber erfolgen entlang der Gewässer sowohl stromauf- als auch -abwärts. Manchmal überqueren Biber trotz ihrer Schwerfälligkeit außerhalb des Wassers sogar größere Landstriche oder Gebirgszüge und gelangen so in andere Gewässernetze und Flusseinzugsgebiete.
Nicht wenige Gegner der rückkehrenden Wildtiere schüren die Angst vor einer wahren Invasion, einer unkontrollierbaren Populationsexplosion der Tiere. Eine solche Argumentation lässt elementare biologische Gesetzmäßigkeiten und ökologische Erkenntnisse außer Acht: Populationen werden nämlich nicht nur direkt durch die äußeren Bedingungen der Umwelt kontrolliert, sondern ganz wesentlich auch durch innere Kontrollmechanismen, würde doch eine Überpopulation die Lebensgrundlagen des Bestandes bedrohen.
Wie Untersuchungen aus Schweden und auch in Deutschland zeigen, dokumentiert auch der Biber diese biologische Gesetzmäßigkeit recht gut. Nachdem die Populationen in diesen Ländern nach der Wiederansiedlung über etwa 30 Jahre lang kontinuierlich angewachsen sind, stellte sich ein Populationsrückgang durch zurückgehende Nachwuchsraten ein. Konkurrenzdruck der benachbarten Biberfamilien, weniger reichhaltiges Nahrungsangebot und Revierkämpfe – das alles sind Stressfaktoren, die zu höherer Sterblichkeit bei Jungtieren und zu stagnierenden Zuwachsraten führen. Die ausgeprägte Territorialität des Bibers ist schon allein ein Selbstregulationsmechanismus, der eine Übernutzung der Nahrungsgrundlagen verhindert. So hat die Natur schon lange vor der Existenz des Menschen dafür gesorgt, dass die Balance zwischen Bestandsgröße und Lebensraumressourcen erhalten bleibt.

Probleme, Perspektiven, Visionen

Die “architektonische“ Seite des Bibers und seine unbändige Neigung, sich als Damm- und Burgbauer, als Holzfäller, als Gärtner, als Waldverjüngerer, als ambitionierter Landschaftsgestalter, als Regulierer des Grundwasserspiegels, als Entferner standortfremder Gehölze (etwa Fichten im Auwald), als Erbauer von Hochwasserschutzanlagen, als Förderer der Laufkrümmung der Gewässer und vieles mehr zu betätigen, kommt manchmal den Nutzungsinteressen des Menschen in die Quere. Dennoch hat die Wiederansiedlung des Bibers in Europa wesentlich weniger Ärger und Probleme bereitet, als selbst manche Artenschützer ursprünglich befürchtet haben. Wie Friedrike Spitzenberger erklärt, “führen gefällte Weichholzbäume und lokale Überschwemmungen kaum jemals zu Klagen. Schäden verursacht der Biber vor allem der Landwirtschaft durch Flurschäden. Es ist daher die Schadensabgeltung und auch die Abschussmöglichkeit gesetzlich zu regeln.“

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Ein Abschuss ist aber zum jetzigen Zeitpunkt erst der letzte Ausweg. “Die Lebensweise des Bibers bringt durch das Fällen von Bäumen, den Fraß von Gehölzen und Feldfrüchten oder das Untergraben von Ufern, Teichen und Dämmen vielfältige Probleme in gewässernahen Bereichen der von Menschen intensiv genutzten Landschaft mit sich“, sagt Birgit Neumeier vom Landesjagdverband Bayern. “Langfristige Lösungen sind in der Renaturierung von Flussauen oder ausreichend breiten nutzungsfreien Uferlandstreifen zu suchen. Auch können unter anderem gezielte Deichschutzmaßnahmen oder die Umsiedlung der Biber notwendig werden“. Solche Umsiedlungen sind heute Realität: Seit 1991 läuft etwa eine durch den WWF unterstützte Umsiedlung von bayerischen Bibern nach Ungarn, Rumänien und Kroatien. In Bayern trägt es zur Entspannung der Situation in manchen “Krisenregionen“ bei, in den neu besiedelten Ländern wird der Biber helfen, die natürliche Flussdynamik zu unterstützen, Feuchtlebensräume zu schaffen und die Artenvielfalt zu erhöhen.

Die ökologische Nützlichkeit der Biber für unsere Natur ist unbestritten. Dort, wo sie die Gewässer und Auen wiederbesiedeln, braucht der Mensch nicht mehr viel zu gestalten, um der Landschaft ihr natürliches Aussehen zurückzugeben. Durch die gefällten Bäume entstehen neue Strukturen, durch die Strömungsverhältnisse, Sedimentation und Nährstoffangebot verändert werden. Sein Werk, das auf den ersten Blick zerstörerisch wirken mag, zieht wohltuende ökologische Konsequenzen nach sich. Die durch Fällungen freigewordenen Flächen dienen anderen lichtliebenden Arten als neue Siedlungsflächen. Durch Sukzessionen können sich Lebensräume im Laufe der Jahre dynamisch entwickeln und verändern. Das war immer schon das Wesen der Au, in der sich der Biber wohl fühlt. Die neu geschaffenen Flächen ziehen verschiedene Schmetterlinge, Käfer und andere Insekten an. Bald kommen die Kleinvögel, die von der veränderten Struktur der Landschaft und dem reichlichen Nahrungsangebot profitieren. Amphibien und Reptilien finden auf den Sukzessionsflächen und selbst in kurzlebigeren Kleingewässern ihre Lebensräume.

Biberdamm - 

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Biberdamm (© Gerhard Schwab)- Click zum Vergrössern

Heute könnten mit nur einigen Biberfamilien als "Bauarbeitern" Unsummen für gewaltige ökologische Sanierungs- und Rückbaumaßnahmen von Gewässern gespart werden. Eine nach Bibermanier gestaltete Flusslandschaft mit stark gegliederter Topographie, mit Rückstaubecken und einer natürlichen Weite und Breite, schützt wesentlich besser vor katastrophalen Hochwässern als eine kanalisierte, enge, hart verbaute Flusslandschaft nach Manier des technokratischen Menschen. Das Rezept für eine gesunde Natur ist denkbar einfach: Lasst den Biber zumindest in manchen Regionen ohne jede Einmischung an seine gärtnerische und Landschaft gestaltende Tätigkeit heran. Eine bessere Ökologie kann es gar nicht geben!

Bei all dem Lob für den Biber soll ein dennoch bestehendes Problempotenzial, von dem sich 95% auf die ersten fünf Meter neben dem Gewässer konzentrieren, nicht übergangen werden. Betroffen ist ein maximal 50 m breiter Ufersaum. Es ist klar, dass die Ansiedlung der Biber nicht überall erfolgen sollte. An ausgebauten und begradigten Gewässern finden Biber kaum Lebensräume der benötigten Qualität und mit einem ausreichenden Nahrungsangebot. Hier weichen die Tiere auf die Kulturlandschaft aus, nutzen Feldfrüchte und Obstbäume und stauen Entwässerungsgräben auf. An solchen Stellen sind Konflikte mit den menschlichen Nutzern praktisch unausweichlich. Da Biber weit wandern und sich ausbreiten, wird es in Zukunft immer mehr zu Konfliktsituationen kommen. Begegnen kann man den Problemen durch Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden, Organisationen und Biberfachleuten sowie durch entsprechende Managementmaßnahmen. Eine Umsiedlung in naturnähere und weniger stark vom Menschen genutzte Bereiche könnte eine Lösung darstellen.

Ob die Interessen der Menschen und der Biber im Widerspruch stehen müssen, beantwortet Biberexpertin Johanna Sieber: “Biber sind – ähnlich wie Menschen – imstande, Lebensräume zu ihrem eigenen Nutzen zu verändern. Als semiaquatische Tiere benötigen sie ganzjährig ausreichendes Wasser, als Vegetarier, die im Winterhalbjahr praktisch ausschließlich von der Rinde diverser Baumarten leben, machen sie mit ihren Aktivitäten häufig jahrzehntelange Arbeit des Menschen zunichte.
Sie stauen Gewässer und setzen Drainagen außer Funktion – viele Hektar Agrarfläche werden vernässt und sind nicht mehr bearbeitbar; sie fällen hiebreife Edelhölzer; sie graben Hochwasserschutzdämme an … Wozu brauchen wir also Biber? Sie sind wertvolle Renaturierer von Feuchtlandschaften, die der Mensch trockenlegte, und tragen wesentlich zur Erhöhung der Artenvielfalt bei; sie lassen den Grundwasserspiegel nicht weiter absinken; sie zeigen uns, dass Flüsse mehr Freiraum brauchen, um die Hochwassergefahr abzuschwächen; die Ufervegetation wird durch Bibernutzung standortgerecht und für andere Tierarten nutzbar und vieles mehr. Ist somit eine Koexistenz zwischen Mensch und Biber möglich? Natürlich – aber nur, wenn der Mensch lernt, von seinen angemaßten Nutzungsrechten Abstriche zu machen. Wildtiermanagement und finanzielle Kompensation kann nur ein erster Schritt sein – für die Zukunft ist Umdenken nötig.“

Wie in manchen Regionen Deutschlands bereits praktiziert, werden vielleicht in Zukunft immer mehr Menschen zu Fluss-Paten. Durch solche Patenschaften sind die Beteiligten persönlich und emotional in den Naturschutz eingebunden. Sie spüren, empfinden und verstehen intensiver, dass der Schutz der gemeinsamen und einzigen Umwelt, in der wir leben und die uns zur Verfügung steht, uns alle etwas angeht.

Auch Fachleute können irren!

Wie der bayerische Biologe Josef H. Reichholf berichtet, sprachen sich zu Beginn der 1970er Jahre, als die Diskussion über die Wiederansiedlung des Bibers in Bayern entflammte, nicht wenige Fachleute gegen eine solche aus. Manche meinten, der Biber könne in der modernen Landschaft gar nicht mehr leben (ein großer Irrtum, er ist sogar inmitten von Städten zu finden). Um die Fauna nicht zu verfälschen, wollten viele nur die Aussetzung der richtigen Unterart akzeptieren – diese war aber nicht mehr existent. Der nächste Bestand einer anderen Unterart, des Elbebibers, kam für eine Auswilderung damals aus politischen Gründen nicht in Frage, denn der Eiserne Vorhang bedeutete eine unüberwindbare Barriere. Dass der Kanadische Biber als Besatztier von den Naturschützern abgelehnt wurde, war freilich völlig richtig. So kam schließlich nur die schwedische Population in Frage, von der der Bund Naturschutz in Bayern etwa 50 Tiere erwarb und zwischen 1966 und 1980 freiließ.

Das größte Problem war das Fehlen von Argumenten bei den Naturschützern selbst: Weshalb sollten Bayerns Flüsse überhaupt wieder Biber zurückerhalten? Hat doch das Jahrhundert ohne Biber gezeigt, dass der Fluss auch ohne sie existieren kann. Vor allem aber waren nahezu alle Flüsse verbaut und verändert und boten keinen natürlichen Lebensraum mehr. So mancher Naturschützer stand mit seiner übergroßen Skepsis der Rückkehr des Bibers im Weg. Zum Glück waren auch Visionäre wie Hubert Weinzierl da: Kommende Generationen sollten wieder Biber in der Natur sehen können!

Die Skeptiker haben sich gründlich geirrt, der große Nager ist erfolgreich zurückgekehrt. Etwa 6.000 Individuen waren es Ende 2002 in Bayern, und sie vermehren sich weiter und breiten sich aus. Weder die Nähe des Menschen, noch kanalisierte Gewässerläufe oder stark verschmutztes Wasser vermochten ihn in seiner Ausbreitung einzuschränken.

Der Biber als Wirtschaftszweig

Für die meisten Tierfreunde und Naturschützer ist gegenwärtig allein schon der Gedanke abwegig, aber früher oder später wird der Biber in vielen Teilen Mitteleuropas wohl zum Jagdwild werden – wie Hasen, Rehe oder Wildschweine (wie auch immer man zur Jagd steht, aus ethischer Sicht besteht bei etablierten, nicht gefährdeten Arten kein Unterschied zwischen der Jagd auf solche Tiere oder etwa den Biber). Freilich, noch vor 150 Jahren war der Biber nahezu ausgerottet, und die Art steht fast überall unter nationalem und internationalem Schutz. Doch allein in Polen leben heute schon wieder etwa 23.000 Biber, in Schweden sind es an die 150.000 und die Gesamtpopulation in Europa wird auf 500.000 geschätzt. Ihre genaue Zahl kennt niemand. Daher sollten Tierfreunde eine nachhaltige jagdliche Nutzung in der Zukunft nicht kategorisch ausschließen, denn sie wird wohl irgendwann die Folge der kontinuierlichen Ausbreitung sein. So werden Biber in Schweden heute ganz selbstverständlich wieder gejagt, um ihre Pelze und das Fleisch zu nutzen.

Die russischen Biberspezialisten W. W. Djoshkin und W. G. Safonow stellen fest, “dass die Trennung von Schutz und Nutzung bei Arten, deren Bestand gehoben wird, prinzipiell falsch ist“. Der Schutz darf kein Selbstzweck sein, nicht nur, dass dieser keinen Nutzen bringt, sondern in der Regel ist er sogar schädlich. Dieselben Produkte, die schon seit Urzeiten geschätzt und genutzt wurden, können auch in der modernen Welt noch zu Geld gemacht werden. Das war in Nordamerika auch in den letzten Jahrzehnten so. Es steht außer Diskussion, dass die Akzeptanz einer künftig jagdbaren Tierart, die auch wirtschaftlichen Nutzen hat, in Teilen der Bevölkerung noch wesentlich erhöht werden könnte.

Und vielleicht konsumiert der eine oder andere Verbraucher heute schon Bibergeil, ohne es zu wissen: neben diversen Parfums und Aphrodisiaka ist es etwa in manchen Tabakwaren und Räucherstäbchen enthalten. Auch Homöopathen kennen nach wie vor seine Verwendung. Sogar in einer Mundspülung kommt Bibergeil zum Einsatz...

In den letzten Jahren hat sich im Nationalpark Donauauen östlich von Wien ein regelrechter Bibertourismus entwickelt – vielleicht ein Beispiel für andere Regionen, die dafür nicht unbedingt Nationalparks oder Schutzgebiete sein müssen? Idealer könnte der Nutzen des Bibers jedenfalls gar nicht sein: Ökotourismus bringt wirtschaftliche Impulse für die Region, schafft einige neue Arbeitsplätze für die ohnehin nicht durch reichliche Jobangebote verwöhnten Biologen und ermöglicht eine intensive Aufklärung der Bevölkerung, nicht zuletzt von Kindern und Jugendlichen über wichtige Schwerpunktthemen der aktuellen europäischen Umweltpolitik.
Die Fähigkeit des Bibers, neue Feuchtgebiete zu schaffen, steht im Dienst der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der Europäischen Union. Ihr Ziel ist die Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen. Polnische Biologen haben berechnet, dass der Biber in diesem Land allein im Jahr 2001 an die 15.000 ha Feuchtgebiete neu geschaffen und weitere 21.000 ha anderer Habitate ökologisch deutlich aufgewertet hat. Enorme Geldsummen für Renaturierungsmaßnahmen können so eingespart werden; viele kostenintensive Schritte erübrigen sich bei einem gesunden Bibervorkommen völlig.

Das in der Zukunft immer mehr erforderliche Bibermanagement muss in den einzelnen Ländern und Regionen passende Wege suchen, wie man ökonomische Verluste minimieren kann – bei gleichzeitiger Erhaltung der positiven ökologischen und ökonomischen Effekte der Biberanwesenheit.

Der Biber als Sündenbock

Oft muss der Biber für Grabaktivitäten anderer Tiere, wie etwa der Bisamratte (Ondatra zibethicus, Arvicolidae), einer in Nordamerika beheimateten Wühlmaus, mancherorts auch der Nutria (Myocastor coypus, Myocastoridae), als Sündenbock herhalten. Beide Arten sind in unserer Natur eingeschleppte Fremdlinge, die teilweise eine recht ähnliche Lebensweise wie der Biber haben. Wie alle zoologischen Importe sind sie ökologisch problematisch und aus der Sicht des Arten- bzw. Naturschutzes – ganz im Gegensatz zu den zurückkehrenden autochthonen europäischen Wildtieren – unerwünscht, ähnlich wie der Kanadische Biber, der in Europa mancherorts angesiedelt wurde.

Verwechslungen von Biber und Bisam sind nicht selten. Die heute in Mitteleuropa lebenden und sich leider immer noch ausbreitenden Fremdlinge stammen wahrscheinlich von fünf im Jahr 1905 in der Nähe von Prag ausgesetzten Tieren ab. Auch in anderen Ländern hat man später Bisams freigelassen, um sie wegen ihres weichen, kastanienbraunen Fells als Pelztiere zu nutzen. Bisams richten bei gehäuftem Auftreten durch Unterwühlen von Dämmen und Deichen erheblichen Schaden an, der nicht selten irrtümlich Bibern zugeschrieben wird.





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