Ziel der Untersuchungen ist es anhand der verwendeten Bauteile und des
Wartungs- bzw. Modifikationsstand des Motors das Absturzdatum möglichst
genau eingrenzen zu können. Auf diese Weise könnte sowohl ein
Zusammenhang mit dem Absturz St. Exupérys ausgeschlossen oder bestätigt
werden, vielleicht aber auch das zugehörige deutsche Flugzeug identifiziert
und damit auch das Schicksal des Piloten ermittelt werden.

Nach seiner Ankunft in Deutschland wurde der Motor gründlich gespült
und gereinigt und anschließend dem "Werftverein" übergeben.
Dort hat er sein eigenes Zimmer bekommen und zwei Wochen lang "mediterranes
Flair" verbreitet - eine Geruchsmischung aus altem Hafen, einer Note von
Fischsuppe und dem lieblichen Duft rostigen Metalls.
Zuerst wurden die am Gehäuse des Motors sichtbaren Bauteilnummern
erneut aufgenommen und mit den Bauteillisten der Motortypen abgeglichen.
Danach wurden die für eine Datierung wichtigsten Bauteile wie
etwa die Zündkerzen und die Einspritzpumpe demontiert, gereinigt und
die vorhandenen Typenbezeichnungen und Seriennummern ermittelt. Bei der
Demontage der Einspritzpumpe spritze uns über 60 Jahre alter Kraftstoff
entgegen, auch hatten mehrere Zylinder noch Kompression, es gab ein hörbares
Zischen entweichender Luft bei der Demontage der Einspritzdüsen.
Bisher wurden folgende Teile untersucht und zu deren Produktionsdaten
recherchiert:
Kurbelwellengehäuse Rautenbach
Zylinderblock Skoda
Zündkerze BOSCH
Einspritzung BOSCH
Einspritzdüsen L'Orange

Zündkerze vor und nach der Reinigung/Konservierung
Einspritzdüse nach der Reinigung
Datenblatt der Einspritzpumpe im Bosch-Archiv
Da das Typenschild und die Schlagzahlen auf dem Gehäuse des Motors
nicht mehr vorhanden waren, konnte die Seriennummer des Motors nur in seinem
Inneren noch zu finden sein.
Der Motor wurde gedreht und die Abdeckung am Kurbelwellengehäuse
geöffnet. Die Seriennummer des Motors konnte anhand der eingeschlagenen
Ziffern an den Befestigungsschalen der Kurbelwelle bestimmt werden. Da
die Motoren aber spätestens nach 200 Betriebsstunden ausgebaut und
zur Überholung ins Werk geschickt wurden, hatte jede Einheit ein regelrechtes
Lager an Motoren. Eine Zuordnung des Motors zum Flugzeug ist daher so gut
wie unmöglich.

Für weitere Recherchen waren wir dann in den Archiven bei Mercedes,
Bosch und L’Orange vor Ort.
Um die zeitliche Einordnung des Motors abzugleichen, wurden zudem mehrere
andere DB601 Motoren genau untersucht und Details mit Spezialisten abgeglichen.
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