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Im Urwald auf den Spuren der Rocas
Am letzten Tag auf Sao Tomé steht eine eine ganztätige Tour in den Urwald
und zu zwei ehemaligen Rocas (Plantagen) gemeinsam mit Kim
und Mirko auf dem Programm. Da man diese Tour besser mit einem ortskundigen Fahrer
und Begleiter unternehmen sollte, der auch über die Geschichte und Hintergründe
zu berichten weiß und die zahlreichen Fragen, die im Laufe des Tages
auftauchen, beantworten kann, haben unsere Gastgeber Américo Gabral
engagiert. Américo war früher stellvertretender Manager
des Hotel Equador Pestana und arbeitet nun in Sao Tomé Stadt in der
Firma Equador – Viagens e Turismo, Lda. als Assistant Manager. Zuerst geht es zu den Büros
dieser Firma, wo Chef, Manuel Morais, einige Minuten für Antworten
auf wirtschaftliche Gepflogenheiten der Firmen auf Sao Tomé zur
Verfügung steht.
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Weiter geht es zu Ossobo, einem Laden in welchen
man als Tourist die Souvenier’s für sich selbst und die Lieben daheim
kaufen sollte. Denn hier, im "ossobo EcoSocial", wird dafür garantiert,
dass die verkauften Kunstwerke, Holzarbeiten, Holzschmuck, Kaffee, Kakao
etc. auch tatsächlich von Sao Tomésen auf Sao Tomé hergestellt
bzw. gefertigt werden.
Und das Wichtigste: Sie erhalten auch einen extrem fairen Lohn dafür
– im Schnitt zwischen 70 und 80% des erzielten Verkaufspreises.
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Nachdem auch wir einige Dinge gekauft haben, verlassen wir nun
Sao Tomé Stadt um in Richtung des Urwalds ins Inselinnere zu fahren. Sind
die Straßen anfangs noch gut befahrbar, wird bald ein richtiges Fahrabenteuer
daraus. Doch Américo und sein Auto kennen den Weg!
Die Natur, die den Besucher erwartet, ist wunderschön.
Ein Eintauchen in den Großen Wald. Ein verschlungenes Gewirr von Zweigen,
Büschen und Wurzeln. Undurchdringlich, ein grüner Kosmos, der in
der feuchten Wärme gedeiht und wuchert. Der erste Stopp wird
beim Wasserfall St. Nicolau eingelegt, wo sich ein Bach zwanzig Meter tief in ein Becken
stürzt. Das Wasser ist angenehm kalt und das Becken lädt zum Baden
und Abkühlen ein. Weiter führt die kurvige Straße, vorbei
an Bäumen voller Kakaobohnen, zu der ehemaligen Plantage Bombain die
inmitten der Berge liegt. Von hier hat man einen guten Ausblick
auf den Pico de Sao Tomé, sofern das Wetter mitspielt.
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Die Plantage wird inzwischen wieder bewirtschaftet und ein einfaches Hotel
ist im ehemaligen Herrenhaus eröffnet worden. Für Naturliebhaber
bietet es sich an eine Nacht in Bombain zu buchen um genügend Zeit für
Erkundungen im Umkreis zu haben.

Bombain und die Produktpalette der Plantage
Der Besitzer des Hotels erzählt bei einer kühlen Erfrischung
von seinem Projekt Bombain, einer Kombination aus kleinem Hotel und Agrarwirtschaft.
Nach und nach werden die ehemaligen Reichtümer der Insel wie Kakao,
Kaffe, Vanille und diverser tropischer Früchte auf Bombain wieder kultiviert
und verkauft.
Im Anschluss geht es auf Erkundungstour in die weitläufige Anlage. Wir treffen auf
eine Familie von Kaffeepflückern und haben wie so oft in diesen Tagen
eine Menge Spaß beim gegenseitigen Fotografieren und „Bilder gucken“.

Kaffepflücker mit Familie
Mittagessen im Speisesaal des Herrenhauses, zusammen mit sieben weiteren Besuchern. Fünf
von Ihnen kennen wir schon – es handelt sich hier um 4 Portugiesen
und einen Holländer, welche auch schon im Pestana gewohnt haben.
Man sieht daran sehr gut, wie "viele" Touristen hier unterwegs sind. Das Essen
ist einfach und gut. Es gibt ein Fleisch- und ein Fischgericht zur Auswahl,
davor eine Gemüsesuppe. Einige Kaffees und einer willkommenen
Pause später im Schatten brechen wir wieder auf.
Große Teile der alten Plantage von Bombain verfallen
Zurück durch die herrliche Urwaldlandschaft führt der Weg auf die Größte
der ehemaligen Kakaoplantagen von Sao Tomé. Sobald das Gelände
von Rio d’Oro erreicht wird, erstreckt sich vor dem Besucher eine breite Straße, die zu einem
großen, imposanten Bauwerk führt. Nein, werden wir sogleich aufgeklärt,
das ist nicht das ehemalige Herrenhaus. Es war das Krankenhaus für die
Arbeiter! Auch eine kleine Eisenbahn gab es hier zum Verladen und Transport
der Ware.
Das ehemalige Krankenhaus von Rio d'Oro
Links und rechts dieser Strasse sind Häuser aus Stein, die auch heute
noch bewohnt sind. Überall flattern Wäscheleinen und die Haustiergemeinschaft
von Hühnern, Ziegen, Schweinen und Kühen ist auch allgegenwärtig.
Wir parken auf dem Platz vor dem großen Krankenhaus und steigen aus.
Sofort sind wir wieder von einer großen Menge Kinder umringt, die uns
nicht mehr von der Seite weichen. Das ehemalige Krankenhaus steht leer und
verfällt; nur einige Ziegen wohnen hier im offenen Untergeschoss.
Dennoch, wenn man hier steht und seinen Blick schweifen lässt, kann
man sich gut vorstellen, wie es aussah als die Plantage noch bewirtschaftet
wurde.
Lesetipp
"Am Äquator" - von Miguel Sousa Tavares. Ein Roman über eine vergangene
Epoche, über das Ende der Sklaverei. Mit fantastischen Schilderungen
der Landschaft Sao Tomés. Abenteuer und unglückliche Liebesgeschichte.
So könnte eine Zusammenfassung des Erstlingswerkes von Tavares lauten.
Ein Roman der die Vergangenheit Sao Tomés in farbigen Bildern wieder
auferstehen lässt und für Gesprächsstoff vor Ort sorgt.
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Rio d'Oro
Zurück im Hotel geht es sofort in den Pool – eindeutig der allerbeste
Ausklang für diesen interessanten, anstrengenden und sehr heißen
Tag. Leider auch unser letzter hier auf der Westafrikanischen Inselrepublik.
Wir haben eine wunderschöne Reise mit einer Vielzahl von neuen Eindrücken
hinter uns. Unser Entschluss steht schon jetzt fest: wir werden wiederkommen.

Unsere Begleitung in Rio d'Oro und rechts - das wichtigste Werkzeug
im Urwald,
ein großes Messer oder eine Machete
Der Rückflug am nächsten Morgen startet gegen 6:30 Uhr und führt
über die Kapverden (kurzer Tankstop auf Sal – Aussteigen notwendig!)
zurück nach Lissabon und weiter nach Deutschland.
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06.07.2008 00:21 Taucher Online : 87 Heute 172, ges. 27331195 Besucher
 
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