Guiseppe Dezza - der Anfang
Erster Name: RN Pilade Bronzetti
Der erste Name des Schiffs war RN Pilade Bronzetti. Major Pilade
Bronzetti war ein italienischer Freiheitskämpfer und Nationalheld.
In der Schlacht von Volturno hielt er am 1. Oktober 1860 mit nur 270 Gebirgsjägern
das strategisch wichtige Castello di Morrone gegen eine Übermacht von
4.000 Feinden und fiel dabei.
Ursprünglich schon 1913 bei Nicolo Odero & Co. in Genua-Sestri
Ponente als Querspant-Stahlbau auf Kiel gelegt, lief die RN Pilade Bronzetti
am 26. Oktober 1915 vom Stapel.
Diesem Schiff lagen britische Pläne zugrunde, nämlich ein Entwurf
nach Pattison auf der Basis von Konstruktionen der berühmten Thornycroft-Werft
von 1912-1913. Diese wurden von der Odero-Werft aptiert und in Pläne
für eine eigene Klasse umgewandelt: der Indomito-Klasse. Innerhalb dieser
Klasse gab es mehrere Serien, die in Details voneinander abwichen.
Die RN Pilade Bronzetti gehörte zur Rosolino Pilo-Serie, die
ansonsten noch die Schwesterschiffe RN Rosolino Pilo, RN Giuseppe-Cesare
Abba, RN Giuseppe Missori, RN Antonio Mosto, RN Ippolito Nievo, RN Francesco
Nullo und RN Simone Schiaffino umfaßte.
Technische Daten:
In Bezug auf die technischen Charakteristika der Rosolino Pilo-Klasse,
insbesondere auch auf diejenigen der RN Pilade Bronzetti, liegen
in der einschlägigen Literatur unterschiedliche Angaben vor. Dies ist
zB. beim Schiffsdeplacement unterschiedlichen Maßeinheiten geschuldet,
bei der Bewaffnung ganz einfach aber auch schon mal der mangelnden Dokumentation
von baulichen Veränderungen während Kriegszeiten.
Recht einheitlich wird die Schiffslänge der RN Pilade Bronzetti
mit 73m angegeben, ebenso wie die Schiffsbreite mit 7,32m und die Besatzungsstärke
von 85 Mann.
Das Deplacement wird als Konstruktionsdeplacement im Weyer von 1918 mit
700t angegeben. Bei diesem -größten- Deplacement hatte der Zerstörer
einen Tiefgang von 2,78m.
Der Antrieb des Schiffes besteht aus vier Thornycroft-Ölkesseln, die
in zwei Kesselräumen untergebracht sind und Dampf für zwei Satz
Tosi-Turbinen in zwei Maschinenräumen erzeugen. Diese Turbinen vermögen
bis zu 16.000 wPS zu erzeugen, die an zwei Wellen abgegeben werden. Diese
wiederum wirken auf zwei dreiflügelige Schrauben mit einem Durchmesser
von jeweils 1,30m.
Bei Höchstfahrt sollte diese Maschine eine Konstruktionsgeschwindigkeit
von 35 Knoten erreichen. Bei der Meilenfahrt wurden aber nur 30 Knoten erreicht.
Die Reichweite betrug mit dem maximalen Treibstoffvorrat von 150t an Bord
bei 15 Knoten Fahrt 1.700 Seemeilen. Bei 32 Knoten Fahrt waren es mit der
gleichen Menge Treibstoff immer noch 440 Seemeilen.
Die Bewaffnung der RN Pilade Bronzetti wird im Weyer von 1918 mit
1x 12cm L/40, 4x 7,6cm und 2x 45cm Torpedorohren angegeben.
Dr. Aldo Fraccaroli gibt in der offiziellen Marinepublikation "I cacciatorpediniere
Italiani" eine Ursprungsbewaffnung der RN Pilade Bronzetti von 4x
7,6cm L/40, 2x 7,6cm L/30 und 4x 45cm Torpedorohren an.
Nach seinem Stapellauf wurde der Zerstörer beschleunigt ausgerüstet,
da die italienische Kriegsmarine dringend moderne Zerstörer brauchte
um im Krieg bestehen zu können. Deshalb wurde das Schiff schon am 15.
Dezember 1915 als Cacciatorpedini, zu deutsch: Torpedobootszerstörer
-eine Vorläuferbezeichnung des heutigen Kriegsschiffstyps "Zerstörer"-
in Dienst gestellt. Als taktische Kennung führte es nun die Buchstaben
BR am Bug.
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