Einsatz im 2.Weltkrieg
Der Ausbruch des 2. Weltkrieges überraschte das Boot in Messina.
Recht bald wurde es aber dann nach Cagliari abberufen und wurde dort stationiert.
Im Jänner 1941 war sie von dort aus auch an der erfolglosen Jagd nach
dem umso erfolgreicheren englischen U-Boot HM S/m Pandora beteiligt.
Diese "Büchse" blieb jedoch ungeöffnet ...
Im Juni 1941 kam die RN Giuseppe Dezza wieder nach Messina, von wo
aus sie rund um Sizilien und in der unteren Thyrrenischen See Patrouillenaufgaben
wahrnahm. Hin und wieder patrouillierte sie auch zwischen Tripoli und Bengasi.
Am 19. August 1941 lief sie zusammen mit den Zerstörern RN V. Gioberti,
RN Grecale, Maestrale, RN A. Oriani, RN. Da Recco, RN Scirocco und RN
U. Vivaldi aus Neapel aus, um einen Konvoi von vier großen Truppentransportern
auf ihrem Weg nach Tripoli zu sichern. Bei den Transportern handelte es sich
um die SS Marco Polo, SS Neptunia, SS Oceania und die 11.398 BRT große
SS Esperia.
SS Esperia vor dem Krieg mit den Schornsteinmarken
des Lloyd Triestino
Am nächsten Morgen befand sich das Geleit schon fast vor der nordafrikanischen
Küste, als die SS Esperia von dem britischen U-Boot HM S/m
Unique unter dem Kommando von Lieutenant-Commander R.D. Cayley torpediert
und versenkt wurde. Die RN Giuseppe Dezza beteiligte sich an der
folgenden Rettungsaktion und konnte 61 Schiffbrüchige aufnehmen.
Im Januar 1942 fuhr sie zusammen mit den Zerstörer RN Maestrale
Patrouille.
Der September 1943 sah wegen der alliierten Landung auf Sizilien eine Verlegung
nach Brindisi, dann nach Fiume (heute Rijeka).
Dort lag sie auch noch in der Überholung, als Italien am 8. September
1943 einen Waffenstillstand mit den Alliierten schloß.
Damit das Boot nicht in fremde -jetzt feindliche deutsche- Hände fiele, versenkte seine
Besatzung das Schiff am 16. September 1943 im Hafen von Fiume.
Bis dahin hatte das Boot eine beachtliche Arbeit geleistet. Es hatte 27
Einsätze gegen U-Boote und 174 Geleitschutzfahrten absolviert!
Dritter und letzter Name: TA 35
Nachdem deutsche Truppen in ausreichender Stärke vor Ort in Fiume (heute Rijeka) waren, wurde
die RN Giuseppe Dezza von ihnen aus dem seichten Hafenbecken geborgen,
gründlich ;-)) entrostet und dann auch gleich mal ordentlich umgebaut.
Termin zur Indienststellung in die deutsche Kriegsmarine war dann der
9. Juni 1944. Fast wäre es nicht dazu gekommen, sollte das Boot doch
eigentlich an die kroatische NDH-Marine übergeben werden um diesem Bundesgenossen
des Deutschen Reiches auch auf See ein wenig aufzupäppeln. Doch wegen
des Mangels an eigenen Kriegsschiffen in der Adria wurde nichts daraus.
Der italienische Name wurde recht preussisch-zackig in TA 35 geändert,
wobei TA für "Torpedoboot Ausland" stand.
Der an TA 35 vorgenommene Umbau brachte wieder eine Veränderung
des Deplacements mit sich und steigerte sich von 616ts auf 686ts Typenverdrängung.
Die Mannschaft wurde von 94 auf 130 Mann erhöht. Bezüglich der
Änderung in der Bewaffnung besteht auch hier keine Klarheit.
Der Gröner gibt für TA 35 eine Bewaffnung von 2x 10,2cm
L/35, 15x 2cm-Flak L/65, 2x 45cm Torpedorohren und 10 Minen an.
Fraccaroli gibt für die Zeit nach Ausbruch des 2. Weltkrieges eine
Reduzierung der Bewaffnung von 2x 10,2cm L/35 und 6x 2cm-Flak L/65 an um
die zusätzlichen Einbauten für das Werfen von Wasserbomben und
das Legen von Minen unterbringen zu können.
Fock erwähnt, daß die von deutschen Truppen im Adriaraum erbeuteten
italienischen TA-Boote erheblich umgestellt werden mußten in Bezug auf
die Bewaffnung. Der Grund dafür bestand in der alliierten Lufthoheit
auch über der Adria zu diesem Zeitpunkt.
Als Bewaffnungsbeispiel erwähnt er die Aufstellung von folgenden Waffen
auf TA 38, vormals RN Spada:
2x 10cm, 1x 4cm-Flak, 1x 3,7cm-Flakzwilling, 2x 3,7cm Flak, 4x 2cm Flakzwilling,
1x 2cm - Flakvierling, 8x Raketenwerfer, 3x 1,5cm Flak- sMG, 3x 45cm TR, 4
Wasserbombenwerfer, bis zu 28 Ankertau- oder bis zu 16 Magnetminen
Fock weist jedoch darauf hin, daß wegen der Kriegslage eine einheitliche
Bewaffnung situationsabhängig war.
TA 35 kann also eine abweichende Bewaffnung gehabt haben.
Wie auch immer die Bewaffnung war - das Boot wurde nach der Indienststellung
am 9. Juni 1944 der am 1. März 1944 aufgestellten 2. Geleitflottille
von Fregattenkapitän Birnbaum unterstellt.
TA 35 mit Blatt- und Baumtarnung
Kommandant von Indienststellung bis Juli 1944 war Oberleutnant z.S. Keck.
Zusammen mit den anderen Schiffen der 2. Geleitflottille, nämlich TA
20, TA 21, TA 22, TA 36 und acht kleineren Geleitbooten -G 202, G
205, G 231, G 232, G 233, G 234, G 235, G 237- vom aufgelösten Tintenfischverband,
wurden von den Stützpunkten Fiume und dem ehemaligen österreichischen-
richtiger: K.u.K.- Hauptkriegshafen Pola aus Sicherungsfahrten in der nördlichen
Adria durchgeführt.
Hafen Pola mit K.u.K. Marinefeldpostamt und K.u.K Seeflugstation
Manchmal erfolgten diese Fahrten mit Luftsicherung:
Flugsicherung durch ein Arado 196-Schwimmerflugzeug
Im Juli 1944 wechselte das Kommando und neuer Kommandant von TA 35
wurde Leutnant z.S. Dirks; neuer Kommandant der 2. Geleitflottille wurde
Korvettenkapitän Thorwest.
Am 9. August kam es, nach der Versenkung von TA 36 am 18. März
1944, zum zweiten Verlust der 2. Geleitflottille: TA 20, TA 21 und
TA 35 befanden sich auf einer Minenoperation, wobei sie von britischen
Motortorpedobooten angegriffen wurden. Im Verlauf des Gefechts erhielt TA
21 , die vormalige RN Insidioso, vor Cap Salvore schwere Treffer.
Das Schiff konnte zwar nach Fiume eingeschleppt werden, wurde dort aber am
5. November 1944 bei einem US-Luftangriff zerstört. 1947 wurden die Überreste
abgewrackt.
Die Versenkung der TA 35:
Nach nur etwas mehr als zwei Monaten im Kriegsdienst lief TA 35
bei einer ihrer Geleitfahrten am 17. August 1944 zwischen Pula und Rovinj
im Fasana-Kanal auf eine Mine. Als Untergangsstelle wurden damals die Koordinaten
44° 53` N / 13° 47 `E ermittelt. Die Wirkung des Minentreffers war
verheerend. Der Bugteil wurde vom Schiff gerissen- TA 35 versank rasch
in den Fluten.
Eine andere Version spricht von einem Torpedoangriff eines alliierten Flugzeuges-
laut Recherchen italienischer Wracktaucher in den Akten der deutschen Kriegsmarine
scheint die Untergangsursache aber eine Mine gewesen sein.
Die Wucht der Explosion war jedenfalls so groß, daß das Schiff
im vorderen Drittel auseinandergerissen wurde und es zu einem Verlust von
71 Menschenleben kam.
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