Wracktauchen an der TA35
Das Wrack liegt einige Seemeilen vor der Küste Istriens zwischen
Pula und Rijeka und kann von praktisch jeder Tauchbasis in der Gegend angefahren
werden. Irgendwie hab ich den Eindruck, dass in diesem Bereich, dem Fasana-Kanal,
Wrack neben Wrack zu liegen scheint...
Von Rovinj aus beträgt die Anfahrtszeit je nach Motorisierung des Tauchbootes
etwa 30 bis 60 Minuten.
Für das Tauchen am Wrack ist wie so oft in diesem Gebiet im 30- 40
Meter Bereich ein Doppelgerät mit Nitrox optimal!
Die Betauchung des Wracks von TA 35 ist aber relativ einfach und auch
für begleitete, fortgeschrittene Anfänger möglich.
Ist man am Wrack angekommen, sieht man auch eine Boje. Die Bojenleine
war in den letzten Jahren immer an oder in unmitelbarer Nähe zu der
10,2 cm Kanone befestigt, die den höchsten Punkt des Wracks darstellt.
Taucht man entlang der Bojenleine ab, kann man das Wrack bei guter Sicht
schon bei geringer Tiefe in 25m auf dem Meeresboden liegen sehen. Genauer
gesagt kann man das Heckteil erkennen. Denn das Bugteil liegt rund 80m vom
Heckteil entfernt und die Sicht ist wegen des Schlammgrundes sowie einer
permanenten leichten Strömung meist nicht besonders gut. Wenn die Sichtverhältnisse
mal gut sind heißt das, daß man rund 10m weit sehen kann. Als
erstes erblickt man am Ende des Bojenseils das große Decksgeschütz.
Es bietet aus allen Perspektiven einen interessanten Anblick.
Leider ist die Sicht nicht immer so gut -was auch schon mal verschwommenere
Bilder zur Folge hat.
Für die interessanten Details, wzB. das Rad zum Hoch- und Herunterkurbeln
des Geschützrohres, muß man also näher rangehen.
Das trifft auch auf das Leben am Wrack zu.
Das Deck von TA 35 wurde durch die Minendetonation stark verformt.
Manche Anschnitte scheinen aber noch interessant zu sein und verführen
zu einer Wrackpenetration, was man sich aber besser zweimal überlegen
sollte.
Je nach Atemgasvorrat kann man dies aber durchaus machen -entsprechende
Erfahrung und Ausbildung vorausgesetzt.
Wieder draußen, präsentiert sich der Rest vom Deck eingebrochen
und mit vielen durchgebogenen Stahlträgern.
Diese sind meistenteils von der Natur mit Beschlag belegt und werden auf
alle nur denkbaren Arten von ihr genutzt.
Auch hier können Details entzücken wzB. diese violette Nacktschnecke:
Einige Meter vom Decksgeschütz entfernt steht an Deck noch eine 3,7cm-Zwillingsflak.
Taucht man weiter in Richtung Bug, fällt der Rumpf immer mehr zusammen,
bis er schließlich auf dem Niveau des Meeresbodens endet.
Blickt man weiter nach vorn, erstreckt sich ein Trümmerfeld auf dem
Meeresboden und verschwindet außerhalb der Sichtweite im Nichts.
In diesem Trümmerfeld befindet sich noch ein 2cm L38-Flakvierling,
dessen Rohre von Schwämmen bewachsen immer noch nach oben zeigen um
einen imaginären Feind abzuwehren.
Dieses Flakgeschütz ist ein Tauchermagnet und wird gerne näher
betrachtet.
Der Flakvierling ist noch sehr gut erhalten und verfügt sogar noch
über sein Schutzschild.
Er scheint jedoch nnicht nur für Taucher besonders interessant zu
sein, sondern auch für einen ganzen Schwarm silbrig glänzender
Fischlein.
Taucht man von hier aus noch rund 65m weiter und folgt dem Trümmerfeld,
gelangt man zum Bug. Dies ist auf den letzten Metern aber etwas unheimlich,
da das Trümmerfeld in eine Schlammwüste ohne Orientierungsmöglichkeit
übergeht und die Sicht wegen des Schiffsverkehrs hier im Kanal nicht
gerade gut ist.
Am Bug angekommen, nimmt man sofort wahr, daß dieses Wrackteil um
einiges kleiner ist als die Hecksektion. Viel zu sehen gibt es hier nicht,
denn der Bug ist nicht stark zerstört und recht übersichtlich.
Er verführt jedoch auch zur Penetration, wozu das schon oben zu Wrackpenetrationen
gesagte gilt.
Man sollte beim Verweilen an der Bugsektion in Rechnung stellen, daß
sich ein Auftauchen über dem Bug nicht empfiehlt, denn merke: man befindet
sich in einem Schifffahrtskanal in dem über dem Bug garantiert niemand
die Tauchflagge Alpha gesetzt hat. Also handelt man sicher klug, zurück
zur Hecksektion zu tauchen und wieder entlang des Bojenseils aufzutauchen.
Doch hierfür muß man noch genug Atemgas vorrätig haben !
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GPS - Position:
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44° 58` 34``N / 13° 40` 44``E
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