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Onlinemagazin - 69. Ausgabe - TA 35 aka Giuseppe Dezza - Tauchen am Wrack




 Geschrieben von Oli und Harry

Wracktauchen an der TA35

Das Wrack liegt einige Seemeilen vor der Küste Istriens zwischen Pula und Rijeka und kann von praktisch jeder Tauchbasis in der Gegend angefahren werden. Irgendwie hab ich den Eindruck, dass in diesem Bereich, dem Fasana-Kanal, Wrack neben Wrack zu liegen scheint...
Von Rovinj aus beträgt die Anfahrtszeit je nach Motorisierung des Tauchbootes etwa 30 bis 60 Minuten.
Für das Tauchen am Wrack ist wie so oft in diesem Gebiet im 30- 40 Meter Bereich ein Doppelgerät mit Nitrox optimal!
Die Betauchung des Wracks von TA 35 ist aber relativ einfach und auch für begleitete, fortgeschrittene Anfänger möglich.

Ist man am Wrack angekommen, sieht man auch eine Boje. Die Bojenleine war in den letzten Jahren immer an oder in unmitelbarer Nähe zu der 10,2 cm Kanone befestigt, die den höchsten Punkt des Wracks darstellt. Taucht man entlang der Bojenleine ab, kann man das Wrack bei guter Sicht schon bei geringer Tiefe in 25m auf dem Meeresboden liegen sehen. Genauer gesagt kann man das Heckteil erkennen. Denn das Bugteil liegt rund 80m vom Heckteil entfernt und die Sicht ist wegen des Schlammgrundes sowie einer permanenten leichten Strömung meist nicht besonders gut. Wenn die Sichtverhältnisse mal gut sind heißt das, daß man rund 10m weit sehen kann. Als erstes erblickt man am Ende des Bojenseils das große Decksgeschütz.

Es bietet aus allen Perspektiven einen interessanten Anblick.

Leider ist die Sicht nicht immer so gut -was auch schon mal verschwommenere Bilder zur Folge hat.

Für die interessanten Details, wzB. das Rad zum Hoch- und Herunterkurbeln des Geschützrohres, muß man also näher rangehen.

Das trifft auch auf das Leben am Wrack zu.

Das Deck von TA 35 wurde durch die Minendetonation stark verformt.

Manche Anschnitte scheinen aber noch interessant zu sein und verführen zu einer Wrackpenetration, was man sich aber besser zweimal überlegen sollte.

Je nach Atemgasvorrat kann man dies aber durchaus machen -entsprechende Erfahrung und Ausbildung vorausgesetzt.

Wieder draußen, präsentiert sich der Rest vom Deck eingebrochen und mit vielen durchgebogenen Stahlträgern.

Diese sind meistenteils von der Natur mit Beschlag belegt und werden auf alle nur denkbaren Arten von ihr genutzt.

Auch hier können Details entzücken wzB. diese violette Nacktschnecke:

Einige Meter vom Decksgeschütz entfernt steht an Deck noch eine 3,7cm-Zwillingsflak. Taucht man weiter in Richtung Bug, fällt der Rumpf immer mehr zusammen, bis er schließlich auf dem Niveau des Meeresbodens endet.

Blickt man weiter nach vorn, erstreckt sich ein Trümmerfeld auf dem Meeresboden und verschwindet außerhalb der Sichtweite im Nichts.

In diesem Trümmerfeld befindet sich noch ein 2cm L38-Flakvierling, dessen Rohre von Schwämmen bewachsen immer noch nach oben zeigen um einen imaginären Feind abzuwehren.

Dieses Flakgeschütz ist ein Tauchermagnet und wird gerne näher betrachtet.

Der Flakvierling ist noch sehr gut erhalten und verfügt sogar noch über sein Schutzschild.

Er scheint jedoch nnicht nur für Taucher besonders interessant zu sein, sondern auch für einen ganzen Schwarm silbrig glänzender Fischlein.

Taucht man von hier aus noch rund 65m weiter und folgt dem Trümmerfeld, gelangt man zum Bug. Dies ist auf den letzten Metern aber etwas unheimlich, da das Trümmerfeld in eine Schlammwüste ohne Orientierungsmöglichkeit übergeht und die Sicht wegen des Schiffsverkehrs hier im Kanal nicht gerade gut ist.

Am Bug angekommen, nimmt man sofort wahr, daß dieses Wrackteil um einiges kleiner ist als die Hecksektion. Viel zu sehen gibt es hier nicht, denn der Bug ist nicht stark zerstört und recht übersichtlich. Er verführt jedoch auch zur Penetration, wozu das schon oben zu Wrackpenetrationen gesagte gilt.

Man sollte beim Verweilen an der Bugsektion in Rechnung stellen, daß sich ein Auftauchen über dem Bug nicht empfiehlt, denn merke: man befindet sich in einem Schifffahrtskanal in dem über dem Bug garantiert niemand die Tauchflagge Alpha gesetzt hat. Also handelt man sicher klug, zurück zur Hecksektion zu tauchen und wieder entlang des Bojenseils aufzutauchen. Doch hierfür muß man noch genug Atemgas vorrätig haben !

GPS - Position:
44° 58` 34``N / 13° 40` 44``E




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