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Onlinemagazin - 69. Ausgabe - Wiedereröffnung Ibbenbüren




 Geschrieben von Erika und Bärbel

Ibbenbüren - der Unterwasserpark

von Erika Engelhardt und Bärbel Brauckmann

Pünktlich zur Wiedereröffnung des Unterwasserparks Ibbenbüren hat sich Erika aufgemacht, um die ersten Impressionen für Euch einzufangen. Im zweiten Teil der Geschichte zeigt Bärbel eine komplett andere Perspektive des Parks - Sie konnte für uns Anfang März die komplette Landschaft "im Trockenen" einfangen. Das wollen wir zur Eröffnung der Tauchsaison - und für einen alternativen Eindruck- auch präsentieren.

Lichtspiele im Unterwasserpark Ibbenbüren

Der Unterwasserpark öffnet seine Pforten

Nein, so ganz fertig ist der Unterwasserpark noch nicht. Die Aufgabe, die sich Norbert Jorek da gestellt hat, ist keine schnelle Angelegenheit. Seit mehreren Jahren baut er an dem Millionenprojekt. Der Biologe und begeisterte Taucher hat sich einiges vorgenommen. Ein vergleichbares Objekt gibt es bisher nicht.

Nachdem im letzten Jahr die ersten Taucher die künstliche Unterwasserwelt mit Tempel und Höhlen erkunden konnten, wurde das Wasser wieder abgelassen und weiter gebaut. War die Anlage schon im vergangenen Jahr spektakulär und einzigartig, wurden noch einige Highlights hinzugefügt. Auf den Tempel führt eine Straße zu, die beiderseits mit imposanten Statuen begrenzt ist. Vor dem Tempel stehen ebenfalls Statuen, die ägyptischen Altertümern täuschend ähnlich sind. Auch im Bereich der Höhlen wurde weiter gebaut. Darüber hinaus wurde eine gründliche Reinigung durchgeführt und das vorhandene Sediment entfernt. Der Unterwasserbereich ist damit fertig gestellt.

Jetzt wird der Unterwasserpark geflutet und jeden Tag steigt der Wasserspiegel um ca. 15 cm. frisches Grundwasser läuft über mehrere Schläuche zu. Bis heute (3. August 2006) wurden an der tiefsten Stelle 3 m gemessen. Die 3 m hohen Katzenstatuen sind schon bis auf die Ohrenspitzen im Wasser verschwunden. Die Tempelwächter stehen bis zur Mitte im kühlen Nass. Mit der endgültigen Tauchtiefe ist gegen Anfang September zu rechnen.

Schlucht Ibbenbueren 

Tauchpark
Unser Tauchgang, den Norbert Jorek uns schon vor der Eröffnung ermöglichte, führte uns von der Nordseite her in die Schlucht, durch eine kleine Höhle und durch den Felsengarten Richtung Tempel.
Rechts und links säumen 3 m hohe Katzenstatuen den Weg und an der Tempelfront erwarten uns dann bis zu 5 m hohe Figuren, frisch aus Ägypten importiert...
Katzenstatue Unterwasserpark 

Ibbenbueren
Tempelwächter 

Unterwasserpark Ibbenbüren
Nein, natürlich nicht. Ein Bildhauer hat die tonnenschweren Figuren gestaltet, die aus Spezialbeton gegossen wurden. Zum Durchtauchen der großen Höhlen ist der Wasserstand noch nicht ausreichend, aber auch so finden sich viele Perspektiven und Einblicke.
Hinter dem Wrack beginnt ein wahres Labyrinth. Verlaufen- sprich- Vertauchen ist hier durchaus möglich! Waren in der ersten Phase noch Steine mit Nummern als Wegweiser vorhanden, wurden jetzt unverrückbare Messingnummern festgeschraubt. Zusammen mit einem Plan sollten diese dann die Taucher zum Ausstieg zurückführen.
Orientierungsnummer 

Unterwasserpark

Leider ist die Sicht durch Algenbildung noch etwas eingeschränkt, dies wird sich aber nach Aussage von Norbert Jorek ändern, sobald sich ein biologisches Gleichgewicht eingestellt hat. Tausende Wasserflöhe wurden heute eingesetzt, die sich fleißig mit der Vertilgung der Algen beschäftigen sollen. Später kommen dann die großen Störe dazu und halten die Wasserflöhe in Schach. Zudem soll ein ausgeklügeltes Filtersystem mit Teichen zur Wasseraufbereitung für klare Sicht sorgen.

Am Samstag (5.8.06) beginnt der Tauchbetrieb. Es werden Zelte zum Umziehen aufgestellt und der Untergrund befestigt, wie auch im vergangenen Jahr bereits geschehen. Auf dem Gelände wird ein Dixi-Klo zur Verfügung stehen, die Toiletten des Cafes Seerose können natürlich auch benutzt werden, allerdings nicht in Tauchkleidung.

In Kürze wird mit dem Bau der festen Gebäude begonnen, die dann im nächsten Frühjahr den Tauchern viel Komfort bieten werden. Auch ein Parkplatz in nächster Nähe wird dann eingerichtet. Bis jetzt ist Parken nur auf dem allgemeinen Besucherparkplatz möglich. Zum Transport der Tauchausrüstung sollen speziell hergerichtete Sackkarren dienen. Leider stehen diese zur Zeit noch nicht zur Verfügung.

Wer jetzt schon im Unterwasserpark tauchen will, sollte daran denken, dass durch den niedrigen Wasserstand noch nicht alle Höhlen betauchbar sind. Zur Zeit beträgt die durchschnittliche Tauchtiefe zwischen 1 und 2,5 m, was sich aber täglich verbessert. Die Wassertemperatur betrug heute (3.8.06) 16 Grad, was angesichts der kalten Grundwasserzuführung überraschend warm ist. Ein halbtrockener Anzug ist jedoch unbedingt erforderlich. Je nach Wetterlage wird sich das Wasser aber schnell weiter erwärmen.

Anmeldung ist Pflicht und kann über ein Formular auf der Webseite: www.naturagart.de vorgenommen werden. Dort sind auch die Tauch- und Sicherheitsregeln zu finden. Auf Sicherheit wird großen Wert gelegt. Geplant ist, die Notausstiege mit Notrufvorrichtungen zu versehen. Notfälle werden dann mit einem Boot abgeholt.

An den Wochenenden wird es voll werden, die Zahl der Taucher wird dann begrenzt. Wer die Möglichkeit hat, sollte einen Besuch von Montag bis Freitag einplanen. Nachttauchgänge sollen auch möglich sein.

Ein Kompressor steht zur Verfügung, bezüglich Ausrüstung sollte nachgefragt werden. Der Tauchbasenleiter Helmut Schüßler beantwortet alle Fragen ehrlich und kompetent.

Bilder und Text von Erika Engelhardt

Eiswandern im Teich

Perspektivenwechsel auf die trockene Seite des Unterwasserparks

Himmel: Bewölkt. Leichter Schneefall.
Temperatur: Zu niedrig für Frostbeulen wie mich.
Für einen kalten Sonntag im März eigentlich das optimale Kamin- und Bärenfell-Wetter...


Aber die Gelegenheit ist günstig - und wird wohl auch so schnell nicht wieder kommen - für eine Führung durch den Park. Zu Fuß, denn das Wasser ist derzeit abgelassen. Und ist der Park erst einmal wieder geflutet, wird das Wasser wohl auch mal drin bleiben.

Helmut Schüssler, Leiter der Unterwasserpark Tauchbasis, führt uns den Weg entlang, den wir sonst tauchender Weise zurücklegen würden.

Wir laufen auf den Eingang zu, und im Vergleich zu meinem letzten Tauchgang vor sechs Monaten erkenne ich diesen kaum wieder. Wände sind gewachsen, Neue sind hinzugekommen.

Eingang 

Unterwasserpark
Die Einflugsschneise

Beim klettern durch die Höhlen achten wir darauf, auf dem Eis nicht auszurutschen. Wie einfach und mühelos schwebt man als Taucher doch sonst hier entlang. Mal eben tiefer einatmen und zwei, drei Flossenschläge... und schon geht es eine Etage höher. Winterfest mehrlagig eingepackt und mit derben Schuhen bewegen wir uns zu Fuß eher weniger graziös in den verschiedenen Ebenen.

Höhlen in 

Ibbenbüren

Ich stelle mir vor, durch eine der Höhlen zu kommen und am Ausgang einem Stör in die Augen zu sehen, der mal eben meine Größe hat. Ob das je der Fall sein wird, läßt sich nicht vorher sagen. Aber der Gedanke reizt und macht schon Lust, hier möglichst bald wieder schwebender Weise hier durchzubummeln.

Noch sind sie klein, die Störe im Teich-Aquarium... und dürfen noch nicht in den Unterwasserpark.

Neugierig sind sie ja... ich frage mich, wer da wen hinter der Scheibe beobachtet?!

Störe - 

Ibbenbüren
Stört die Störe nicht!

Zur Mittagszeit kam die Sonne mal kurz raus. Wie gerufen, um in den Höhlen zu fotografieren. Später werden Seerosen einige Höhlendächer bewachsen. Damit werden sie dicht, bieten aber dennoch die Möglichkeit, aufzutauchen falls es erforderlich sein sollte. So groß hatte ich die Höhle gar nicht in Erinnerung, aber das liegt vermutlich an der Perspektive vom Boden aus ;-)

Südhöhle 

Ibbenbüren
Ob wir beim Tauchen den gleichen Weg wohl wieder finden werden? Auf der naturagart-Website ist unser Weg eingezeichnet- auf der Seite "Unterwasserpark"- dort "Tauchgang". Ich habe da meine Bedenken, zu verwinkelt ist das Ganze, ein Blick nur mal rüber ans andere Ende nicht möglich. Wie soll man sich hier nur orientieren?
Einmal irgendwo reingeschaut finden sich immer weitere neue Durchgänge, kleine Eingänge, die sich eben nicht in Garagentorgröße auftun. Man muss schon genauer hinschauen, das macht die Sache spannend. Kein typisch-deutsches Tauchgebiet also, in dem man "Breitbahn einmal Ufer linke Schulter" durch den Teich paddelt. Könnte man natürlich machen, aber dabei würde man die Hälfte verpassen. Mindestens.
Westhöhle  

Ibbenbüren
Tempelkatzen 

Ibbenbüren
Die einzige freie Fläche ist - momentan noch - der Weg zum versunkenen Tempel. Die zukünftigen Bewohner sind bereits in Arbeit. Oder sogar schon ausgewachsen und bereit für Ihren Einsatz. Die Tempelkatzen und der Bär warten schon auf ihren Einzug.
Groß sind sie, die Tempelwächter, gut drei Meter hoch. Passend eben zum verschütteten "Atlantis", der allein ein Bauvolumen von drei Einfamilienhäusern umfasst. So ein Tempel will auch bewohnt sein, der Herr des Hauses ist noch in Arbeit.
Tatze - Grössenvergleich - 

Ibbenbüren
Baum Ibbenbüren
Im vorderen Bereich kommen wir zu dem Baum, der in eine flacher werdende Balkonkonstruktion reinragt. Häufig tummelt sich in "solchen Gegenden" viel Unterwasserleben. Warten wir mal ab, was sich da so alles entwickeln wird.
Seinen Platz im Unterwasserpark hat eins der sechs Schiffe gefunden, die von naturagart für das Gelände angeschafft worden sind.
Schiffswrack 

Ibbenbüren

Was mal eine Wiese war, ist heute dank einer Vision, viel Teichfolie, Beton, Fels und extrem viel Resistenz gegenüber der Bremswirkung deutscher Bürokratie, diese Unterwasserlandschaft. Sollte es einen Wettbewerb "Innovationsbremsen des Jahres" geben, dann nominieren sich die Bürokraten aus der Gegend um Ibbenbüren unstrittig ganz, ganz weit vorne. Interessant hierzu zu lesen ist der Bericht auf der naturagart-Seite "Probleme". Den weniger der Bauherr hatte, als die Behörden, deren Schreibtische und begrenzte Sichtweisen für so ein Projekt scheinbar zu schmal sind.

Ibbenbüren - 

Überblick

Die meistgestellte Frage während der Boot 2006 an Helmut Schüssler hat er mit "Sommer" beantwortet. O-Ton: "Nie habe ich in meinem Leben dieses Wort so oft gesagt." Dann geht’s wieder los mit dem Tauchbetrieb. 600 Anmeldungen liegen bereits vor.

Bilder und Text von Bärbel Brauckmann

Interessante Links

Unterwasserpark Homepage
Vorschau Unterwasserpark (Magazin Nr. 48)
Ein mystischer Tauchgang (Magazin Nr. 59)



© 2006 - Erika Engelhardt (Teil 1 - Eröffnung)

© 2006 - Bärbel Brauckmannt (Teil 2 - Winterwanderung)


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