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Onlinemagazin - 70. Ausgabe - Aquazepp anno 1948 - Anfänge




 Geschrieben von Oli

Zuerst wurden sie verlacht, die "Männer in ihren fliegenden Kisten". Doch je weiter -dank wagemutiger und kluger Pioniere- die technologische Entwicklung fortschritt, desto mehr erkannte man den Wert von Flugzeugen. Ausgehend von einer zivilen Nutzung setzte sich Luftfahrzeuge auch beim Militär durch. Quantensprünge in der Entwicklung brachten vor allem die Weltkriege, wo erstmalig auch die Marinen der Welt die Einsatzmöglichkeiten erprobten und weiterentwickelten. Dies fand zunächst mit Hilfe landgestützter Radflugzeuge im Einsatz über See statt- später dann mit küstengestützten Schwimmerflugzeugen oder Flugbooten. Doch diese waren letztlich wegen der niedrigen technologischen Entwicklungsstufe und den damit einhergehenden geringen Reichweiten und Nutzlastzuladungen nicht wirklich befriedigend einzusetzen, weshalb man Langstreckeneinsätze im 1. Weltkrieg auf deutscher Seite im wesentlichen mit Zeppelinen durchführte -um zB. Großbritannien zu bombardieren.

Neu war aber der Gedanke, die Reichweite der Flugzeuge zu verlängern, indem man eine große Strecke hin zum Ziel nicht flog, sondern zunächst das Angriffsflugzeug so weit wie möglich mit einem Schiff in Richtung Ziel transportierte.

Die Stunde der ersten Flugzeugträger war geboren. Im ersten Weltkrieg waren dies jedoch noch recht bescheidene Schiffe, die zwischen zwei oder auch vier Flugzeuge an Bord hatten und eigentlich zivile Handelsschiffe gewesen waren, die man nun zum Flugzeugmutterschiff umgebaut hatte. Dies waren die Dampfer SS Adeline Hugo Stinnes, SS Answald, SS Santa Elena, SS Glyndwr und SS Oswald. Nur ein Kriegsschiff wurde zum Flugzeugmutterschiff umgebaut: der Kleine Kreuzer SMS Stuttgart.

SMS Stuttgart mit kastenartigem Flugzeughangar auf dem Achterdeck
Photo: Archiv Taucher.Net

Geplant war zwar auch den Großen Kreuzer SMS Roon und den Kleinen Kreuzer SMS Stettin umzubauen. Im Oktober 1918 gab man diese Pläne aber auf, nachdem man sich dafür entschieden hatte, das unfertige italienische Turbinenpassagierschiff SS Ausonia zum Flugzeugträger mit Jägerdeck, Inselaufbauten sowie Flugzeug-Hallendecks umzubauen und dann als Flugzeugdampfer I in Dienst zu stellen.

Dem machten aber die Waffenstillstandsverhandlungen und dann das Kriegsende einen Strich durch die Rechnung, so daß der Rumpf des Neubaus 1922 abgebrochen wurde. Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg war der Deutschen Marine durch den Versailler Vertrag die Weiterentwicklung dieser Waffe untersagt. Die alliierten Marinen entwickelten die Flugzeugmutterschiffe jedoch fort und fingen an nicht nur zivile Handelsdampfer zu diesem Zweck umzubauen, sondern von Grund auf Kriegsschiffe zu entwickeln, die von vornherein für den Einsatz einer möglichst großen Zahl von Flugzeugen vorgesehen waren.



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06.07.2008 00:19 Taucher Online : 77
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