Neue EinträgeHilfeseitenImpressum und AGBMail an die RedaktionHauptseiteSeitenübersicht
Onlinemagazin - 70. Ausgabe - Aquazepp anno 1948 - Das Schiff




 Geschrieben von Oli

In Deutschland ging man 1934 relativ spät an die Entwicklung und den Bau der vier im Flottenbauprogramm, dem Z-Plan, vorgesehenen Flugzeugträger. Der Neubau des 33.500 BRT messenden Flugzeugträgers "A" begann am 28. Dezember 1936, als auf der Werft der Deutschen Werke in Kiel der Kiel für das Bauvorhaben mit der Nummer K 252 gestreckt wurde.

Skizze: Koehlers Verlagsgesellschaft mbH / Sammlung Israel
Alle Rechte vorbehalten © 2006 Professor Peter Tamm

Dieses Schiff war von Anfang an etwas ungewöhnliches: schon für die Kiellegung hatte man die Helling I der Bauwerft um ca. 20 Meter verlängern müssen, denn es existierte schlichtweg keine Werft in Deutschland die diesen 262,5m langen und 36,2m breiten Stahlkoloß anders hätte bauen können. Sogar die vorher schon gebauten Riesen-Schlachtschiffe Tirpitz und Bismarck waren über zehn Meter kürzer gewesen. Die Baupläne zu diesem Koloß gründeten sich auf die ab Sommer 1935 laufenden Vorstudien von Marinebaurat Dipl.-Ing. Ohlerich als zuständigem Referenten des Konstruktionsamtes und seinem verantwortlichen Mitarbeiter Dipl.-Ing. Wilhelm Hadeler.

Dipl.-Ing. Hadeler als Marineoberbaurat

Letzterer zeichnete schließlich für den ausschlaggebenden Amtsentwurf 4 für den Flugzeugträger verantwortlich.

Bilder: Wissenschaftliches Institut für Schiffahrts- und Marinegeschichte
Alle Rechte vorbehalten © 2006 Professor Peter Tamm

Alles natürlich streng geheim.

Dieses Unterfangen war schon ziemlich mutig -angesichts fehlender Erfahrungen im Flugzeugträgerbau in Deutschland gleich in die vollen zu gehen und einen vollwertigen Flugzeugträger für den Kriegseinsatz zu entwerfen, statt erst mal Probeschiffe zu entwerfen und mit ihnen in der Praxis Erfahrungen zu sammeln.

Aber man ließ es auf deutscher Seite auch nicht damit bewenden, am 16. November 1935 den Flugzeugträger "A" in Auftrag zu geben und dann auf Kiel zu legen, sondern legte gleich nach: auf der Friedrich Krupp-Germaniawerft in Kiel ging man ab 1938 daran mit der Baunummer G 555 den Flugzeugträger "B" zuzammenzuschweißen.

Technisch handelte es sich bei der Konstruktion dieser baugleichen Schwesterschiffe um einen Quer- und Längsspant-Bänder-Stahlbau, der auf 68% der Schiffslänge einen Doppelboden aufwies.
Für die Flugzeuge waren im Bauch dieser Schiffe zwei Hallendecks unterhalb des Flugdecks vorgesehen. Die Hallendecks waren 183 bzw. 170m lang und 16m breit. Das oben als oberstes Verbandsdeck abschließende Flugdeck war 240m lang und 27m breit.

Der Antrieb bestand aus vier Sätzen von Brown-Boveri&Cie. - Getriebeturbinen, die ihren Dampf aus 16 La-Mont - Höchstdruckkesseln erhielten.

Diese Maschinenanlage leistete 200.000 wPS und war damit der stärkste je in der Kriegsmarine und bis dahin in Europa verbaute Antrieb! Dieser wirkte auf vier vierflügelige Schrauben von einem Durchmesser von 4,40m und sollte dem Flugzeugträger eine rechnerische Höchstgeschwindigkeit von 33,8 Seemeilen bzw. unter Verbrauch des Bordvorrates von 6.740t Treibstoff bei einer Marschfahrt von 19 Knoten eine geplante Reichweite von 8.000 Seemeilen ermöglichen.

Die geplante artilleristische Primärbewaffnung des Flugzeugträgers "A" sollte zunächst aus acht bis fünfzehn einzeln aufgestellten 15cm L/55-Schnellfeuerkanonen mit einem Vorrat von 1.840 Granaten bestehen. Zur Raumeinsparung wurde vom Entwurfsdezernenten der Vorschlag gemacht, diese Rohrartillerie in vier Doppellafetten zusammenzufassen. Hieraus wurden durch Mißverständnisse acht Doppellafetten. Diese Bewaffnung sollte laut Plan noch durch zehn, später zwölf 10,5cm L/65-Geschütze mit einem Vorrat von zuletzt 4.800 Granaten ergänzt werden.
Zur Flugabwehr sollten als Sekundärbewaffnung zweiundzwanzig 3,7cm L/83- Flakgeschütze sowie am Ende achtundzwanzig 2cm-Flakgeschütze mit einem Vorrat von 56.000 Granatpatronen aufgestellt werden.Die Primär- und Sekundärbewaffnung war aber nicht die eigentliche Waffe des Trägers. Das waren die 42 an Bord verplanten Flugzeuge. Hierzu hatte man den Flugzeugträger mit einem Jägerstartdeck über die Back nach dem Vorbild des britischen Trägers HMS Courageous entworfen und vier Bremsseile zur Landung vorgesehen.

Skizze: Koehlers Verlagsgesellschaft mbH / Sammlung Israel
Alle Rechte vorbehalten © 2006 Professor Peter Tamm

Zunächst war vorgesehen, daß die Bordflugzeuge des neuen Trägers Mehrzweckflugzeuge des Typs Fieseler 167 sein sollten.


Photo Archiv Taucher.Net

Diese waren in der Verwendung als Trägerflugzeuge so leistungsfähig, daß sie dabei sogar bessere Leistungen zu erbringen vermochten als die ersten Baureihen der Bf 109 -des später als Me 109 berühmt gewordenen Jagdflugzeugs der Luftwaffe.
Das Fortschreiten der Technik warf das Vorhaben, die Fieseler 167 als Trägerflugzeug zu verwenden, über den Haufen. Man entschied sich dafür, eine weiterentwickelte Me 109 als Jagdflugzeug und die Junkers 87 -berüchtigt unter dem Namen Stuka- als Trägerflugzeuge zu verwenden.

Im Falle der Me 109 war dies ein aus der Version Me 109 E3 weiterentwickeltes Jagdflugzeug. Dies verfügte neben den für diese Version üblichen technischen Ausstattungen über ein Vierpunkt-Katapultbeschlag für ein Vierpunkt-Trägerkatapult, vergrößerte und zur Raumersparnis an Bord abklappbare Tragflächen, einen Fanghaken, Armstützen und Kopfpolster, Nachtbeleuchtung, eine Patin-Kompaßanlage, einen Auftriebsvernichter für die punktgenaue Deckslandung und über einen Sitzfallschirm mit Einmann-Schlauchboot. Die Flugzeuge dieses Typs gingen bei der Flugzeugfabrik Fieseler in die Vorserienfertigung und erhielten die Versionsbezeichnung Me 109 T0.

Bezüglich der Ju 87 diente die B1-Version als Ausgangspunkt zur Entwicklung des Trägersturzbombers. In die B1-Version wurde zu diesem Zweck neben den Katapultbeschlägen für das Vierpunkt-Trägerkatapult auch ein Fanghaken eingebaut. Außerdem konnte bei einer Notwasserung das starre Fahrwerk weggesprengt und ein aus vier Gummisäcken bestehendes aufblasbares Floß mit 2.500 Litern Auftrieb am Flugzeug aufgeblasen werden. So konnte sichergestellt werden daß die Maschine bei ruhiger See bis zu drei Tagen über Wasser blieb. Zusätzlich wurde im Flugzeug ein Rettungsschlauchboot mit Signalmunition, ein Verbandskasten, Notproviant und Farbbeutel zur Seemarkierung untergebracht. Für Notlandungen an Deck wurde ein Kraftstoff-Schnellablaß entwickelt, der die Tanks innerhalb einer Minute entleeren konnte um die Brandgefahr an Deck zu vermindern. Die Tragflächen waren hier ebenfalls abklappbar.


Photo Archiv Taucher.Net

Die neue Stuka-Version erhielt die Bezeichnung Ju 87 C bzw. Ju 87 T.

Weiterentwicklungen führten dann noch zu der Stuka-Version Ju 87 E. Die ebenfalls für die Marinefliegerei entwickelte Ju 87 D4 sollte dagegen von Land aus als Torpedobomber eingesetzt werden.


Photo Archiv Taucher.Net
Ju 87 D4 mit Übungstorpedo und zwei abwerfbaren Flügeltanks in Grosseto

Parallel zum Bau des Flugzeugträgers wurde für die später vom Träger aus operierenden Flugzeuge der Verband der Trägergruppe 186 aufgestellt. Wappen dieser Gruppe wurde der blaue Hagenhelm auf rotem Anker.


Photo Archiv Taucher.Net

Die erste Gruppe, die am 1. August 1938 mit der 1., 2. (mit Bf 109 B2) und 3. Staffel aufgestellt wurde, war die I./186. Diese wurde aber nach drei Wochen am 22. Oktober 1938 schon wieder aufgelöst. Dafür wurde schon am 1. November 1938 die II.Gruppe/186 mit der 4. Stukastaffel und der 6. Jagdstaffel. aufgestellt. Geflogen wurden Ju 87 C0 und B sowie Me 109 E und T.

Dreieinhalb Monate nach der Aufstellung der ersten Staffeln für den Träger sah der Trägerneubau das erste Mal halbwegs manierlich und aufgeräumt aus. Auf dem Flugdeck war das große Durcheinander aufgeräumt und fast vollständig beseitigt worden. Nur über den Schächten der Flugzeugaufzüge befanden sich noch Montagehäuser.

Zum Stapellauf nicht montiert wurden die großen Schrauben. Man kalkulierte ja noch über ein Jahr bis zur Fertigstellung des Schiffs. Obwohl die Schrauben aus widerstandsfähigem Material bestanden, wollte man die im Salzwasser stattfindenden elektrochemischen Prozesse nicht vor der Zeit auf die Schrauben einwirken lassen. Und so blieben die Schraubenwellen erst mal leer.



TIPP:Taucher und gleichzeitig Single sein? Das ist zuviel des Guten! Schau rein in unsere Single-Seite !


20.08.2008 12:54 Taucher Online : 216
Heute 8318, ges. 28288547 Besucher
Login:  Autologin: 
Passwort:  
Gast : Registrieren - zur Login-Seite


Deine Bookmarks:
Taucher-News - Kalender - Sichtweiten - Postkarten

Unsere Produkt-Datenbank!
Über 2000 Tauchartikel mit detaillierten Daten!
Vergleichen lohnt sich!


Zu unserer Kooperationsseite...




   DiveInside 08/08




   Akt. Fluglinienberichte:
Niki
(14.08.2008) Wir (meine Frau und ich) waren heuer bereits 2 mal auf Safari in Ägypten. Beide Male mit Niky. Trotz nachtschlafener Zeit (Planabflug 3 Uhr früh) war das Service in Ordnung. Beim ersten Flug war der (mehr)

China Airlines
(12.08.2008) Diese Fluglinie ist für Taucher nicht empfehlenswert! Ich bin mit dieser Fluglinie im Juli 2008 von Wien nach Bali geflogen. Vor dem Abflug wurde mir zum normalen Freigepäck (20 kg für Normaltarif (mehr)

TuiFly
(09.08.2008) Waren vom 25.7-8.8.08 mit TUIfly in Ägypten. Essen war ganz gut. Platz mäßig. Kostenloses Tauchgepäck ist das Beste an der Fluglinie. Personal war sehr freundlich. Hin- und Rückflug waren pünktlich. (mehr)


   Unser Tauchkalender:
Tauchen im TV - aktuell


.. - Uhr



.. - Uhr



.. - Uhr



Mail and die RedaktionHauptseiteImpressum und AGBs
© 1997-2008 Taucher.Net GmbH - powered by TNetHosting