Da die Schrauben immer noch nicht eingebaut waren, wurde die Graf Zeppelin
in der Zeit vom 11. bis 12. Juli 1940 von Kiel nach Gotenhafen geschleppt
um außerhalb der Reichweite feindlicher Flugzeuge zu sein. Die Schrauben
ruhten sich alldieweil weiter an Deck aus.
In Gotenhafen findet die Graf Zeppelin Nutzung als Edelholzlager
für die Luftwaffe und erhielt die Tarnbezeichnung Zugvogel.
Im Juni 1941 wurde der Träger nach Stettin verlegt und lag dort an
der Hakenterrasse.
Dort wurde er gerne von durchreisenden Soldaten fotografiert.
Diese nahmen ihn meist seeseitig von Bord ihrer Transportmittel auf,
die sie nach Osten oder Norden brachten.
   Photos Archiv Taucher.Net
Am 11. November 1941 erfolgt die Rückkehr nach Gotenhafen.
Dort wurde sie im Februar 1942 auch von einem Aufklärer der Royal
Air Force aufgespürt und abgelichtet.
Am 16. März 1942 erfolgte der Befehl zum Weiterbau. Zu diesem Zweck
mußte der Träger nach Kiel geschleppt werden -hinein in ein
Gebiet in dem Luftgefahr herrschte. Damit sich die Graf Zeppelin
zumindest ein wenig ihrer Haut wehren konnte, wurden noch in Gotenhafen
Flakgeschütze auf dem Träger eingebaut. Insgesamt drei 3,7cm-Flakzwillinge
wurden installiert. Und zwar vor dem Inselaufbau, hinter dem Inselaufbau
...
... und an der Bordwand neben dem Flugdeck.
Hinzu kamen sechs 2cm-Flakvierlinge ...
... und neben viel Munition für die Flak ...
... vier Flak-Scheinwerfer und ein Sperrballon.
Die Fla-Waffen wurden nicht von der Mannschaft der Graf Zeppelin
bedient, sondern von einem dafür abgestellten Kommando der Marineartillerie.
Damit befanden sich erstmalig einige Dutzend Mann Schiffspersonal an Bord
-von der geplanten Zahl von 1.378 Mann Besatzung war dies aber noch sehr
weit entfernt. Außerdem kamen wieder einige nautische Offiziere für
die Überführung an Bord wie der auf folgendem Photo abgebildete
Überführungskommandant.
Schließlich wurde die Graf Zeppelin nach Kiel geschleppt und
kam dort nach einem Zwischenaufenthalt in Stettin am 3. Dezember 1942 an.
Doch schon am 30. Januar 1943 wurde erneut ein Baustopp verhängt,
so daß bis in den März 1943 nur noch Behelfsarbeiten ausgeführt
werden konnten.
Mit dem erneuten Baustopp wurde es auch immer
unwahrscheinlicher, daß noch die für die Graf Zeppelin
gebauten Flugzeuge mit ihr zum Einsatz kommen würden.
Die drei gefertigten Prototypen der Fieseler 167
fanden nun endgültig verschiedenen Erprobungsstzellen zugeschlagen,
während die zwölf Vorserienmaschinen der Fieseler 167 nach Rumänien
verkauft wurden.
Die für die Graf Zeppelin vorgesehenen
Ju 87 C, auch als Ju 87 T bezeichnet, wurden in Form von zwei Prototypen,
zehn Vorserienflugzeugen Ju 87 C0 und fünf Ju 87 C1 Serienmaschinen
gebaut. Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges kamen die zehn vorhandenen Ju
87 C0 zusammen mit einigen Ju 87 B1 bei der 4.(St.)/186 (T.) unter dem
Kommando von Hauptmann Erich Blattner über Polen zum Einsatz.


  Photos Archiv Taucher.Net
Am 3. September gelingt es elf Stukas der 4./186
bei einem Angriff um 9.10 Uhr und einem weiteren Angriff um 14.00 Uhr,
durch direkte und indirekte Wirkung den polnischen Zerstörer ORP
Wicher, den polnischen Minenleger ORP Gryf und den polnischen
Minensucher ORP Mewa im Kriegshafen von Hela zu versenken. Nach
weiteren Erfolgen im Polen- und Frankreichfeldzug wurden die Stukas am
5. Juli 1940 aus der Trägergruppe herausgelöst und formierten
die III. Gruppe des St.G 1. Ende 1941 waren von allen oa. Ju 87, die auf
der Graf Zeppelin einsetzbar waren, nur noch vier Ju 87 C übrig.
Die Me 109 T, bei den Fieseler-Werken umgebaute
Me 109 E3, wurde zunächst in der schon oben beschriebenen zehn Exemplare
umfassenden Vorserie gebaut und mit der Typenbezeichnung Me 109 T0 versehen.
Diese dienten der Erprobung dieses Flugzeugtyps für den Trägereinsatz.
Die dabei gewonnenen Erkenntnisse führten zu Verbesserungen, die bei
Fieseler in die Serienfertigung von sieben in Lizenz hergestellten Maschinen
einflossen. Diese befanden sich auf dem Leistungsniveau der Me 109 E4 B/N
und erhielten die Typenbezeichnung Me 109 T1. Mit dem Baustopp wurden bis
Ende April 1943 alle Me 109 T0 und Me 109 T1 zurückgebaut und um die
marinespezifischen Ausrüstungen erleichtert. Neue Typenbezeichnung
dieser Flugzeuge: Me 109 T2. Von dieser Variante wurden bei Fieseler in
Kassel dann 63 Stück gebaut. Typenbezeichnung: Me 109 T2. Der Einsatz
der Me 109 T erfolgte nach Ausbruch des 2. Weltkrieges zusammen mit einigen
Me 109 E bei der 6.(Jagd)/186 (T.) Dieser Verband kam unter dem Kommando
von Hauptmann Heinrich Seeliger schon 1939 über Polen zum Einsatz.
Nach weiteren Erfolgen über Holland und Norwegen wurden die Me 109-Jagdflugzeuge
ab dem 5. Juli 1940 ebenfalls aus der Trägergruppe herausgelöst
und bildeten in der Masse die III. Gruppe des JG 77. Teile der 4./186 formten
die neue 3. Staffel der Erprobungsgruppe 210. Die fertigwerdenden Me 109
T2 wurden sowohl an das in Norwegen liegende Jagdgeschwader 11 ausgeliefert
wie auch an die Jagdstaffel Helgoland, die später die 11. Staffel
des JG 11 wurde. Einige wenige Exemplare der Me 109 T flogen 1942 noch
im Rahmen des JG 300 bei der Reichsverteidigung.
Die mit dem Baustopp belegte Graf Zeppelin wurde in der Zeit
vom 21. bis zum 23. April 1943 von Kiel nach Stettin geschleppt.
Dort wurde der unfertige Flugzeugträger dann auf einem Dauerparkplatz
in der Mönne, einem Seitenarm der Oder, an die Kette gelegt.
An Deck hatte man sich nicht die Mühe gemacht aufzuräumen.
Hier stapelte sich weiterhin Material für ein späteres Ausbauen
des Trägers. Dies betraf das Vorschiff ...
... ebenso wie auch das Achterschiff.
Im Sommer 1944 wurde erwogen die Graf Zeppelin als Wohnschiff
für Offiziersanwärter zu verwenden, wovon man wegen des dafür
unzureichenden Ausbauzustandes dann aber absah.
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