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Anreise und Aufenthalt in Singapore
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Beim Einchecken in Frankfurt fragt mich die Dame am
Schalter der Singapore-Airlines, ob ich nach Singapur noch weiter reise.
Da mein Ticket für den Weiterflug in Singapur hinterlegt ist, hatte
ich die Illusion des „Gepäck durch-checkens“ bis CI schon früh
begraben. Ich antworte aber wahrheitsgemäß mit „ja, nach Christmas
Island“. Sie blickt mich an. Ich kann die Fragezeichen in den Pupillen sehen.
Dann macht sie souverän weiter. „Aber erst mal nach Singapur, ja?!“
Genau. Ich bekomme einen schönen Fensterplatz in einer Zweier-Reihe
im hinteren Teil der Maschine.
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Bei nahezu allen Handgepäcks-Kontrollen muß ich einmal kurz den
Laptop zeigen und die Tasche öffnen, das Kameragehäuse und der Blitz
werden kurz in Augenschein genommen. Ich plaudere ein wenig mit den Leuten,
und scheinbar schätzen sie meine kriminelle Energie als gering ein,
so dass ich problemlos die Kontrollen passieren kann.
Spiegelungen aus Sicht des Passagiers
Der Flieger ist voll. Es gibt direkt eine Erfrischung, viele Getränke
folgen, leckeres Essen und einen feinen französischen Rotwein,
prima Schlummertrunk. Dann die obligatorischen Kopfhörer und 80 Filme
zur Auswahl. Achtzig! Die meisten werden in english, japanisch, deutsch oder
mandarin angeboten. Meine Wahl fällt zunächst auf Ice Age
II, danach ein Ausschnitt von MI III und letztlich noch The Sentinel. Danach
eine Mütze voll Schlaf. Irgendwann nehme ich um mich herum wahr, dass
es in der Kabine ein wenig heller wird. Nach einer kleinen Weile wird es noch
heller, und ich damit langsam wacher. Genau die richtige Mehtode, um so langsam-Wachwerder
wie mich aus dem Reich der Träume zu holen. Zum Glück bleiben wir
von einer „Wir-landen-bald-und-gleich-gibt´s-Frühstück“ –Durchsage
in Konzert-Lautstärke erst noch verschont. Dafür gibt es ein Frühstück
mit frischem Obst, saftig süßer Ananas, Melone und geschälter
Orange. Während des ganzen Fluges super Service. Volle Flossenzahl mit
Zusatzflosse, wenn es sie gäbe für Singapore-Airlines.
Wir landen pünktlich um 6.35 Uhr auf dem Changi International Airport
in Singapore, der Löwenstadt. Singha heißt Löwe und
Pura steht für Stadt. Und das im „Löwenmonat“ August. Aber
wer will schon Löwen sehen. Rentiere sind gefragt.
Kaum bin ich am Gepäckband, rollte mein Tauchrucksack auch schon an.
Das Ticket für den Weiterflug bekomme ich erst zwei Stunden vor Abflug.
Also jetzt dann erst mal weiter zum Taxistand. Grad noch Geld umtauschen und
den Rucksack deponieren. Für 50 Euro bekomme ich 99 Singapur-Dollar (SGD),
da fällt das umrechnen leicht. Die Gepäckaufbewahrung ist gleich
bei dem Taxistand-Ausgang, alles prima ausgeschildert und gut zu finden.
Der Tauchrucksack ist mit einem Kabelbinder gesichert. Jetzt brauche ich
noch etwas daraus, bevor ich ihn bei der Gepäckaufbewahrung abgebe.
Ich frage einen dort in der Nähe arbeitenden Singapori nach einem Messer
oder einer Schere, die er flugs für mich organisiert. Als ich ihm nachher
ein kleines Trinkgeld in die Hand drücke, schaut er mich ganz verwundert
an und strahlt dann bis über beide Ohren. Später erfahre ich,
dass so etwas hier nicht üblich ist. Gefreut hat er sich trotzdem.
Hilfsbereit und sehr freundlich sind sie hier alle.
Draußen am Taxistand kommt mein Scherenhelfer und winkt einen Wagen
für mich herbei. Einfach so, um mir zu helfen. Irgendwas ist anders
hier.
Zum Frühstück bin ich mit einem Freund verabredet, der schon
seit eineinhalb Jahren in Singapore lebt. Dem Taxifahrer gebe ich die angegebene
Adresse. Eine Fahrt bis nahezu ans andere Ende der Stadt kostet 28 SGD,
umgerechnet ca. 14 Euro. Das ist o.k. ok-la. Die Singaporis hängen
dauernd die Silbe „la“ ans Wortende, seit ich das weiß, nehme ich
das um mich herum auch öfters wahr. Selbst später auf Christmas
Island.
Singapore ist bestrebt, ein biotechnologisches Zentrum in Asien zu werden.
Das ist auch der Grund, warum Jochen hier lebt, er arbeitet für einen
schweizer Pharmakonzern. Wir haben viel zu erzählen, dann komme ich
in den Genuß einer privaten Sight-Seeing-Tour. Der Weg führt
uns zu einem Dschungel, mitten in der Stadt. Nein, Rentiere gibt´s
keine. Aber dafür kleine Affen. Ich steige aus um sie zu fotografieren,
dummerweise lassen wir die Autofenster offen. Als wir weiter wollen, ist
der Wagen von einem der energischen und munteren Gesellen eingenommen worden.
Er thront auf dem Dach und faucht uns an, als wir uns nähern. Irgendwann
kommen noch weitere seiner Artgenossen vorbei geklettert, betrachten das
Ganze vom Geländer aus - und ziehen weiter. Wir können endlich
weiter fahren.
Es geht zur East Coast, die in der Nähe des Flughafens liegt. Wir parken
hinter dem Seafood-Center und ich werde überrascht von einem Sandstrand,
den ich hier so nicht vermutet hätte.
Ein bisschen versteckt liegt am Ende ein italienisches Lokal, ein herrlicher
Platz zum chillen.
Weit entfernt sieht man die vielen großen Containerschiffe vor der
Stadt liegen, die auf ihre Abfertigung warten. Der Hafen ist der zweitgrößte
und einer der modernsten Container-Umschlagsplätze weltweit.
Singapore East Coast
Gut könnte ich noch zwei, drei Tage hier verbringen, es gibt zig Sachen,
die ich mir gerne anschauen würde. Angefangen über den Botanischen
Garten bis hin zu den Einkaufszentren (z.B. Lucky Plaza) in denen mich Kamera-
und Taucherzubehör reizen. Oder die Orchard Road als Lifestyle-Zentrum
der Millionenmetropole. Doch die Weihnachtsinsel ruft.
Am Schalter der Austasia Air bekomme ich mein Ticket für den Weiterflug,
alles klappt bestens. Mit einem Airbus A320 der Silk Air düsen wir rüber
auf die Insel, in gerade mal zwei Stunden Flugzeit. Hier erfahre ich bereits
vom Bau des neuen Immigration Centres, mein Sitznachbar ist daran beteiligt.
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08.09.2008 14:58 Taucher Online : 220 Heute 10796, ges. 28671979 Besucher
 
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