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Onlinemagazin - 70. Ausgabe - Christmas Island - Christmas Island (CI)




 Geschrieben von Bärbel

"The Settlement"

Am Flughafen werde ich von Katrina begrüßt. Sie ist von der Christmas Island Tourism Association, wir unterhalten uns direkt über die Insel, Land und Leute. Bald drauf kommt Angela hinzu, Chefin vom Sunset Resort, sie wird mich ins Hotel fahren, auch Marc von der Tauchbasis sagt kurz Hallo. Irgendwie habe ich das Gefühl, ein großer Teil des Insellebens spielt sich gerade hier am Airport ab. Es ist eher die Atmosphäre eines geselligen Events, als das typische Umfeld eines sonst eher anonymen Flughafens. Martin ist mit mir in der gleichen Maschine gewesen, er wird ganz in der Nähe wohnen, so warten wir gemeinsam auf den Transfer. Auf dem Weg erzählt er, dass er aus Lettland ist und in Asien für eine Telekommunikationsgesellschaft arbeitet. Er ist viel unterwegs und erhofft sich hier eine touristenlärmfreie Zone während seines Aufenthaltes auf CI.  

Es ist dunkel, als wir das Sunset Resort erreichen. Mein Zimmer mit Wohlfühlfaktor ist im ersten Stock. Erst am nächsten Morgen stelle ich fest, wie herrlich die Aussicht auf den Indischen Ozean ist.

Cristmas Island - Hotelblick auf den 

Indischen Ozean

Hotel & Shops

Der kleine Willkommens-Aufsteller im Zimmer begrüßt den Gast persönlich. Die Mobil-Nummer von Angela ist darauf angegeben, eine gute Idee und sicher hilfreich in allen Belangen.  

Zimmer im Sunset Resort, Christmas 

Island  Pool Sunset Resort - Christmas Island
Zimmer und Pool - Sunset Resort

Als Langsamwachwerder erwachen auch meine Grobmotorischen Fähigkeiten mit zunehmender Stunde zu vollem Elan. Demgemäß würde ich mir einen gedeckten Frühstückstisch am Morgen wünschen. Leider gibt es diesen nicht, dafür sind die Zimmer gut ausgestattet: Wasserkocher, Geschirr, Mikrowelle, Toaster: alles da für die Selbstversorgung. Sogar Instant-Kaffee und Teebeutel stehen bereit. Ein direkter Besuch im Supermarkt ist ratsam. Es gibt nahezu alles, ich bin überrascht, wie gut der Supermarkt sortiert ist. Von der Existenz des Kühlraumes hinten links im Eingangsbereich erfahre ich erst später, beschildert ist er nicht. So finden der Frühstückskäse und das frische Obst erst beim nächsten Besuch den Weg in meinen Einkaufskorb. Mit der Kreditkarte als Zahlungsmittel in der Tasche frage ich beim Bezahlen einfach mal, ob sie mir Euro eintauschen würden. Ein kurzes Telefonat mit dem Chef und ich bekomme für 100 Euro 160 Aussi-Dollar (AUD). Hilfsbereit sind sie alle hier.

Telefonbuch Christmas 

Island
Ein Blick ins Telefonbuch, die Supermarkt Mitarbeiter sind persönlich benannt

Später tausche ich an der Bank noch einmal Geld. Dabei ist die Verbindung des Computers unterbrochen, die freundliche junge Dame hinterm Schalter entschuldigt sich und nennt mir den Kurs von heute morgen, der bei 1,63nochwas lag. 8 AUD kostet der Ankauf. Der Computer will immer noch nicht so recht, ich überschlage die Summe schon mal im Kopf. Der Rechner ihrer Kollegin will ebenfalls nicht so recht, also schlägt sie vor, den Betrag so zu tauschen. Nennt mir dann aber eine Summe, die mir sagt, dass sie den Dreisatz verkehrt herum angewandt hat. Ich mache ein Gegengebot und wir werden uns einig. Unterm Strich war der Tausch im Supermarkt günstiger. Ist halt alles ein bissl ländlicher.
Die Post und die Bank liegen ein paar Autominuten entfernt in der Flying Fish Cove. Von dieser Bucht aus starten wir auch die Tauchgänge.

Flying Fish Cove - Christmas 

Island
Flying Fish Cove

Weitere kleine Geschäfte sind in der Nähe des Supermarktes und oben in der Poon Saan Siedlung, nah beim Open Air Kino.

Open Air Kino, Christmas 

Island  Ankündigungstafeln Christmas 

Island
Open-Air-Kino + Info-Tafeln der Gemeinde

Jeden Samstag trifft man sich zum Film schauen, was gezeigt wird, verrät die Tafel am Kreisverkehr in der Flying Fish Cove. Hier fährt jeder rund, egal, zu welchem Punkt der Insel man möchte. So viele Tafeln habe ich seit meiner Schulzeit nicht mehr gesehen.

Christmas Island Tourism Association

Unbedingt zu empfehlen ist erst mal ein Besuch im Visitors Center (Christmas Island Tourism Association), um sich dort mit Informationen, Straßenkarte und Broschüren einzudecken.

Visitor Center

Leider bin ich nicht zur Zeit der Krabbenwanderung auf der Insel, dennoch interessiert mich das „Red Crab Migration Management“. Im Herbst / Winter jeden Jahres machen sich die roten Krabben auf den Weg in Richtung Meer, um dort zu Neumond mit dem höchsten Stand der Flut ihren Laich abzuwerfen. Die Insulaner haben sich viel einfallen lassen in Sachen Crab Crossings, damit die kleinen roten Tiere nicht auf den Strassen überfahren werden. Angefangen von in den Strassen eingelassenen Schutzgittern, unter denen die Krabben die Strassen passieren können, Überführungen bis hin zu Strassensperrungen, die abhängig von der Stärke des Krabbenaufkommens errichtet werden. Ob man jetzt im Auto wartet oder die Zeit nutzt, z.B. um tauchen zu gehen… meine Gedanken schweifen ab, zu den Walhaien, die in dieser Zeit herkommen, um sich den Krabbenlaich schmecken lassen.
Nur wenig Babykrabben schaffen den Weg zurück in den Wald, trotzdem reicht die kleine Zahl aus, um den Fortbestand der geschätzten 120 Mio Tiere zu sichern.

Visitors Center, Christmas 

Island

Im Visitor Center besteht die Möglichkeit, den heißen Draht ins Internet zu Nutzen, mehrere Arbeitsplätze stehen zur Verfügung, die Gebühr liegt bei 8 AUD pro Stunde. Hier gibt es auch eine schöne Auswahl an Souveniers.

Gut 1.300 Menschen leben auf der 135 km² großen Insel, das hängt immer von aktuellen Projekten ab, erklärt mir Katrina vom Visitors Centre. Im Vergleich: Die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn ist nur 6 km² größer, hat aber 312.720 mehr Einwohner. Größter Arbeitgeber auf Christmas Island ist immer noch die Mine mit ihrem Phosphatabbau.

Frachthafen Christmas Island
Blick auf den Hafen, die Schiffe werden mit Phosphat beladen

Weiterhin leben die Leute vom Tourismus und vom Bau des neuen Immigration Centre, das für die Flüchtlinge errichtet wird. Es ist für 800 Personen ausgerichtet, die dort untergebracht werden sollen, solange ihre Verfahren geprüft werden. Zur Zeit befinden sich gerade mal 5 Asylsuchende auf der Insel. Früher gab es viele, die von Java mit großen Booten rüber gekommen sind, heute verkehren viele Patrouillenboote der Marine vor deren Küste und fangen unzählige Boote ab. Geplant ist die Fertigstellung für Weihnachten, die Insider sprechen eher von Ostern. Man darf gespannt sein.

Orchidee, Christmas Island
Mit meist australischer Staatsbürgerschaft leben überwiegend Chinesen, Australier / Europäer und Malayeni auf CI. Da die Insel multikulturell ist, gibt es viele Feiertage. Vermutlich mehr  als sonst wo auf der Welt. Ob New Year, Australia Day, Chinese New Year, Mooncake-Festival – die Liste ist lang, und sie feiern wohl gerne.




TIPP:Was ist so schön am Sinai? Nur das Tauchen? Oder auch mehr? Unser Sinai-Führer gibt Auskunft.


07.07.2008 01:14 Taucher Online : 58
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