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Onlinemagazin - 70. Ausgabe - Christmas Island - Ausflüge, Christmas Island




 Geschrieben von Bärbel

Landgänge

Nummernschild KFZ, Christmas Island Ich will mir für ein paar Tage ein Auto leihen und spreche im Hotel Angela darauf an. Sie bietet mir an, das zu arrangieren und fragt mich, ob es ein 2-wheel-drive (30 AUD $ pro Tag) oder 4-wheel-drive Wagen (55 AUD $ pro Tag) sein soll. Gute Frage. Sie empfiehlt mir einen 4-wheel-drive, um alle Strecken fahren zu können. Ich überlege einen Moment, ob das wirklich nötig ist, entscheide mich dann aber doch dafür. Und bin später heilfroh darüber. Einige exponierte Aussichtspunkte der Insel erreicht man über Wege, die nur mit 4WD-Wagen befahren werden sollten und auch als solche gekennzeichnet sind. Meine Abenteuerlust ist definitiv nicht ausreichend genug, das Gegenteil zu probieren und möglicherweise einen halben Tag in den Sand zu setzen. Zumal an manchen Enden der Insel keine Funkverbindung zum Telefonnetz möglich ist.

Es gibt einiges zu entdecken. Im Nord-Osten der Insel liegt das CI-Resort, das heute leer steht, mit ihm ein Casino, daß erst 1993 eröffnet und seinerzeit von der australischen Regierung mitfinanziert wurde. Bei den Asiaten war die Spielhölle sehr beliebt, nur gingen dem Land damit Milliardenbeträge durch die Lappen. Fünf Jahre später wurde die Anlage wieder geschlossen. Betrieben wird heute noch der Golfplatz ganz in der Nähe, auf dem auch Gäste gegen eine Gebühr spielen können.

Flying Balls - Warnung vor 

Golf  Golfplatz, Christmas Island
Golf und seine Auswirkung, sowie der 9-Loch Platz

Als ich mit dem Auto unterwegs bin, grüßt jeder auf der Straße, der mir entgegen kommt. Daran gewöhne ich mich schnell. Ich soll mich nur nicht wundern, wenn mich zu Hause plötzlich keiner mehr zurück grüßt, kommentiert Marc später meine neuen Erfahrungen.  

Birdfeeding

Es gibt einen schönen höher gelegenen Aussichtspunkt am Territory Day Park. Dort am Parks Australien Office besuche ich Max, um bei der Vögelfütterung zuzusehen. Beim Aussteigen höre ich zwei deutsche Stimmen hinter mir, ich spreche die beiden sofort an. Sie sind in einer Gruppe von 5 Leuten auf der Insel, drei Monate lang für ein Bio-Projekt, es geht um den Red-footet Bobby. Nachdem wir uns über die Besonderheiten der Insel ausgetauscht haben, gehe ich rüber zu Max, um ihn bei der Fütterung der Jungtiere zu beobachten. Das Versorgungsschiff war überfällig, aber heute hat es frischen Squid für die Jungtiere gebracht, ich habe Glück. Einige von den erwachsenen Vögeln kommen zu Besuch. Die Weißbauch-Fregattvögel brüten nur hier auf der Insel, sie sind Nationalvogel und auf der (seit erst 2002 offiziell existierenden) Flagge abgebildet. Einer von Ihnen beobachtet das Geschehen von der Dach-Antenne aus, bei dem Anblick fallen mir die Geier aus Dschungelbuch ein, Pläne schmiedend („hey, lasst uns einen Zug durch die Gemeinde machen“) und hüpfend auf der Stromleitung.

Weißbacuh Fregattevogel, 

Christmas Island  Jungevogel, Christmas Island
Weißbauch-Fregattvogel und Nachwuchs

Die Kleinen hier scheinen genau zu wissen, dass es jetzt Leckerchen gibt. Einer von Ihnen lärmt und macht ununterbrochen Randale. Max erklärt, die Eltern haben ihn aus dem Nest gestoßen. Möglicherweise haben sie ihn ja aus dem Grund in die Wüste geschickt, sagt er mit einem Augenzwinkern.

unge Weißbauch 

Fregattenvögel, Christmas Island
Jungtiere, jeder hat seinen eigenen Platz

Die Jungen werden aufgepeppelt und groß gezogen. Jeder der Kleinen hat seinen eigenen Stuhl. Die Vögel kommen auch nach Jahren noch wieder, aber immer nur auf ihren alten Stuhl. Und wehe dem, der ist besetzt. Ich frage mich, ob sie ein Handtuch drauf legen würden, wenn sie eins hätten…

Blick auf die Nordspitze

Blow Holes
Man steht auf sicherem Boden, die Aussichtspunkte sind gut befestigt. Erst mal bekomme ich eine kräftige Dusche Salzwasser ab. Als ich dann mit der Kamera dann in Wartestellung bin, dauert es natürlich ewig, bis die ankommenden Wellen wieder hoch spritzen. Man spürt die Macht des Indischen Ozeans, kein harmloses Strandgeplätscher ist hier zu hören sondern beeindruckend kräftige Wellen donnern gegen die schroffen Felsen.

Blowholes Christmas Island
Die Blowholes

Strände
Ja, es gibt welche auf CI, die meisten sind über eine kurze Fahrt und einen längeren Fußweg zu erreichen. Die Insel ist jedoch als Ziel für "luxusabsorbierende am Strand Rumlieger“ nicht zu empfehlen.

Lilly Beach, Christmas Island
Lilly Beach

Hugh´s Dale Waterfall, The Dales und Martin Point im Westen der Insel
Hugh's Dale Waterfall, Christmas Island Zwar bin ich nicht der große Wanderer, denke mir aber, wenn die Insel schon zu 63 % aus Nationalpark besteht, sollte ich doch mal etwas davon erlebt haben. Noch sitze ich im sicheren Auto. Die Wildnis ruft, und ich erahne den Freudentanz der blutrünstigen Moskitos in Erwartung auf frisches europäisches Blut. Nicht mit mir, beschließe ich und greife zum bewährten Autan. Jede freie Stelle wird noch mal eingeschmiert. Gut präpariert mache ich mich auf den kurzen Weg zum Martin Point, zu den Klippen. Die Geräusche auf dem Weg dorthin möchte ich gar nicht weiter erkunden. Das Wissen, dass es keine giftigen Tiere auf der Insel gibt, beruhigt ungemein. Eine Picknick Zone ist eingerichtet, ich frage mich kurz, ob diese wohl für die Besucher gedacht ist, oder ob die Moskitos eher ein Freudenfest zelebrieren wollen? Die Aussicht über die westliche Küstenlinie ist gigantisch.

Brandung an der Westküste 

von Christmas Island
Westküste

Abends beim Duschen stelle ich fest, es hat gewirkt, nicht ein Biest hat mich erwischt. Strike!

Auf dem Weg zum Wasserfall sehe ich Hunderte von Krabben, in allen Variationen. Auf der Insel sind an Land, in den Riffen und den Untiefen über 160 Arten bekannt. Zu Beginn des Weges sind sie noch sehr scheu und machen sich schnell aus dem Staub wenn man sich ihnen nähert. Je tiefer man in den Park eindringt, umso gelassener sind sie scheinbar. Ein Holzsteg führt zu dem kleinen Wasserfall, der Weg ist nicht zu verfehlen. Einem Rentier begegne ich nicht.

Blaue Krabbe, Christmas 

Island  Robber Crab, Christmas 

Island  Rote Krabbe, Christmas Island
Blaue Krabbe, Robber Crab und die rote - das Markenzeichen der Insel
Click zum Vergrößern


An der Straße ist eine Go-Card Bahn ausgeschildert. Mein Sportsgeist erwacht, doch leider ist die Anlage nicht in Betrieb. Dafür aber der Cricket Sports Club. Katrina zeigt mir später das Gelände ausführlich, dazu gehört auch das neue von einem Designer gestalteten Freizeit-Center mit Schwimmbad, einer großen Turnhalle, einem gut ausgestattetem Fittnessraum, die gerade gut frequentierte Kinderbetreuung und – zu meiner Freude – einem kleinen Caffee mit Cappuccino-Maschine. Unbedingt einen Abstecher Wert! Wenn ein Schiff der Marine im Hafen liegt, treffen sich die Mannschaften hier oben auch schon mal zum Fußball.  

Fitnessraum am Cricket Club, 

Christmas Island
Fitnessraum im Freizeit-Center

Ich treffe Martin unterwegs, wir beschließen etwas zusammen zu trinken. Beim Parken lasse ich meine Kamera und allen möglichen Kleinkram im Auto, gewohnheitsmäßig schließe ich den Wagen ab. Er lacht und diagnostiziert meine immer noch europäische Verhaltensweise. Es gibt zwar eine Polizeistation und auch die Wagen sind oft zu sehen, aber Kriminalität gibt es hier nicht.

Restaurants

Mein Favorit ist das Jalan Rumah Tinggi. Das Lokal ist gut zu finden, eine Tafel weist den Weg. Es liegt nur mit einer kleinen Wiese und einer Reihe von Palmen vom Meer getrennt, ich suche mir einen Tisch mit Blick auf den Ozean. Es ist noch früh, erst gegen sechs. Die Tische sind fast alle noch frei, nur drei chinesische Frauen sitzen am Ende des Lokals. Ich frage den Besitzer, ob ich an dem Tisch bleiben könnte, und er meint, er würde mich schon rauswerfen, wenn Gäste kämen. Ich mag diesen schwarzen Humor, er muß mir das angesehen haben. Ob es was zu essen gäbe? Darauf sei er spezialisiert. Er zeigt auf die riesengroße Tafel hinter der Theke, eine Mischung aus europäischen und asiatischen Gerichten werden angeboten. Es gibt sogar ein Fishcurry, mein Tag ist perfekt. Zuerst möchte ich nur ein Wasser trinken. Er verweist mich auf den Wasserspender hinter mir, es ist eisgekühlt und kostenlos. Wie sonst überall anders auf der Insel auch. Nach dem Essen frage ich nach einem Kaffee. Er verrät mir, dass er eine Cappuccino-Maschine hat, ich kann mein Glück kaum fassen. Ob sie auch funktioniert, will ich wissen (kleine Revanche für den angedrohten Rausschmiss). Sie funktioniert, ich bekomme sogar einen Kaffee Latte. Die Sonne geht für mich auf. Mittlerweile sind alle Tische besetzt, ich räume meinen Platz und gehe rein zum Bezahlen. Dabei plaudere noch ein wenig mit der Bedienung, ich tippe auf Thailänderin. Auch sie ist nur freundlich sondern auch recht pfiffig. Über das Trinkgeld freut sie sich riesig, und erzählt es gleich ihrem Chef. Irgendwas ist hier wieder anders.

alan Rumah Tinggi - Christmas 

Island
Blick aus dem Jalan Rumah Tinggi

Weitere Restaurants auf der Insel:

Season´s Palace (Montags geschlossen), indoors, mehr westliche Küche.

Yung Chong (dienstags geschlossen), auch zum draußen sitzen. Sie machen auch schon mal besondere Sachen, die sonst nicht auf der Karte stehen.

Golden Bosun Tavern, im vorderen Bereich eher Kneipen-Charakter, gemütlich, im hinteren Bereich zum Meer hin Restaurant. Ab 18.00 Uhr warme Küche, durch die kommunikative Theke kann es auch schon mal lauter werden.  

Golden Bosun Tavern - Christmas 

Island
Golden Bosun Tavern

Im „Golden Bosun“ flachse ich mit Marc über die australischen Münzen. Die 1-Dollar Münze gefällt mir am Besten, Kängurus sind darauf abgebildet. „Meinst Du, man bekommt ein Känguru für einen Dollar?“ „Nein, man kriegt fünf dafür, steht doch drauf.“ Eigentlich sollten sie ja Rentiere drauf prägen.

Australische Münze 1 Dollar
Australische Ein-Dollar-Münze

Unterkünfte

Sunset Resort
Direkt am Meer gelegen, schöne Zimmer, nah an der Tauchbasis, wenig Gehminuten zum Supermarkt und kleineren Geschäften.

Das Sunset Resort hat einen kleinen, feinen Pool mit Blick auf den Ozean.

VQ3 Lodge
Ebenfalls schöne Zimmer, gleich hinter dem Sunset Resort, gleiche Leitung.

VQ3 Lodge

Weitere Informationen zu Hotels und Unterkünften

Weitere Informationen

Es gibt ein Hospital auf der Insel, die ärztliche Versorgung ist sehr gut. Das höre ich öfters. In der Flying Fish Cove, von wo aus wir die Tauchgänge starten, gibt es eine prima Infrastruktur. Öffentliche, sehr saubere Toiletten, Sauerstoff für Tauchunfälle, der mit einem Zahlenschloß gesichert ist. Die Kombination ist über das Krankenhaus zu erfragen, die Telefonnummer ist angeschlagen.

Sauerstoff Versorgung - Christmas 

Island
Sauerstoff-Notfallversorgung an der Flying Fish Cove

Und freie Grillplätze haben sie, die mit Kochstellen und einer Gasversorgung ausgestattet sind. Die Plätze können frei genutzt werden, wenn das Gas aufgebraucht ist, wird die Abdeckung hochgestellt als Zeichen für den Austausch der Gasflaschen.

Picknick-Platz Christmas 

Island  BBQ - Christmas Island
Barbecue-und PicknickPlatz + das abendliche BBQ

Telefonieren

Von meinem Handy bin ich es gewohnt, dass es selbst ein verfügbares Netz findet. Bis Singapore war das noch der Fall, nicht so auf CI. Ich erfahre, dass Telstra der größte Anbieter auf CI sei, mit einer Prepaid-Karte könne man nach Hause telefonieren. Diese Karte funktioniert dann aber nur auf CI. Es gibt auch verschiedene öffentliche Telefone auf der Insel, eins z.B. auch in der Golden Bosun Taverne. Mein Versuch, vom Hotel Haus nach Deutschland zu telefonieren,  wäre gelungen, hätte ich die 011-49-OrtsvorwahlohneNull gewählt. Das Geheimnis liegt in der 011 vorweg. Irgendwann fallen mir dann die Tools meines Handys ein und ich probiere, manuell ein verfügbares Netz zu finden. Und siehe da, es funktioniert. Na also, geht doch.

Preise in Australischen Dollar

1 l Sprit 1,43 AUD
1 Bier ca. 4,00 AUD
Abendessen ca. 25,00 AUD
Wasser ist kostenlos in den Restaurants
Mc.Donald´s freie Zone!

Happening Flughafen

Die Arbeiter vom Immigration Centre arbeiten einige Wochen und fliegen dann für eine Woche nach Hause zu den Familien. So verabschieden die Leute ihre Freunde für eine Woche, und begrüßen diejenigen, die zurück kommen. Dazwischen wird ein Bierchen oder zwei getrunken. Es ist ein Happening, hier scheint sich alles zu treffen.



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26.07.2008 02:37 Taucher Online : 44
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