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Sicher auf Safari sein
Erholsame Urlaube durch Sicherheitsdenken
Wie auf den letzten Seiten deutlich geworden ist, ist eine Tauchsafari im Roten Meer bei weitem kein Himmelsfahrtkommando, dessen Ausgang ungewiss ist. Der überwiegende Großteil der Touren wird ohne nennenswerte Zwischenfälle ablaufen und den Gästen an Bord unbeschreibliche Erinnerungen verschaffen. Trotzdem sollte man die möglichen Risiken eines solchen Turns nicht einfach beiseite wischen. Jeder einzelne Gast kann dafür sorgen, dass die Sicherheitsaspekte ernst genommen werden und damit auch das Vergnügen auf der Fahrt erhöht wird.
Worauf sollte man also bei einer Safari achten, was kann jeder selber tun, um seine Sicherheit zu erhöhen?
- Auf eine ausführliche praktische Sicherheitseinweisung bestehen- mit genauer Handhabung aller Rettungsmittel. Lassen Sie sich alles zeigen und erklären. Im Ernstfall tut das keiner!
- Probealarm kurz läuten lassen, damit jeder weiß, wie der überhaupt klingt. Zuzüglich sollten Anweisungen an die Hand gegeben werden, was nach dem Alarm gemacht werden sollte (dies sollte Teil der Sicherheitseinweisung sein).
- Grundfunktion der EPIRB erklären lassen oder fragen, ob die Rettungsinseln auch von allein auftauchen. Ob sie zB. nach Auslösung des Wasserdrucksensors (Hydrostatic Release) überhaupt frei aufschwimmen können oder sie zusätzlich festgebunden sind und deshalb mit dem Schiff untergehen ?Eine Crew die nicht erklären/zeigen kann, wie diese Dinge funktionieren, nimmt die Sicherheit selbst nicht ernst und gefährdet alle an Bord.
- Darauf achten, dass das UKW - Funkgerät immer eingeschaltet ist (am besten Kanal 16).
Kein UKW bedeutet keinen Notrufempfang, keinen schnellen digitalen Notrufversand (weil nicht dafür vorkonfigurierter DSC - Call), keinen Empfang von Warnmeldungen anderer Schiffe. Manchmal sind die Geräte ausgeschaltet, um Strom zu sparen, bzw. deren Neuzustand zu erhalten...
- Mit geschlossenen Augen und angehaltenem Atem versuchen, den Weg von der Kabine an Deck zu schaffen und einzuprägen (Hindernisse merken, wie öffnet man die Türen, wo sind Haltepunkte).
Bei Feuer gibt es immer dicken Rauch, der sofort die Sicht und den Atem nimmt. Die Opfer verbrennen nicht, sie ersticken am Rauch!
- Auf See und vor allem bei Seegang muß an Deck alles geschlossen sein, wie z.B. der Maschinenraumzugang.
- Funktionstest Fenster: Lassen sich die Bullaugen vernünftig schließen? Gibt es kaputte Fenster oder Bullaugen an Bord?
- Gibt es ein funktionierendes Satellitentelefon mit Notnummern (z.B. zum Funkärztlichen Dienst Cuxhafen)? Lassen Sie es sich zeigen!
Bei zunehmender Passagieranzahl und Entfernung zum Land wird der Kontakt zu einem Arzt immer wichtiger. Außerdem ist ein Satellitentelefon oft das letzte und einfachste Mittel um generell Hilfe herbeizuholen. UKW - Funk geht nur etwas weiter, wie man sehen kann und HF/MW Funk ist schwer zu bedienen.
- Fragen Sie den Kapitän auf der Brücke höflich, wo sich das Schiff genau auf der Papierseekarte gerade befindet. Muss er erst lange suchen, kann er keine klaren Angabe machen oder hat er nicht mal eine Seekarte, dann weiß er es nicht und könnte jederzeit auf ein Riff laufen!
Elektronische Seekarten fallen gerne aus und bergen Risiken, wenn das GPS nicht funktioniert.
- Ganz wichtig ist, dass man selbst aktiv wird, sobald man das Schiff betreten hat. Alles bewußt ansehen und anfassen. Man muß sich dabei selbst fragen: was passiert wenn es brennt, wenn Wasser eintritt, wenn ich krank werde, wenn ich an Land gebracht werden müßte...? Die Antworten darauf werden in der Regel während der Sicherheitseinweisung /-übung von der Crew gerne erläutert. Falls dies nicht der Fall ist, sollte man sich ernsthaft die Frage stellen, ob die Sicherheit während dieser Tour gewährleistet ist.
Zum Abschluss
Insgesamt kann festgestellt werden, dass die Tauchschiffe im Roten Meer relativ sicher sind, wenn auch nicht nach den strengen Richtlinien der internationalen SOLAS - Standards. Aus der Fischerei hervorgegangene seemännische Tradition, verbunden mit der Hilfsbereitschaft untereinander und die räumlichen Nähe der Safarischiffe sowie das begrenzte Einsatzgebiet ersetzen aus Sicherheitsstandpunkten diese Standards bislang weitestgehend.
Im Allgemeinen sind die wichtigsten Dinge an Bord vorhanden, wie Rettungsinseln, Funk oder EPIRB. Doch angesichts der wachsenden Schiffsgrößen, der immer komplizierter zu bedienenden modernen Technik, sowie der steigenden Anzahl der Passagiere und ihrer Ansprüche, hinkt die Ausbildung der Seeleute dem gegenwärtigen Standard hinterher bzw. ist zum derzeitigen Zeitpunkt schon nicht mehr wirklich ausreichend. Aber wie sähe die Lösung aus? Die Erfüllung aller internationalen Standards würden erheblich höhere Bau- und Personalkosten bedeuten, dann wäre eine Safari zu derzeitigen Preisen nicht machbar. Ob das Publikum mehr Sicherheit zu deutlich höheren Preisen akzeptieren würde? Die Entscheidung liegt schon heute bei jedem Einzelnen, denn schon jetzt ist das günstigste Schnäppchen nicht immer die beste Wahl.

Safariboot an den Brothers
Auch ohne sofort alle internationalen Standards zu erfüllen, ließe sich die Sicherheit an Bord schon heute erhöhen. Schiffseigner und Betreiber könnten das freiwillige Aufrüsten der Schiffe mehr nach dem Sicherheitsgewinn anstatt der Werbewirksamkeit richten. Sie könnten erkennen, dass dies in sich eine große Werbung für ihre Flotte sein kann. Neben Sicherheitseinrichtungen an Bord wären angesichts der wachsenden Ansprüche zusätzliche Schulungen der Kapitäne und ihrer Vertreter, sowie der Diveguides sehr zu empfehlen.
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24.07.2008 10:11 Taucher Online : 166 Heute 4173, ges. 27727569 Besucher
 
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