Ein freies Plätzchen im Appartement von Harry und Heli aus der Taucher.Net-Redaktion
machte es möglich, dass ich mich als gemeines Fußvolk
mit unter die versammelten Redakteure mischen konnte und auch wenn Michael
Böhm meinte: „Das darf nicht an die Öffentlichkeit kommen“ - Ich
werde nichts verschweigen....
Gemeinsam machen sich Harry und ich am Freitag auf den Weg in Richtung
Fernstein- und Samaranger See. Es war ein herrlicher Tag und schon während
der Fahrt wurde geplant, dass wir uns einen Nachmittagstauchgang im Samaranger
See bei strahlendem Sonnenschein nicht entgehen lassen können.
Die Fahrt führt uns über die Autobahn bis nach Innsbruck, dann
geht es weiter auf der Bundesstraße mit herrlicher Aussicht auf die
wunderschönen Tiroler Berge.
Mit jedem Kilometer, den wir uns den beiden Seen nähern, steigt bei
mir auch die Spannung, ich freue mich schon auf die ersten Tauchgänge
dort:
Bisher kenne ich die beiden Seen nur von Bildern, Berichten sowie von Erzählungen
her und endlich, endlich bekomme ich auch die Gelegenheit, diese beiden
Seen unsicher machen zu können!
Kurz vor dem Ziel weiht mich Harry in eine seiner speziellen Gepflogenheiten
ein: Der Zwischenstopp bei einem Sparmarkt, um eine leckere „Käseleberkäsesemmel“
zu essen, ist ein absolutes MUSS für ihn!
Hier trifft auch Heli zu uns und nach dem kurzen Stärkungsstopp geht
es zügig weiter.
Um etwa 15 Uhr checken wir an der Rezeption des Hotels Fernstein ein. Wir
bekommen die Zimmerschlüssel, die Tauchgenehmigung (gleichzeitig auch
die Genehmigung für die Autos, um die Privatstraße zu den Seen
befahren zu
dürfen) sowie eine Chipkarte, mit der der Zugang zum Trockenraum,
Kompressorraum und Einstieg 3 des Fernsteinsees möglich ist.
Untergebracht sind wir in der „Villa Lorea“, genauer im Appartement
„Wanneckblick“: Wohl das größte Appartement hier, welches
wir uns nun zu Dritt teilen, in dem aber auch leicht 6 Personen hätten
untergebracht werden können.
Harry trägt unsere Gruppe auch gleich in den Tauchplan des Samaranger
See für den nächsten Tag ein. Diese Liste dient dem Schutz des
Sees und verhindert, dass sich zu viele Taucher gleichzeitig in ihm tummeln.
Nun aber endlich an den See, bin ich doch eine Frau und daher wohl schon
von Natur aus neugierig – zumindest wird uns das ja immer nachgesagt. Tja,
auch Harry hat offensichtlich erkannt dass ich eine Frau bin und klärt
mich noch im Stiegenhaus darüber auf, wie ein Rebreather für Frauen
aussieht…
Wer zum Samaranger See möchte, sollte auf alle Fälle kein tiefergelegtes
Sportcoupé fahren: Der Weg, der zum kleinen Juwel führt, ist
schmal und recht holprig. Er führt vorbei am Fernsteinsee und ist idyllisch
inmitten von Bäumen gelegen. Wir sind zurzeit die einzigen Taucher
am See. Schnell ziehen wir uns um und tauchen ab.
Ich bin einfach nur fasziniert – die Sicht ist traumhaft, ich schätze
so um die 30 bis 40m. Vergleichbare Sichtweiten kenne ich nur vom Grünen
See hier in der Steiermark.
Der große Unterschied zum Grünen See liegt aber auf alle Fälle
unter anderem darin, dass der Samarangersee ca. 12m tief ist, und hier viel
sehenswertes unter Wasser auf einem wartet.
Wer kennt nicht das berühmte Astloch vom Samarangersee? Auf vielen
Bildern im Web kann man es bestaunen. Zu meiner Schande muss ich gestehen,
dass ich bei diesem ersten Tauchgang dieses Astloch einfach übersehen
habe. Es ist schier unscheinbar aber wenn man aus dem richtigen Blickwinkel
durch dieses Astloch auf die Buddys sieht, glaubt man, ein perfekt nachbearbeitetes
Bild in einem Magazin zu betrachten.
Die Baumstämme die in diesem See kreuz und quer liegen sehen aus,
als wenn hier Riesen mit Mikadostäbchen spielen würden.
Natürlich darf auch ein Blick auf das Gedenkkreuz und ein Foto nicht
fehlen.
Man kann die Eindrücke unter Wasser nicht mit Worten wiedergeben –
man muss hier einfach mal getaucht sein. Nach etwa 45min hat man den See,
langsam tauchend, dann auch umrundet.
Nach unserem Tauchgang treffen wir auf die ersten Neuankömmlinge:
Wrack-Uli, seine Frau Angie und Theo sind angekommen, als nächstes
trifft Michi samt Frau und Tochter ein. Schon auf der Fahrt nach Tirol behaupteten
böse Zungen, dass Armin immer als letztes erscheinen würde.
Nach einem kurzen Telefonat zwischen Harry und Armin steht fest, dass Armin
und Familie nicht rechtzeitig zum Abendessen kommen werden. Da wir alle
schon vom Hunger geplagt werden, beschließen wir, ohne ihn zu essen.
Die Menükarte verrät was es leckeres gibt:
Bunte Salate vom Buffet
Zucchinicremesuppe mit Räucherlachsstreifen
Frühlingsröllchen auf pikantem Soja Dipp.
Als Hauptgericht gibt es die Wahl zwischen:
Tranchen von rosa gebratenen Beiried auf Rotweinsauce,
dazu Mandelbrokkoli und Speckkartoffeln
Gebackenes Hähnchenbrustfilet auf Schinkenrisotto mit Gemüse
der Saison
Tortellini gefüllt mit Ricotta an feinem Spinat-Knoblauchrahm
Als Dessert dann noch:
Eisbecher „Fürst Bückler“ oder
Sacherschnitte vom Buffet
Hausgemachtes Eis zur Wahl Vanille, Limette oder Waldbeer
Käse und frisches Obst vom Buffet.
Harry, Heli und ich waren hauptsächlich damit beschäftigt, die
Speisekarte für unsere deutschen Kollegen zu übersetzen, damit
auch sie aus dieser wählen konnten. Ich war erstaunt, so mancher an
unserem Tisch hat es doch geschafft, sich über alle drei Vorspeisen
zu werfen, ein vollständiges Hauptgericht zu verzehren und auch noch
beim Nachtisch kräftig zuzuschlagen…
Kurz vor 22 Uhr traf dann auch endlich Armin mit seiner Familie ein, für
sie wurde von der Küche Wiener Schnitzel mit Pommes und Salat bereitgehalten.
Ein toller Service, wenn man bedenkt dass die Küche normalerweise nur
bis 21 Uhr kocht!
An diesem ersten Abend waren alle etwas müde von der mehr oder weniger
langen Anreise und so wurde es ein recht kurzer Abend. Nur Harry und Armin
haben bis spät in die Nacht, oder besser gesagt früh in den Morgen,
„gefachgesimpelt“. Der Augenaufschlag am nächsten Morgen wird hier
nicht näher erläutert, ich glaube, diesen kann sich jeder vorstellen....
Nach einem reichhaltigen Frühstück machen wir uns auf den Weg
an den Samaranger See, wir sind für 11 und 14 Uhr eingetragen. Der erste
Tauchgang an diesem Tag sollte Harrys 597. werden. Schnell überlegt:
Wie schaffen wir es dass Harry seine 600 voll bekommt? Somit hätten
wir einen besonderen Grund am Abend zu feiern – nicht dass wir einen brauchen
würden – aber mit, feiert es sich gleich noch mal so lustig (und wer
bezahlt wissen wir dann auch schon im Vorfeld)!
Uli, Flo und Theo haben nur ganz kurz überlegt und die Lösung
gefunden:
Sie nahmen Harry in ihre Mitte, sind mit ihm nach der Hälfte des Tauchganges
aufgetaucht und haben an der Oberfläche abgewartet bis der Tauchcomputer
beim wieder abtauchen einen neuen Tauchgang loggt. ....
Armin hat uns beim ersten Tauchgang nicht begleitet – über die Ausrede
seinerseits sollte ich wohl besser schweigen - erholt hat er sich aber nach
diesem Nicht-Tauchgang dann doch ausgiebigst.
Beim zweiten Tauchgang war Armin zwar anfangs dabei, hat aber die erste
Gelegenheit genutzt, um schon nach knapp einer halben Stunde wieder aus dem
Wasser zu sein. Auch sonst lief nicht alles wie geplant: Das Bier das Wrack-Uli
für Harrys 600. Tauchgang eingesteckt hat, hat er angeblich verloren
– wir glauben das ja eher nicht: Uli der sonst Flaschen sammelt, sollte plötzlich
eine verloren haben? Wir sind uns einig: Er hat sie während dem Tauchgang
ausgetrunken… Nachdem nun dieser herrliche Tauchtag für uns zu Ende
war machten wir uns alle auf in Richtung Unterkünfte, um uns zu „zivilisieren„.
Der eine oder andere nützte diese kleine Pause auch für ein kleines
Nickerchen.
An diesem Abend gab es ein herrliches Ritteressen. Zum Auftakt eine Rindsuppe
mit Nudeln und danach ein Riesenholzbrett mit leckeren Ripperln, Hühnerflügeln,
Schweinsbraten, Geselchtem, Sauerkraut, Knödel und Kartoffel.
Das Essen war so reichlich bemessen, dass wir es nicht geschafft haben,
das Holzbrett zu leeren. Nach dem Essen hat Armin geschwächelt und freiwillig
seine beiden Töchter ins Bett gebracht.
Damit uns Harry nicht entkommt und von seinem Recht gebrauch macht, uns
zu seinem 600. Tauchgang auf ein Getränk einzuladen, haben ihn Uli und
Michael an die Bar „begleitet“.
Harry lies sich dann aber nicht lange bitten und lies eine Runde Caiphirinia
springen:
Weiter wurde zur „Caipi-Nacht“ auch eine Live-Band angekündigt, die
um 22 Uhr zu spielen begann und stark zu wünschen ließ: Nachdem
Armin schon früh zu Bett ging, haben auch wir diese Nacht nicht in
die Länge gezogen, was uns auch unsere Ohren bei der Live-Band dankten.....
Ich weiß ja nicht wie das in Deutschland gehandhabt wird, aber hier
in Österreich stellt man bei der Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit
auch tatsächlich die Uhren um. Harry, Heli und ich waren uns also der
neuen Zeit bewusst, als wir zum Frühstück kamen. Aber großes
staunen, auch Familie Böhm kam um diese frühe Zeit zum Frühstück,
allerdings ist das mit der Zeitumstellung an ihnen vorübergegangen.
Antje, Michaels Frau, plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen und
verriet, dass Ihnen das wohl schon häufiger passiert ist: Jaja, Michi,
ich weiß, nicht an die Öffentlichkeit: Aber so ist das
halt, wenn sich Fußvolk unter die Redaktion mischt....
Bis auf Heli, Theo, Uli, Angie und mich machten sich alle nach dem Frühstück
auf die Heimreise. Wir, als die Zurückgebliebenen, nutzten aber noch
die Gelegenheit um einen Tauchgang im Fernsteinsee beim Einstieg 3 zu machen,
trotz des miesen Wetters. Es hatte nachts zu regnen begonnen und wollte
nicht wieder aufhören.
Auch der Fernsteinsee ist ein sehr schöner See – kann zwar nicht mit
solchen Sichtweiten wie der Samaranger See aufwarten, bietet aber immer
noch wesentlich mehr, als ich es von Seen im Salzkammergut gewohnt bin.
Alles in allem kann ich nur sagen, dass die beiden Seen es wirklich wert
sind, die zwei Nächte die verpflichtend im Hotel Fernsteinsee gebucht
werden müssen um dort tauchen zu dürfen, zu verbringen. Wenn sich
mir mal wieder die Gelegenheit ergibt, dorthin zu fahren, dann werde ich
diese auch sicherlich wieder nutzen!
Und an dieser Stelle auch noch mal ein großes Dankeschön an
die Redakteure vom Taucher@Net dass ich mich unter sie mischen durfte ;-)
Manuela (Twiggl)
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