Herbsttauchgang im Fernsteinsee

 Geschrieben von Manuela

TNT am Samaranger See vom 27. bis 29.10.2006

von Manuela

Ein freies Plätzchen im Appartement von Harry und Heli aus der Taucher.Net-Redaktion machte es möglich, dass ich mich als gemeines Fußvolk mit unter die versammelten Redakteure mischen konnte und auch wenn Michael Böhm meinte: „Das darf nicht an die Öffentlichkeit kommen“ - Ich werde nichts verschweigen....

Gemeinsam machen sich Harry und ich am Freitag auf den Weg in Richtung
Fernstein- und Samaranger See. Es war ein herrlicher Tag und schon während der Fahrt wurde geplant, dass wir uns einen Nachmittagstauchgang im Samaranger See bei strahlendem Sonnenschein nicht entgehen lassen können.
Die Fahrt führt uns über die Autobahn bis nach Innsbruck, dann geht es weiter auf der Bundesstraße mit herrlicher Aussicht auf die wunderschönen Tiroler Berge.

Mit jedem Kilometer, den wir uns den beiden Seen nähern, steigt bei mir auch die Spannung, ich freue mich schon auf die ersten Tauchgänge dort:
Bisher kenne ich die beiden Seen nur von Bildern, Berichten sowie von Erzählungen her und endlich, endlich bekomme ich auch die Gelegenheit, diese beiden Seen unsicher machen zu können!
Kurz vor dem Ziel weiht mich Harry in eine seiner speziellen Gepflogenheiten ein: Der Zwischenstopp bei einem Sparmarkt, um eine leckere „Käseleberkäsesemmel“ zu essen, ist ein absolutes MUSS für ihn!
Hier trifft auch Heli zu uns und nach dem kurzen Stärkungsstopp geht es zügig weiter.

Um etwa 15 Uhr checken wir an der Rezeption des Hotels Fernstein ein. Wir bekommen die Zimmerschlüssel, die Tauchgenehmigung (gleichzeitig auch die Genehmigung für die Autos, um die Privatstraße zu den Seen befahren zu
dürfen) sowie eine Chipkarte, mit der der Zugang zum Trockenraum, Kompressorraum und Einstieg 3 des Fernsteinsees möglich ist.
Untergebracht sind wir in der „Villa Lorea“, genauer im Appartement
„Wanneckblick“: Wohl  das größte Appartement hier, welches wir uns nun zu Dritt teilen, in dem aber auch leicht 6 Personen hätten untergebracht werden können.
Harry trägt unsere Gruppe auch gleich in den Tauchplan des Samaranger See für den nächsten Tag ein. Diese Liste dient dem Schutz des Sees und verhindert, dass sich zu viele Taucher gleichzeitig in ihm tummeln.

Nun aber endlich an den See, bin ich doch eine Frau und daher wohl schon von Natur aus neugierig – zumindest wird uns das ja immer nachgesagt. Tja, auch Harry hat offensichtlich erkannt dass ich eine Frau bin und klärt mich noch im Stiegenhaus darüber auf, wie ein Rebreather für Frauen aussieht…



Wer zum Samaranger See möchte, sollte auf alle Fälle kein tiefergelegtes Sportcoupé fahren: Der Weg, der zum kleinen Juwel führt, ist schmal und recht holprig. Er führt vorbei am Fernsteinsee und ist idyllisch inmitten von Bäumen gelegen. Wir sind zurzeit die einzigen Taucher am See. Schnell ziehen wir uns um und tauchen ab.

Ich bin einfach nur fasziniert – die Sicht ist traumhaft, ich schätze so um die 30 bis 40m. Vergleichbare Sichtweiten kenne ich nur vom Grünen See hier in der Steiermark.
Der große Unterschied zum Grünen See liegt aber auf alle Fälle unter anderem darin, dass der Samarangersee ca. 12m tief ist, und hier viel sehenswertes unter Wasser auf einem wartet.
Wer kennt nicht das berühmte Astloch vom Samarangersee? Auf vielen Bildern im Web kann man es bestaunen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bei diesem ersten Tauchgang dieses Astloch einfach übersehen habe. Es ist schier unscheinbar aber wenn man aus dem richtigen Blickwinkel durch dieses Astloch auf die Buddys sieht, glaubt man, ein perfekt nachbearbeitetes Bild in einem Magazin zu betrachten.

Astloch im Samaranger See


Die Baumstämme die in diesem See kreuz und quer liegen sehen aus, als wenn hier Riesen mit Mikadostäbchen spielen würden.
Natürlich darf auch ein Blick auf das Gedenkkreuz und ein Foto nicht fehlen.

Baumstämme im Samaranger See


Man kann die Eindrücke unter Wasser nicht mit Worten wiedergeben – man muss hier einfach mal getaucht sein. Nach etwa 45min hat man den See, langsam tauchend, dann auch umrundet.

Samaranger See


Nach unserem Tauchgang treffen wir auf die ersten Neuankömmlinge:
Wrack-Uli, seine Frau Angie und Theo sind angekommen, als nächstes trifft Michi samt Frau und Tochter ein. Schon auf der Fahrt nach Tirol behaupteten böse Zungen, dass Armin immer als letztes erscheinen würde.
Nach einem kurzen Telefonat zwischen Harry und Armin steht fest, dass Armin und Familie nicht rechtzeitig zum Abendessen kommen werden. Da wir alle schon vom Hunger geplagt werden, beschließen wir, ohne ihn zu essen.

Die Menükarte verrät was es leckeres gibt:

Bunte Salate vom Buffet
Zucchinicremesuppe mit Räucherlachsstreifen
Frühlingsröllchen auf pikantem Soja Dipp.

Als Hauptgericht gibt es die Wahl zwischen:

Tranchen von rosa gebratenen Beiried auf Rotweinsauce,
dazu Mandelbrokkoli und Speckkartoffeln
Gebackenes Hähnchenbrustfilet auf Schinkenrisotto mit Gemüse der Saison
Tortellini gefüllt mit Ricotta an feinem Spinat-Knoblauchrahm

Als Dessert dann noch:
Eisbecher „Fürst Bückler“ oder
Sacherschnitte vom Buffet
Hausgemachtes Eis zur Wahl Vanille, Limette oder Waldbeer
Käse und frisches Obst vom Buffet.

Harry, Heli und ich waren hauptsächlich damit beschäftigt, die Speisekarte für unsere deutschen Kollegen zu übersetzen, damit auch sie aus dieser wählen konnten. Ich war erstaunt, so mancher an unserem Tisch hat es doch geschafft, sich über alle drei Vorspeisen zu werfen, ein vollständiges Hauptgericht zu verzehren und auch noch beim Nachtisch kräftig zuzuschlagen…

Kurz vor 22 Uhr traf dann auch endlich Armin mit seiner Familie ein, für sie wurde von der Küche Wiener Schnitzel mit Pommes und Salat bereitgehalten. Ein toller Service, wenn man bedenkt dass die Küche normalerweise nur bis 21 Uhr kocht!
An diesem ersten Abend waren alle etwas müde von der mehr oder weniger langen Anreise und so wurde es ein recht kurzer Abend. Nur Harry und Armin haben bis spät in die Nacht, oder besser gesagt früh in den Morgen, „gefachgesimpelt“. Der Augenaufschlag am nächsten Morgen wird hier nicht näher erläutert, ich glaube, diesen kann sich jeder vorstellen....



Nach einem reichhaltigen Frühstück machen wir uns auf den Weg an den Samaranger See, wir sind für 11 und 14 Uhr eingetragen. Der erste Tauchgang an diesem Tag sollte Harrys 597. werden. Schnell überlegt: Wie schaffen wir es dass Harry seine 600 voll bekommt? Somit hätten wir einen besonderen Grund am Abend zu feiern – nicht dass wir einen brauchen würden – aber mit, feiert es sich gleich noch mal so lustig (und wer bezahlt wissen wir dann auch schon im Vorfeld)!
Uli, Flo und Theo haben nur ganz kurz überlegt und die Lösung gefunden:
Sie nahmen Harry in ihre Mitte, sind mit ihm nach der Hälfte des Tauchganges aufgetaucht und haben an der Oberfläche abgewartet bis der Tauchcomputer beim wieder abtauchen einen neuen Tauchgang loggt. ....

Samaranger See


Armin hat uns beim ersten Tauchgang nicht begleitet – über die Ausrede seinerseits sollte ich wohl besser schweigen - erholt hat er sich aber nach diesem Nicht-Tauchgang dann doch ausgiebigst.



Beim zweiten Tauchgang war Armin zwar anfangs dabei, hat aber die erste Gelegenheit genutzt, um schon nach knapp einer halben Stunde wieder aus dem Wasser zu sein. Auch sonst lief nicht alles wie geplant: Das Bier das Wrack-Uli für Harrys 600. Tauchgang eingesteckt hat, hat er angeblich verloren – wir glauben das ja eher nicht: Uli der sonst Flaschen sammelt, sollte plötzlich eine verloren haben? Wir sind uns einig: Er hat sie während dem Tauchgang ausgetrunken… Nachdem nun dieser herrliche Tauchtag für uns zu Ende war machten wir uns alle auf in Richtung Unterkünfte, um uns zu „zivilisieren„. Der eine oder andere nützte diese kleine Pause auch für ein kleines Nickerchen.
An diesem Abend gab es ein herrliches Ritteressen. Zum Auftakt eine Rindsuppe mit Nudeln und danach ein Riesenholzbrett mit leckeren Ripperln, Hühnerflügeln, Schweinsbraten, Geselchtem, Sauerkraut, Knödel und Kartoffel.

Ritteressen am Samaranger See


Das Essen war so reichlich bemessen, dass wir es nicht geschafft haben, das Holzbrett zu leeren. Nach dem Essen hat Armin geschwächelt und freiwillig seine beiden Töchter ins Bett gebracht.



Damit uns Harry nicht entkommt und von seinem Recht gebrauch macht, uns zu seinem 600. Tauchgang auf ein Getränk einzuladen, haben ihn Uli und Michael an die Bar „begleitet“.



Harry lies sich dann aber nicht lange bitten und lies eine Runde Caiphirinia springen:



Weiter wurde zur „Caipi-Nacht“ auch eine Live-Band angekündigt, die um 22 Uhr zu spielen begann und stark zu wünschen ließ: Nachdem Armin schon früh zu Bett ging, haben auch wir diese Nacht nicht in die Länge gezogen, was uns auch unsere Ohren bei der Live-Band dankten.....

Ich weiß ja nicht wie das in Deutschland gehandhabt wird, aber hier in Österreich stellt man bei der Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit auch tatsächlich die Uhren um. Harry, Heli und ich waren uns also der neuen Zeit bewusst, als wir zum Frühstück kamen. Aber großes staunen, auch Familie Böhm kam um diese frühe Zeit zum Frühstück, allerdings ist das mit der Zeitumstellung an ihnen vorübergegangen. Antje, Michaels Frau, plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen und verriet, dass Ihnen das wohl schon häufiger passiert ist: Jaja, Michi, ich weiß, nicht an die Öffentlichkeit: Aber so ist das halt, wenn sich Fußvolk unter die Redaktion mischt....

Bis auf Heli, Theo, Uli, Angie und mich machten sich alle nach dem Frühstück auf die Heimreise. Wir, als die Zurückgebliebenen, nutzten aber noch die Gelegenheit um einen Tauchgang im Fernsteinsee beim Einstieg 3 zu machen, trotz des miesen Wetters. Es hatte nachts zu regnen begonnen und wollte nicht wieder aufhören.
Auch der Fernsteinsee ist ein sehr schöner See – kann zwar nicht mit solchen Sichtweiten wie der Samaranger See aufwarten, bietet aber immer noch wesentlich mehr, als ich es von Seen im Salzkammergut gewohnt bin.

Alles in allem kann ich nur sagen, dass die beiden Seen es wirklich wert sind, die zwei Nächte die verpflichtend im Hotel Fernsteinsee gebucht werden müssen um dort tauchen zu dürfen, zu verbringen. Wenn sich mir mal wieder die Gelegenheit ergibt, dorthin zu fahren, dann werde ich diese auch sicherlich wieder nutzen!
Und an dieser Stelle auch noch mal ein großes Dankeschön an die Redakteure vom Taucher@Net dass ich mich unter sie mischen durfte ;-)

Manuela (Twiggl)


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