Der Nassanzug

 Geschrieben von Andreas

Der Klassiker unter den Anzügen! Es gibt wohl keinen Taucher, der noch nie in einem Neopren-Nassanzug steckte!

Der Name des Nassanzugs kommt daher, dass der Taucher tatsächlich am ganzen Körper nass wird. Das ist auch durchaus beabsichtigt, denn die Wasserschicht zwischen Haut und Anzug wird vom Körper angewärmt und dient als eine weitere Wärmepufferschicht. Das Wasser gelangt in den Anzug über Hand-, Fuß- und Kopföffnung und den Reißverschluss.

Material & Funktion

Der Nassanzug besteht immer aus Neopren, das heutzutage innen wie außen mit einer Beschichtung, bzw. einem Futter aus Lycra, Frottee oder ähnlichen Stoffen kaschiert ist. Die Dicke ist dem Einsatzgebiet angepasst und reicht üblicherweise von 3mm bis zu 7,5mm. Dünnere Anzüge finden (2mm / 2,5mm) finden im Tauchsport eher selten Anwendung, wenn dann als zusätzliche Unterzieher. Dickere Anzüge sind unkomfortabel, man geht dann eher dazu über, den Temperaturkernbereich des Körpers mit einer zusätzlichen Weste zu schützen.

Der Wärmeschutz wird hauptsächlich durch die Dicke des Materials bestimmt, allerdings auch durch der Art des Anzugs und den Schnitt. Der Tauchanzug sollte so geschnitten sein, dass er möglichst exakt passt. Ist er zu groß, kann mehr Wasser zwischen Haut und Anzug zirkulieren und an den Öffnungsstellen ein- und austreten, ein Effekt, der durch die Bewegung beim Tauchen noch verstärkt wird. Allerdings ist ein zu enger Anzug auch nicht gut, da er Beklemmungen und Essouflement auslösen kann.

Anzugsarten

Shorty

Tauchanzug - Shorty

Der Shorty ist normalerweise ein einteiliger Neoprenanzug mit kurzen Armen und Beinen. In ganz seltenen Fällen hat er lange Arme oder Beine (aber nie beides, sonst wäre es ein Overall). Da er nur für warme Gewässer gedacht ist, beträgt die durchschnittliche Dicke 3mm.

Der Shorty wird hauptsächlich in tropischen Gewässern eingesetzt, kann aber auch hervorragend bei uns zum Training im Schwimmbad verwendet werden.

Long John mit Weste (Zweiteiler)

Tauchanzug - Trägerhose

Früher war dies in unseren Breiten einer der am häufigsten zu sehenden Tauchanzüge. Der Long John ist eine Trägerhose die bis hoch in den Brustereich geht mit langen Beinen. Dazu kommt eine Jacke mit langen Armen. Die Kopfhaube ist entweder einzeln oder häufig an die Jacke angesetzt oder selten an die Long John.

Das Neopren ist hier meistens 5mm - 7mm stark. Der große Vorteil dieser Anzugart ist, dass der Kernbereich des Körpers so mit zwei lagen Neopren bedeckt (also bis zu 14mm) und damit recht gut isoliert ist.

Overall (Einteiler)

Tauchanzug - Overall

Der Overall ist einfach ein Anzug mit langen Armen und Beinen. Teilweise, aber nicht immer, ist eine Kopfhaube angesetzt. Der Einteiler kommt in den Stärken 2mm - 7,5mm. Die dünnen Einteiler bieten in tropischen Tauchgefilden nicht nur einen gewissen Kälteschutz, sondern auch Schutz vor Verletzungen, z.B. durch Nesseltiere, und Sonnenbrand. Letzteres ist auch der Grund, warum solche Nassanzüge gerne von Surfern getragen werden.

Als Zusatz zum Overall kann man auch noch eine Neoprenweste anziehen und so den Rumpf und damit den Kernbereich für die Körpertemperatur zusätzlich schützen.

Eine Frage, die sich beim Kauf eines Overalls mit Weste immer wieder stellt ist, ob die Kopfhaube eher an den Overall oder die Weste angesetzt sein soll. Für eine am Overall angesetzte Kopfhaube spricht, dass selbst bei Temperaturen, wo man noch auf die Weste verzichten kann, eine Kopfhaube wichtig ist. Schließlich wird der größten Teil der Körperwärme über den Kopf abgegeben!

Vor- und Nachteile des Nassanzugs

Vorteile:

  • Anschaffungspreis
  • Für wärmere Gewässer erste Wahl
  • relativ leicht zu reparieren

Nachteile:

  • eingeschränkter Wärmeschutz

Zusammenfassend kann man sagen, dass ein Nassanzug gerade in wärmeren Gewässern völlig ausreicht. Durch die verschiedenen Materialstärken und Kombinationsmöglichkeiten kann man ein großes Temperaturspektrum abdecken. Wer jedoch häufig in unseren Breitengraden taucht, ist mit einem Halbtrockenanzug oder sogar Trocki besser bedient.





© 2006 - Andreas Nowotny

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