Ein Neopren-Trocki mit
angesetzter Kopfhaube
Wie James Bond aus den Fluten steigen, sich aus dem Anzug pellen und im Smoking dastehen - mit einem Trocki ist dies theoretisch möglich. Ob ein Smoking als Unterzieher aber prinzipiell die erste Wahl darstellt, darf bezweifelt werden.
Aufbau und Funktion
Ein Trockentauchanzug ist ein luftdichter, einteiliger Anzug meistens aus Neopren, Trilaminat oder Gummi (Trockentauchanzüge der letzten beiden Kategorien fasst man auch unter dem Begriff "Membrantrockentauchanzug" zusammen). Die Füßlinge, meist in Stiefelform, sind fest angesetzt. Am Hals schließt eine eng anliegende Manschette (meistens aus Latex, nur in seltenen Fällen aus glattem Neopren) den Anzug luftdicht ab, ebenso an den Armen. Alternativ kann man an die Handlatexmanschetten auch Trockenhandschuhe montieren, so dass auch die Hände vor Nässe und Kälte gut geschützt sind.
Der Einstieg in den Anzug (meist hinten über den Schultern) wird durch einen gasdichten Reisverschluss luftdicht abgeschlossen.
Deutlich zu sehen:
die angesetzte Kopfhaube
Ein TrilaminatanzugTheoretisch bleibt der Taucher durch seinen Anzug am ganzen Körper trocken, nur der Kopf ist meistens nur über eine dicke Neoprenhaube gegen die Kälte geschützt. Bei Membrananzügen aus Gummi oder Trilaminat ist die Kopfhaube meist seperat, in diesem Fall kann es zu einer Kältebrücke an der Latexmanschette kommen. Hier hilft es, wenn der Trocki einen Wärmekragen hat. Bei Neoprentrockenanzügen kann die Kopfhaube auch angesetzt sein, dies biete eine gute Isolierung am Hals, kann aber das Anziehen des Anzugs schwieriger machen.
Die Isolierung gegen die Kälte funktioniert bei Trockentauchanzügen auf doppelte Weise. Einerseits sorgt der Anzug selbst (bei Neoprentrockies) oder ein entsprechender Unterzieher für eine Wärmeisolierung. Zusätzlich sorgt die Luft in dem Anzug für eine weitere Isolierungsschicht, die um ein Vielfaches besser ist als die von Wasser, wie bei Nassanzügen. Außerdem sorgt die Luft dafür, dass es nicht zu einem "Squeeze" kommt, also einem Barotrauma der Haut durch Unterdruck. Aus diesem Grund muss beim Abtauchen die Komprimierung der Luft durch Zufuhr von mehr Luft und beim Auftauchen die Ausweitung der Luft durch Ablassen geregelt werden. Zu diesem Zweck hat jeder Trockentauchanzug ein Einlassventil, an dass ein Inflatorschlauch von der ersten Stufe des Lungenautomaten angeschlossen wird, sowie ein Auslassventil.
Der gasdichte ReißverschlussManche Trockentaucher nehmen zur Befüllung des Trockentauchanzugs statt Luft lieber Argon aus einer extra mitgeführten Flasche. Argon besitzt noch einmal eine deutlich schlechtere Wärmeleitfähigkeit als Luft und ist deshalb für diese Aufgabe gut geeignet. Allerdings macht Argon nicht wärmer als Luft, wie oft fälschlich angenommen wird. Argon verlangsamt lediglich den Prozess der Auskühlung.
Neoprentrocki oder Membrantrocki?
An dieser Frage scheiden sich die Geister. Die einen schwören auf Neoprentrockis, die anderen auf die "Tüte". Hier eine knappe (und nicht abschließende) Pro/Kontra-Liste:
Zusammenfassend kann man sagen, dass ein Trockentauchanzug bei Tauchgängen in unseren kalten Gewässern auch der Gesundheit gut tut, weil der Körper nicht so auskühlt. Da man deutlich weniger friert als mit einem normalen Tauchanzug, macht das Tauchen auch viel mehr Spaß und man kann länger im kühlen Nass bleiben.