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Aus dem Leben heimischer Laubfrösche
von Dr. Robert Hofrichter
Vorwort, bitte aufmerksam lesen!:
Wer durch diesen Beitrag dazu inspiriert wird, die sympathischen Tierchen
zu beobachten und sich in ihre Lebensräume zu begeben – und das bezieht
sich nicht nur auf den Laubfrosch, sondern auf alle Amphibien –, muss vor
allem eines sein: Besonders umweltbewusst und sensibel. Denn ein Naturfreund,
der seltene Tiere zu Tode trampelt, ist in Wirklichkeit keiner! Amphibien
und ihre Larven verkriechen sich im dichten Pflanzenteppich am Grund der
Gewässer. Es ist unmöglich sie zu erkennen. Die einzige Möglichkeit
um Amphibien umweltbewusst in den Laichgewässern zu beobachten ist, dies
mit einem Neoprenanzug ausgerüstet, jedoch ohne Bleigewichte, frei schwebend und
treibend zu tun!!! Und ohne mit den Füßen, Händen oder dem
Bauch den Untergrund niederzuwalzen. Dass man die Flossen ebenfalls lieber
zu Hause oder im Auto lässt, braucht gar nicht betont werden.
Wenn das Wasser dafür zu seicht ist, bleibt man lieber am Ufer und beobachtet
das bunte Treiben vom Ufer aus.
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Mit ihnen tauchen kann man nicht wirklich, denn sie halten sich nur in
der Fortpflanzungszeit oft im Wasser auf und dieses Wasser ist zum tauchen
einfach viel zu seicht. Im besten Fall beobachtet man sie mit Maske und Schnorchel
ausgerüstet. Ganz besonders spannend ist es, in und rund um die Tümpel
an lauen Frühlingsabenden bei Windstille. An solchen unvergesslichen
Abenden um den 1. Mai herum legen die Männchen so richtig los. Der Geräuschpegel
schmerzt, wird fast schon unerträglich. Ausgerechnet die kleinsten heimischen
Frösche machen den größten Lärm. Er ist wohl eines der
niedlichsten Tiere unserer Natur, der Laubfrosch (Hyla arborea).
Kaum eine andere heimische Amphibienart erweckt so viele Sympathien, wie
der Laubfrosch. Kröten sind in den Augen der Menschen oft “hässlich“,
Salamander “unheimlich“ oder “giftig“. Der Laubfrosch hingegen wird allgemein
als ein ansprechendes und niedliches Tier wahrgenommen. Früher war er
als “Wetterprophet“ aus dem Gurkenglas bekannt. Zum Glück sind solche
“lebenden Barometer“ aus Tier- und Artenschutzgründen in den letzten
Jahrzehnten aus der Mode gekommen, oder genauer noch- nicht mehr erlaubt.
Mit den kleinen Fröschen steht es nämlich nicht zum Besten. Fast
überall gehen ihre Bestände zurück. Das auch in solchen
Gebieten, wo auf den ersten Blick kaum negative menschliche Einflüsse
erkennbar sind. Zerstörung von Feuchtgebieten und Landlebensräumen,
Düngemittel- und Pestizidanwendung oder Fischbesatz in den Laichgewässern
könnten die Gründe sein. Das alarmierende Sterben beschränkt
sich aber nicht nur auf den Laubfrosch. Weltweit gehen die Bestände
von Amphibien zurück, zahlreiche Arten sind bereits ausgestorben. Unberührte
und abgelegene Gebiete in Australien oder Südamerika sind nicht ausgenommen.
Manche Forscher vermuten hinter dem Rückgang eine Virus- oder Pilzinfektion,
andere die Schwächung des Immunsystems durch die Anreicherung von schädlichen
Substanzen.
Am Anfang jedes Bemühens um den Artenschutz steht die Kenntnis der Lebensweise,
der Biologie und der Raumansprüche der betreffenden Spezies. Manche
Froschliebhaber und Gartenteichbesitzer versuchen Laubfrösche in ihren
Gärten anzusiedeln, ohne jedoch die notwendigen Voraussetzungen zu erfüllen,
ja ohne diese überhaupt zu kennen. Solche Maßnahmen haben für
die Art überhaupt keinen Erhaltungseffekt. Wichtig ist zu wissen, dass
Laubfrösche wie auch alle anderen Amphibienarten in den meisten Ländern
unter (strengem) Schutz stehen. Ihre Entnahme aus der Natur ist somit
untersagt und strafbar.
Was die angeblichen meteorologischen Fähigkeiten des Laubfrosches betrifft,
sei gleich am Anfang vorweggenommen: Er kann das Wetter nicht vorhersagen.
Über Jahrhunderte glaubte man, dass er vor Schlechtwetter am Boden seines
Glases hockt und quakt, als Ankündigung von Schönwetter hingegen
auf die kleine Leiter klettert. Die Unzuverlässigkeit, mit der er seinen
Dienst als Wetterprophet verrichtet hat, führte dazu, dass der Laubfrosch
im Gurkenglas aus der Mode gekommen ist .
Die große, vor allem in den Tropen verbreitete Familie der Laubfrösche
(Hylidae) fasst etwa 630 Arten in 35 Gattungen zusammen. Davon gehören
etwa 300 Arten der Gattung Hyla an, jener Gruppe, zu der unser heimischer
Wetterprophet zählt. Bei den Laubfröschen handelt es sich um eine
überwiegend neuweltliche Familie: Alle Gattungen mit Ausnahme von Hyla
und Nictimystes leben in Amerika. Die Gattung Hyla kommt außer
in Afrika fast weltweit vor. Die Verbreitung unseres Laubfrosches, Hyla
arborea, reicht bis nach Vorderasien.
Lebensraum
Die bevorzugten Lebensräume der Laubfrösche liegen vor allem im
Tiefland oder in breiten Tälern ehemaliger Flußauen. Die Tiere
besetzen verschiedenste Gewässertypen. Wenn sie die Wahl haben, bevorzugen
sie wärmere Gewässer mit ausgedehnten Flachwasserbereichen und
Pflanzenbewuchs. Experten erkannten um 1990 herum, dass Laubfrösche
Laich- und Fortpflanzungsgewässer unterscheiden. Nicht jedes Gewässer,
an dem Laubfroschmännchen rufen (Rufgewässer = Laichgewässer)
ermöglicht eine erfolgreiche Reproduktion.
Die Kaulquappen halten sich bevorzugt an der Wasseroberfläche auf und
sind dadurch eine leichte Beute für Jäger wie Fische und Vögel. Jeglicher
Fischbesatz wirkt sich auf den Laicherfolg somit negativ aus. Auch hohe pH-Werte
und toxische Metall-Ionen haben einen schädigenden Einfluss, genauso
wie die Eutrophierung der Gewässer (zu viele Nährstoffe), Pestizide
und Herbizide. Oft gibt es erfolgreiche Laubfroschgemeinschaften in Gewässern,
die auch für andere Amphibienarten geeignet sind. Laichgewässer,
die sich als keine Fortpflanzungsgewässer erweisen, stellen eine "Laichfalle"
dar und bedeuten einen Verlust für die Population. Dies müsste
auch bei jeder Wiederbesiedlungsmaßnahme oder beim Aussetzen von Laubfröschen
berücksichtigt werden.
Laubfroschmännchen sind in Bezug auf die Laichgewässer nicht unbedingt
Ortstreu. Wenn mehrere geeignete Gewässer in Umkreis sind, wechselt
ein Teil der Männchen das Laichgewässer. Und nach welchen Qualitätskriterien
suchen sie Laubfrösche ihre Gewässer aus? Wichtige Aspekte der
Habitatwahl bei Laichgewässern sind etwa ausreichende Besonnung, möglichst
keine Zuflüsse, die das Wassers abkühlen, ausgedehnte Flachwasserbereiche,
Vegetation mit vertikalen Strukturen, kein Fischbesatz, kein zu hoher pH-Wert
sowie kein Einsatz von Pestiziden und Insektiziden in der Umgebung
In Mitteleuropa erstreckt sich die Fortpflanzungszeit der Laubfrösche
von etwa Mitte April bis Ende Mai. Die Männchen wandern längere
Zeit vor den Weibchen an das Laichgewässer und beginnen bei günstigen
Wetterverhältnissen – möglichst mild und windstill soll es sein
– mit dem Rufen. Die Weibchen kommen nur für die Nacht der Eiablage
in das Laichgewässer und verschwinden am nächsten Tag wieder. Entsprechend
wenig weiß man über ihre Lebensweise. Während der Paarung
werden die Weibchen in der Achselgegend umklammert (diese Umklammerung bei
Amphibien wird in der Biologie Amplexus genannt). Der Laich wird in Form
kleiner Klümpchen von 5 bis 50 Eiern abgelegt, wobei ein Weibchen bis
zu 50 solcher Klümpchen in einer Nacht ablegen kann. Die Entwicklungsdauer
und das Wachstum sind temperaturabhängig; manchmal schlüpfen die
Kaulquappen bereits nach 2 bis 3 Tagen aus den Eiern. Interessant ist, dass
konstante mittlere Wassertemperaturen um etwa 15°C für die Entwicklung
nicht so günstig sind. Die Kaulquappen wachsen kaum, zeigen eine hohe
Mortalität und gelangen nicht zur Metamorphose. Temperaturschwankungen
bis zu 20°C zwischen 10 und 30°C sind hingegen für die Entwicklung
optimal. Die Metamorphose setzt dann nach 50 bis 70 Tagen ein.
Der Sommerlebensraum
Als Sommerlebensraum bevorzugen die grünen Juwelen sonnenexponierte,
gewässernahe Standorte mit einer Krautschicht und einer darüber
liegenden Strauch- oder Baumschicht. Am häufigsten findet man die Tiere
auf Brombeeren, Himbeeren und anderen großblättrigen Pflanzen.
Manchmal sitzen Laubfrösche auch auf Schilf oder sogar auf Nadelbäumen.
Wie schon im Fall der Laichgewässer, haben sie auch bei der Wahl des
Sommerquartiers hohe Ansprüche. Sie brauchen eine intensive Besonnung,
möglichst viele blühende Pflanzen und damit ein ausreichendes Nahrungsangebot,
großblättrige Pflanzen, höhere Büsche, Sträucher
und Bäume, eine hohe Luftfeuchtigkeit und windgeschützte Standorte.
Ungehinderte Sonneneinstrahlung ist für die Laubfrösche lebensnotwendig
– auch daran erkennt man, dass dies eine tropische Verwandtschaft ist. Viele
gute Sommerlebensräume haben den Charakter eines Randstreifens: Gewässer-,
Wald-, Weg-, Graben-, Wiesen- oder Feldrand. Randstreifen sind ökologisch
äußerst wertvoll. Es sind Bereiche, die vom Menschen oft nur extensiv
genutzt werden und daher wenig beeinträchtigt sind.
Erwachsene Tiere findet man am Boden praktisch nur im Frühjahr. Im Sommer
sind sie fast ausschließlich auf der Vegetation, in einer Durchschnittshöhe
von 0,5 bis 2 m zu finden. Später im Jahr steigen sie sogar bis in eine
Höhe von 10 m.
Besonders vorteilhaft – nicht zuletzt bei Wiederansiedlungsversuchen – sind
Biotope mit mehreren geeigneten Gewässern, die durch Hecken, Staudenbewachsenen
Gräben oder anderen Leitstrukturen vernetzt sind. Diese Vegetationsstreifen
ermöglichen einen Wechsel zwischen den einzelnen Gewässern und
bilden geeignete Ruhe-, Sonnen- und Nahrungsplätze.
Ernährung
Ausgewachsene Laubfrösche fressen am Tage relativ selten. Besonders
beim Sonnenbad fällt es ihnen schwer unnötige Bewegungen zu machen.
Erst in der Dämmerung und vor allem in der Nacht entfalten sie ihre
Aktivität. Und was fressen sie besonders gern? Die effektivste Methode
zur Untersuchung des Nahrungsspektrums ist eine Analyse der Kotballen. Man
findet sie auf den bevorzugten Sitzplätzen der Laubfrösche, also
auf den Blättern verschiedener Sträucher. In einer Studie aus dem
Jahr 1986 dominieren in der Laubfroschnahrung vor allem Fliegen und Mücken
mit fast 50 % Anteil. Beliebt sind auch solche Käfer, die sich auf Blüten
aufhalten. Zusätzlich werden Spinnen, Ameisen, Schmetterlinge, Wanzen,
Ohrwürmer und andere Insekten gefressen. Schnecken und Würmer scheinen
dagegen in ihrer Ernährung keine große Rolle zu spielen.
Die Hauptnahrung der Laubfrösche sind demnach fliegende Insekten, und
zwar solche Arten, die Blüten der Gebüsch- und Hochstaudenschicht
aufsuchen. Dieser Standort ist als Futterplatz ideal: Die Blüten locken
ständig neue Insekten an, und die Frösche müssen für
die Nahrungssuche nicht viel Energie verschwenden. Der Rückgang des
Blütenangebotes in vielen Gebieten ist sicher einer der Gründe
für das Verschwinden der Frösche. Besonders dort, wo Insektiziden
und Pestiziden eingesetzt werden, gibt es keine Laubfrösche mehr.
Feinde
Da die Kaulquappen der Laubfrösche meist dicht unter der Wasseroberfläche
schwimmen, sind sie für Räuber gut sichtbar. Laubfrösche bevorzugen
oft temporär austrocknende Gewässer, da in solchen keine Fische
leben. Molche und andere Amphibienarten, beziehungsweise ihre Larven, können
als Räuber auch eine Rolle spielen. Sie fressen sowohl den Laich als
auch die Kaulquappen der Laubfrösche. Trotzdem sind ideale Fortpflanzungsgewässer
anderer Lurcharten gleichzeitig auch für den Laubfrosch geeignet. In
Untersuchungen wurde in dieser Hinsicht keine wesentliche Konkurrenz zwischen
den einzelnen Lurcharten festgestellt. Verschiedene Vogelarten, darunter
Eulen, Bussarde, Möwen, Reiher und Neuntöter, gehören zu den
größten natürlichen Feinden des Laubfrosches. Im Wasser und
auf den Bäumen macht auch die Ringelnatter Jagd auf sie.
Tagesaktivität
Während der Laichzeit halten sich Laubfrösche tagsüber unmittelbar
in der Nähe der Laichgewässer auf. Sie sind nachtaktiv, obwohl
sich bei Populationen in höheren Gebirgslagen manchmal das Aktivitätsoptimum
in den Tag verschiebt. Nach längeren kühleren Wetterperioden oder
im Herbst ist das Sonnenbaden sehr ausgeprägt. An heißen Sommertagen
wandern die Frösche dagegen gerne in den Halbschatten in tiefere Stockwerke
der Vegetation. Die stockwerkartige Struktur ihrer Sommerlebensräume
ist daher sehr wichtig. Auch an Regentagen sitzen die Laubfrösche meist
versteckt zwischen den Blättern.
Jahreszyklus
Die Laichzeit beginnt je nach Witterung frühestens Mitte April, spätestens
Anfang Mai. Bei günstiger Witterung – das bedeutet für die Laubfrösche
vor allem höhere Temperatur – kommen aber einzelne Männchen bereits
Ende März in die Nähe der Laichgewässer. Das Laichen beginnt
bei Laubfröschen nicht durch ein schlagartiges Einsetzen der Wanderung
wie bei den Grasfröschen und Erdkröten. Sie sind also keine Explosivlaicher,
wie die Fachbezeichnung für das Phänomen der plötzlich einsetzenden
Wanderung mit abertausenden Lurchen lautet. Auch das Ende der Laichzeit kann
nicht mit einer bestimmten Zeit festgelegt werden. Die Anzahl der rufenden
Männchen geht im Frühjahr nur langsam zurück und einzelne
Männchen rufen noch Wochen nach dem Ablaichen. Die Laichzeit ist somit
viel länger als bei anderen heimischen Amphibienarten und kann bis zu
70 Tage dauern.
Obwohl der Aktionsradius der meisten Laubfrösche relativ gering ist,
gibt es doch auch Tiere, die bis über 1.500 m vom Laichgewässer
angetroffen werden oder in andere entfernte Laichgewässer übersiedeln.
Ab September wächst die Mobilität der Laubfrösche, plötzlich
werden auch bisher unbesiedelte Bereiche aufgesucht. Vielleicht hängt
diese erhöhte Mobilität mit der Vorbereitung auf den Winter zusammen
und mit der Wanderung in die Winterlebensräume, beziehungsweise Überwinterungsplätze.
Das Froschkonzert: die Rufe der Laubfrösche
Das Rufen der Laubfroschmännchen stellt die wohl auffälligste Verhaltensweise
dieser Tierart dar. Wenn jemand meint, das Quaken gleichbedeutend mit Quaken
ist, dann irrt er: Man unterscheidet mehrere Rufe mit verschiedenen Funktionen.
Die Werberufe als Paarungsrufe erwecken die Aufmerksamkeit von laichbereiten
Weibchen. Bei mehreren Hyla-Arten wurde nachgewiesen, dass Weibchen auf diese
Rufe mit direktem Zuwandern reagieren. Außerdem werden dadurch andere
Männchen an wenig genutzte Laichgewässer gelockt. Revierrufe dienen
dem Einhalten der Individualdistanz, Kummerrufe (= Schreckrufe) kommen bei
beiden Geschlechtern vor und deuten auf Gefahrenquellen hin und Solitärrufe
schließlich werde immer wieder von einzelnen Männchen abgegeben.
Das macht sich der moderne Froschbeobachter zunutze, um die gut getarnten
und kaum auffindbaren Laubfrösche doch orten zu können: Durch das
Abspielen eines Tonbandes mit Solitärrufen kann man Männchen zum
Rufen anregen und so Aufschlüsse über Vorkommen und Verbreitung
bekommen.
Eine interessante Beobachtung machten Wissenschaftler Anfang der 1990er:
Von den bis zu 70 oder mehr Tagen der Laichperiode sind nur etwa maximal
50 wirkliche "Ruftage". Die begrenzte Anzahl der Ruftage könnte mit
dem hohen Energieverbrauch der Männchen beim Rufen zusammenhängen,
gehören doch die Paarungsrufe zu den Tätigkeiten mit dem höchsten
Energieverbrauch in einem Laubfroschleben. In dieser Zeit verlieren die Männchen
etwa 13 % an Gewicht. Die Weibchen nehmen beim Laichen 17 % ab.
Die Zahl der rufenden Männchen nimmt in der zweiten Nachthälfte
rapide ab, trotzdem findet man immer wieder Einzeltiere, die bis in frühe
Morgenstunden rufen.
Wiederansiedlungsversuche
Verschiedene Autoren beurteilen das Thema "Wiederansiedlung von Laubfröschen"
unterschiedlich. Viele lehnen solche Versuche überhaupt ab. Andere berichten
von mehreren Versuchen, die jedoch erfolglos blieben, manche aber auch von
erfolgreichen Versuchen.
Hyla meridionalis
Öfters werden in Gebieten, wo Laubfroschpopulationen bereits vor langer
Zeit zusammengebrochen sind, rufende Männchen festgestellt. In vielen
Fällen handelt es sich um ausgesetzte Tiere, manchmal leider auch um
den Mittelmeer-Laubfrosch Hyla meridionalis. Diese Versuche, so gut sie
auch von Tierfreunden gemeint sind, führen nicht zu einem Erfolg. Für
Wiederansiedlungen ist eine große Anzahl von Individuen erforderlich.
Das wichtigste sind Habitate ausreichender Größe, die Lebensräume
also. Besonders Gewässer mit ausgedehnten Flachwasserbereichen und Vegetation
sind geeignet. Auch Sommerlebensräume mit vielen Sträuchern müssen
in der nächsten Umgebung vorhanden sein. Himbeeren und Brombeeren sind
bei Laubfröschen besonders beliebt.
Wiederansiedlungen können ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung dieser
Art sein. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sie nur an solchen Stellen
durchgeführt werden, wo die Biotopansprüche der Laubfrösche
in jeder Hinsicht erfüllt werden: Laichmöglichkeit, Sommerlebensraum,
Vegetation mit großblättrigen Pflanzen und vielen vertikalen Strukturen,
genügend Blüten, die Insekten anlocken und weiteren. Solche Aktionen
sollten und dürfen nur unter fachkundiger Anleitung im Rahmen großräumiger
Projekte und nicht von Privatpersonen durchgeführt werden. Es erübrigt
sich zu betonen, dass nur heimische Laubfrösche (Hyla alborea)
und nicht Mittelmeer-Laubfrösche (Hyla meridionalis) ausgesetzt
werden dürfen.
Ein dringender Apell an Gartenteichbesitzer und “falsche“ Tierliebhaber:
Keinesfalls Tiere aus der Natur entnehmen, um sie zu Hause im Garten auszusetzen!
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12.10.2008 08:17 Taucher Online : 62 Heute 1650, ges. 29312909 Besucher
 
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