Neue EinträgeHilfeseitenImpressum und AGBMail an die RedaktionHauptseiteSeitenübersicht
Onlinemagazin - 76. Ausgabe - Mallorca - Der Olivenbaum




 Geschrieben von Claudia, Herbert und Robert

Mallorca und der bezeichnendste Kulturbaum der Mittelmeerregion

Es gibt zwei Säfte, die dem menschlichen Körper angenehm sind: innerlich Wein und äußerlich das Öl, und beide erhält man von Bäumen. (Plinius der Ältere).

Er ist ein Symbol der gesamten Mittelmeerregion: Der Ölbaum (Olea europaea). Als schönster und wichtigster Kulturbaum des Mittelmeerraumes ist er eine der wenigen Kulturpflanzen, deren Ursprung im östlichen Mittelmeerraum durch Ausgrabungsfunde – wie auch viele Überlieferungen und Legenden – als gesichert gilt. Seit etwa 5.000 Jahren wird der Ölbaum als Kulturpflanze zur Ölgewinnung angepflanzt, obwohl die Frage, wo er erst erstmals in Kultur genommen wurde, nicht völlig geklärt ist. Vermutlich geschah es auf dem Gebiet des heutigen Syrien, Palästinas und Israels. Von den Ostküsten der Levante trat der Baum dann seinen Eroberungszug in Richtung Westen an: in Ägypten und vermutlich zeitgleich auf Kreta vor 4.500 Jahren, in Griechenland vor 3.000, durch Phönizier und Griechen in Süditalien, auf Sizilien, Sardinien vor 2.500 Jahren, und kurz darauf auch auf den Balearen; darauf folgten die Provence, Katalonien, Andalusien, die Algarve – so eroberte der heute so beliebte Baum nach und nach den gesamten Mittelmeerraum.

Olivenhain auf Mallorca
gemischte Nutzfläche - Weidegrund und Olivenhain

Der Ölbaum ist eine Leitform mediterraner Landschaften. Er bedeckt ein Areal von 6 Millionen Hektar und hat die Stelle einstiger Wälder eingenommen. „Olivenhaine ersetzen die fehlenden Wälder“, pflegte der berühmte Botaniker Martin Rikli zu sagen. Er gilt schon seit Plinius dem Älteren als einer der wichtigsten „Grenzzieherbäume“ der Mittelmeerregion, da sich sein Verbreitungsareal gut mit den meisten Definitionsversuchen des mediterranen Raumes deckt - obwohl er das italienische Festland wahrscheinlich nicht vor dem 6. Jahrhundert v. Chr. erreicht hat. Öl und Ölbaum wurden schon früh zu Symbolen für Wohlstand und Reichtum.

Für den ostmediterranen Ursprung der Pflanze spricht die Etymologie, die „Ur-Namen“ der Olive bzw. des Olivenbaums: Das arabische „al-zaytun“ wie das türkische „zeytin“ leiten sich vom semitischen „zait“ ab. Der semitische Wortstamm lebt nicht nur in anderen Sprachen dieser Region wie im Persischen und Armenischen weiter, sondern auch im spanischen „aceituna“ und im portugiesischen „azeitona“. Die Griechen nannten das Olivenöl „elaion“ und den Baum mit Frucht „elaia“, woraus die lateinische Sprache ihr „oleum“ und „oliva“ (Öl und Olive) abgeleitet hat. So hat dieser Name in fast alle europäischen Sprachen Eingang gefunden.

Die Wildform, der „Oleaster“, ist ein sparriger, kleinblättriger und verdornter Strauch der heißen Garrigue. Unzählige Kulturrassen ermöglichen eine Kultivierung selbst in Grenzgebieten mit Winterfrösten von –10 °C (Gardasee), obwohl das Monatsmittel des kältesten Monats in seinem Verbreitungsgebiet allgemein bei 5 °C liegt. Die lichten, silberlaubigen Olivenhaine mit einem meist sehr artenreichen Unterwuchs von Gräsern, Annuellen (Mohn) und Geophyten (Gladiolus, Rosenlauch – Allium roseum, Anemonen, Orchideen) bieten im Frühjahr einen bezaubernden Anblick. Der Ölbaum selbst wird fast immer von einem holzzerstörenden Pilz befallen (Polyporus fulvus), so dass häufig abenteuerliche, halb hohle Baumgestalten entstehen, die geradezu ein Symbol für Überlebenskraft darstellen. Alte Bäume können Durchmesser von 2–3 m erreichen; Altersbestimmungen aus Jahresringen sind meist nicht möglich, weil nur der äußerste Teil des Holzkörpers erhalten bleibt, aber ein mögliches Alter von über 1.000 Jahren scheint realistisch.

Olivenbaum Mallorca
Olivenbaumholz, ein hartes und gut polierbares Holz

Gut durchlüftete, poröse und wasserdurchlässige Kalkböden ohne Staunässe, ideale 700 mm Niederschlag, möglichst kein Winterfrost und eine Sommertemperatur von 30 – 35 °C sind die günstigsten Bedingungen für den Olivenanbau. Die Blütezeit des Ölbaums ist April bis Juni, die Ernte beginnt Mitte November und kann sich bis in den Februar hinziehen. Die Früchte haben inzwischen je nach Sorte eine dunkelviolette bis fast schwarze Farbe angenommen und ihren höchsten Ölgehalt erreicht. Die schonendste, zugleich auch teuerste und aufwendigste Art der Ernte ist das Pflücken mit der Hand; meist werden die Früchte mit Stangen, in heutiger Zeit auch mit Vibrationsmaschinen vom Baum geschlagen und in ausgebreiteten Netzen bzw. mit Tüchern aufgefangen. 30 – 50 kg Oliven pro Baum ist ein Durchschnittswert, in Ausnahmefällen werden sogar 100 – 200 kg erreicht. Die besten Erntejahre liegen zwischen dem 25. und 100. Lebensjahr des Ölbaumes. Der Ölgehalt der Früchte beträgt ca. 15 – 40 Prozent, für einen Liter Öl benötigt man je nach Sorte und Klima zwischen 3 und 7 kg Oliven.

Dieses Öl gehört zu den aromatischsten und gleichzeitig zu den gesündesten aller Speiseöle. Heute werden auch andere Vorzüge hervorgehoben, so der hohe Gehalt an Vitamin E, an essenziellen Fettsäuren und weiteren pharmakologisch wirksamen Substanzen mit antioxidativer Wirkung. Allerdings behaupten neuerdings böse Zungen (und das tut jedem Liebhaber des Mittelmeeres weh), dass die Verherrlichung des Olivenöls anderen Ölsorten gegenüber lediglich eine kluge Verkaufsstrategie der EU oder zumindest einiger EU-Länder ist (wohl der größten Produzenten) …
So wie es einen Butterberg gibt, soll es auch einen Olivenölsee geben. Einfacher gesagt: Es gibt eine Überproduktion und die Agrarpolitik der EU treibt auf der Subventionsebene bekanntlich öfters seltsame Blüten.
Wie auch immer: Literweise Olivenöl trinken allein hat vermutlich noch niemanden das Leben verlängert und es gibt auch andere Öle, die mindestens so gesund sind. Es ist wohl eher die Kombination aus Gelassenheit, mäßigem Rotweinkonsum (das hört der mediterrane Liebhaber gern …) und den allgemeinen Ernährungsgewohnheiten, die der Gesundheit der Mittelmeerbewohner förderlich sind.

Olivenhain auf Mallorca
Olivenhaine findet man überall auf Mallorca

Rund 10 Prozent der Olivenproduktion – in Spanien werden jährlich etwa 3,4 Millionen Tonnen geerntet – verarbeitet man zu Speiseoliven. Die rohen Früchte werden mit Lauge behandelt, um ihnen die Bitterstoffe zu entziehen, dann werden sie in Salzlake oder Olivenöl eingelegt. Der größte Teil der Ernte wird zu Öl verarbeitet. Die erste, kalte Pressung ergibt das Jungfernöl, ein Speiseöl höchster Qualität. Ihm folgt ein warmes, etwas stärkeres und schließlich ein heißes, starkes Pressen; dessen Produkt kann nicht mehr für Speisezwecke genutzt werden, sondern wird als Baumöl verwendet.

2005 ist die Olivenölproduktion auf Mallorca um 60 Prozent auf mehr als 40.000 Liter gestiegen. Diese Zahl bezieht sich nur auf die Olivenölproduktion unter dem Zertifikat Denominacion de Origen. Ein Grund für die Steigerung war die neue Ölpresse in Estellencs. Die Erzeugervereinigung führte den Anstieg zum einen auf gestiegen Exporte in Länder wie Japan zurück, zum anderen nehmen auch mehr lokale Supermärkte mallorquinische Produktionen in ihr Sortiment auf. In den nächsten sechs Jahren soll die Jahresproduktion auf 200.000 Liter gesteigert werden.

Die knorrigen Stämme der Olivenbäume – jeder Baum ist ein einzigartiges Individuum – liefern ein seit der Antike geschätztes, hartes und gut polierbares Holz.



TIPP:Du suchst Infos auf Taucher.Net, findest sie aber nicht? Dann ab in unsere eigene Suchmaschine!


09.07.2008 06:55 Taucher Online : 66
Heute 1410, ges. 27405463 Besucher
Login:  Autologin: 
Passwort:  
Gast : Registrieren - zur Login-Seite


Deine Bookmarks:
Taucher-News - Kalender - Sichtweiten - Postkarten

Unsere Produkt-Datenbank!
Über 2000 Tauchartikel mit detaillierten Daten!
Vergleichen lohnt sich!


Zu unserer Kooperationsseite...

ORCA Sports - Tauchen
ORCA Sports - TauchenORCA Sports - Tauchen - Katalogbestellung
ORCA Sports - Tauchen



   Unsere Linkdatenbank:
Aktueller Tauchlink:

Südafrika Reise Informationen
Südafrika - Gästehäuser, Reiseinformationen und Community rund um Südafrika - direkter Kontakt zu Gästehausbesitzer

Ein "Sponsored Link":

Kuba-Tauchen
WELCOME TO CUBA-DIVING!

und einer unserer Toplinks:

Tauchsport Dreizack, Regensburg
Tauchsport Dreizack bildet nach den Richtlinien dreier Weltverbände insbesondere der CMAS aus.


   Aktuelle Hotelberichte:
Hippocampus Beach Resort, Ma..
(06.07.2008) Das Resort liegt direkt am Bounty Beach im Süden der Insel und genau neben der Tauchbasis der Sea Explorers, eingebettet in einen liebevoll angelegten Garten mit Volieren mit diversen Vögeln, einer (mehr)

Paragayo Resort, Alona Beach
(06.07.2008) Das Resort liegt an der „Hauptstraße“ direkt am Abzweig zum Alona Beach gegenüber dem Entertainment Village, neben Rona´s Corner und somit ca. 250m vom Strand entfernt. Wir buchten es über Philipp (mehr)

Pensee Royal Garden / Utopia..
(01.07.2008) Besuchszeitraum: 3. bis 17. Juni 2008, 40 % Auslastung lt. Rezeption Das Pensee Royal Garden ist teil eines großen Hotelkomplexes mit 2 weiteren, dennoch zusammengehörenden, Hotels. Alle (mehr)


   Akt. Restaurantberichte:
Regensbuger Cafe
(01.06.2008) Als wir am Mittwoch den 28.5.08 von unserer Safari wiederkamen stand schon fest das wir Abends mit 6 Personen bei Berti ins Regensburger fahren würden,das haben wir dann auch gemacht und wirklich (mehr)

Restauran Ribar Jastog, Bask..
(24.05.2008) Das Restaurant befindet sich an der Uferpromenade bei der Altstadt von Baska. Besuch am 18.5.08 Gegessen: Zahnbrasse vom Rost bzw. gefüllte Kalamari Qualität: Fisch: OK, mehr nicht. Speziell die (mehr)

Bistro Trattoria Franica, Ba..
(24.05.2008) Das Restaurant befindet sich am Ostende der Uferpromenade nahe der großen Mole. Besuch am 21.5.08 Gegessen: Lammbraten bzw. Lammleber (60 bzw. 70 Kuna) Qualität: Wunderbar! Sowohl Lammbraten als (mehr)


   Aktuelle Taucher-News:
07.07.2008: Juliausgabe von ..
(08.07.2008) 07.07.2008: Juliausgabe von DiveInside veröffentlicht! Technisches Tauchen wird in Deutschland immer beliebter - Grund genug für uns, das Thema „Techtauchen“ in der aktuellen Ausgabe von allen (mehr)

Schnorcheln in der Isar
(08.07.2008) Neues Abenteuer!!   Wer schon mal Fluss-Schnorcheln war, weiss, wie viel Spass das macht und dass man dabei in der Regel wesentlich mehr Fische sehen kann als bei jedem (mehr)

Lagona Travel wächst
(06.07.2008) Zuwachs bei den Lagonas Bei dem Mintrachinger Tauchreiseveranstalter ist seit 01. Juli 2008 Alexandra Kohlhofer für Marketing, Kommunikation und PR des Unternehmens (mehr)




Mail and die RedaktionHauptseiteImpressum und AGBs
© 1997-2008 Taucher.Net GmbH - powered by TNetHosting